Else Schnakenberg – Endokrine Disruptoren / Umweltmedizin

Interview Else Schnakenberg

Interviewreihe zur Sommertagung 2026 zum Thema Endometriose

Endokrine Disruptoren – eine unsichtbare Belastung?
Endokrine Disruptoren begleiten uns im Alltag an vielen Stellen, oft ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Für Else Schnakenberg, Referentin bei unserer Sommertagung zum Thema Endometriose, ist es deshalb wichtig, die Quellen dieser hormonstörenden Stoffe zu kennen, Belastungen möglichst zu vermeiden und den Körper in seinen eigenen Regulations- und Entgiftungsprozessen zu unterstützen.
Im Interview erklärt sie, wo uns endokrine Disruptoren begegnen können, welche Bedeutung sie für die Gesundheit haben und warum Vorsorge – besonders bei Kindern – so wichtig ist.

Was genau sind endokrine Disruptoren – und warum spielen sie bei Endometriose eine so große Rolle?
„Endokrine Disruptoren (ED) sind potente Störstoffchemikalien großer Vielfalt, die das Hormonsystem in jedem Lebensalter beeinträchtigen können. Dadurch kann eine große Bandbreite an Beschwerden ausgelöst werden, z.B. stille Entzündung mit der Gefahr von Autoimmunkrankheiten, Endometriose, PCOS, Myome, Fehlbildungen, Fortpflanzungsstörungen, Zytotoxizität, Zellentartung, Krebs, Nervensystem, Diabetes, Adipositas, Sehschwäche, Schleimhaut-, Augen- und Atemwegsreizung, Leberüberlastung, Entgiftungsschwäche…
Unglücklicherweise sind viele ED langlebig, nicht abbaufähig, daher reichern sie sich in vielen Körper- und Umweltmedien an. Sie sind toxisch, krebserregend, erbgutschädigend und können Fehlbildungen bei Ungeborenen bewirken. 

Da ED schon viele Jahrzehnte in Mio.-Tonnen weltweit verbreitet sind, haben alle Menschen, Tiere und Umweltmedien einen individuellen Cocktail angesammelt.

Ein aktuelles Beispiel ist die große Gruppe der PFAS.“

Wo begegnen uns diese Stoffe im Alltag am häufigsten – vielleicht auch dort, wo wir sie nicht vermuten?
„Ja, ED kommen in unserer „modernen“ Welt fast in allen gängigen Gegenständen und bei vielen Verrichtungen des Alltags vor z.B. im Autoinnenleben, standardmäßig in Babymatratzen, Badelatschen, Backpapier, Cremetuben, Kaffeeautomaten, Kinderpools, Kosmetik, Kleidung, Lebensmittel-Einschweißfolie, Mayonnaisebehältern, Möbeln, als Pestizide, Plastikgeräte in der Küche, Plastikkleidung, To-Go-Becher und Behälter, Schuhe, Sportschuhe, Sportkleidung, Wanderschuhe, Werkzeuggriffe, … die Liste wird auch nach zwei weiteren Seiten nicht beendet sein!“

Welche Auswirkungen siehst du konkret in deiner Praxis bei Patientinnen?
„Jeder Mensch hat einen Cocktail an hormonstörenden Schadstoffen angesammelt. In der Urinfunktionsdiagnostik sehe ich die Leber immer belastet, oft sehr stark. Somit ist die individuelle Entgiftungskapazität schon dort eingeschränkt und diese ist neben der Darmgesundheit im Fokus der Therapie. Außerdem sind die gute Versorgung mit allen lebenswichtigen Vitalstoffen, Ernährung und Lifestyle sowie die individuelle Empfindlichkeit der Patient*innen von Bedeutung. Menschen, die hier schlecht aufgestellt sind, haben tendenziell mehr Beschwerden, als gut versorgte. Daher ist Vorsorge extrem wichtig und wirksam, besonders für Kinder!“

Was sind zwei bis drei einfache erste Schritte, mit denen Frauen ihre Belastung reduzieren können?
„ED-Quellen erkennen, Belastung vermeiden und den Körper durch eine langsame, sichere Entgiftung sowie vitalstoffreiche Ernährung stärken. Individuell und politisch mitwirken, dass ED immer weniger verwendet werden.“

Was möchtest du den Teilnehmerinnen deiner Session unbedingt mitgeben?
„Mit guter Kenntnis der ED-Quellen kann jede eine wirksame Vorsorge sicherstellen. Bei bestehenden Beschwerden ist die Minimierung von ED unerlässlich und in Kombination mit individueller, langfristiger Entgiftung eine Reduzierung verschiedenster Beschwerden möglich.“

 

Die Referentin
Else Schnakenberg, Heilpraktikerin, CTA-Umwelttechnik, Klassische Naturheilverfahren, Praxis Naturheilkunde Aachen 

Zum Weiterlesen
Welche sich nach dem Interview näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier weiterführende Informationen:

  • LACHESIS Zeitschrift Kongress Ausgabe 2017 „Wo leben stört: Frauen.Gesundheit Kongress 2017
    Artikel von Else Schnakenberg zum Thema Endokrine Disruptoren.
    Hier online aufrufbar: Link xxxx

  • Umweltbundesamt: Endokrine Disruptoren
    Grundlagen, Wirkungsweisen, wissenschaftliche Bewertung und Informationen zur Regulierung von endokrinen Disruptoren.

  • Umweltbundesamt: Umwelthormone
    Ein verständlicher Einstieg in das Thema hormonähnlich wirkende Substanzen und ihre möglichen gesundheitlichen Auswirkungen.

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Endocrine-disrupting chemicals
    Informationen zu gesundheitlichen Risiken, Exposition im Alltag und besonderer Bedeutung der Belastung während Schwangerschaft und Kindheit.
    Links???