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Leseproben der LACHESIS-Zeitschriften

   

Sie finden hier einige Leseproben aus erschienenen LACHESIS-Zeitschriften und Veröffentlichungen.
Die Übersicht aller Zeitschriften und die Inhaltsverzeichnisse finden Sie unter dem Button "Ausgaben" (siehe links).

Titel des Artikels

aus
Nr.

Datum

Menschen mit Demenz besser verstehen
Traumatisierungen im Leben alter Menschen

 

42 März
2013

Frauenrechte und der Friedensprozess in Afghanistan
Traumasensible Arbeit von medica mondiale und medica afghanistan

 

42 März
2013

Biodanza und Somatic Experiencing
Die Heilkraft des Tanzes in der Traumabearbeitung

 

42 März
2013

Im kosmischen Wartehäuschen
Die Erde & wir – ein Liebesverhältnis? Oder ein Alptraum? Oder ...?

 

41 März 2012

Transgeschlechtlichkeit
Hinweise für Heilpraktiker_innen und andere medizinische / therapeutische Berufsgruppen

 

41 März 2012

Körpererinnerungen
Der Körper erinnert sich – an Schönes und Erschreckendes
Über den respektvollen Umgang mit Körpersignalen

 

41 März 2012

Ein schmaler Grat zwischen Erfüllung und Burnout
Die Wichtigkeit eigener Grenzen und Selbstfürsorge
in der Begleitung lebensbedrohlich erkrankter Frauen

 

40 Feb 11

Lympha – die Quellgöttin
Inspirationen zur Lympha und ihren Pflanzenhelferinnen

 

40 Feb 11

Sich gut fühlen
Von der Fülle der Brust

 

40 Feb 11

Homöopathische Begleitung bei Krebserkrankungen
Ein Spagat zwischen den alten Meistern und den frauenorientierten Ansätzen heute

 

40 Feb 11

OMIECH
Informationen zur Organisation der indigenen Ärztinnen und Ärzte in Chiapas / Mexiko

 

39 Feb 10

Schamanismus und Rituale
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln im Heilen

 

39 Feb 10

Die spirituelle Dimension des Heilens
Die Tradition der Weisen Frauen, eine weibliche Spiritualität Mitteleuropas

 

39 Feb 10

Trance als heilsamer Erfahrungsweg
Rituelle Körperhaltungen und ekstatische Trance ® nach Dr. Felicitas Goodman

 

39 Feb 10
„Die Pflanzen sprechen mit uns“
Ein Interview über rationales und intuitives Pflanzenwissen
38 Mai 09

Murex purpurea
Alles, was aus dem Meerwasser kommt, repräsentiert den Beginn


38 Mai 09
Bauchhirn
Vom Kopf gesteuert, vom Bauch gelenkt?
38 Mai 09
Lesbengesundheit
Vom langen Weg lesbischer Frauen zu einer guten Gesundheitsversorgung

38 Mai 09
Zell-Geflüster
Zell-Kommunikation – das Geheimnis des Lebens
37 Dez 08
Fühlend, denkend, zellbewegt – Ein bewusstes Sein
Die selbstheilenden Kräfte in uns erkennen
37 Dez 08

Bewegungsreisen, Bewusstseinsübungen und zelluläre Resonanz
Body-Mind Centering ® und Continuum Movement als Achtsamkeitstraining

 

37 Dez 08

Zellgeflüster – Pferdegeflüster
Magische Kommunikation zwischen Pferd ~ Mensch & Universum

 

37 Dez 08

Brustkrebs
Über Sinn und Unsinn der Früherkennungsuntersuchungen

35 Okt 08
Krebstherapie mit Akupunktur in der Chinesischen Medizin 35 Okt 08

Die Mistel - Von der Zauberpflanze zum Arzneimittel

35 Okt 08
Krebs - eine Heldinnenreise 35 Okt 08
Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen Planen 35 Okt 08
„Entfremdung als Chance“ Sonderheft Entfremdung 2008

ERNÄHRUNG & VERDAUUNG:
„Durch Fremdes ent-fremden – oder durch Fremdes zur Heimat finden“

 

Sonderheft Entfremdung 2008
Zeit und Entfremdung Sonderheft Entfremdung 2008

Die Rosskastanie
-aus der Homöopathie-Sonderausgabe "Bäume"

 

Sonderheft Homöopathie Dez 07

Die Linde
-aus der Homöopathie-Sonderausgabe "Bäume"

 

Sonderheft Homöopathie Dez 07

Die Lärche
-aus der Homöopathie-Sonderausgabe "Bäume"

 

Sonderheft Homöopathie Dez 07

Die Birke - Betula alba
-aus der Homöopathie-Sonderausgabe "Bäume"

 

Sonderheft Homöopathie Dez 07

Tantra für Frauen
Selbstheilung und Persönlichkeitsentwicklung mittels sexueller Energie

36 Dez 07

Letstalkaboutsex
"Wortlos" - Sexuelle Kommunikation

 

36 Dez 07

Weibliche Ejakulation
Freudenfluss in Theorie und Praxis

 

36 Dez 07
Afghanische Frauen leben mit ihren Schmerzen 34 Juli 06

Mit dem Wissen der Jahrtausende den Schmerz beweihräuchern...?
Indischer Weihrauch - wirkungsreiches Schmerztherapeutika

 

34 Juli 06
Macht Schmerz Sinn 34 Juli 06

Schmerz ist Ausdruck von Selbst-Entfremdung
Schmerztherapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin

 

34 Juli 06
Kompetenz in Frauenhand - Eröffnungsrede des
2. Frauennaturheilkundekongresses in Berlin
33 Juli 05
Das Klimakterium 33 Juli 05
Heilkrampf (Luisa Francia) 33 Juli 05
Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung und Traumatherapie 32 Apr 04
Somatic-Experiencing nach Dr. Peter Levine
Ein grundlegender Ansatz zur Transformation von Trauma
32 Apr 04
Traumatisierte Flüchtlinge und Folterüberlebende 32 Apr 04
Das Wasser stärken
Akupunktur bei Angst und nach Traumatisierung
32 Apr 04

Selbstschutz in der Energiearbeit - über den verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Energiesystem

 

31 Juli 03

Initiation für Frauen in heilenden Berufen

 

31 Juli 03

Existenzgründung für Heilpraktikerinnen

 

31 Juli 03

Früherkennung durch Mammographie-Screening 

 

30 Dez 02

Naturheilkundliche Aspekte in der Endometriosebehandlung

 

30 Dez 02

Die Gebärmutter: Keine steigt vergeblich den steilen Weg zu ihr hinunter

 

30 Dez 02

Wenn der Körper den Kosmos berührt: 
Meridian-Dehnungen als Alltagsritual zur Sinnesweitung

 

29 Juni 02

Lust auf Körper

 

29 Juni 02

Dicke Frauen im Spiegel deutscher Mangelkultur

 

29 Juni 02

Wasser des Lebens - Leben und Sterben aus asiatischer Sicht

 

28 Nov 01

Jeder Tod ist anders, jede Trauer auch

 

28 Nov 01

Ein erfülltes Leben bis zum letzen Augenblick - Die Hospizbewegung

 

28 Nov 01

 

 

 

Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"



Menschen mit Demenz besser verstehen
Traumatisierungen im Leben alter Menschen

Autorin:
Brigitte Merkwitz ,Diplom Pädagogin, Praxis für Lebensgestaltung für die Generation 50 plus

Menschen mit Demenz verändern sich, legen plötzlich ganz neue Verhaltensweisen an
den Tag, äußern ihre Emotionen anders als zuvor. Manchmal werden sie sogar anfallsartig
von Gefühlsattacken überwältigt, die für Angehörige oder Pflegende schwer zu verstehen
sind. Und genau das Verstehen ist der Schlüssel, um mit Ihnen liebevoll und angemessen
umgehen zu können.
Die Zahl an Demenz betroffener Menschen steigt ständig, von jetzt mehr als 1,3 Millionen auf etwa
2 - 2,5 Millionen in den kommenden 20 Jahren. Dennoch besteht eine Tabuisierung der gesamten
Thematik, die sowohl mit individuellen Ängsten als auch mit einer gesellschaftlichen Bewertung zu tun hat.
„So kenne ich meine Frau / meinen Mann / meine Mutter / meinen Vater gar nicht. Früher war sie / er ganz anders.“ Häufig sind solche Aussagen von pflegenden Angehörigen zu hören, sie sind Ausdruck von Hilflosigkeit, Enttäuschung, Verlust und auch Unverständnis.(...)

Mein Blickwinkel, Menschen mit Demenz besser verstehen und begleiten zu können, geht dahin, belastende Lebensereignisse bis hin zu Traumatisierungen zu erforschen und somit Zusammenhänge
zu Demenzen als auch entsprechende Möglichkeiten der Begleitung zu erkennen und vorzustellen.

Psychotraumatologie
Ein Trauma ist eine extreme Stresssituation, in der alle Reaktionen auf
eine normale Stresssituation wie Flucht / Angriff nicht mehr funktionieren, ausgelöst z.B. durch Verluste, schwere Erkrankungen,
Krieg, Folter, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Einbruch, Umweltkatastrophen.
Um von einem Trauma zu sprechen ist das Kriterium das subjektive Erleben der betroffenen Person. Absolutes Ausgeliefertsein, also Kontrollverlust, Ohnmachtsgefühle, Hilflosigkeit sind Aspekte, die dazu gehören und langfristige Folgen haben. Die Ausschüttung einer Kaskade von Neurohormonen bewirkt, dass erst einmal Gefühle wie Trauer, Wut, Verzweiflung nicht gefühlt werden.
Also ein wunderbarer Schutz, um diese traumatische Situation auszuhalten. Die andere Seite ist jedoch, dass alle Erlebnisse und dazu gehörigen Gefühle in unserem Gesamtsystem gespeichert bleiben und jederzeit, also auch über Jahrzehnte hinweg, wieder aufbrechen können. Ein Trauma wird aktiviert über unsere Wahrnehmung (Sehen, Riechen, Schmecken, Hören, haptische Erfahrungen). Bei den Langzeitfolgen sprechen wir von einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS) mit Symptomen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, stark erhöhte Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit, Flashbacks, Alpträume und gelegentliche Orientierungsprobleme.
Bei mehrfach traumatisierten Menschen können sich weitere Symptome zeigen wie Depressionen, Essstörungen, somatoforme Störungen und / oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen.
Veränderungen im Gehirn durch eine traumatische Schocksituation können nachgewiesen werden.

Prägende Kriegserfahrungen
Sehr viele der alten Menschen haben in ihrem Leben traumatische Erfahrungen machen müssen, die überwiegend durch Kriegsereignisse und andere persönliche Erlebnisse verursacht wurden. Allein von den Geburtsjahrgängen 1930 bis 1945 leben heute über 5 Millionen Menschen in Deutschland und über 50 Prozent von ihnen sind traumatisiert. Die meisten der jetzt alten Menschen hatten nicht die Möglichkeit ihre Traumata aufzuarbeiten, es gab schlichtweg keine Traumatherapie.
Im Erwachsenenalter können durch Beruf, Familie und bestimmte Werte wie Ordnung und Disziplin Kontrollinstanzen aufrecht erhalten werden, um das Trauma relativ gut in Schach zu halten. Doch durch verschiedenste Verluste im Alter und insbesondere durch demenzielle Erkrankungen sind die Türen für das Wiederaufbrechen eines alten Traumas weit geöffnet.(...)
Wenn ein Mensch unter den Symptomen einer Demenz leidet und die Selbstkontrolle verliert, brechen alte Traumata häufig wieder auf und werden ausagiert. Das Aufbrechen alter Traumata betrachte ich als eine menschliche Tendenz letztendlich alles im Leben zu integrieren, auch unsere „Schattenseiten“ (wie C.G. Jung sie nannte) und ich sehe, dass Demenz auch einen heilenden, nämlich integrierenden Aspekt hat. (...)

Schlussbemerkungen:
Ich bin sicher, dass Menschen mit Demenz sehr wohl mitbekommen, was man mit ihnen spricht. Es ist wohl weniger das kognitive Verstehen, sondern mehr das Aufnehmen der Botschaft des Gesagten. Geht die Sprache mehr und mehr verloren, so bleibt sie der Übermittler dessen, was hinter den Worten steht. Es geht um Trösten, Beschützen, Halt und Sicherheit geben, und das immer wieder.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"


Frauenrechte und der Friedensprozess in Afghanistan
Traumasensible Arbeit von medica mondiale und medica afghanistan

Autorin:
Anja Kraus, Heilpraktikerin, Praxis für klassische Homöopathie

Der Friedensprozess und die Situation der Frauen in Afghanistan sind nicht voneinander zu trennen. In der Verfassung Afghanistans wurde 2004 die Gleichberechtigung von Frauen und Männern aufgenommen. Der Alltag der Frauen ist aber weiterhin von Gewalt und Rechtlosigkeit in Familie und Gesellschaft geprägt. Der Druck auf Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, wächst. Eine gemeinsame Tagung von medica mondiale und der ev. Akademie im Rheinland nahm die Situation von Frauen und Mädchen vor dem geplanten Abzug der internationalen Truppen 2014 in den Blick. (...)

Die politische Lage in Afghanistan
Thomas Rutting, Afghanistan Analysts Networc

Der Schutz der Frauen vor sexueller Gewalt und Menschenrechtsfragen seien Voraussetzung für die Schaffung eines nachhaltigen Friedens und auch Voraussetzung für internationale Sicherheit und den Weltfrieden.
Im Rückblick seien die Frauenrechte zwar ein Vorwand, jedoch nie ein ernsthafter Interventionsgrund gewesen. Der gesamte Einsatz lief unter dem Primat der militärischen Strategie, was internationale Hilfsorganisationen als völlig falsche Strategie für ein kriegsgeprägtes Land einschätzen. Es ging um Sieg und Niederlage als männlich geprägte Werte.
So sind Frauen vom afghanischen Friedensprozess ausgeschlossen, der Friedensrat hat nur männliche Mitglieder, Frauen können nicht mitarbeiten, weil sie dann von Taliban bedroht werden. Herr Rutting berichtete, in einer anderen Konferenz seien 30% Frauen beteiligt, hätten aber keinen Zugang zum Mikrofon bekommen.
Es gäbe eine Übermacht des Präsidentenapparats ohne Gewaltenteilung. Die Justiz sei nicht unabhängig. In der Praxis der Rechtssprechung zähle Scharia Recht, andere Gesetze gäbe es auch, aber die traut sich niemand anzuwenden. Im Bericht der Bundesregierung stehe nicht, dass Ämter wie Polizeichefposten nach wie vor verkauft werden, dafür aber: „wichtige Kontrollfunktion hat die Presse“. Dies sei viel zu optimistisch, denn unabhängige Medien bekämen kein Geld mehr. Warlords würden den Rest der Presse finanzieren und dies sei alles andere als unabhängig.,...,
Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft habe versagt und auf Politiker gesetzt, die an Macht glauben und korrupt sind. Die wichtige UNO Resolution 1325 wurde nicht beachtet, die besagt, nur wenn Frauen partizipieren, kann eine Gesellschaft befriedet werden.
In Afghanistan sind die, die Macht haben auch die, die bewaffnet sind. Das macht es ziemlich schwer, zu widersprechen.

Über die Lage der Frauen in Afghanistan
Zarghona Ahmandzai, Psychologin von Medica Afghanistan

In erster Linie sieht sie die Zwangsheirat als Problem und als eine Urquelle der Macht. Frauen sind Gewalt und Schikane ausgesetzt und leben in Panik, Furcht und Angst.
Durch mangelnde Kenntnis der Gesetze können sie ihre Rechte nicht wahrnehmen und wenn sie es wollen, stoßen sie auf fehlende Gerichtsbarkeiten. (...)
Medica Afghanistan ist eine NGO für afghanische Frauen und Mädchen, die durch Krieg und Gewalttaten geschädigt wurden.
Sie machen Programme für Ausbildung und Erziehung, psychosoziale Beratung in 13 Bezirken und arbeiten in Frauenschutzhäusern, Gefängnissen, Krankenhäusern und haben in Kabul einen Frauengarten aufgebaut.
Es wurde ein Ministerium eingerichtet für die Verhinderung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Frauen und Kinder zu informieren, wie sie sich schützen können und welche Hilfe sie in Anspruch nehmen können. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, wie sie Klagen erheben können und wie sie ihre Rechte erhalten können.
Medica Afghanistan hat 420 Klienten in Kabul, macht Programme gegen Analphabetismus, gab 4095 Frauen Rechtberatung, hat 440 Frauen psychologisch beraten, 35 Richter und mehr als 500 Polizisten ausgebildet. (...)

Über Frauenrechte nach dem Sturz der Taliban
Sajia Begham Amin, Juristin, Politologin und Genderexpertin aus Afghanistan

Sajia Begham eröffnete eine versteckte Schule für Mädchen in Kabul und lebt derzeit mit ihren beiden Töchtern in Erfurt.
Afghanische Frauen zählen zu den am meisten ungerecht behandelten und unterdrückten Frauen der Welt. Trotzdem haben sie viel Verantwortung übernommen.
2002 bis 2006, nach dem Sturz der Taliban konnten die Frauen das Haus verlassen, arbeiten, sowie Schulen besuchen, der Focus der internationalen Gemeinschaft lag auf den Rechten der Frauen. Es entstand ein Verbot der Gewaltanwendung, Genderpolitik in der Regierungspolitik, ein Frauenministerium, Beteiligung am Parlament. Gleichzeitig konnten Mädchen wieder Schulen und Hochschulen besuchen, haben aus dem Ausland Stipendien erhalten und sich um ihre Rechte bemüht. ,...,
Heute ist eine Schwächung der Frauenrechte festzustellen, obwohl sie im obersten Friedensrat sitzen, werden sie dort nicht wahrgenommen. Sajia Begham hat Angst vor der Rückkehr der Taliban im Truppenabzugsjahr 2014 und befürchtet, dass dann alle Rechte der Frauen zurückgenommen werden. (...)

„Der innere Frieden einer Gesellschaft wird durch Teilhabe von Frauen stabilisiert“
Dr. Ute Scheub, Journalistin und Frauenrechtsaktivistin, Mitbegründerin der Taz (...)

Die weltweit meist verbreitete Form der Gewalt ist häusliche Gewalt. Dadurch entsteht höchster Arbeitsausfall weltweit. Es besteht das gleiche Risiko für Frauen in reichen Ländern, misshandelt oder geschlagen zu werden, dort haben sie wegen der ökonomischen Freiheit aber eher die Chance auszubrechen.
Frauen, deren Vater die Mutter schlug, werden oft Selbstverletzerinnen, neigen zu Opferhaltung, suchen oft Gewalt in ihrer Beziehung, werden früh schwanger. Männer, die diese Gewalt erlebt haben, neigen eher dazu Täter zu werden. Sie neigen dazu, Gewalt anzuwenden, projizieren ihren Hass nach außen und versuchen zu unterwerfen, Alkohol– und drogensüchtig leben sie die Gewalterinnerung aus.
Wer arm und unterprivilegiert ist, kann destruktives Potential nur in der Familie ausleben, Reiche hingegen auch in Politik und Militär, der Mann glaubt zu Privilegien der Männer berechtigt zu sein. Stabilisiert wird dies durch Religion. Soziale Gewaltakte von Männern werden oft heroisiert und dadurch gesellschaftsfähig gemacht. Das Paradox der Männermacht: die gleiche Macht, die zu Gewalt führt, führt zu Körperpanzer und zu Distanz zu anderen, aus Furcht nicht männlich genug zu sein entstehen Angst, Isolation und Ärger. Gewalt ist der Kompensationsmechanismus.
In streng patriarchalen Gesellschaften sei der Status der Männer höher und sie können später selbst über die Mutter bestimmen. Patriarchale Gesellschaften neigen eher dazu Gewalt im Inneren anzuwenden. In geschlechteregalitären Gesellschaften existiert weniger Hunger. Die Geschlechtergleichheit ist der Schlüsselfaktor für den Hungerindex weltweit. Am schlimmsten ist die Situation im Kongo. Bäuerinnen, die Lebensmittel produzieren, dürfen nicht einmal Land erben. Die neoliberale Form der Globalisierung hat die Frauen ärmer gemacht. Unbezahlte häusliche Arbeit wird den Frauen aufgebürdet und bringt sie aus dem öffentlichen Raum heraus.
Staaten verfolgen eher eine friedliche Außenpolitik, wenn viele Frauen im Parlament sind, wenn die Geburtenrate niedrig ist und Frauen bezahlt arbeiten und Frauen Wahlrecht haben.
Das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen gefährdet den Weltfrieden. (...)

Psychosoziale Arbeit in Kriegs- und Konfliktgebieten
Die Traumatherapeutin Maria Zemp berichtet in einer Arbeitsgruppe über traumasensible Arbeit. In instabilen Situationen ist die erste Aufgabe, Sicherheit zu schaffen, ärztliche Versorgung zu gewährleisten, etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf und die Gewissheit zu schaffen, nicht wieder fliehen zu müssen. ,...,
Der ressourcenorientierte psychosoziale Ansatz geht nicht aus von klinischer Diagnostik, sondern geht aus von dem Problem, mit dem die Patientin in die Beratung kommt. Traumatische Erfahrungen werden nicht angegangen. Es wird geschaut, was die Frauen an Unterstützung brauchen, damit sie im Alltag zurechtkommen. Traumasensibel bedeutet in dieser Hinsicht, dass sie „flashbackstop“ lernen und in der Stabilisierungsphase unterstützt werden. „Safety first“.
Wichtig ist nicht nur, was gesprochen, wird, sondern das Gesamtsetting, viel körperliche Linderung und viele Körperübungen. (...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"

Biodanza und Somatic Experiencing
Die Heilkraft des Tanzes in der Traumabearbeitung

Autorin:
Christa Katharina Holzinger
Diplom Pädagogin; Fachberaterin für Psychotraumatologie,
Somatic Experiencing Practionar, Biodanza Ausbildung in Mexico und Deutschland

Traumatische Ereignisse führen beim Menschen oft zu einer nachhaltigen Erschütterung seines Welt- und Selbstverständnisses. Diese Erschütterung kann mehr oder weniger umfassend sein. Es kann zu einer Haltung von generalisierter Hilflosigkeit kommen, bis hin zu einer Stimmung der allgemeinen Hoffnungslosigkeit und Depression. („Es hat keinen Zweck, ich schaffe es sowieso nicht.“)
Damit Heilung in Gang kommen kann ist es zentral, Zugang zur eigenen Vitalität und Lebensfreude zu finden sowie Selbstvertrauen und Mut fassen zu können, das eigene Leben wirksam gestalten zu können.
Gerade hier kann der Tanz mit seiner Heil- und Ausdruckskraft eine wichtige Ressource darstellen, die hilft, wieder in Verbindung mit sich, mit anderen Menschen und dem Leben selbst zu kommen.,...,

Somatic Experiencing gilt inzwischen als eine der wichtigsten und weltweit verbreitetsten Methode zur Behandlung von traumatischen Störungen.
Peter Levine, der Begründer von SE hat als erster die Zusammenhänge zwischen Traumaheilung und Stammhirnaktivitäten nachgewiesen und die während eines bedrohlichen Ereignisses ablaufenden Reaktionen in Körper und Nervensystem in den Mittelpunkt gerückt.
Seine Forschungen belegen, dass ein Trauma in erster Linie physiologischer Natur ist, d.h. ursprünglich unseren Körper und unsere Instinkte betrifft und vorrangig im Gehirnstamm gespeichert ist und nicht in den rationalen und emotionalen Teilen unseres Gehirns. „Und erst im Anschluss daran breiten sich seine Auswirkungen auch auf unser Denken, unsere Emotionen und unsere Seele aus.“

Die Physiologie des Traumas
Sein Modell beruht auf Verhaltungsbeobachtungen von Tieren, die in Freiheit oft lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt sind, in der Regel aber nicht traumatisiert werden. Sie verfügen über biologische Reaktionen, die es erlauben, die im Überlebenskampf mobilisierte Energie wieder abzubauen.,...,
Levine geht davon aus, dass diese Restenergie, die in der Muskulatur und in anderen Geweben gehalten wird, wesentliche Ursache der Traumasymptome ist.
Dies wird auch durch die Aussage vieler Klienten bestätigt, die berichten, dass ihnen durch eine Gesprächstherapie zwar viel bewusst geworden ist, aber ihre Symptome sich kaum oder gar nicht verändert haben.
Bei der Bearbeitung von traumatischen Ereignissen ist es deshalb wichtig, die körperlichen Reaktionen zu verstehen und dementsprechend zu berücksichtigen. Gelingt es, die biologischen Prozesse zu vervollständigen, ermöglicht dies den Betroffenen wieder Zugang zu finden zu ihren angeborenen lebenswichtigen Reaktionsmöglichkeiten und Gefühle von Lähmung und Erstarrung können aufgelöst und Lebendigkeit und Lebensfreude wieder stärker erlebt werden.

Der Körper ist immer dabei
Die dargestellten Ausführungen belegen die Notwendigkeit, für eine erfolgreiche Traumatherapie den Körper als Ort der Traumatisierung mit einzubeziehen.
Wie bereits beschrieben, betrifft ein Trauma den Gehirnstamm. Es kann weder über Emotion noch über Kognition ausreichend bearbeitet werden. Hier ist das ganzheitliche innere Empfindungsbewusstsein zentral, welches ein achtsames Wahrnehmen und Erleben des Körpers bedeutet.
„Durch den Kontakt zu unseren Körperempfindungen können wir uns aus der Fixierung, die ein Trauma bedeutet, herausbewegen und wieder in eine fließende Bewegung von uns selbst gelangen. Diese Transformation befreit uns letztlich von den Fesseln eines Traumas.“

Es geht also um einen behutsamen Prozess, den Körper zu „beleben“, indem man die Empfindungen achtsam beobachtet und ihnen nachspürt. Es ist ein Prozess der Achtsamkeit gegenüber der Art und Weise, wie wir uns selbst erleben.
Darüber hinaus ist es wesentlich, dass für die jeweilige Person leicht verfügbare Ressourcen aufgebaut bzw. vertieft werden, wie z.B. Erleben der Natur, Umgang mit Haustieren, sportliche Aktivitäten oder kreative Beschäftigungen. Dies dient der Stabilisierung und aktiviert das Selbstheilungspotential des Körpers.
Auf dieser Grundlage wird ersichtlich, warum in der Traumatherapie folgende Ziele maßgeblich sind: Entwicklung bzw. Vertiefung eines ganzheitlichen inneren Empfindungsbewusstseins (felt-sense), Stärkung von Vitalität, Lebensfreude und Selbstvertrauen.

(...)
Biodanza ist eine ganzheitliche Methode zur Entwicklung der menschlichen Potentiale und der Stärkung der Identität durch den gezielten Einsatz von Musik, Tanz und Begegnungen in der Gruppe.
Biodanza ist ein komplexes System von Übungen, das heute weltweit im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, der gesundheitlichen Prävention und in der pädagogisch/therapeutischen Arbeit angewandt wird.
Biodanza ist nicht spezifisch für die Traumatherapie entwickelt worden. Das System enthält aber wichtige Elemente, die sehr wirksam in der Arbeit mit traumatisierten Menschen eingesetzt werden können.

Lust und Freude als Heilungsimpulse
Eine der spezifischen Stärken von Biodanza liegt darin, intensive Empfindungen des Lebendig-Seins hervorzurufen, was Gefühle von Lust, Freude und Kraft weckt.
Über die Bewegung wird z.B. das eigene Innere ausgedrückt. Damit ist es möglich, wieder mehr in Kontakt zu kommen mit den bewussten und unbewussten Anteilen der Persönlichkeit. Körper und Seele können zu einem lebendigen Ganzen integriert werden. (...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"

Im kosmischen Wartehäuschen
Die Erde & wir – ein Liebesverhältnis? Oder ein Alptraum? Oder ...?

Autorin:
Bixi Ortrud Erhardt
Heilpraktikerin (HPP)
Certified Shamanic Practioner ®
www.schildkroetenfeuer.de

Der größte Erinnerungsraum, den wir kennen, ist das Universum: der Raum, der vor ca. 15 Milliarden Jahren mit dem Urknall entstand und in dem wir uns auch heute noch bewegen. Alles, was sich heute durch diesen Raum bewegt, entstand in diesem einen Moment und trägt die Erinnerung daran. Das Universum ist seitdem durch viele Wandlungsphasen gegangen. Unser Sonnensystem formte sich, dann die Erde und schließlich tauchte die Form Mensch auf, um mit und auf der Erde zu leben.
Lange lebten wir im Einklang mit der Erde. Dann entwickelten wir uns zum ‚modernen Menschen’. Seitdem befindet sich unsere Beziehung zur Erde in einer tiefen Krise. Wir sind die einzige Spezies auf der Erde, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstört. Warum tun wir das? Können wir uns selbst nicht leiden? Können wir die Erde nicht leiden? Können wir unser MenschSein auf der Erde nicht leiden? Ist unser Zusammenleben mit der Erde eine Zwangsgemeinschaft oder eine Herzensangelegenheit?
Ich glaube, dass großes Heilungspotential in der Beantwortung dieser Fragen liegt. Heilung nicht für die Erde, sondern für uns Menschen, als Individuum und als Spezies. Und für unser Leben mit der Erde. Ich hoffe, mit meinem Artikel einen Teil zu dieser Heilung beitragen zu können.

Blickwinkel I
Mit „wir“ meine ich in diesem Artikel sowohl jedes einzelne menschliche Individuum als auch die Menschheit als Ganzes. Dies ist natürlich eine grobe Verallgemeinerung. Nicht jede Person wird dort hinein passen und auch nicht jede menschliche Kultur und Zivilisation. Ich schreibe aus dem westlichen Blickwinkel, und da dieser mittlerweile sehr prägend für die gesamte Menschheit geworden ist, habe ich mich an dieser Stelle für diese Verallgemeinerung entschieden.

Urknall und Schöpfungskraft
Der Urknall ist der Moment in dem alles begann. Die Schöpfungskraft wurde freigesetzt. Dieser Moment der Schöpfung dauert bis heute an, er findet jetzt und jederzeit statt.
[…]

Der Schöpfungsmythos
Trotz aller Wissenschaft wissen wir nicht, wer oder was den Schöpfungsprozess in Gang gebracht hat. Manche nennen es Göttin oder Gott, Buddha, Allah oder Jehova. In den Traditionen der nordamerikanischen Ureinwohner wird es als „Great Spirit“ oder auch als „Großes Geheimnis“ bezeichnet. Mythen sind Annäherungsversuche an das Große Geheimnis und Erklärungsmuster für die Stellung des Menschen im Universum. Wir alle sind mit bestimmten Mythen und kulturellen Grundmustern aufgewachsen, die bis heute unsere Wahrnehmung von der Welt und von uns selbst in der Welt bestimmen.
[…]
Ist unsere Zeit auf der Erde also nur ein Übergang? Unser MenschSein nur eine 'schwierige Phase'? Ist unser Erdenleben nur eine Zwischenstation? Auf dem Weg von ... nach ...? Ist die Erde also so eine Art 'kosmisches Wartehäuschen'?
Das würde zumindest unseren Umgang mit ihr erklären.

Im kosmischen Wartehäuschen
Da wir uns selbst eher als „Krone“ und somit Ende der Schöpfung wahrnehmen, haben wir nicht nur kein Verständnis für unsere eigenen Wandlungsprozesse, sondern auch keines für die der Erde. Dank moderner Wissenschaft wissen wir zwar irgendwie, dass sie sich weiterhin wandelt, finden aber, dass sie damit aufhören sollte, anstatt mit ihren Rhythmen und Bewegungen unseren Alltag durcheinander zu bringen.
[…]

MenschWerdung
Da wir alle Teil und Ausdruck der Schöpfung sind, sind wir niemals 'fertig': die Erde nicht, die Menschheit nicht und auch nicht alle anderen Daseinsformen und Kreaturen. Es gibt keine Krone, keinen Unfall und kein Ende der Geschichte.
[…]

Blickwinkel II
Wenn wir über das Verhältnis von Menschen und Erde sprechen, tun wir dies immer aus der menschlichen Perspektive. Ein Kohlenstoffatom wird die Dinge anders sehen, ebenso wie die Erde selbst. Deshalb erscheint es mir wichtig, immer wieder über unseren Blickwinkel zu reflektieren und zu schauen, ob wir dabei nicht irgendwelchen Projektionen aufsitzen. Ich möchte hier drei solcher Projektionen vorstellen und hinterfragen, ob sie für unser Verhältnis zur Erde eher hilfreich oder eher hinderlich sind.
[…]

Co-Kreative Partnerschaft
Zweifelsohne stellen uns das Universum und die Erde unseren Lebensraum zur Verfügung und selbstverständlich sollten wir achtsam damit umgehen und diesen Raum für nachfolgende Generationen erhalten. Aber wie?
[…]
Als lebenslanger Lernprozess fordert dies einiges von uns: Demut, Aufgabe des Egos, Liebe zu uns selbst und anderen, Hingabe, Fehler machen, Gelassenheit, Geduld und jede Menge Humor! Und immer wieder: fragen, fragen, fragen! Um eine Antwort zu sein, müssen wir Fragen stellen und auf das lauschen, was uns von allen Ebenen und aus allen Ecken des Universums zugeraunt wird.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"

Transgeschlechtlichkeit
Hinweise für Heilpraktiker_innen und andere medizinische / therapeutische Berufsgruppen

Autor_innen
TransInterQueer e.V. (TrIQ)
www.transinterqueer.org/docs/info_med_berufe.pdf

In den letzten Jahren haben die Thematisierung von Transgeschlechtlichkeit und die Sichtbarkeit transgeschlechtlicher Menschen deutlich zugenommen. Transgeschlechtliche Menschen gehen zunehmend offen damit um, dass ihre geschlechtliche Identität nicht mit dem äußeren körperlichen Schein übereinstimmt, und formulieren daher ihre speziellen Bedürfnisse immer klarer.
Dennoch gibt es viele Situationen, in denen transgeschlechtliche Menschen aufgrund der Differenz zwischen ihrer geschlechtlichen Identität und ihrer körperlichen Erscheinung diskriminierende und verletzende Erfahrungen machen – manchmal ohne dass ihr Gegenüber dies möchte oder überhaupt bemerkt. Dieser Artikel soll einen Leitfaden an die Hand geben, der in solchen Situationen hilft, in denen Heilpraktiker_innen oder Vertreter_innen anderer medizinischer / therapeutischer Berufsgruppen wie z.B. Ärzt_innen, Psycholog_innen, Therapeut_innen zwangsläufig mit der besonderen Verletzlichkeit transgeschlechtlicher Personen konfrontiert werden.
Wie also ist am besten zu reagieren, wenn ein Mensch in die Sprechstunde kommt, bei dem Unsicherheit entsteht, ob die Anrede »Frau« oder »Herr« passend ist, oder wenn der_die Patient_in eröffnet, transgeschlechtlich bzw. transgender zu sein?

Allgemeine Hinweise
Anrede
Auf den verwendeten Vornamen achten und gegebenenfalls die Anrede und das verwendete Pronomen anpassen!
Falls es keine Differenz zwischen dem genannten Vornamen und dem (möglicherweise gegengeschlechtlichen) Vornamen auf z.B. einem Fragebogen zu persönlichen Daten oder der Krankenkassenkarte gibt, die Transgeschlechtlichkeit aber bekannt oder auch nur vermutet ist, ist wichtig zu fragen, ob der Mensch gegenüber mit Herr oder Frau oder anders (z.B. mit dem Vor- und Nachnamen) angesprochen werden möchte.
Falls die Transgeschlechtlichkeit erst im Laufe des Gesprächs oder zu einem späteren Zeitpunkt zur Sprache kommt, dann nach der gewünschten Anrede fragen! Sonst wird das in diesem Moment in den_die Behandler_in gesetzte Vertrauen verletzt.

Gesund oder krank?
[…]

Welche Hilfe kann gegeben werden?
[…]

Wer ist der Fachmann / die Fachfrau / der Fachmensch?
[…]

Information zum Procedere der Geschlechtsangleichung
[…]

Medizinische / psychotherapeutische Maßnahmen
[…]

Juristische Maßnahmen
[…]

Hinweise für Untersuchungen und Behandlungen
Diese Hinweise betreffen nicht nur die Geschlechtsorgane im engeren Sinn, sondern körperliche Berührung in jeder Form, sei es als Untersuchung oder Behandlung.
Primäre und sekundäre Geschlechtsorgane, die eventuell untersucht werden müssen, lassen sich für viele transgeschlechtliche Menschen nicht oder nur eingeschränkt in Übereinstimmung mit ihrer geschlechtlichen Identität bringen. In vielen Fällen ist die aktuelle Begegnung nicht das erste Erlebnis mit körperlichen Untersuchungen, sondern schließt an eine Reihe von Erfahrungen an, die oftmals als sehr unangenehm, demütigend oder sogar als traumatisierend empfunden wurden (z.B. gynäkologische Untersuchungen bei männlichen Transmenschen [sog. Frau-zu-Mann], urologische Untersuchungen bei weiblichen Transmenschen [sog. Mann-zu-Frau] usw.).

Daher bitte folgende Hinweise beachten:

  • Beschreiben Sie dem zu untersuchenden Menschen Schritt für Schritt, was geplant ist (Berührungen, Einführen von Instrumenten, etc.) und fragen Sie nach dessen Einwilligung vor (!) dem Beginn.
  • Fragen Sie den zu untersuchenden Menschen nach persönlichen Sensibilitäten und vermitteln dann deutlich, dass das Gesagte angekommen ist.
  • Achten Sie verstärkt auf Signale der Patient_innen – Untersuchungsmethoden, die bei nicht transgeschlechtlichen Patient_innen in der Regel kaum Unbehagen verursachen, können für diese Patient_innengruppe traumatisierend sein.
  • Unterscheiden Sie zwischen persönlichen und/oder professionellem Interesse bzw. Neugierde und dem eigentlichen Grund der Untersuchung. Bitte daran denken, als Behandler_in nicht die erste Person zu sein, die Fragen nach körperlichen Veränderungen, Sexualität etc. stellt, und dass diese Fragen von Vielen als Übergriff erlebt werden.

Hinweis zur Intergeschlechtlichkeit
Medizinisch und rechtlich sowie im Erleben sind Trans- und Intergeschlechtlichkeit von einander zu differenzieren.
[…]

Transgeschlechtlichkeit
Transgeschlechtlichkeit ist ein weit gefasster Oberbegriff für alle Menschen, die nicht oder nicht nur in dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht leben können oder wollen.
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"

Körpererinnerungen
Der Körper erinnert sich – an Schönes und Erschreckendes
Über den respektvollen Umgang mit Körpersignalen

Autorin:
Regine Land
Dipl. Sozialarbeiterin,
Praxis für Psychotherapie

Der Körper erinnert sich an Schönes und Erschreckendes, an erlernte Bewegungs- und Verhaltensmuster, an Situationen und Zusammenhänge. Er drückt das Erinnerte über Haltungen, über Mimik und Gestik aus. Jede Emotion wirkt auf die Körperhaltung, jede Haltungsänderung beeinflusst die Stimmung und die Kommunikation.

Praxisbegegnung: Melanie W. kommt erstmals in die Praxis von Beate S. Sie hat viele Erfahrungen mit Ärzt/innen und medizinischen Behandlungen. Bei einer Heilpraktikerin war sie noch nie, weiß nicht, was sie hier erwartet.
Mit dem Betreten des Behandlungsraumes laufen parallel verschiedene Reaktionen ab. M. ist gewohnt, ihre Unsicherheit hinter großer Freundlichkeit und Kooperationsbereitschaft zu verbergen. Von klein auf hat sie gelernt, dass es damit weniger Schwierigkeiten und Konflikte gibt. Außerdem verachtet sie sich selbst für ihre Ängstlichkeit. Schließlich ist sie ja freiwillig hier. Sie nimmt sich zusammen! Bei dieser ersten Begegnung lächelt sie oft, nickt zustimmend, stellt die Fragen, die sie sich vorher überlegt hat. Um diese Haltung aufrecht zu erhalten, spannt sie ihre Rückenmuskulatur an, neigt den Kopf und kontrolliert ihren Gesichtsausdruck. Die Atmung ist relativ flach, das Zwerchfell angespannt, um die unangenehmen Emotionen unten zu halten.

Neben der freundlich-ratsuchenden Seite laufen gleichzeitig über den Körper noch vielen andere Reaktionen auf die Situation ab. Innerhalb von Sekunden werden über Augen, Ohren, Geruchssinn viele Informationen und Reize aufgenommen, die in der Regel nicht bewusst wahrgenommen werden. Die Umgebung wird auf Bekanntes und Neues gescannt und mit ähnlichen Situationen und Erfahrungen verknüpft. Da es etliche schwierige und auch peinliche Arzt/Ärztin-Patientin-Momente in M.s Leben gab, verstärkt sich das Angstgefühl.
Der Körper erinnert sich. Der Druck im Bauch wird stärker. Allerdings wird dies als eine der Situation angemessene, früh erlernte Schutzreaktion nicht bewusst wahrgenommen und deswegen auch nicht kommuniziert.
Aber nicht nur die Patientin ist diesen wechselseitigen Reaktionen auf Umweltreize, Körpersignale, Emotionen und Gedanken ausgesetzt.
Selbstverständlich laufen auch in Beate S. eine Vielzahl Reaktionen ab. Auch sie erlebt jedes Mal bei einem Erstkontakt eine leichte Anspannung. Sie kennt ihren Leistungsdruck, sich gerade bei neuen Patientinnen besonders einfühlsam und kompetent zeigen zu wollen. Sie liebt ihre Arbeit, hat hohe Erwartungen an sich, darf keine Fehler machen, keine Informationen übersehen. An diesem Tag hat sie leichte Kopfschmerzen und weiß, dass sie sich dann ganz besonders konzentrieren muss. Mit dem Gedanken, dass gerade das Erstgespräch so bedeutsam für den gesamten Behandlungsverlauf ist, nimmt ihre Spannung zu. Sie spannt die Kiefer- und Halsmuskulatur an, eine steile Falte zwischen den Augenbrauen entsteht.
B. hat gelernt, solche Körpersignale wahrzunehmen und versucht nun bewusst über die Atmung, die Spannung zu lösen, wieder ein wenig loszulassen. Das gelingt aber bei gleichzeitigem Anspruch auf höchste Konzentration kaum. Ihr Körper erinnert sich an viele Gespräche – auch private – in denen sie in diesem Zustand von hoher Anspannung und wohlwollender Aufmerksamkeit für ihr Gegenüber war. Eine vertraute Körper- und Geisteshaltung stellt sich ein.

Beide Frauen begegnen sich mit einer Mischung aus unterschiedlichen Körperwahrnehmungen und -erinnerungen, die den Kontakt mitgestalten, ohne dass bisher ein Wort gesprochen wurde. Im weiteren Verlauf kommen die Reaktionen auf das Äußere des Gegenübers, den Klang der Stimme, die Art des Händedrucks, den Blickkontakt, die jeweilige Sitz- und Körperhaltung und den Geruch hinzu. (Anmerkung: Neueste Forschungen haben ergeben, dass gerade der Geruchssinn besonders bestimmend für die menschlichen Kontakte ist, wobei allerdings nur ein sehr geringer Teil dieser Information den Cortex erreicht.) Ein Großteil der Kommunikation hat also bereits nonverbal stattgefunden.

Erfahrungen formen die Persönlichkeit
Jede neue Erfahrung knüpft an Vertrautes an. Wie in unserem Praxisbeispiel: Beim Betreten eines Behandlungsraums werden die Erfahrungen, die in ähnlichen Räumen gemacht wurden, aktiviert und körperlich mit einer entsprechenden Haltung beantwortet.
[…]

Körpersignale in der Praxisarbeit
Welche Bedeutung hat dieses Wissen um Körpersignale nun für die Praxisarbeit der Heilpraktikerin? Nützt es ihr, sich diese Wahrnehmung bewusst zu machen oder lenken sie nicht sogar von den Inhalten der geschilderten Krankheitsverläufe ab?
[…]

Wie kann die HP diesen Prozess bei sich und der Klientin unterstützen?
[…]

Die innere Beobachterin
[…]

Bewegung ist Veränderung
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"

Ein schmaler Grat zwischen Erfüllung und Burnout
Die Wichtigkeit eigener Grenzen und Selbstfürsorge
in der Begleitung lebensbedrohlich erkrankter Frauen

Autorin:
Ellen Spangenberg
Ärztliche Praxis für Psychotherapie
www.ellen-spangenberg.de

Mit diesem Artikel möchte ich darlegen, was es für uns professionelle Helferinnen bedeutet, Frauen zu begleiten, die an frauenspezifischen Krebsarten erkrankt sind, welche Gefahren dies für uns beinhaltet und welche tiefen Prozesse möglich sind. Wohl wissend, dass die Grenze zwischen Helferin und Betroffener fließend sein kann, weil wir selbst erkranken oder in unserem Umfeld schwer kranke Menschen haben können, deren Schmerz und deren Verlust uns betreffen.
Zudem bewegen wir uns mit diesem Thema in einem extremen Spannungsfeld, da Brust- oder Gebärmutterkrebs innerhalb einer patriarchalen Gesellschaft immer auch einen gesellschaftlichen Bezug hat. (So wurde z.B. erst 1997 sexualisierte Gewalt in der Ehe zu einem Straftatbestand erklärt.) Über das Schicksal der einzelnen erkrankten Frau hinaus geht es hier auch um Beschädigung von Weiblichkeit im Allgemeinen, um Schönheitsnormen, um Einschränkungen und Behinderungen (auch im Sinne von behindert werden), um Diskriminierungen und Ausgrenzungen. Im Positiven geht es um Wertschätzung und Achtung für Frauen und ihre Körperlichkeit(en), um Wiederaneignung, um Ressourcen und Potenziale und nicht zuletzt um Überlebenskunst.

Ich bin in meiner (beruflichen) Biografie auf verschiedene Weise mit dem Thema konfrontiert worden. Als Ärztin in einem schulmedizinischen System habe ich so manchen Sterbeprozess miterlebt. Doch auch in diesem von Hektik und Verdrängung geprägten System war und ist es möglich, Momente der Würde zu gestalten, in denen tiefe Begegnung möglich wird. Ich bin dankbar für all diese Momente, da sie mir einen tieferen Zugang zu ungeschminkten, existenziellen Erfahrungen und letztlich zu mir selbst geschenkt haben.
Als Psychotherapeutin bin ich vor allem befasst mit der seelischen Verarbeitung der Krankheits- und Bewältigungserfahrung meiner Klientinnen: mit der Angst zu sterben aufgrund einer bedrohlichen Erkrankung und der Angst zu leben mit einer bedrohlichen Krankheit und auch damit, die Krankheit zu verleugnen, um das Hier und Jetzt angehen zu können.

Psychoneuroimmunologie und Stress-Reaktion
Die recht junge Forschungsrichtung der Psychoneuroimmunologie zeigt die Zusammenhänge auf zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem. Stark verkürzt bedeutet dies: Anhaltender Disstress (ungesunder oder "negativer" Stress) schwächt das Immunsystem über neuronale Signale wie Botenstoffe, Hormone, Synapsenverschaltungen und Bahnungen im Gehirn. Dann kommt es häufiger zu Infekten z.B. Erkältungen. Auch das Tumorwachstum kann indirekt begünstigt werden, weil weniger Abwehrzellen die gefährlichen Tumorzellen erkennen und vernichten können.

Hierbei ist Angst in Verbindung mit Ohnmacht und Hilflosigkeit das am stärksten wirksame Erleben für eine Stress-Reaktion – und zwar sowohl bei der erkrankten Frau als auch bei der Begleiterin, d.h. Angst stört und behindert am stärksten das Gesundbleiben einerseits und den Selbstheilungsprozess andererseits.
Wenn das Ausmaß der Stresserfahrung in "toxische" Bereiche ansteigt und mit erheblichem Erleben von Ohmacht und Auslieferung einhergeht, kann dies gar zu einer psychischen Traumatisierung führen. Insbesondere die Art der Befund- und Diagnosemitteilung, aber auch die Erkrankung selbst und die Behandlung können somit eine Traumafolgestörung nach sich ziehen. Wenn auch die Begleiterin posttraumatische Symptome entwickelt, kann es sich hierbei um eine so genannte sekundäre oder stellvertretende Traumatisierung handeln.
[…]

Die beiden R’s: Ressourcen und Resilienz
Ähnlich wie die betroffenen Frauen selbst sind auch Begleiterinnen in der Gefahr, durch die Wucht der Erkrankung an ihre Grenzen zu kommen. Wie stark sich Belastungen tatsächlich auf uns auswirken, hängt von unserer Vulnerabilität und unserer Resilienz ab.
Vulnerabilität meint die seelische Verwundbarkeit eines Menschen durch Lebens-Ereignisse und Lebens-Belastungen, die auch abhängt von Art und Ausmaß der bisherigen Lebensbelastungen und wie gut diese bewältigt werden konnten.
Resilienz bezeichnet komplementär dazu die seelische Widerstandskraft (resilio: lat. „ich springe zurück“). Resilienz ist neben einer gewissen genetischen Komponente vor allem geprägt durch Vorerfahrungen, v.a. in der Kindheit: wie viel Sicherheit (Wohnen, finanziell, körperlich und seelisch), wie viele gute Bindungserfahrungen, wie viele Belastungen, wie viel Unterstützung in der Bewältigung dieser Belastungen, wie viel Kraft, Gelassenheit und Liebe durch die Bezugspersonen und nicht zuletzt wie viel Sinn ein Mensch finden kann im eigenen Leben, Handeln und Sein.
[…]
Bei diesem Ressourcen-Ansatz ist wichtig, dass es nicht um eine oberflächliche "think-pink"-Variante geht, die das Leid außer Acht lässt und daher zynisch wirken kann. Vielmehr geht es darum, unter Einbeziehung der bedrohlichen Situation das Stress-System herunter zu fahren und Ängste zu reduzieren, Hoffnung und Zuversicht zu stärken, sozialen Rückhalt zu sichern und zu nutzen – und auch hier wieder gleichermaßen für unsere Klientinnen wie für uns selbst.

Die Phasen der Bewältigung
[...]
Aufschrecken
[...]
Nicht wahrhaben wollen
[...]
Zorn und Hadern
[...]
Verhandeln
[...]
Depression / Rückzug
[...]
Annehmen
[...]

Hilfreiche Haltung und Interventionen
[...]
Belastung und Gefährdung der Begleiterinnen
[...]
Im Gleichgewicht bleiben
[...]

Die spirituelle Dimension
Zum Abschluss möchte ich auf spirituelle Aspekte eingehen, die (vorübergehend) durch die Erkrankung außer Kraft gesetzt und gleichzeitig für die Heilung und Bewältigung sehr bedeutsam sein können.
Bereits 1995 wurde durch die WHO das biopsychosoziale Krankheitsmodell ergänzt um eine spirituelle Dimension, indem Lebensqualität auf vier Ebenen definiert wurde: physisch, psychisch, sozial und spirituell. Leider kommt die spirituelle Ebene in vielen medizinischen, aber auch psychotherapeutischen Ansätzen viel zu kurz oder reduziert sich allenfalls auf die großen Religionen. Doch alle Erkrankungen, insbesondere im Angesicht einer Lebensbedrohung betreffen uns ganzheitlich und brauchen daher auch ganzheitliche Antworten. So ist es wichtig, einen Raum für spirituelle und für Sinn-Fragen zu öffnen, ohne diesen jedoch aufzunötigen.
[...]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"

Lympha – die Quellgöttin
Inspirationen zur Lympha und ihren Pflanzenhelferinnen

Autorin:
Gertrude Ernst-Wernecke
Heilpraktikerin (HP)

Lympha ist die Quellgöttin. die unsere Brunnenstube hütet. Sie durch-dringt, durchflutet die Organe, möchte fließen, entgiften. Kräuter helfen uns bei Lymphstau und stärken das Immunsystem.
Wenn ich mich der Lymphe nähern möchte, gibt es deutlich zwei Wege zu erkennen: Ich betrete Pfade auf denen viel Bekanntes erscheint (Lymphfluss, Lymphknoten, Stau, Ödem, Immunsystem...) oder / und ich treffe auf verwunschene Wege, die langsam weiter mä-and-ern-wandern. So entsteht ein Hin- und Herpendeln vom Sichtbaren ins Unsichtbare, ein langsames Herantasten an ein Geschehen im Körper, das immer neue Wunder zeigt.
Indem ich mich dem Wesen Lympha öffne, beginnt es in mir zu fließen und zu gestalten. Ich möchte Euch hinführen zu Begegnungen mit ihr. Dies ist die Einladung zu Beginn, dann versuche ich sie körperlich erkennbar werden zu lassen und als ihre Hüterinnen und Helferinnen im Pflanzenreich vorstellen.
Das ist ein Hör-Text. Lese ihn laut oder lasse vorlesen.

Eine Einladung: Quellgöttinnen
Wer sind sie?

Die Odilia – Vercana – Meduna – Siruna –
die Nymphen – Brunn-Holden –
die klare Feuchte

Wo seid ihr, Hüterinnen der Quellen?
Hören wir Euch in Eurem Klang?

Das Rauschen, Prasseln, Strömen, Rinnen, Tröpfeln, Klopfen,
Fallen, Plätschern, Flüstern, Schweigen, Wirbeln, Tanzen, Wallen, Fließen,
Reißen, Donnern, Glucksen, Nieseln, Perlen, Murmeln,
Nehmen wir Euch wahr als gestaltende Wesen, schöpferisch tätig?

Rufen wir Euch, Quellgöttinen?
[...]

Kann ich Lympha in mir fühlen?
Was geschieht in meinen Zellen, wenn diese ewig junge, bewegte, fließende, freie Göttin, weiblich-flüssig, jede Zelle umrundet, mit Tau benässt, jede Faser durchdringt, jede Bewegung begleitet, sickert, feuchtet, flutet es, bis ganz in die Tiefe? So tief, dass über die Lichtkräfte, die die Haut berühren, auch alle Wasser belichtet werden. Nun folge dem Strömen, das Dich zum Herzen trägt. – Lasse Dich gleiten durch Tore, jedes Tor ein Ort für eine Initiation. „Weißt Du wer Du bist? Bist Du da? Nur Du? Nackt – nimm Dich wahr. Regeneriere. Erhole Dich. Erkenne Dich.“
Jedes Tor die gleiche Frage, die gleiche Gründlichkeit, die gleiche Liebe zu mir, zu dem, was ich mitbringe – eine mütterliche Weisheit scheint über den Toren zu schweben, sie zu beschützen, eine Mondinnen-Weisheit, eine Weisheit ohne wenn und aber, voll von Liebe, ganz dem Leben zugeneigt. Sie ruft, ohne zu rufen und sie spricht ohne Sprache, mundlos, aber in endlos, kreisender Bewegung voll Achtsamkeit und Klarheit. Nur göttliche Wesen zeigen diese Präsenz. Und diese Qualität hat ihren Sitz in jeder Zelle, in jedem Raum – vielleicht sind es Gebete, magische Formeln, wirksame Rituale, jauchzende Berührungen. Ein fließendes Kreisen, gleich einem Heiltanzen, nährend, beschützend, stützend, Leben spendend, ein Kommen und Gehen… So im Herzen angekommen, kreist Lympha unendlich weiter.

Die Bedeutung von Lympha
[...]
Eine Geschichte zur Physiologie
Lympha und das Immunsystem


Die Helferinnen aus dem Pflanzenreich
[...]

Lymphernährende Pflanzen
[...]
Fetthaltige Pflanzen
[...]
Lymphumstimmende Pflanzen
[...]
Lympherweckende Pflanzen
[...]
Lymphstrukturierende Pflanzen
[...]
Den Lymphfluss rufende Pflanzen
[...]

Nachgedanken
Viele der lymphheilsamen, krebswidrigen Pflanzen wachsen an jenen Orten in großen Mengen, die wir gerne meiden. Abfallhaufen, Plätze mit aufgeschütteter Erde, gerodete Waldstreifen, Wiesenborde. Sie tauchen auf und verschwinden dann wieder. Ihre Aufgabe mithilfe mit ihrer innewohnenden Lebenskraft die Erde zu entgiften, zu regenerieren, ihr neue Kraft zu schenken, sie zu beleben ist erfüllt.
Ähnlich ist es mit der Lymphe. Wenn die innewohnende Lebenskraft Hilfe braucht, zeigt sich dies im Lymphgeschehen. Lympha wird allergisch, geschwächt, erhitzt, gestaut, gesülzt, schwerfällig und sie beginnt zu rufen. Ihre Sehnsucht nach der Quelle. Zum Glück erkennen wir uns in den Pflanzen. Viele sind nicht genannt worden, obwohl sie genauso wichtig und heilsam sind. Jede Pflanze begleitet, wenn sie ruft und wir sie wählen.

Steigen und fallen
raunen und flüstern
plaudern und plätschern
nehmen und geben
sehen und drehen
Körper – Fluss

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"

Sich gut fühlen
Von der Fülle der Brust

Autorin:
Elisabeth Benzing
Heilpraktikerin (HP)

Die Suche nach dem Knoten …
„Haben Sie diesen Monat schon Ihre Brust richtig abgetastet?“ fragt mich die Broschüre im Wartezimmer. „Waren Sie dieses Jahr schon bei der Mammographie?“ fragt mich das Plakat am Straßenrand. „Haben Sie schon dran gedacht, einen Brustultraschall machen zu lassen?“ fragt mich die Frauenärztin.
Der Druck auf Frauen, sich um ihre Brüste zu kümmern, um Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen, ist immens. Der Grundtenor lautet dabei: Wer nicht "vorsorgt", ist bei Erkrankung selbst Schuld und schadet der Solidargemeinschaft, da diese dann die vermeintlich entstehenden Folgekosten tragen müsse. Wer nicht „vorsorgt“, handelt unverantwortlich. Zu der Vortäuschung falscher Tatsachen – einerseits wird Angst geschürt, andererseits wird Früherkennung als Vorsorge schön geredet – werden hier stillschweigend zwei Dinge in kausalen Zusammenhang gebracht, der durchaus fragwürdig ist: Die frühzeitige Erkennung von Brustkrebs rette Leben. Die bisherigen Studien dazu kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Die einen weisen den Zusammenhang nach, die anderen weisen nach, dass es keinen Zusammenhang gibt, und die dritten äußern sich indifferent.

… und die Angst davor
Warum aber machen so viele Frauen keine regelmäßige Brustselbstuntersuchung, obwohl wir in immer wiederkehrenden Kampagnen schon seit über 40 Jahren dazu aufgefordert werden? Was hält uns davon ab, obwohl so viel Druck von außen kommt?
Eigentlich ein ganz plausibler Grund: Wir werden dazu aufgefordert, einen Knoten in der Brust zu suchen. Welche Frau möchte schon gerne einen Knoten in der Brust finden? Keine – also suchen wir auch nicht. Es macht uns Angst, einen Knoten in der Brust zu finden. Und was mir Angst macht, unterlasse ich doch lieber. Unser derzeitiges Medizinsystem arbeitet in vieler Hinsicht mit der Angst, vor allem natürlich im Bereich der Prävention. In den aktuellen Mammascreening-Programmen wird die Angst massiv geschürt, um Frauen ab 50 zur regelmäßigen Mammographie zu bewegen.
[…]

MammaCare-Methode
[…]

Die Brust kennen lernen – „Sich gut fühlen“
An diesen Punkten, bei der Angst und dem negativen Körpergefühl, setzt das Konzept „Sich gut fühlen“ an. Das Motto wurde verändert: Statt „Suchen Sie einen Knoten!“ heißt es nun „Lernen Sie Ihre Brust kennen!“ Die Frauen werden dazu ermutigt, sich mit Neugier ihren Brüsten zu nähern. Anhand einiger Fragen können sie die Wahrnehmung für ihre Brüste erweitern: Wie fühlen sie sich an, was gehört zur Brust, wie unterscheiden sich die beiden Brüste, wie verändern sie sich im Laufe des Zyklus, wie verändern sie sich im Laufe der Jahre, was kann ich ihnen Gutes tun. Anschließend können sie sich in der Gruppe über ihre Wahrnehmung austauschen und vielen Frauen wird dabei bewusst, dass ihre Brüste vollkommen normal und gesund sind, obwohl sie unterschiedlich groß sind oder sich „knubbelig“ anfühlen. Denn andere Frauen schildern ähnliche Erfahrungen.

Die Frauen bekommen eine Einführung in die Anatomie der Brust, um sich vorstellen zu können, wie die Brust aufgebaut ist und wie das Wunderwerk Brust physiologisch funktioniert. Sie können sich die Brust im Modell anschauen und die Strukturen (Milchdrüsen, Bindegewebe, Fettgewebe, Lymphgefäße…) sehen, die sie beim Massieren und Tasten fühlen.
Sie können in einer Visualisierungsreise in Kontakt mit ihren Brüsten kommen, ohne sie berühren zu müssen. Sie können sich einen Platz schaffen, an dem sie sich ungestört im Liegen unter einer Decke mit der Brust beschäftigen können. Und sie können in Form einer Brustmassage die Brüste intensiv erkunden.

Meine Brüste
[…]
Die Brüste im Alltag
[…]
Die Brustmodelle aus Silikon
[…]
Der Umgang mit der Angst
[…]

Wertschätzung
Frauen können die Angst an die Hand nehmen und sie zur Begleiterin machen, die sie vor Schlimmerem bewahrt, die sie beschützt!
Sie können die Angst mindern, indem sie nicht nach einem Knoten suchen, sondern ihrer Brust Gutes tun. Die Brust massieren, sie einölen, sie kennen lernen. Darüber wird sie vertrauter und Frauen können ihrem Gefühl des Spürens irgendwann vertrauen. Vielleicht wird es dadurch auch möglich, ein positiveres Verhältnis zur Brust zu entwickeln, der gesellschaftlichen Vermarktung und Abwertung etwas entgegen zu setzen. Wenn Frauen der eigenen Brust positiv begegnen, sie wertschätzend betrachten, dann kann dies vielleicht zu einer tatsächlichen Prävention von Brustkrebs beitragen. Der angstfreie Umgang mit den Brüsten stärkt das Immunsystem, das Berühren und Massieren der Brüste fördert das Wohlbefinden, die Wertschätzung der Brüste könnte einen Großteil der Werbebranche und den gesellschaftlichen Blick auf den Frauenkörper verändern. Dies alles sind Faktoren, die gesundheitsfördernd wirken. Sie führen zu einer Prävention, die nicht die Früherkennung meint, sondern eine echte Vorsorge ist.

***

Hinweis zu diesem Artikel:
Die Fortbildungen „Sich gut fühlen“ für Frauen, die Kurse zu Brustgesundheit / Brustselbstuntersuchung anbieten wollen, finden in Kooperation mit Lachesis e.V. statt. Die nächste Fortbildung startet im Oktober 2011 in Wiesbaden. Bei Interesse bitte an SIGGI SCHELLHAAS oder ELISABETH BENZING wenden.
Die Teilnehmerinnen der Fortbildung 2009 haben ein Netzwerk „Brustgesundheit“ gegründet. Dieses Netzwerk dient dem fachlichen Austausch und der gegenseitigen Unterstützung. Neben dem virtuellen Austausch sind jährliche Treffen geplant. Das nächste Treffen findet im März 2011 in Wiesbaden statt.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"

Homöopathische Begleitung bei Krebserkrankungen
Ein Spagat zwischen den alten Meistern und den frauenorientierten Ansätzen heute

Autorin:
Gudrun Barwig
Heilpraktikerin (HP)

Als klassisch arbeitende Homöopathin beziehe ich mich bei der Behandlung von Krebs auf die älteste Literatur in der Homöopathie und damit auf die „alten Meister“. Sie hatten die Möglichkeit in einem Zeitalter „vor Chemotherapie und Bestrahlung“ unverfälschte Krebsfälle zu behandeln und entsprechende Heilmittel zu dokumentieren, an denen ich mich heute gut orientieren kann. Als Behandlerin mit frauenorientiertem Ansatz stellt es jedoch einen Spagat dar, zwischen der alten patriarchalen Welt und unserem heutigen Verständnis von Heilung zu vermitteln.

Ich werde hier den theoretischen Hintergrund der Krebsbehandlung aufzeigen, so wie er von JAMES COMPTON BURNETT (1840-1901), JOHN HENRY CLARKE (1853-1931) und EMIL SCHLAGEL (1852-1934) praktiziert wurde. Je nachdem auf welche Schule ich mich beziehe, bietet die Homöopathie verschiedene Ebenen der Krebsbehandlung. Immer abhängig davon, mit welchen Voraussetzungen und Wünschen die Patientin kommt, kann ich spezifisch ansetzen.

Die frauenstärkende Haltung
Der wichtigste Ausgangspunkt, in dem sich mein Behandeln von dem der alten Meister unterscheidet: Ich höre genau hin, was die Frau an Behandlung wünscht und ich unterstütze sie auf ihrem Weg – möglichst ohne Wertung, ohne Schuldzuweisungen, ohne ein „richtig“ und ein „falsch“. Ich bin nicht die heroische Homöopathin, die alle anderen Methoden diffamiert. Und ich kann kein Heilversprechen geben. Das, was ich tun kann, ist: Die Frau in ihrer eigenverantwortlichen Haltung zu stärken und zu unterstützen und ihren Heilweg zu respektieren. Wo ich kann, gehe ich den Weg mit. Für die anderen Wege schlage ich geeignetere Unterstützer/innen vor. Das heißt: auch meine eigenen Grenzen bleiben gewahrt.
Der eigene Heilweg kann immer in beide Richtungen gehen: ins Leben und ins Sterben. Hier eine wertfreie Haltung zu finden – auch mit der Patientin an dieser zu arbeiten – stellt oftmals die eigenen Ansprüche und Wünsche sehr in Frage. Zumal das Sterben in unserer Kultur stark mit Ängsten und Verunsicherung besetzt ist. Speziell in der Krebsbegleitung ist die Stigmatisierung: „Krebsdiagnose = Todesurteil“ zusätzlich immer präsent. So steht bei einer Krebserkrankung an erster Stelle die Prozessbegleitung. Es geht nicht vordergründig darum, Symptome weg zu therapieren, sondern darum den Energiefluss wieder herzustellen, die eigenen Lebensthemen zu bearbeiten und heilen zu lassen. Auch dann, wenn der Heilprozess im Sterben mündet.

Behandlungsauftrag
Nachdem der Behandlungsauftrag geklärt ist, kann ich entscheiden, mit welchem Modell der Behandlung ich beginne: Will die Patientin nur Unterstützung parallel zu Chemotherapie und / oder Bestrahlung, werde ich anders arbeiten, als bei einer, die sich ausschließlich für den homöopathischen Weg entscheidet. Bei einer Patientin, die in ihrer Lebenskraft schon sehr geschwächt ist, werde ich mich nochmals für eine andere Begleitung und Behandlung entscheiden.

Die verschiedenen Behandlungsebenen
[…]
• Konstitution […]
• Miasmatik […]
• Organotrop […]
Mammae / Brüste […]
Uterus / Gebärmutter […]
Ovarien / Eierstöcke […]
Cervix / Gebärmutterhals […]
Vulva + Vagina […]
• Ausleitung […]
• OP-Begleitung […]
• Substitution […]
• Palliation […]

Behandlungsverlauf
Eine Möglichkeit, den Heilungsverlauf genau zu beobachten, sind Verlaufsparameter: Die Patientin beurteilt täglich, wie sich Beschwerden und Befindlichkeit verändern und dokumentiert dies in einer Tabelle mithilfe eines Punktesystems von 0-10. Nach zwei Wochen wird gemeinschaftlich geprüft. Dieses Vorgehen kann hilfreich sein, die meisten Homöopathie-Kliniken und auch viele Kolleg/innen arbeiten so. Ich selber setze diese Form nur auf Wunsch der Patientin ein. Auch ich finde es grundsätzlich wichtig, die Patientin in ihrer Eigenwahrnehmung und Selbstfürsorge zu unterstützen. In der Hahnemann-Klink (Tübingen) wird das „Achtsamkeitstraining“ genannt. Tabellen an sich sind nicht wichtig, wenn wir kontinuierlichen Kontakt haben und die Frau sich selbst gut wahrnehmen kann.

Heilung
Es ist immer alles möglich. … Es gibt viele Wege. … Es gibt weder richtig noch falsch.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"

OMIECH
Informationen zur Organisation der indigenen Ärztinnen und Ärzte in Chiapas / Mexiko

Autorin:
Bacilia Guadelupe Velazco Trejo
technische Fachfrau für gemeinschaftliches Gesundheitswesen, Jurastudentin

 

Die Organisation der indigenen Ärztinnen und Ärzte des Bundesstaates Chiapas in Mexiko (Organización de Médicos Indígenas del Estado de Chiapas, A.C. = OMIECH) ist die erste dieser Art in Mexiko. OMIECH hat sich 1985 als Verein gegründet, um die Maya Medizin zu stärken, weiter zu entwickeln und darüber zu publizieren.
Im Vordergrund stand dabei, die Pflanzenheilkunde der Maya Medizin zu dokumentieren. Zunächst stand die Pflanzenheilkunde im Vordergrund: es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Heilpflanzengärten in den Dorfgemeinschaften angelegt und Heilpflanzen gesammelt, um ein Herbarium anzulegen.
Im Verlauf des ersten Jahres wurde innerhalb von OMIECH der Aufgabenbereich Frauen und Hebammen ins Leben gerufen.

Aufgabenbereich Frauen
Dieser Aufgabenbereich entstand aus der Notwendigkeit, Frauen die Möglichkeit zu geben, sich mit der Lösung ihrer eigenen Probleme und denen ihrer Kinder zu beschäftigen.
In den 24 Jahren seit dem wurden viele Ideen umgesetzt, z.B. Workshops und andere gemeinsame Fortbildungen zum Sammeln von Heilkräutern, Wissens- und Erfahrungsaustausch sowohl auf lokaler, als auch nationaler und internationaler Ebene zu Themen wie u.a. Maya Medizin oder Reproduktionsmedizin.
Das allgemeine Ziel des Aufgabenbereiches Frauen und Hebammen ist die Verbessererung der Lebensbedingungen der Frauen in den indigenen Comunidades im Bundesstaat Chiapas. Eines unserer speziellen Ziele ist es, zur Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit unter der Geburt beizutragen. Die Grundlage dafür ist die Wiederentdeckung, Unterstützung und Weiterentwicklung der traditionellen indigenen Hebammenarbeit.

Arbeitsmethoden
[…]

Die traditionelle indigene Geburtshilfe
Die Hebammen arbeiten mit traditionellen Praktiken, um Schwierigkeiten und Krankheiten während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett vorzubeugen und zu behandeln. Sie verwenden Heilpflanzen, Gebete und geheimes Wissen für die verschiedenen Erkrankungen.
Ihr Wissen basiert auf der großen Erfahrung und auf „speziellen Gaben“, die durch göttliche Träume vermittelt werden, wie wir in unserer lokalen Sprache (tzotzil – tzeltal) sagen. Diese gemeinsamen kulturellen Gottheiten erlauben uns größtmögliches Vertrauen und Respekt für die Arbeit der Hebammen.
Die Hebammen richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Schwangeren und kommen zu jeder Uhrzeit (sei es morgens, mittags, abends, nachts oder bei Sonnenaufgang) zu ihr nach Hause.
Viele Hebammen haben Erfahrung damit zu erkennen, wenn sich das Kind nicht dreht oder in einer Position steckt, die die Gefahr einer Geburtskomplikation erhöht (Steißlage, Hände oder Füße zuerst.) Sie kennen Möglichkeiten der Massage, um das Kind in die richtige Position zu bringen.
Außerdem haben wir in den indigenen Comunidades eine andere Gebärhaltung: „Wir sind gewohnt während der Geburt zu hocken und von unserem Ehemann umarmt gehalten zu werden. Er unterstützt uns, damit das Kind schneller und leichter geboren wird.“ (Stimme der indigenen Frauen aus Chiapas)

Die Hebammen teilen folgendes Wissen
[…]

Schwierigkeiten der Arbeit der Hebammen
[…]

Vorschläge des Arbeitsbereiches Frauen und Hebammen, um die gesundheitliche Betreuung in den indigenen Comunidades zu verbessern
[…]

Veranstaltungen
[…]

Kosmovision
[…]

Reise nach Deutschland 2009
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"

Schamanismus und Rituale
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln im Heilen

Autorin:
Angelika Kotzur
Heilpraktikerin (HP)

Zum Thema "Heilen und heil werden" sich den Heilpraktiken indigener Ethnien zuzuwenden, bedeutet Sehnsucht nach den Wurzeln der Heiltraditionen: sowohl nach dem Ursprünglichem als auch nach Erweiterung der eigenen Grenzen – der Erweiterung dessen, was uns möglich erscheint im Kontext unserer kulturellen Prägung.
Hierher rührte wohl die Begeisterung, indigene Heilerinnen wie die Curanderas aus Chiapas einzuladen wie es zur LACHESIS-Fachtagung 2009 gelungen ist.
Der Transfer von einer Kultur in die andere Kultur gestaltete sich nicht so einfach wie sich schon bei der Organisation und dann im Laufe des gesamten Aufenthaltes als auch bei der Tagung zeigte. Die Lebenswelten sind doch sehr unterschiedlich und teilweise auch befremdlich.

Ich habe die Curanderas vier Tage durch verschiedene Tagesworkshops mit Hebammen und Heilerinnen begleitet, versuchte für den kulturellen Transfer Brücken in beide Richtungen zu bauen. Dieses war nicht immer leicht, sensibilisierte mich jedoch für bestimmte 'Problemzonen'.
Obwohl ich denke, dass sich die Curandera / indigene Heilerin Dona Rosa eher nicht als Schamanin bezeichnen würde, trägt ihre Arbeit doch sehr deutliche Spuren des Schamanismus. Ich möchte sogar behaupten, sie und ihre Arbeit erst auf dem Hintergrund des schamanischen Weltbildes nachvollziehen zu können. Vieles, was bei ihr deutlich in der magisch- mythischen Welt gebunden ist, ist im europäischen Bewusstsein in das Unterbewusste abgesunken und verursacht an unserer bewussten Oberfläche ein unbestimmtes Unbehagen.
Deshalb wage ich in diesem Artikel den Versuch, eine Brücke zum Verständnis dieser archaischen Welten zu schlagen. Sowohl Dona Rosa als auch wir hier im Westen stehen irgendwo zwischen den Welten, auf der Suche nach Halt, eigenen Wurzeln und einer heilerischen Identität.
Manche Leserin mag befremdlich auf Zuordnungen reagieren, die ich vornehme, zumal wir uns im Westen, v.a. in der frauenbewegten Welt, doch einige Formen ursprünglichen Lebens wieder angeeignet habe, die wir aber oft nicht dem Schamanismus zuordnen.

Schamanisches Weltbild
Es gibt keine einheitliche Definition von dem, was Schamanismus eigentlich ist.
Der Schamanismus ist keine Religion an sich – er ist ein totemistischer Kult, geboren in einer frühen Zeit, als das menschliche Bewusstsein sich noch in der Einheit und totalen Abhängigkeit von der Erde erfuhr.
Totemistisch bedeutet, dass alles, was ist, Träger einer bestimmten Energie, eines Ausdrucks des Geistes ist. Das aus den Algokin-Sprachen des südlichen Kanada stammende Wort "Totem", bedeutet Verwandtschaft, Familienabzeichen oder auch persönlicher Schutzgeist.

Der Schamanismus dient und diente dem Überleben des Einzelnen und dem der Gemeinschaft. Sowohl der Schamane als auch die Schamanin sind Mittler zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, zwischen der Welt der Form und der Welt der ungeformten Lebenskraft, zwischen der Welt des Bewussten und der Welt des Unbewussten. Magier, Priester, Heiler/innen und Hexen reisen in die Unterwelt und Oberwelt und holen die Schatten, sowie die universellen Geschenke des Lichts in die Alltagswelt.
In unserem Kulturraum war es die Hagazussa, die 'Zaunreiterin', die Hexe, welche zwischen den Welten auf dem Zaun reitet, in beiden Welten zu Hause ist und ihren Dienst tut.
[…]

Symbole im Schamanismus
Symbole sind Stellvertreter, Platzhalter. Diese Symbole sind nicht in allen Traditionen gleich – bemerkenswert sind die vielen Übereinstimmungen.
Symbole werden eingesetzt, um als Platzhalter für eine bestimmte Kraft zu stehen, die dann nicht durch Konzentration gehalten werden muss.
[…]

Glaube und Macht
Die indigene Heilerin Dona Rosa hat immer wieder betont: "Ohne Glaube geht nichts."
Durch den Glauben an die Kraft bekommt eine Handlung Macht. Macht wird durch Glauben und Wissen übertragen.
Wenn ich als Patientin glaube, dass dieser Gegenstand / diese Methode / diese Rezeptur ein mächtiges Werkzeug dieser Heiler/in ist, dann kann die Medizin ihrer Bestimmung gemäß wirken. Je tiefer ein/e Heiler/in an das glaubt, was sie/er tut, desto wirksamer ist die Medizin.
Es ist ein Phänomen, dem wir auch im Westen in der Heilkunde immer wieder begegnen können und das als 'Weißkittelphänomen' häufig ambivalent beschrieben wird. Aber auch die Wirkung eines Placebos kann auf diesen 'Mechanismus' zurückgeführt werden.
[…]

Rituale
Rituale werden gemacht, um Kräfte auszurichten und zu bündeln. Es gibt unterschiedlichste Rituale, welche aber immer bestimmten Regeln folgen. Diese Regeln wiederum sind abhängig von dem Erfahrungshintergrund der Praktizierenden und den Traditionen der Gemeinschaft.
[…]

Suche nach den eigenen Wurzeln oder Konsumsucht?
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"

Die spirituelle Dimension des Heilens
Die Tradition der Weisen Frauen, eine weibliche Spiritualität Mitteleuropas

Autorin:
Ursa Illgen
Heilpraktikerin (HP)

Wenn ich früher zu meinem Hausarzt gegangen bin, der aus meiner damaligen Sicht ein netter älterer Mann war, hat er mich immer mit den Worten empfangen: „Na, wo fehlt es uns denn?“ Ich fand diese Begrüßung damals immer ziemlich albern und war oft drauf und dran zu sagen: „An der Gesundheit.“ Ich wollte von ihm hören, was ich habe, und nicht, was mir fehlt. Heute weiß ich, dass in diesem Satz sehr viel Weisheit steckt, auch wenn ich nicht unbedingt glaube, dass sich mein Hausarzt dessen bewusst war.
Wenn ich mit meinem Körper, meinen Emotionen, meinem Geist und meiner Seele in Harmonie lebe, dann fehlt mir nichts, dann bin ich ganz und heil, dann bin ich heil-ig.
Ich schreibe über die spirituelle Dimension des Heilens aus der Sicht der Tradition der Weisen Frauen. Im Umkreis von Stuttgart ist in den letzten 20 Jahren ein sehr lebendiger Kreis von Frauen herangewachsen, der sich ständig vergrößert und seinen Kristallisationspunkt im Arkuna Verein hat. In dieser Schwesternschaft leben wir die weibliche Spiritualität der Weisen Frauen, die in Mitteleuropa zu Hause war, bevor sie von den Machthabern des Christentums nahezu ausgelöscht wurde. Seit 14 Jahren bin ich Lehrerin und Priesterin dieser Tradition. In dieser Tätigkeit sehe ich mich als Heilerin.

Die Heiligkeit des Lebens ehren
[…]

Im Einklang mit uns und der Welt sein
Die Tradition der Weisen Frauen ist auch ein Weg, um mit uns selbst, der Erde und der Welt in Einklang zu kommen. Alles Leben vollzieht sich in Rhythmen, die uns von den großen kosmischen Bewegungen der Sonne, des Mondes und der Sterne geschenkt werden. Wir stimmen uns auf diese Rhythmen ein und lassen uns von ihnen führen.
Die Rhythmen des Jahreskreises mit seinen Übergängen sind tiefe, universelle Bezugspunkte. In ihnen erleben wir Geburt, Wachstum, Reife, Altern, Tod und Wiedergeburt. Wir erkennen sie als Lehrmeisterinnen für die Übergänge in unserem persönlichen Leben an und gestalten unser Leben eingebunden und gehalten von den großen Zyklen der Natur. Indem wir den Jahreskreis mit regelmäßigen rituellen Festen mit vollziehen und feiern, lernen wir unsere rhythmische Kraft der Veränderung kennen.
[…]

Die Göttin in mir erkennen
Die Tradition der Weisen Frauen ist eine Spiritualität, in deren Mittelpunkt die weibliche Schöpferinnenkraft steht, die sich in einer Vielzahl von Göttinnen widerspiegelt. So ist Serona eine Quell- und Wassergöttin und unterstützt unsere Emotionen, unsere Reinigung und unsere Heilung. Freya, eine feurige Göttin, fördert uns Frauen in unserer Kraft und Eigenmacht. Gaia, Mutter Erde, trägt und nährt uns und schenkt uns das Leben, die Schönheit und die materielle Fülle. Dies sind nur ein paar Beispiele aus der großen Anzahl der Göttinnen.
Letztlich ist jede einzelne Frau eine einzigartige Verkörperung der Göttin. Wenn ich in diesem Bewusstsein lebe, fühle ich mich heil und heilig. Dabei ist das Kriterium für heil sein nicht die Abwesenheit von Körpersymptomen. Ich kann auch mit Krankheit und Behinderung heil sein. In Offenheit und Vertrauen, in tiefem inneren Frieden erlebe ich mein Eins-Sein mit der Göttin in mir. Die Göttin ist mir nah, wenn ich mich meinen Sinnesfreuden hingebe, mich mit Schönheit umgebe, Freude und Lust erlebe, sie ist mir nah im Singen und Lachen und in der Liebe.
[…]

Die weibliche Weltsicht ist uralt
[…]

Konsequenzen für die Heilerin
Die Heilerin ist Mittlerin der göttlichen Kraft

Wie kann Heilung geschehen
Das Wort „heilen“ hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Zum einen ist damit gemeint, dass ich gesund werde, wenn es mir an Ganzheit fehlt. Zum anderen meinen wir aber auch mit diesem Wort, dass eine Heilerin eine andere Person heilt. In dieser doppelten Wortbedeutung steckt noch das Wissen, dass ich keine andere Person heilen kann, sondern ihr lediglich helfen kann, ihre Selbstheilung in Gang zu setzen – und das ist nicht wenig.
In der Atmosphäre eines heiligen Raumes, der natürlich auch anders erschaffen werden kann, als ich es oben beschrieben habe, öffnet sich das Herz der Klientin recht leicht für die umfassende Wirklichkeit, in der Heilung stattfinden kann. Ihre Hoffnung auf Heilung wird gestärkt und ihre Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Durch diese beiden Faktoren kann sich die Wirkung einer Behandlung überhaupt erst richtig entfalten. Dies geschieht auch, ohne dass sich die Klientin dessen bewusst ist.
Für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist es wichtig, nicht nur das Körpersymptom zu behandeln, sondern in einer ganzheitlichen Betrachtung den ganzen Mensch zu sehen, also Körper, Geist und Seele.
[…]

Kraftquellen, die uns heilen
[…]

Das Ritual als Kraftquelle
[…]

Ausblick
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"

Trance als heilsamer Erfahrungsweg
Rituelle Körperhaltungen und ekstatische Trance ® nach Dr. Felicitas Goodman

Autorin:
Silke Wonneberger
Heilpraktikerin (HP), Sozialpädagogin

Aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte sind bildliche und figürliche Darstellungen in verschiedenen auffälligen Körperhaltungen bekannt. Viele dieser Statuetten und Zeichnungen stellen rituelle Haltungen dar. Sie können selbst eingenommen werden und ermöglichen – im Rahmen eines Rituals begleitet von einem raschen Trommel- oder Rasselrhythmus – den veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen Trance.
Rituelle Körperhaltungen aktivieren die eigene Heilenergie. Sie sind eine 'Brücke' zum Erkennen der Vielfalt von Wirklichkeiten, zur direkten sinnlichen Erfahrung und Einsicht in das lebendige Informationsnetz allen Seins.
Auch heute noch können sie einen Weg bahnen zu Erkenntnissen der eigenen Lebenszusammenhänge in unserer Zeit.

Hintergrund
Der Zusammenhang zwischen rituellen Körperhaltungen und dem veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen Trance ist von der Anthropologin und Linguistin Dr. FELICITAS D. GOODMAN (1914–2005) wiederentdeckt worden. Im Rahmen ihrer Forschungen über Sprache und Trancezustände religiöser Gemeinschaften stieß sie auf Jahrtausende alte Höhlenzeichnungen und kleine Statuen, die Menschen der Frühzeit in besonders auffälligen Körperhaltungen darstellten. Sie fand heraus, dass die Einnahme einer solchen Körperhaltung verbunden mit einer durchgängig raschen akustischen Anregung durch eine Trommel oder Rassel (210-230 bpm = beats per minute) bemerkenswerte Veränderungen im Wachbewusstsein bewirkt und in eine ekstatische Trance führt. Die uralten Haltungen stellen in sich abgeschlossene religiöse Rituale dar.

Die rituellen Haltungen waren ursprünglich in den Kontext einer schamanischen Weltsicht eingebunden. Diese Sicht basiert auf den Grundannahmen, dass alle Erscheinungsformen des Lebens einen 'Geist' haben und in einem Wirkungsgefüge miteinander in Resonanz stehen. Obwohl wir in den westlichen Industriegesellschaften nicht mehr in Gemeinschaften leben, deren geistige Einbindung der Schamanismus ist, kann jede/r in den rituellen Haltungen in ein Erkennen kommen, welches sich auf die heutigen Lebenszusammenhänge bezieht.
[…]

Was die Haltungen ermöglichen
Die verschiedenen rituellen Körperhaltungen ermöglichen unterschiedliche Erlebnismittelpunkte. Jede der erforschten Haltungen – unabhängig vom kulturellen Hintergrund – aktiviert die eigene Heilenergie. Einige der Haltungen verstärken heilsame Prozesse nochmal im besonderen Maße, lassen sie körperlich unmittelbar erfahren, geben Antworten auf Fragen und hilfreiche Hinweise.
Der 'rote Erlebnisfaden' kann sich auf den Kreislauf des Werdens und Vergehens beziehen, in eine der drei Welten der Kosmologie des Weltenbaums führen, Verwandlungen in andere Erscheinungsformen des Lebens ermöglichen. Qualitäten im Erleben können sein: eine tiefe innere Ruhe zu empfinden, Geborgenheit in dem Gewebe allen Seins, das Erkennen von Zusammenhängen aus distanzierter Sicht, Reinigung von überholten Einflüssen, wohltuende Zentrierung, Leichtigkeit und eine tiefe bewusste Lebensfreude.
Der Zugang zum Erkennen während der Trance kann sich auf alle Sinneskanäle und Wahrnehmungsebenen beziehen: über verändertes Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und veränderte körperliche Empfindungen sowie verändertes Bedeutungs-, Raum- und Zeiterleben.
Für die Menschen der Frühzeit und auch in heutigen indigenen Kulturen waren und sind Trancezustände eine übliche Methode, um Körper, Geist und Seele beim Einzelnen und in den Gemeinschaften im Gleichgewicht zu halten bzw. es bei Störungen wieder herzustellen.
In der heutigen westlichen Kultur hat das Zeitalter der Aufklärung und des Rationalismus laut FELICITAS GOODMAN zu einem allgemeinen Trance-Mangel geführt. Ihrer Ansicht nach verfügen wir heute nicht nur nach wie vor über die körperlichen Voraussetzungen zu einer Trance, sie hält den Wechsel in den veränderten Wachbewusstseinszustand für ein menschliches Grundbedürfnis, vergleichbar mit der Fähigkeit des Schlafens.
[…]

Mein eigener Erfahrungshintergrund
[…]

Ablauf des Rituals mit einer rituellen Körperhaltung in der Gruppe
[…]

Beispiel mit der Frau von Hacilar
[…]

Auswirkungen – Ausblick – Ausklang
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"

„Die Pflanzen sprechen mit uns“
Ein Interview über rationales und intuitives Pflanzenwissen

Das Interview führte:
Doris Strahler, Journalistin, Heilpraktikerin (HP),

Lüneburger Heide, Kleinwalsertal, Graubünden – einmal im Jahr trifft sich die Fachgruppe Phytotherapie zum intensiven Austausch. Dabei geht es nicht ausschließlich um Pflanzenbestimmung und therapeutische Wirkstoffe, sondern um ganz persönliche Begegnungen mit der Pflanzenwelt. Wie Pflanzen kommunizieren, darüber berichten die drei Heilpraktikerinnen und Pflanzenfachfrauen Sabine Ehrenfeld, die auf der Schwäbischen Alb lebt, Carmen Hertle und Manuela Wolf, die beide in Franken zu Hause sind.

2006 wart ihr in der Lüneburger Heide, 2007 im österreichischen Kleinwalsertal und 2008 in Graubünden in der Schweiz. Was trieb euch zweimal hintereinander in die Alpen?
[…]

Die Hütte im Kleinwalsertal lag auf 1.400 Höhenmetern, die Hütte in Graubünden auf über 2.000 Höhenmetern. Gibt es aufgrund der Höhenlage Unterschiede in der Pflanzenwelt?
[…]

Gibt es Gemeinsamkeiten, die allen Alpenpflanzen eigen sind?
[…]

Euch geht es in der Pflanzenheilkunde nicht nur um die Anwendung von „Bücherwissen“, sondern auch darum, der lebendigen Pflanze zu begegnen. Wie sieht diese Begegnung aus?

Carmen: Mir ist die persönliche Begegnung mit den Pflanzen lieber als ein Buch. Ich gehe hinaus und schaue: Wo wächst die Pflanze, wie sieht ihre Umgebung aus, welche Pflanzen wachsen noch dort? Ich beobachte und versuche in eine persönliche Beziehung mit der Pflanze zu gehen. Ich bin überzeugt davon, dass eine direkte Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze möglich ist. Die Pflanzen sprechen mit uns.
Natürlich fließt bei dieser Begegnung auch Bücherwissen mit ein. So ist es beispielsweise schon gut zu wissen, dass der Eisenhut einer unserer giftigsten Pflanzen ist. Man sollte ihn nicht einfach essen. Doch dann lasse ich dieses Wissen beiseite und öffne mich der Pflanze. Das kann man auf ganz verschiedene Arten tun. Manchmal zeichne ich einfach. Das erfordert viel Konzentration und eine genaue Beobachtung, darüber erschließt sich mir schon ganz viel über das Wesen einer Pflanze.
Und dann spreche ich auch mit den Pflanzen. Ich sage „Hallo, wer bist du?“. Ich stelle mir ein Wesen vor, das vor mir steht. Eine ganz normale Kommunikationssituation eben. Ich frage die Pflanze, und wenn ich mich auf sie einlasse, dann kommen auch Botschaften von ihr zu mir.

Manuela: Wir haben in den Alpen Hütten gewählt, wo wir unter uns waren. Wir waren also mehr oder weniger allein und um uns herum waren die Pflanzen. Wir hatten dadurch die Möglichkeit, die Pflanzen mit allen unseren Sinnen zu erfassen. Wir tranken sie als Tee, kochten mit ihnen, legten sie ein, wir machten unsere Morgenübungen in ihrer Mitte, in der Mittagspause lagen wir auf und neben ihnen. Wir waren nicht abgelenkt von anderen Eindrücken, die Zivilisation war weit weg. Der Zugang zu den Pflanzen war einfach da.
Und wir alle haben diese Begeisterung für die Pflanzen miteinander geteilt. Es war einfach schön. Du hast eine Pflanze gesehen und bist in den Busch gesprungen. Und gleich kamen drei hinterher. Und schon ging die Diskussion los: „Ach Gott, was ist denn das? Hast du das schon gesehen?“ Alle sprachen wild durcheinander. Wir waren sehr aufnahmefähig für die Pflanzenwelt um uns herum und haben dadurch auch Pflanzen gesehen, die sich unserem ersten Blick entzogen haben. Es war so, dass die Pflanzen uns angesprochen haben, dass sie auf uns zugekommen sind.
In Graubünden zum Beispiel wollten alle Bärlapp sehen, aber wir haben einfach keinen gefunden. Dann, am letzten Tag, bei einer total verregneten Wanderung, war er plötzlich da. Wahrscheinlich war er vorher auch schon da, bloß haben wir ihn nicht gesehen.

Carmen: Gut, dass du das sagst. Oft ist es so, dass, kaum ist der Wunsch nach einer bestimmten Pflanzenbegegnung mehrmals laut ausgesprochen, sie dann auch auftaucht. Mit ist das schon oft passiert. Du sendest den Wunsch in die Welt und dann – peng – erfüllt er sich. Das ist auch eine Art von Kommunikation zwischen Pflanze und Mensch. Ich glaube, dass man findet, was man finden will.

Gibt es bestimmte Techniken, mit denen ihr Pflanzen begegnet? Was habt ihr da ausprobiert?

Carmen: In der Lüneburger Heide haben wir eine Verreibung nach strengen homöopathischen Regeln gemacht. Alle mussten während der Verreibung im Raum bleiben, die Fenster waren geschlossen. Einige haben das nur schwer ausgehalten, das hat zu einer richtigen „Ausbruchsenergie“ geführt. Jede hat dann für sich ihre Wahrnehmungen aufgeschrieben: Gerüche, Wärme, Kühle, Unlustgefühle, gute Gefühle, innere Bilder. Im anschließenden Gespräch haben sich viele Übereinstimmungen gegeben. Das ist eine der klassischen Arten, sich einer Pflanze zu nähern.
Eine andere Möglichkeit sind Trance-Reisen mit Trommeln oder Rasseln, wo man sich mit bestimmten Schlagfolgen in einen Trance-Zustand versetzt. Dieser Zustand öffnet uns für unsere innere Wahrnehmung. In Graubünden haben wir – bei prasselndem Regen – eine Trance-Reise zur Alpenrose gemacht. Wenn man unsicher ist, kann man auf solch ritualisierte Formen wie Verreibungen oder Trance-Reisen zurückgreifen, man kann sich aber auch ganz einfach hinsetzen und schauen, was passiert.

Sabine: Ich gehe in eine Meditation hinein und verbinde mich mit dem Geist der Pflanze. In der Meditation spüre ich das Wesen der Pflanze. Das geschieht auf einer anderen Bewusstseinsebene. So zeigt sich mir ein Pflanze z.B. ganz klein, eine andere riesengroß, größer als ich. Ich stelle den Pflanzen auch Fragen: Warum seid ihr hier? Wie könnt ihr uns Menschen helfen. Darf ich dich pflücken? Und die Pflanzen antworten in Worten, in Bilder oder anderen sinnlichen Eindrücken. Es ist immer sehr direkt.

Manuela: Jede nimmt dabei anders wahr, setzt ihre Sinne anders ein. Die eine setzt sich einfach ganz unbefangen neben die Pflanze, und schaut, was die Pflanze ihr mitteilen will. Für andere ist es der richtige Weg, die Pflanze erst einmal genau zu bestimmen, zu wissen, was sitzt da vor mir, wie heißt sie, aus welcher Familie kommt sie. Und erst dann kann die Frau sich darauf einlassen, was ihr die Pflanze sagt. Andere wiederum lauschen, welche Töne aus der Pflanze kommen. Da hat jede ihren eigenen Weg.
Zur Wahrnehmung zählt für mich aber auch, was für eine Stimmung von einer Pflanze oder von einem Ort zurückbleibt. Im Kleinwalsertal waren wir richtig eingekreist von Augentrost, Augentrostwiesen, lauter leuchtenden winzigen Äuglein, die uns beobachtet haben. Das Kleinwalsertal wird für mich immer mit dem Augentrost verbunden sein.

Wie kommuniziert die Pflanze? Gibt sie euch Bilder oder innere Worte?
[…]

Macht Ihr dabei auch Erfahrungen, auf welche Art die Pflanze helfen und heilen kann?
[…]

Schließt ihr mit dieser Herangehensweise an bekannte Traditionen an?
[…]

Zweimal war ich als Körpertherapeutin in den Alpen mit dabei und genoss die Bergwelt und das Pflanzenwissen meiner Mitreisenden. Immer steckte eine ihre Nase in eine Pflanze, auch wenn die Pflanze noch so klein und unscheinbar war – und schon ging die Diskussion los. Zwar kamen wir beim Wandern nicht so richtig vom Fleck, trotzdem vermisse ich bei meinen Wanderungen ohne die Pflanzenfachfrauen die Begeisterung und das tiefe Wissen um die Pflanzen.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"

Murex purpurea
Alles, was aus dem Meerwasser kommt, repräsentiert den Beginn

Autorin:
Sonja Höring, Heilpraktikerin (HP),

An einem Wochenende im September 2008 trafen sich 10 Lachesis-Mitfrauen in Bakenberg auf der Insel Rügen zum Fachgruppentreffen Homöopathie. Wir waren in kleinen, etwas muffigen Hütten direkt am Strand untergebracht. Ihr müsst euch eine Steilküste vorstellen, das Meer war schnell über Holztreppen zu erreichen, gut zu hören und Feuer haben wir abends in einem wackeligen Grill gemacht. Natürlich gab es Fisch zum Abendessen und die Winterjacken wärmten völlig unübertrieben.
So lauschten wir dem Vortrag von UTE BARTH über das Wasser unter freiem Himmel und waren zwar müde von der Anfahrt, gleichzeitig aber auch sehr fasziniert: Plötzlich tanzten zwei dick angezogene Frauen als Wassermolekül vor meinen Augen, um uns das Bindungsverhalten dieses Elementes zu veranschaulichen…

Wir hatten vorher verabredet, dass jede etwas vorbereitet und ich hatte mich für die Meeresschnecke Murex purpurea entschieden. Alles was ich noch wusste, waren diagonal verlaufende Schmerzen, und zwar von der Brust zum Eierstock, dass differenzialdiagnostisch an Sepia und Lilium tigrinum gedacht werden muss und ich es noch nie verschrieben habe. Also etwas recherchiert und ab nach Rügen.
Freitag Morgen organisierten wir die Arbeitsgruppen (wer welches Arzneimittel vorstellt), und so waren wir drei Frauen, die sich mit Murex beschäftigen und Samstag darüber referieren sollten.
Die Vorbereitungen waren laaangsaaam und eine von uns war so krank, dass sie außer im Bett liegen gar nichts mehr machen konnte (dies ist auch ein Murex-Symptom). Wir arbeiteten Freitag noch bis in die Nacht hinein und es schien immer mehr zu werden und wir hatten trotz aller Arbeit das Gefühl nicht die volle Leistung zu bringen. (Auch dies erscheint in der Literatur als typisches Merkmal und genauso erging es mir beim Schreiben des Artikels.)
[…]

In der LACHESIS-Ausgabe Nr. 36 zum Thema "Sexualität!" analysiert GUDRUN BARWIG in einem Artikel die frauenverachtende Sprache der alten Arzneimittellehren, kritisiert die Ansichten. Sie betont die Notwendigkeit einer Überarbeitung für die heutige Zeit im Sinne einer weiblichen d.h. Frauen wertschätzenden Materia medica.

Immer wieder habe ich mich geärgert über Formulierungen wie zum Beispiel: "Sie beklagen sich, weil sie ihre Sexualität gern mehr ausleben würden, aber im Grunde genommen entscheiden sie sich selbst dagegen. Das Verlangen ist stark, aber sie laufen weg davor." 4
Warum macht mir das solchen Ärger? Das greift mich total an, was ist da bei mir so unerlöst? Und dann ärgere ich mich über meinen Ärger und frage mich, ob da bei den v.a. männlichen Autoren etwas 'unerlöst' ist.
[…]

Es war ein wunderbares Wochenende auf Rügen und hat allen Teilnehmerinnen neue Erkenntnisse beschert. Ein solches Erlebnis ist ein Geschenk und ich möchte jede interessierte Frau ermutigen, sich auf diese Art miteinander zu lernen und zu forschen einzulassen und mitzumachen.
Abschließend gingen wir nochmal am Meer spazieren, dünner Regen prasselte uns ins Gesicht. Ich ließ die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren und dachte: Sind wir nicht alle ein bisschen Murex?
Herzlichen Dank an Birgit Lehmann, ohne ihre Initiative wäre dieser Artikel nicht geschrieben worden.

(Ende der Leseprobe)

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aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"

Bauchhirn
Vom Kopf gesteuert, vom Bauch gelenkt?

Autorin:
Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin (HP),

Der Heilpraktikerinnen-Verband LACHESIS ist ein wunderbarer Zusammenschluss von Therapeutinnen, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Leben und in der Arbeit auszutauschen. So war das Treffen der Körpertherapeutinnen im September 2008 eine intensive Begegnung auf der körperlichen und der geistigen Ebene. Die Therapeutinnen sind ausgebildet in Myofazial, Rolfing, Shiatsu, Craniosacraltherapie, Osteopathie, Emotional Facing, Selbstheilungsarbeit und ILA (Integrale Leibarbeit). Einige arbeiten zusätzlich biomolekular, homöopathisch und mit Pflanzen.
Jede von uns weiß, dass wir in dem Moment, in dem wir die Patientin berühren, Altlasten öffnen, bewegen und lösen. Einige arbeiten mit diesem Wissen, einige beschränken sich bewusst auf die körperliche Symptomatik.
Thema dieses Treffens waren die 8 Meter in unserem Körper, die scheinbar alleine für die Verwertung der Nahrung reserviert sind: der Dünndarm. Auch diesmal haben wir versucht, unsere Wahrnehmungen in der Praxis und in der eigenen Körperlichkeit mit den neuesten Forschungsergebnissen zu vergleichen.

Der Dünndarmmeridian in der TCM:
In der Naturheilkunde, z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin, hat das Organ Dünndarm und der ihn durchlaufende Meridian immer auch einen psychischen Aspekt.
[…]
Der Dünndarm gehört zum Element Feuer.
In der Bauchmitte sind der Bauchnabel und das Hara, das als energetische Mitte angesehen wird.

Das Bauchhirn spricht mit uns – Psychoperistaltik
GERDA BOYESEN entdeckte bei der Arbeit mit sich selbst die Bedeutung der Darmgeräusche und integrierte sie in ihr psychologisches Konzept. Nachdem ich ihr Buch "Von der Lust am Heilen" gelesen hatte, fing ich an, mit dem Stethoskop auf dem Bauch der anderen und auch bei mir meine Arbeit zu beobachten.
[…]

Das Bauchhirn
In allen Therapien sind die Behandlung und die Kontaktaufnahme mit der Körpermitte von einer besonderen Qualität. Was GERDA BOYESEN durch ihre intensive Beobachtung und die Erfahrung am eigenen Körper beschreibt, ist heute wissenschaftlich beweisbar.
[…]

Die Entwicklung dieses Gehirns
Das Bauchhirn ist zunächst eine Zellansammlung, die sich im Frühstadium der embryonalen Entwicklung ausbildet. Diese Zellansammlung (Neuralleiste) teilt sich im Laufe der fortgesetzten Entwicklung. Ein Stück wird vom Kopf umschlossen, das andere Stück wandert in den Bauchraum. Um die Verbindung zwischen den verwandten Zellstrukturen nicht zu unterbrechen, entsteht der Vagus-Nerv (Parasympathikus) als verbindender Informationskanal.
[…]

Der Rhythmus des Lebens
In der Cranio Sacralen Therapie ist die Bewegung des Dünndarms kein Geheimnis. Therapeuten/innen können mit ihren Händen erspüren, in welchen Abschnitten die Bewegungen blockiert sind und Rückschlüsse sowohl auf körperliche als auch auf psychische Begleitsymptome ziehen.
[…]

Lernen in Resonanz – Spiegelneuronen
[…]

Wir sind nie allein
[…]

Die Evolution des Milchtrinkens
[…]

Das Ergebnis der Therapeutinnen
Unterstützen wir unsere Säuglinge und Kleinkinder in der intuitiven Wahrnehmung unseres Bauchhirns, so können sie lernen, für sich selbst zu sorgen, ebenso wie sie laufen und sprechen lernen. Wenn wir die Funktionen der Spiegelneuronen verstehen und auf das Bauchhirn übertragen, so erweitert sich unser Verständnis für Lebensprozesse in Theorie und Praxis.
Die Zusammenführungen der Körpertherapien mit psychischen und ernährungsbedingten Faktoren bietet uns ein großes Spektrum von Therapiemöglichkeiten. Wir finden hier einen weiteren Baustein zum Verständnis der Selbstheilungsarbeit und der Regulationstätigkeit des Lebens. Nähern wir uns mit Vorsicht und Aufmerksamkeit diesem fantastischen System des Lebens.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"

Lesbengesundheit
Vom langen Weg lesbischer Frauen zu einer guten Gesundheitsversorgung

Autorin:
Gabriele Dennert, Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin,

Dieser Artikel ordnet lesbische Lebensweisen in den salutogenetischen Ansatz der Gesundheitsförderung ein und geht der Frage nach, wie die Situation lesbischer Frauen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland heute aussieht und welche Verbesserungen nötig sind.
Frauen- und Geschlechteransätze etablieren sich zunehmend in den Gesundheitswissenschaften in Deutschland und ihre Ideen beginnen, den medizinischen Mainstream zu erreichen. Insbesondere biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern – wirkliche und vermeintliche – sind es, die die Medizin gegenwärtig interessieren, z.B. wenn Medikamente eine geschlechtsspezifische Wirkung aufweisen.
Soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern und auch innerhalb der höchst inhomogenen Kategorie „Frau“ und deren gesundheitliche Relevanz erfahren zumeist nur untergeordnete Beachtung in der „Gender Medizin“ in Deutschland.

Frauen jedoch leben unter sehr verschiedenen persönlichen und sozialen Umständen und unterscheiden sich voneinander in Lebensweise, gesundheitlichen Faktoren und Gesundheitshandeln. Lesben sind eine Gruppe von Frauen, deren spezifische Belange bisher in der (Frauen-)Gesundheitsforschung und -versorgung in Deutschland kaum thematisiert werden. Dabei ist anzumerken, dass so wie die Gruppe "Frau" inhomogen ist, es eben auch keine homogene Kategorie "Lesbe" gibt.
Als marginalisierte gesellschaftliche Gruppe erfahren lesbische Frauen Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung. Eine breitere Diskussion über Lesbengesundheit erscheint nicht nur deshalb wünschenswert, um ihnen eine qualitativ gute und diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung zugänglich zu machen, sondern auch, weil ein Versorgungssystem, das sich der Frage von Versorgungsgerechtigkeit für alle stellt, letztlich auch für alle eine bessere Medizin bietet.

Heterosexismus macht krank
Zwar wurde Homosexualität als eigenständige psychiatrische Diagnose schon in den 1970er und 1980er Jahren aus den internationalen Klassifikationssystemen der universitären Medizin gestrichen, dennoch ist eine tolerierende oder gar akzeptierende Haltung gegenüber Lesben in der medizinischen Versorgung hierzulande bis heute nicht selbstverständlich.
Verschweigen, Ignorieren und Unsichtbarmachen der Lebensweise dürften die häufigsten Formen der Diskriminierung von Lesben sein (DALEY 1998). Bei allgegenwärtiger Präsenz von heterosexuellen Lebensformen kommen Lesben oftmals nicht vor, wenn z.B. in der Anamnese ganz selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Frauen mit Männern leben und mit Männern sexuell aktiv sind.
[…]

Die grundsätzliche Unterstellung von Heterosexualität hat zur Folge, dass jede lesbische (und auch jede bisexuelle) Frau immer wieder vor der Entscheidung steht, hinzunehmen, dass sie in ihrer Lebensweise nicht wahrgenommen wird, oder aber diesen Irrtum aktiv zu korrigieren und sich damit zusätzlich angreifbar zu machen. Schweigen über die eigene Identität und Lebensweise wird zum Versuch, Informationen zu kontrollieren, um Interaktionen im Gesundheitsbereich sicherer zu gestalten (STEVENS 1994).
Offen auftretende Lesben müssen mit Diskriminierung und der Medikalisierung ihrer Lebensweise rechnen.
[…]

Auch als Partnerinnen oder Patientinnen bzw. Klientinnen erleben lesbische Frauen Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung. Laut einer Befragung des Bundesjustizministeriums (BUBA 2001) wurde einem Viertel der Lesben und Schwulen, die schon einmal in dieser Situation waren, der Status als nächste Angehörige ihrer Partner/innen verwehrt, d.h. sie erhielten z.B. keine Auskünfte oder kein Besuchsrecht auf der Intensivstation. Dies wäre ihnen vermutlich nicht passiert, hätten sie sich als Geschwister statt als Partner/in im Krankenhaus vorgestellt.
In einer von mir durchgeführten Befragung von 578 Lesben gaben über 20% der Lesben an, schon einmal Diskriminierung im medizinischen Bereich erlebt zu haben (DENNERT 2005). Am häufigsten berichteten sie davon, dass ihnen trotz Outings Hetero- oder Asexualität unterstellt wurde oder sie abwertend behandelt wurden. Teilweise wurde ihnen empfohlen, ihre sexuelle Orientierung durch eine Therapie zu ändern. Einige Frauen berichteten auch von körperlichen und sexuellen Übergriffen.

Heterosexismus und Lesbenfeindlichkeit in der Gesundheitsversorgung bleiben nicht ohne Folgen für Lesben.
So erhalten Lesben häufig nur unzureichende Informationen bei spezifischen Fragestellungen, z.B. bezüglich der Übertragung von Hepatitis, HIV oder Vaginalpilzen bei sexuellen Kontakten unter Frauen. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass lesbische Frauen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen vermeiden und es auch im Krankheitsfalle verzögern, sich in medizinische Behandlung zu begeben (vgl. Literaturübersicht in DENNERT 2005 und WOLF 2004).
Fehlannahmen über lesbische Lebensweisen führen zu Behandlungsempfehlungen mit möglicherweise schlimmen Folgen:
[…]

Unsichtbarkeit – auch bei der Heilpraktikerin
[…]

Ganzheitliche Gesundheitsversorgung: Warum Sichtbarkeit wichtig ist:
[…]

Salutogenese
[…]

Wie Lesbischsein die Gesundheit fördert
[…]

Was tun und was lassen: Heterosexismus verlernen, Wissen gewinnen
[…]

Fazit
Es ist wichtig, nicht nur Weiterbildungen für die verschiedenen Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung anzubieten und zu besuchen, sondern bereits Ausbildung und Studium hierfür zu nutzen. In vielen Bereichen besteht zudem dringender Bedarf an Forschung zu lesbenspezifischen Fragestellungen.

"Auf der Grundlage dessen, was wir zu verstehen beginnen über die Auswirkungen von sexueller Orientierung auf Gesundheit und Wohlbefinden und über die individuellen und gesellschaftlichen Nachteile von Diskriminierung und gesellschaftlichem Ausschluss, wird es zunehmend klar, dass Personen jeglicher Sexualitäten von Neuerungen in Forschung und Gesundheitsversorgung profitieren werden. Weit weg davon, eine "besondere Behandlung" zu benötigen, teilen lesbische, schwule und bisexuelle Klient/innen grundlegende menschliche Bedürfnisse, denen in geeigneter Weise nachzukommen ist." (WILTON 2000, S. 189, übersetzt von G.D.)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"


Zell-Geflüster
Zell-Kommunikation – das Geheimnis des Lebens

Autorin:
Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin,

Im Sommer 2008 veranstaltete der Berufsverband für Heilpraktikerinnen LACHESIS e.V. eine Tagung mit dem Titel: "Zell-Geflüster – das Geheimnis des Lebens?"
Als Organisatorinnen hatten SYBILLE KATHARINA SCHOBEL, UTE BARTH und ich im Vorfeld der Tagung intensive und spannende Diskussionen. Um uns nicht in der Fülle der Thematik zu verlieren, haben wir uns auf Wasser und Licht konzentriert – beide sind Informationsträger – und auf die Zell-Erinnerung in der Körperarbeit.
Für mich persönlich war die Diskussion über die HPV-Impfung im Rahmen der Sommer-Tagung 2007 ein Motiv, diese Tagung zu organisieren.
Unsere Unsicherheiten als Naturheilkundlerinnen gegenüber der sogenannten Evidenz basierten Medizin (EBM) wurden gerade hier sehr deutlich. Es war und ist mein Wunsch, uns in unseren Wahrnehmungen und Handlungsweisen zu festigen. Wir brauchen ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber der Schulmedizin. Dazu wiederum ist die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die unserem Selbstverständnis zugrunde liegen, hilfreich. Diese Erkenntnisse sind uns aber häufig nicht bewusst oder nicht bekannt.

Zum Thema
Wie spricht eine Zelle, was weiß sie? Wie sprechen Zellen miteinander, was wissen sie von einander? Wie kommunizieren sie, was bedeutet Zell-Gedächtnis?
Was bedeutet dies für uns, für unsere Arbeit, für uns selbst? Es geht um Forschung, Wissenschaft, Blickwinkel und Denksysteme.

Die heutige Wissenschaft erkennt langsam den physikalischen und biochemischen Hintergrund all dessen, was Jahrtausende lang als „Erfahrungsmedizin" praktiziert wurde.
Die Forschung über Biophotonen hilft uns, zum Beispiel Akupunkturlinien sichtbar zu machen und Akupunktur anders zu verstehen. Die Wirkung homöopathischer Mittel als Informationsträger ist in niedrigen Potenzen nachweisbar, sollte aber auch in den hohen Potenzen vorausgesetzt werden. Selbst die sogenannte „Geistheilung“ ist mit Regulationsmessungen für die/den Beobachter/in wahrnehmbar und wird mit Biophysik erklärbar.
Aus der praktischen Erfahrung kennen wir die „Zell-Erinnerung“. Wenn wir die Hände auf den Körper einer Patientin legen und uns mental öffnen, können wir ihren alten Schmerz fühlen. Wir wissen wie psychische Traumata und Erfahrungen im Zellgewebe abgelagert werden und nutzen dies unter anderem in körperorientierten Psychotherapien.
Auch bei solcher Kunst der "Be-Hand-lung", beim Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind unsere Unsicherheiten groß. Untereinander mag Bestärkung sein, Sicherheit auch mit überzeugten Kliennt/innen, aber spätestens beim Thema Selbstbewusstsein gegenüber der sogenannten Evidenz basierten Medizin (EBM) wird es oft schwierig.
Können unsere Wahrnehmungen und Handlungsweisen durch wissenschaftliche Erkenntnisse gefestigt werden?

Das Leben
[…]
Biophotonen – das Licht des Lebens
[…]
Die Zelle und die Statistik
[…]
Medizin und Wissenschaft
[…]
Die Praxis der Medizin
[…]
Freiheit der Wissenschaft?
[…]
Heilung
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"

Fühlend, denkend, zellbewegt – Ein bewusstes Sein
Die selbstheilenden Kräfte in uns erkennen

Autorin:
Marianne Wex,

In der Weise wie sich mir Leben zeigt, wandelt und erneuert es sich in jedem Augenblick, unabhängig von gesund oder krank, in vollkommener irdisch - universeller Einheit. In diesem Sinne geht es hier um Möglichkeiten dem Wirken des Lebens und damit den selbstheilenden Kräften in uns zu folgen.

Leben spüren und als Leben erkennen
Leben wird mir geistig und körperlich als untrennbares Ganzes dort am zugänglichsten, wo sich meine Wahrnehmungsorgane befinden und hier von innen heraus. Indem ich von Wahrnehmungsorganen spreche, meine ich außer den spezialisierten Sinnesorganen jedes Molekül, jedes Gen, jede Zelle von Kopf bis Fuß – manchmal flüsternd, manchmal auch noch deutlicher.
Dass wir uns tatsächlich mit allen Zellen fühlen können, ist uns eher im Zusammenhang mit Schmerzen bekannt. Auf diesem Hintergrund wissen wir, dass körperliches Leid überall in uns spürbar werden kann. In glücklichen Momenten sind wir meist so mit äußerem Geschehen beschäftigt, dass wir innen sehr viel weniger präsent sind.
Nach meiner Beobachtung sind körperliche Beschwerden ganz allgemein fast der einzige Anlass, bei dem wir unsere Aufmerksamkeit in unseren Körper lenken und uns hier durchgehender bewusst spüren. Und darum geht es in diesem Artikel in ganz praktischer Weise.

Zum Beispiel atmend
Indem wir auch nur einige Momente in unseren Körper hineinspüren – ohne zu versuchen, irgendetwas beurteilen oder erreichen zu wollen – kann es uns gelingen, das Wirken des Lebens als Leben zu erkennen.
Atmend kann das beispielhaft leicht zugänglich werden. In unsere ein- und ausatmenden Bewegungen hineinspürend, können wir Leben von Augenblick zu Augenblick besonders frisch spüren – die Luft, die Nasenflügel, die inneren Häutchen des Nasen- und Halsraumes, oft sogar bis in die ganze Weite unserer Lungenflügel – immer das gleiche Leben.
Kein Einatmen, kein Ausatmen gleicht dem Nächsten. Von Moment zu Moment ist die Frische, in der sich uns Leben gerade noch zeigte, schon wieder neu – frisch von Jetzt zu Jetzt.
Körperlich, geistig, ein rhythmisch bewegtes Sein, kann diese Wahrnehmung allmählich als Ganzes empfunden werden – als Ganzes, vom Kopf bis in die Finger-, bis in die Zehenspitzen – irdisch, kosmisch, ein bewegtes, ein bewusstes Sein.
In der Beweglichkeit, in der sich Atem, mal schneller, mal langsamer, manchmal versteift, dann wieder stetiger bewegt, erneuert sich jede Zellsubstanz, jedes Organ, unser Bewusstsein, unser Wahrnehmen – Leben in ständiger Veränderung, Abweichung, Unregelmäßigkeit – wie immer wir es beurteilen.

Bewusstseinsforschung
[…]
Wasser als Teil von uns
[…]
Moderne Physik
[…]
Bewusstseinsforschung in uns selbst
[…]
Bewusstseinsgewohnheiten
[…]
Zum Beispiel Hände
[…]
Hände, von Mensch zu Mensch
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"

Bewegungsreisen, Bewusstseinsübungen
und zelluläre Resonanz

Body-Mind Centering ® und Continuum Movement als Achtsamkeitstraining

Autorin:
Kerstina Tresselt, Pädagogin (M.A.), www.KerstinaTresselt.com

Leben ist ein individueller Tanz zwischen Akzeptanz und Veränderung.
Dieser Tanz bringt fortwährende Transformation, die alle Ebenen unseres Da-Seins umfassen kann: körperlich, emotional, intellektuell und spirituell.
In diesem spiraligen Geschehen erforschen wir das bewusste und unbewusste Zusammenspiel unserer Körpersysteme und unserer pränatalen und frühkindlichen Entwicklungsfolge von Bewegungsmustern – auf der Basis einer Integration von Body-Mind-Centering ® Continuum Movement, Erkenntnissen aus der Neurobiologie und der Offenheit für die verschiedensten spirituellen und weltanschaulichen Ausrichtungen der jeweiligen Person.

Ich bin ein Einzeller, eine Zelle!
Zumindest momentan. Meine Imagination und mein Vermögen, biologischen Gegebenheiten nachzuspüren und zu verkörpern, machen es mir leicht. Wasser umspült mich. Meine Bewegungen sind träge, ich lasse das Wasser von außen an mich herankommen und mich bewegen. Das tut gut. Eine Wassermassage. Ich lasse mich von den Wellen mit meinen eindellbaren und sich-wieder-ausfüllenden Formen ins Seichte spülen, bleibe im Sand hängen, noch immer von Wasser umgeben. Wellen pressen mich rhythmisch in die Sandkörner, lassen mich schweben, pressen mich gegen den Sand, lassen mich schweben...
Wasser ist auch in mir. Ich bin wasser-gefüllt. Alle Nährstoffe, die ich zum Leben brauche, fließen durch meine Zellwand in mein Inneres. Alles, was ich nicht mehr brauche, fließt durch meine Zellwand in das mich umgebende Wasser. Ich fühle das Wasser in mir sich bewegen, bewege mich mit meinem Wasser – große, runde, raumnehmende Bewegungen – kleine schlängelnde Bewegungen. Vorwärts, seitwärts, rückwärts, nach oben, nach unten – wohin auch immer, ich bin bewegbar, ich bin beweglich.
Gerade zeige ich es einer Frau. Wir spazieren eine Feldweg entlang und sie will wissen, wie sie in das Bewusstsein einer Zelle eintauchen kann.
[…]

Theoretische Grundlagen
Zellen bilden all unsere unterschiedlichen Körpergewebe – Knochen, Muskeln, Organe, Drüsen, Sehnen und Bänder, Nerven, Haut, Bindegewebe, Fett etc.. Bei aller Struktur dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass wir – ähnlich wie der Planet Erde selbst – zu über 70% aus Flüssigkeit bestehen! Unsere unterschiedlichen Körperflüssigkeiten – von Blut- zu Gelenks- zu Lymph- zu Craniosacral- zu interzellulärer und intrazellulärer Flüssigkeit kommunizieren durch ihre Molekularstruktur ununterbrochen mit unseren Geweben. Zusammen bilden sie unsere Körpersysteme.
Es ist möglich, die verschiedenen Qualitäten dieser unterschiedlichen Körpersysteme kennenzulernen und zu erleben.
[…]

Kommunikation in der Zelle
[…]
Praktische Anwendung
[…]
Integration der Heilungsvision ins Jetzt
[…]
Achtungsvolle Kommunikation
[…]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"

Zellgeflüster – Pferdegeflüster
Magische Kommunikation zwischen Pferd ~ Mensch & Universum

Autorin:
Manuela Bachnick, Diplompsychologin, Coach, Reitwartin (FN),

[…]
Zellgeflüster – Pferdegeflüster lauschen
Zellgeflüster ist ein Thema, was mir als Pferdefachfrau, spiritueller Heilerin und Lehrerin mit Hilfe meiner Tiere und Pferde tagaus tagein begegnet. Zellgeflüster begegnet mir in seiner Einfachheit, weil es so selbstverständlich funktioniert, und in seiner Komplexität, weil es mich dennoch immer wieder aufs Neue erstaunen lässt, was an Kommunikation geschieht und welches Wissen transportiert wird.
Es ist immer wieder enorm, was Pferde uns Menschen „erzählen“ können, welche Erinnerungen sie in unserem Leib hervorholen können, welches Umprogrammieren sie in unseren Zellen ermöglichen. Und es ist unglaublich, wie ganzheitlich und weitreichend Heilung in dem dann entstandenen Rahmen letztendlich erfolgt. Doch das Faszinierendste ist, wie weit Tiere und insbesondere Pferde in die gespeicherten Erinnerungen hinein zurückgehen und dann mit Selbstverständlichkeit an ihrem Einbringen dieser Erinnerungen und Botschaften an uns Menschen festhalten.
Pferde lassen sich nicht beirren, lassen sich nicht davon abhalten immer wieder aufzuzeigen, wenn wir unser Herz öffnen und das geschehen lassen, was sich zeigen und mitteilen will. Doch selbst, wenn wir es nicht so recht zulassen können, weichen sie nicht von ihrem Weg ab, uns über alle möglichen Wege ihre Botschaften zu übermitteln, bis wir wirklich verstehen und begreifen – tief in uns, nicht nur über den Verstand: Die Pferde tun es in Liebe.

Spirituelles Begreifen und Verstehen
Die Botschaften werden sowohl über den Körper als auch über den Geist vermittelt.
Dabei stellt sich immer die Frage, was ist „meines“, was „das des Pferdes“. Beides erfolgt immer in Wechselwirkung. Dennoch kann in dieser Arbeit dem Pferdegeflüster zu lauschen „gelernt“ werden, von wem was kommt, auch wenn beide miteinander schwingen.
Dem Pferdegeflüster zu lauschen unterscheidet sich von dem eher einseitig angelegten inzwischen vielfach bekanntem „Pferdeflüstern“, bei dem der Mensch dem Tier etwas „zuflüstert“, damit dieses dann dem dabei vermitteltem Wunsch oder Befehl nachkommt.
Dem Pferdegeflüster zu lauschen, liegt eine völlig andere Philosophie zu Grunde: Das Tier steht dem Menschen in keiner Weise nach, beide Wesen haben sich gleichberechtigt gegenseitig etwas mitzuteilen.
[…]

Die besondere Ausbildung der Pferde
[…]
Ein Beispiel
[…]
Heilarbeit
[…]
Denkverbote: Spiritualität und hohe Reitkunst
[…]
Spirituelle Heilarbeit mit Pferden
[…]

(Ende der Leseprobe)

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aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
Thema: "Krebs"

Brustkrebs
Über Sinn und Unsinn der Früherkennungsuntersuchungen

Autorin:
Elisabeth Benzing

SEIT KNAPP 10 JAHREN GIBT ES IMMER WIEDER WERBEKAMPAGNEN, DIE FRAUEN AUF PLAKATWÄNDEN, IN BROSCHÜREN UND IN DER GYNÄKOLOGISCHEN PRAXIS DAZU AUFFORDERN, ZUR BRUSTKREBSFRÜHERKENNUNG ZU GEHEN.

Diese Kampagnen arbeiten zunehmend mit „Angstmachen“, und Angst ist bekanntermaßen in gesundheitlichen Zusammenhängen eher kontraproduktiv. Bei vielen Frauen führt sie nicht zu mehr Eigenverantwortung für den eigenen Körper, sondern zur Verdrängung der körperlichen Symptome. Um diese Angst zu schüren und um Frauen zu einer Mammografie zu bewegen, wird im Zusammenhang mit der Brustkrebsfrüherkennung vor allem mit falschen Zahlen gearbeitet. Ein Slogan lautet z.B.: „Jede 9. Frau erkrankt an Brustkrebs“! Dies gilt jedoch erst, wenn Frauen das 80. Lebensjahr erreichen.
Es gibt noch einige andere Faktoren, die einen kritischen Blick auf das Mammografie-Screening und die Werbekampagnen dafür notwendig machen.

Zunächst ein paar Erläuterungen zu den verschiedenen Früherkennungsmaßnahmen:

Mammografie-Screening / Röntgen-Reihen-Untersuchung der Brust
Eine Früherkennungsmaßnahme ist das Mammografie-Screening, eine von der Krankenkasse finanzierte Reihenuntersuchung, die ab 2005 flächendeckend eingeführt wurde. Alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden von der Meldebehörde aufgefordert, ihre Brust alle zwei Jahre röntgen zu lassen.
Warum erst ab dem 50. Lebensjahr? Das Brustgewebe ist vor der Hormonumstellung in den Wechseljahren eher strahlenundurchlässig und erlaubt deshalb keine gute röntgenologische Darstellung. Erst mit Beginn der Wechseljahre wird die Brust zunehmend durchlässiger für die Röntgenstrahlen. Darüber hinaus ist bei jüngeren Frauen das Brustgewebe wesentlich strahlungsempfindlicher, was zu einer stärkeren Strahlenschädigung der Brust führt.
Um eine gute Aufnahme zu erhalten, muss die Brust sehr flach zusammen gepresst werden, was viele Frauen als schmerzhaft erleben. Deshalb ist zu empfehlen, eine Aufnahme in der ersten Hälfte des Zyklus machen zu lassen, weil in dieser Zeit die Brust meistens weniger empfindlich ist.
Die Mammografie wird empfohlen, da sie einen Knoten ab ca. ½ cm darstellen kann. Die meisten Frauen entdecken einen Knoten bei der Brustselbstuntersuchung jedoch laut Studien erst ab ca. 1 cm Größe.
Nur die Mammografie erkennt so genannte Kalkherde – auch Mikrokalk genannt – oder das Carcinoma in situ. Kalkherde können darauf hinweisen, dass an dieser Stelle schon Krebswachstum stattfindet oder die Zellen sich evtl. zu Krebszellen entwickeln. Diese Entwicklung ist jedoch nicht zwingend; es kann auch sein, dass sich die Kalkherde nie Richtung Krebsgeschehen verändern. Ähnliches gilt für das Carcinoma in situ, einer Vorstufe zu Krebs, die allerdings weder invasiv wächst noch streut. Diese Vorstufe kann sich zu Krebs weiterentwickeln, sie kann aber auch als Carcinoma in situ bis ans Lebensende bestehen bleiben. Die Frauen werden in beiden Fällen einer Biopsie unterzogen und zu regelmäßigen Kontrollen aufgefordert, beim Carcinoma in situ kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.
(….)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
Thema: "Krebs"

Krebstherapie mit Akupunktur in der Chinesischen Medizin
Mitschrift eines Seminars am 03.11.2005 mit
Prof. Dr. Hu Lingxiang, Chengdu-University

Autorin: Christiane Brand

BEREITS 2000 VOR UNSERER ZEIT, ZUR ZEIT DES HUANGDI, DES MYTHISCHEN GELBEN KAISERS, DEM WIR DAS GRUNDLAGENWERK HUANGDINEIJING (KLASSIKER DES GELBEN KAISERS) VERDANKEN, WURDEN AUF KNOCHENTÄFELCHEN TUMURÖSE WUCHERUNGEN ALS ERKRANKUNGS- UND TODESURSACHEN BESCHRIEBEN. DASS SIE SCHON DAMALS ALS SCHWER BEHANDELBAR UND HARTNÄCKIG GALTEN, DRÜCKT SICH U.A. IM VORKOMMEN DER SCHRIFT-ELEMENTE FÜR BERG UND STEIN IN DEN ZEICHEN AUS!

Im Allgemeinen unterscheidet die westliche Medizin Tumore, also geschwulstartige Wucherungen von Zellen, in gutartige, bösartige und gemischte Arten. Die Akupunktur behandelt grundsätzlich alle drei gleich als so genannte „Ansammlung von Massen“, denen eine gemeinsame Ätiologie zugrunde liegt.
Diagnose und Therapie richten sich nach den beteiligten pathogenen Faktoren, der Konstitution des betroffenen Menschen und der Aggressivität (Toxizität) des Tumorgewebes. Großes Augenmerk liegt auf der Stärkung der körpereigenen gesunden Energie, des Zheng Qi (auch „aufrechtes“ Qi).
Nach Meinung von Professor Hu ist letzterer der wichtigste Aspekt in der Tumorbehandlung, da ohne Sammlung körpereigener Kraft keine Möglichkeit besteht, die Zusammenarbeit der Energien und Strukturen innerhalb des Körpers wieder in Harmonie zu bringen und vorhandenes Xie Qi („schräglaufendes“ Qi) zu beseitigen.

Die Chinesische Medizin basiert in ihrem Wesen auf dem Grundsatz der Harmonie, des gleichmäßig friedvollen Fließens. In diesem Sinne ist das Ziel einer Behandlung die dem Körper nützlichen Energien so in Fluss zu bringen, dass sie die krankmachenden Faktoren gleichsam „überzeugen“, wieder in die Harmonie einzuschwingen oder den Körper zu verlassen. In diesem Sinne werden Krankheit erzeugende Einflüsse (von außen oder innen), die selbst natürlicher Teil der großen kosmischen Einheit sind, zwar bekämpft, vor allem aber durch Stärkung des betroffenen Organismus unschädlich gemacht.


Ätiologie von benignen und malignen Tumoren

Innere und Äußere Faktoren

Bei der Entstehung und Entwicklung von Tumoren kommen innere und äußere Einflüsse zum Tragen. Die inneren Faktoren sind im Wesentlichen Emotionen. Unter dem Einfluss äußerer Faktoren, die umweltbedingt sind, bilden sich über längere Zeit die im Folgenden differenzierten Zustände heraus.

Leere (von Qi und Blut) ist sowohl Ursache als auch Folge von Krebs. Die Zeichen dafür sind u.U. sehr subtil, denn der Krebs selbst ist immer ein Füllezustand! Starke pathogene Faktoren, also auch diese Fülle, fordern das Zheng Qi des Körpers stark. Das Verhältnis der Stärke von Zheng Qi zu Xie Qi bestimmt den Verlauf der Erkrankung!
Bei schwachem Zheng Qi können Qi und Blut nicht ausreichend zirkulieren, die Flüssigkeiten (Jin Ye) nicht verteilt werden, d.h. die Ernährung der Gewebe wird unzureichend. In der Folge entstehen Ansammlungen von Nässe und Schleim sowie Stagnation des Blutes.
In späteren Stadien der Krebserkrankung kann die Leere so ausgeprägt sein, dass Zheng Qi in die Ernährung des Krebses umgeleitet wird und so die Schwäche des gesunden Teils des Körpers vergrößert. (Xu Lao: allgemeine Auszehrung)
(….)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
Thema: "Krebs"

Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen Planen
Autorin: Dr. med. Friederike M. Perl DRCOG

  
KREBS MACHT ANGST. SCHON DAS WORT ALLEIN SUGGERIERT ETWAS UNHEIMLICHES, NICHT VORHERSAGBARES, NACH-DER-SEITE GEHENDES, ABWEICHENDES, NICHT-STEUERBARES. ES KANN ABER KAUM DIE ANGST VOR DEM TOD SEIN, DIE HIER GRASSIERT, SONST WÄRE DER SEHR VIEL GEFÄHRLICHERE HERZINFARKT VIEL ANGSTBESETZTER ALS KREBS.
 
Es ist wohl vielmehr die Angst vor Verlust der Würde, sei es durch entwürdigende Behandlung oder durch Furcht vor starken Schmerzen, die immer noch mit Krebs assoziiert werden, obwohl heutzutage niemand mehr an Schmerzen zu leiden bräuchte. Die Angst bemächtigt sich jedoch nicht nur der betroffenen Patienten und ihrer Familien. Auch die Ärzteschaft ist vielfach von Angst beeinträchtigt: Sie ist sich der begrenzten Wirksamkeit mancher ihrer therapeutischen Ansätze durchaus bewusst. Die Angst behindert auch bei den Therapeutinnen und Therapeuten klares Denken und rationales Management.
 
Zeit der Diagnose - Zeit der Weichenstellung
Gerade die diagnostische Situation ist weichenstellend für das ganze weitere Ergehen des krebsbetroffenen Menschen und seiner Familie. In dieser Situation ist vor allem ruhiges Nachdenken und sorgfältiges Abwägen der verschiedenen therapeutischen Alternativen und Varianten von größter Bedeutung. Das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung darf gerade in dieser Situation nicht verletzt werden. Und doch wird kaum eine andere Situation in der gesamten Medizin so oft in paternalistischer Weise (auch von Ärztinnen!) missbraucht, da ärztlicherseits irrtümlich geglaubt wird, man wisse, was jetzt das Beste sei für die erkrankte Person, und dass die Entscheidungsverantwortung bei den Ärzten liege.
 
Das therapeutische Spektrum erkennen
Häufig meint die betroffene Person, eine Krebsdiagnose bedeute den unausweichlichen Ablauf eines nicht mehr steuerbaren Prozesses. Tatsache ist jedoch, dass es immer (ich betone: immer) mehrere therapeutische Alternativen des Vorgehens im Einzelfall gibt, jede mit unterschiedlichen potentiellen Vor- und Nachteilen, mit unterschiedlichen Chancen und Risiken. Was aus wissenschaftlicher Sicht über diese Chancen und Risiken bekannt ist, sind statistische Aussagen, nicht etwa Vorhersagen über das künftige Ergehen im Einzelfall. Ob ein Patient ein statistisches Risiko einer Maßnahme erleiden wird oder nicht, ist eine nicht zu beantwortende Frage. Die wichtigste Frage lautet immer: Welchen Vorteil bringt diese Maßnahme gegenüber dem Nichts-Tun, und dann natürlich: Welches Ziel soll erreicht werden?
 
Informationsverantwortung ist nicht Entscheidungsverantwortung

Aus dieser Problematik ergibt sich, dass es nicht in der Entscheidungskompetenz des Arztes, der Ärztin liegen kann, zu bestimmen, welchen Risiken eine Patientin ausgesetzt werden soll. Diese Entscheidung kann nur die betroffene Person selbst treffen. Die Patientin muss in die Lage versetzt werden, die verschiedenen Alternativen zu verstehen, und zwar in Bezug auf die unterschiedlichen therapeutischen Ziele, die erreicht werden sollen.
(...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
Thema: "Krebs"

Die Mistel - Von der Zauberpflanze zum Arzneimittel
Autorin:
Elisabeth Oelmaier


SEIT DEM ALTERTUM IST DIE MISTEL BEKANNT ALS HEILPFLANZE UND ARZNEI UND SIE WURDE BEREITS BEI DEN KELTEN ALS HEILIGE PFLANZE VEREHRT.


Die Mistel wurde als besondere und geheimnisvolle Pflanze erlebt, weil sie so hoch oben in den Bäumen wächst und den Erdboden nie berührt. In ihr – so erlebten es die Kelten – wirken besondere Kräfte. Da sie vor Feuer schützen und böse Geister vertreiben könne, wurde sie an Hauswände gehängt. Die gegabelte Form der Zweige machte sie zum Vorbild für die Wünschelrute. Wir verwenden sie heute zur Weihnachtszeit, um uns Gesundheit, Wohlergehen und Fruchtbarkeit für das neue Jahr zu erwünschen.

Die Mistel galt als Helferin bei Erkrankungen wie Arteriosklerose, Hypertonie und Asthma. Später, in der Homöopathie, wurde sie bei Kopfweh, Migräne, Schwindel, Ohnmachtsneigung, Parästhesien, bei Symptomen aus dem rheumatisch-neuralgischen Formenkreis und wiederum Arteriosklerose, Hypertonie und Angina pectoris eingesetzt.

Rudolf Steiner schilderte 1920 die Mistel aus seiner geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus im ersten Medizinerkurs, der die Anthroposophische Medizin begründete, erstmals als Arzneimittel für die Tumorerkrankung. Er gab Anregungen, die Mistel zweimal jährlich, im Sommer und im Winter zu ernten und dann in einem speziellen Herstellungsverfahren beide Ernten zu mischen. Wenn das Mistelpräparat so hergestellt werde und bereits bei Krebsdisposition eingesetzt werde, könne die Mistel das Auftreten von Tumorerkrankungen verhindern und das „Messer des Chirurgen“ ersetzen.

Die Pflanze
Die Mistel als Pflanze ist zweihäusig, das heißt, es gibt Pflanzen mit männlichen und Pflanzen mit weiblichen Blüten. Sie ist ein Halbschmarotzer, d.h. sie entnimmt ihrem Wirtsbaum Wasser und Nährsalze, zerstört ihn aber nicht. Sie ist nicht mit der Erde verwurzelt, sondern bildet eher im Luftigen, also im Geäst ihres Wirtsbaumes, einen so genannten „Senker“, den sie ins Kambium des Baumes buchstäblich „einsenkt“. Die Mistel hat eine sehr intensive Beziehung zum Licht, sie bildet besonders im lichtreichen Frühjahr mit ihrem Senker Chlorophyll bis in den Ast hinein und erhält einen großen Teil ihrer organischen Nährstoffe zusätzlich von ihrem Wirtsbaum.
Insgesamt gibt es über 60 Arten von Wirtsbäumen für die weißbeerige Mistel (Viscum album), 15 davon dienen den Misteln, die für die differenzierte Tumortherapie verwendet werden, als Wirtsbäume.
(…)

Die Inhaltsstoffe
Die Mistel enthält in den Blättern, also in der Peripherie, schwerpunktmäßig Viscotoxine, die in der chemischen Formel ähnlich dem Schlangengift der Kobra sind, d.h. Viscotoxin macht die Beere giftig. Der Gehalt an Viscotoxinen ist im Frühsommer, in der Sommerernte, am höchsten.
In den Stängeln, d.h. mehr im „Inneren“ der Mistel, befindet sich ein starker Anteil an Lektinen. Die Mistel hat den höchsten Gehalt an Lektinen von Januar bis März, d.h. in der Winterernte.
Neben vielen anderen Eiweißstoffen enthält die Mistel auch noch Glykoside, u.a. die Leim- und Schleimstoffe. Wer einmal eine Mistelbeere in der Hand hatte, weiß, wie klebrig sie sind. Früher wurde diese klebrige Substanz als Leim bzw. Klebstoff verwendet.

Die Wirkungen der Mistel
Krebskranke Menschen haben oft in ihrer Anamnese jahrelang kein Fieber mehr gehabt und schon gar nicht tägliche Temperaturschwankungen, das heißt, sie haben ein eher „rigides“ Temperatursystem. Die Mistel regt den Organismus an, wieder eine so genannte „circadiane Rhythmik“ der Temperaturkurve herzustellen, und eine geringfügige Steigerung der Körpertemperatur, gelegentlich bis hin zur Erzeugung von Fieber (besonders, wenn die Mistel intravenös verabreicht wird).
Diese Applikation ist jedoch nicht zugelassen, eine intravenöse Verabreichung geschieht immer in Verantwortung des Therapeuten/der Therapeutin.

Die Mistel bessert den Allgemeinzustand der Krebspatientin (Appetit- und Gewichtszunahme) und hemmt das maligne Wachstum ohne Beeinträchtigung gesunder Gewebe (!), sie wirkt mit ihren Lektinen zytotoxisch durch Apoptose (= selbstinduzierter Zelltod zum Wohle des Gesamtorganismus) und mit ihren Viscotoxinen zytotoxisch durch Nekrose.

Außerdem hat sie immunologische Wirkungen. Sie steigert die körpereigene Abwehr und reduziert die Infektanfälligkeit und wirkt rezidiv- und metastasenprofilaktisch.
Sie reduziert unerwünschte Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie durch eine DNA-Stabilisierung (Senkung der Schwesterchromatid-Austauschrate).
(…)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
Thema: "Krebs"

Krebs - eine Heldinnenreise
Jeder Schritt braucht Mut

Autorin: Rich Renate Schmidt


DIE DIAGNOSE KREBS ERSCHÜTTERT: DAS SELBSTBILD, DAS SICHERHEITS- UND LEBENSGEFÜHL, DAS VERTRAUEN IN DEN EIGENEN KÖRPER. EXISTENTIELLE FRAGEN IN HINBLICK AUF DIE EIGENE ENDLICHKEIT KOMMEN AUF. WAS ERLEBEN MENSCHEN, DIE SICH DAMIT KONFRONTIERT SEHEN?

Gedankensplitter: Die Gedanken und Gefühle springen wie wilde Affen im Kopf und im Körper herum. Unruhe. Schock nach der Diagnose. Angst und Stress verengen den Blick. Nur weg hier. Ohnmacht. Schuldgefühle. Kränkung, krank geworden zu sein. Angst. Second opinion. Informationen einholen. Hilfe suchen, wie Entscheidungen treffen...  

Als Behandlerinnen können wir unsere Klientinnen motivieren und unterstützen, ihre Eigenmacht und Selbstwirksamkeit im Umgang mit der Krebserkrankung zu bewahren. Selbstwirksamkeit, ein psychologischer Begriff, wird dabei verstanden als ein Korb von Möglichkeiten, sich als handlungsfähig dahingehend zu begreifen, es sich mit sich selbst besser ergehen zu lassen und sich wohl zu fühlen. 

Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die Resilienz, so nennt man die Fähigkeit mit einer belastenden Lebenssituation (Unglücken, traumatischen Ereignissen, schweren Erkrankungen,…) erfolgreich umzugehen. Wenn es der Frau gelingt, einen Sinn in der Krebserkrankung zu sehen, kann sie die Erkrankung besser verarbeiten.
Lebenssituationen Sinn verleihen zu können, seien sie noch so schwer, gehört wie Hoffnung und Humor u.a. zu den Resilienzfaktoren. Diese Faktoren können als seelische Widerstandskräfte verstanden werden, die helfen, Krisenzeiten, und als solche kann eine Krebserkrankung betrachtet werden, stabiler zu bewältigen. Dies gilt sowohl für den Heilungs- als auch für einen möglichen Sterbeprozess.
(…)

Was wäre also, wenn die Klientin sich selbst als Heldin verstehen würde, als Heldin auf einer Quest (einer Sinn-Reise), die eine schwierige, existentielle Aufgabe zu bewältigen hat? Diese Haltung könnte der Klientin helfen einen übergeordneten Sinn für sich in dem Geschehen zu finden. Unter dem Aspekt der Resilienz betrachtet hilft dies, die Krebserkrankung besser zu bewältigen, ohnmächtige Gefühle zu minimieren und sich als selbstwirksamer und handlungsmächtiger zu begreifen. Die Reise wäre dann ein Reifungsweg, mit seinen Schwierigkeiten und Erfolgen, die sich über die gesamte Zeit der Krebserkrankung erstreckt.
(…)

Zur Übersicht: Der Zyklus der Heldenreise umfasst klassischerweise 11 Stationen: 1. Der Ruf für die Reise. 2. Die Weigerung, sie anzutreten. 3. Der Aufbruch. 4. Auftreten von Problemen. 5. Hilfe von Mentorinnen. 6. Die erste Schwelle mit schweren Prüfungen „dem Kampf mit dem Drachen“. 7. Schatz finden. 8. Initiation und Transformation. 9. Schwelle. 10. Sich auf den Weg machen. 11. Rückkehr in den Alltag und Integration der „Reise“-Erfahrungen.
(…)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"

„Entfremdung als Chance“
Vortrag am 20.1.2006 beim LACHESIS-Treffen (gekürzte Fassung)

Autorin: Antje Schrupp


Das Fremdsein der Frauen

Viele Frauen klagen über Entfremdung. Frauen fühlen sich fremd in der Welt, nicht eins mit sich selbst, mit der Natur, mit der Politik, mit der Arbeitswelt. Sie fühlen sich fehl am Platz, in den Unternehmen, im Konkurrenzkampf mit den Männern und mit anderen Frauen. Sie sind nicht zufrieden mit ihrem Körper, mit ihren Beziehungen, mit ihrer Arbeit. Woran liegt das? Und was kann man dagegen tun?

Das Gefühl der Entfremdung kann eine starke Motivation sein, das hat uns die Frauenbewegung gezeigt. Sich fremd zu fühlen, nicht richtig zu etwas zu passen, das kann ein starkes Begehren auslösen, diesen Zustand zu überwinden. Das kann Frauen dazu bringen, sich zu engagieren, etwas verändern zu wollen, zu protestieren, sich für eine bessere Welt zu engagieren.1 Entfremdung kann aber auch lähmen. Und zwar dann, wenn sie den Zugang zum eigenen Begehren verstellt, wenn eine sich so falsch und fehl am Platz fühlt, dass sie keine Verbindung mehr herstellen kann zwischen sich selbst und den Umständen. Wann tritt das Eine ein und wann das Andere? Unter welchen Bedingungen?

Die Beantwortung dieser Frage hat viel mit unserer Einstellung zu dem Fremden, dem Anderen, zu tun. Ich bin hier und fühle mich fremd, entfremdet – und was tue ich nun? Gelingt es mir, mein eigenes Begehren mit dieser Situation zu verbinden, mich selbst und persönlich einzubringen, tätig und aktiv zu werden? Oder bin ich blockiert, frustriert, verängstigt, ablehnend, weil ich das Fremdsein – und das Fremde – nicht ertrage? Diese Frage ist natürlich auch höchst aktuell und politisch. Es ist die Frage nach der Differenz und unserem Umgang mit ihr.


Die sexuelle Differenz und die Existenz des Anderen

Das Fremde, das Andere, die Differenz und die Frauen haben sehr viel miteinander zu tun. Nicht nur, weil Frauen sich so oft fremd fühlen, während viele Männer sich einfach überall zu Hause zu fühlen scheinen, ganz egal, wo sie hinkommen.

Man könnte sogar sagen, die Frauen und das Fremde sind gleichzeitig erschaffen worden. Die Geschichte der Menschheit begann – nach der Schöpfungserzählung der hebräischen Bibel – mit einer Entfremdung. Das Menschenwesen, auf hebräisch „Adam“, das eins war mit sich und seiner Umgebung, das kein Geschlecht hatte und keine Sorgen, das ohne Mühsal und Widrigkeiten im Paradies lebte, war einsam. Es beklagte sich bei Gott und verlangte nach einem Gegenüber. Also schuf Gott die Frau. Und mit der Frau die sexuelle Differenz, und mit der sexuellen Differenz den Mann.2

Adam, das geschlechtslose Menschenwesen, das eine, ganzheitliche, un-getrennte und un-entfremdete gibt es seither nicht mehr. Es gibt auf der Welt nur Frauen und Männer, möglicherweise noch andere Geschlechter, aber nicht mehr das Menschenwesen schlechthin. Menschsein ist also nicht Eins-sein. Menschsein ist Viele-sein.

Mit der Erschaffung der Frau, mit der sexuellen Differenz also, kam im Übrigen auch die Politik in die Welt: die Notwendigkeit, über die eigenen Wünsche mit Anderen zu verhandeln, das Streben nach Erkenntnis, Diskussionen über Gut und Böse, die Notwendigkeit, eigene Urteile zu fällen und die Welt zu gestalten, zu zweifeln, Dinge in Frage zu stellen, Antworten zu finden und wieder zu verwerfen. Sich mit Anderen zusammen und auseinander zu setzen. Kurz gesagt: Die Welt nicht einfach nur passiv zu genießen und zu betrachten, sondern sie selbst gestalten, bearbeiten zu müssen, um überleben zu können. Mit Mühe und mit Freude.
(…)

1 Vgl. dazu auch: Antje Schrupp: Zukunft der Frauenbewegung. Christel Göttert-Verlag, Rüsselsheim 2004.
2 Diesen Gedanken verdanke ich der jüdischen Theologin und Rabbinerin Eveline Goodman-Thau, vgl. www.antjeschrupp.de/goodman-thau.htm.

(…)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"

ERNÄHRUNG & VERDAUUNG:
„Durch Fremdes ent-fremden – oder durch Fremdes zur Heimat finden“

Autorin: Gertrude Ernst-Wernecke, Pflanzenheilkundige, Heilpraktikerin, Lehrende

In der Verdauung begegnen wir dem immerwährenden Geheimnis, wie Fremdes aufgenommen und weise behalten oder verabschiedet wird. Der Prozess des Stoffwechsels ist ein Beispiel dafür, wie wir ständig Fremdes zu unserem Eigenen machen. Es ist ein Urwissen in den Zellen, wie kreativ, freudvoll und erweiternd das Fremde sein kann.

Ver - DAU - en
DAO !!!
DAO-en ... DAU-en ...

Tief im Bauch schwingt dieses Wort, wenn ich es laut spreche –
dort wo die VerDAUung geschieht...

Das DAO enthält das Bekannte genauso wie das Unbekannte, das Eigene wie das „Fremde“.

DAOen oder DAUen ist das, was geschieht, wenn Bekanntes und Fremdes aufeinandertreffen:

  • Aus dem Fremden strömt Be-Lebung, es entsteht Lebendigkeit, körperlich wie geistig.
  • Aus Gegensätzlichkeit entsteht Bewegung, und Bewegung ist das Prinzip zur Überwindung der Gegensätze:
    Peristaltik bewirkt Assimilation (Verähnlichung).

Die Schwingung des Wortes DAOen oder DAUen in meinem Körper lässt mich meine Körperlichkeit sehr deutlich spüren und damit

  • den Ort, an dem ich in der Gegenwart sein kann (Präsenz!),
  • den einzigen Ort, an dem ich (wirklich) mit anderen „Körpern“ in Beziehung treten kann: stofflich, emotional, mental oder feinstofflich,
    an dem ich sie berühren und aufnehmen kann.

(…)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"


Zeit und Entfremdung
Autorin: Rafaela Schmakowski

Die Zeit ist eine menschliche Erfindung. Sie wird mit Kalendern und Uhren gehandhabt und beruht auf den Konventionen der jeweiligen Zeitberechnungen, mit ihren kulturellen Unterschieden natürlich und auch von jeweils unterschiedlich langer Dauer, je nach Herrschaft. Die Lektüre von Zeitrechnungen und Kalendersystemen ist recht aufschlussreich. Je nach Konvention werden die jeweilig festgelegten Zeiteinheiten schließlich als objektives Zeitmaß empfunden. Im Ursprung jedoch wurde die Zeit nach dem Wandel der Gestirne am Himmel gemessen, nach den Zyklen von Mond und Sonne und später wurde sie dann mit Kalendern und Kalenderreformen genau davon befreit. Eine Woche kann fünf, sieben, zehn oder vierzehn Tage dauern, ein Monat kann unterschiedlich viele Tage lang sein und das Jahr kann im Frühjahr oder im Herbst beginnen, im November oder Anfang Januar,
Punkt Mitternacht, wie bei uns.

... eine lineare Zeitrechnung benötigt einen Anfang

Unsere heutige (westliche) Zeitrechnung richtet sich nach der Sonne und ist linear. Sie hat einen zurückdatierten Anfang. Lineare Zeitrechnung benötigt einen Anfang. Sie beginnt mit der vermuteten Geburt Christi im Jahre Null und basiert auf der christlichen Konvention römisch-katholischer Prägung, deren Kalender als der “Gregorianische” in die Historie eingegangen ist. Er gründet sich auf assyrisch babylonische, ägyptische und römische Zeitberechnungen, doch in der aktuellen Genauigkeit existiert er erst seit dem 15. Oktober 1582 im Zuge einer Kalenderreform, die von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde. An den Berechnungen für das exakte Einfügen eines Schalttages war der polnische Astronom Nikolaus Kopernikus beteiligt. Die Weltzeit (Universal Time, UT), die von 00.00 bis 24.00 Uhr als 24-Stunden-Tag gilt, wurde erst im Jahre 1926 eingeführt. Sie bezieht sich zwar auf den mit 0 Grad definierten Längenmeridian über Greenwich, verläuft jedoch erst ab 180 Grad um 00.00 Uhr mit der Erdrotation in 24 Stunden über die Länder des Globus durch Zeitzonen und auf der Datumsgrenze des Meridians im Zickzack. Ein derartig ausgetüfteltes Zeitsystem gab es vormals nicht. In alten Zeiten wurden in verschiedenen Kulturen unterschiedlichste Zeitrechnungen benutzt, ohne jeglichen Anspruch von Übereinstimmung miteinander. Noch bis heute existieren diverse Zeitrechnungen nebeneinander her. Es gibt Kulturen, die entweder einen Mond- oder einen Sonnenkalender benutzen, Kulturen, deren Zeitsysteme nicht kompatibel sind, die jedoch den “Gregorianischen” als westliche Businesszeit im Rahmen der globalen Marktwirtschaft akzeptiert haben und ihn parallel zu ihren jeweils eigenen Zeitrechnungen mitbenutzen.

... der himmlische Tanz von Sonne, Mond und Sternen

Unser Sonnenkalender beruht auf den Berechnungen assyrischer Mathematiker und Astronomen. Ihre damals neue Sonnenzeit richtete sich gegen die alte Mondzeit. Diese Art von Zeit wurde erfunden, sie wurde erzwungen, sie wurde eingesetzt, abgesetzt und wieder eingesetzt, sie wurde genutzt und benutzt, sie wurde verehrt und vergöttlicht, sie wurde Gottes Zeit und durfte nicht gestohlen werden, sie wurde Geld und durfte nicht verschwendet werden und die Zeit, einstmals unendlich, wurde nun knapp und sehr schnell. Historisch umranken die Zeit tausend Geschichten, Mythen, Märchen, Sagen, jedoch im Ursprung beruht sie auf den astronomischen Phänomenen des kosmischen Raums. Die Wurzeln der Zeit, poetisch ausgedrückt, sind der himmlische Tanz von Sonne, Mond und Sternen ohne Anfang und Ende, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die zyklischen Bewegungen der stets sich verändernden, immer wieder neu sich verknüpfenden Bezugs- und Schnittpunkte der Gestirne erschafft uns eine Zeit auf Erden, die nur dann existiert, wenn sie wahrgenommen und genutzt wird, so, wie sie von unserem geozentrischen Standpunkt aus errechnet werden kann. Andernfalls ist Zeit eigentlich nichts, nichts als verwehender Staub im unendlich erscheinenden All. Die so sehr verehrte Zeit bedarf der menschlichen Aufmerksamkeit in keiner Weise, sie existierte im himmlischen Lauf von Sonne, Mond und Sternen sehr lange vor der Erde, lange vor den Menschen und sie wird, nach astrophysikalischen Berechnungen, noch sehr lange nach uns existieren, entstehen und vergehen.

... ihre Himmelsbewegungen nachgeahmt, beschworen, angebetet

Die thematische Verknüpfung von Zeit und Entfremdung hat einen brisanten politischen Aspekt. Zeit oder Entfremdung müsste es eigentlich heißen, da die Zeit im Ursprung erst durch Verbindungen und Beziehungen entstehen kann. Ohne die Begegnungen der Gestirne mit ihren Überschneidungen, Verknüpfungen und Schnittpunkten gäbe es ja keinen Raum und deshalb auch keine Zeit. Also dürfte die Zeit gar nichts mit Entfremdung zu tun haben. Hat sie aber. Als es noch eine direkte Beziehung von den Menschen zu den fernen Gestirnen gab, wurden diese sehr verehrt. Die Gestirne wurden als die Leben spendenden Kräfte erkannt und demzufolge vergöttlicht und mit ihnen die Zeit, die erst durch sie entstehen kann. Und so wurde die Zeit geheiligt. Der Mond, die Sonne, die Wandelsterne (die wir heute Planeten nennen) und die ewig erscheinenden Fixsterne gaben der Zeit die Ehre. Mond und Sonne (von der Erde aus betrachtet!) ziehen im Monat und einmal im Sonnenjahr durch die Sternbilder des Zodiakus und ordnen dabei den Menschen eine berechenbare Zeit, erschaffen damit ein kulturelles Leben. In den Monatsnamen Januar (Janus), Juni (Juno), in den Wochentagen Freitag (Venus/Freya), Sonntag (Sonne) und Montag (Mond) klingt diese Verehrung noch immer nach. Den Göttinnen und Göttern am und im Himmel wurde kunstvoll gehuldigt. Mit Tanz, Gesang, Wort, Schrift, Ornament und Symbol wurden ihre Himmelsbewegungen nachgeahmt, beschworen, angebetet, nachgespielt, nachgetanzt, sie wurden versinnbildlicht und genau das tun wir eigentlich noch immer. Unser Leben lang, von Kindesbeinen an, beschwören wir im Ringelrein, in Reigen, Tänzen und Liedern, in Singspielen und Schauspielen, in Geschichten und Gedichten vom Frühjahr bis zum Winter das Spiel der Zeit, und das nennen wir dann Kultur.
(...)

(Ende der Leseprobe)

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aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"

Autorin: 
Andrea Lux, Heilpraktikerin

Die Rosskastanie
Eine homöopathische Annäherung

 

Homöopathisches Mittel: Aesulus (aesc.)
Botanische Bezeichnung: Aesculus hippocastanum L.
Familie: Sapindaceae (Seifenbaumgewächse)
Dt. Bezeichnung: Rosskastanie

Auf dem Fachgruppentreffen Homöopathie im September 2005 in Erfurt widmete sich eine Arbeitsgruppe aus vier Frauen (Angela Rembiak, Birgit Lehmann, Neele Schmidt und Andrea Lux) der Rosskastanie. Aus den eigenen Erfahrungen vor Ort und intensiver Literaturarbeit entstand für uns ein deutliches Mittelbild, an dem wir Euch gerne teilhaben lassen möchten.

(...)

Homöopathie

(...)

Die vier Themen der Rosskastanie

1. Hochmut, Blaublütigkeit

Die Rosskastanie ist das Platin der Bäume. Als Einzelbaum hat die Kastanie eine große Wirkung mit ihrem wuchtigen Stamm, der breiten Krone, den großen Blättern und den riesigen Blütenkerzen: Ein Meer orchideenhafter Pyramidenblüten.
Die Verbindung zwischen der Kastanie und dem "blaublütigen Adel" entsteht zum einen durch das blau fluoreszierende Aesculin. Zum anderen war die Kastanie für Ludwig den XIV, den Sonnenkönig (1636 - 1715), der repräsentative Baum schlechthin. Schlossgärten und Alleen wurden mit Kastanien bepflanzt. Auch Fürsten und reiche nichtadlige Familien schmückten ihre Güter und Wege mit den prachtvollen Kastanien. Die riesigen Schattenspender waren gut für die damals moderne weiße Haut der adeligen und vornehmen Gesellschaft. Deren Tanzvergnügen fand wahrscheinlich auch unter den Kastanien statt, nicht wie bei dem "gemeinen Volk" unter den Linden.

Bei den Gemütssymptomen finden wir neben Hochmut auch viel Verwirrung. Diese soll verborgen werden hinter einem hochmütigen, diktatorischen Auftreten. Die Rosskastanie repräsentiert gerne und wirkt exzentrisch und überspannt. Alle Symptome sind schlimmer beim Erwachen.
(...

2. Fülle, Stau, Festhalten

Astrobiologisch wird die Kastanie dem Planet Jupiter zugeordnet, dem Planeten des Reichtums und der Fülle.
Zu diesem Thema passten viele Wörter aus der Rasseltrance: "groß und kräftig", "von Anfang an damit beschäftigt, breit zu werden", "sich eine gute Grundlage verschaffen", "Essen bis zum Platzen". Dazu tauchte ein Bild von hungrigen Rehaugen auf (Kastanien dienen als Rehfutter), allerdings im Gesicht eines jungen, in Armut lebenden Mädchens. Bei den Körpergefühlen wurde die negative Seite der Fülle spürbar: eine Person fühlte sich krank und schwer und hatte schwere Füße und Unterschenkel.
Auch unser persönliches Erleben der Rosskastanie führte uns zu diesem Thema: die Blütenfülle, die Fruchtfülle, die Sammelleidenschaft der Kinder, das Raffen der reifen Kastanien, bis man nichts mehr tragen konnte.
Hervorragend lassen sich die Körpersymptome der Kastanie dem Thema zuordnen:
* Völle in den verschiedenen Körperteilen, als ob sie übergroße Blutmengen enthielten
* Hämorrhoiden, sehr prall, purpurrot, angeschwollen
* Krampfadern, prallvoll angestaut, purpurrot angeschwollen, voll bis zum Platzen
* im Liegen und im Schlaf treten oft Venenstauungen auf, besser durch Bewegung
* Rachen und Augen: vaskularisierte, rot gefärbte, angestaute Äderchen mit Empfinden von gesteigertem Blutandrang
* Brust mit Völlegefühl; Hahnemann nannte die Rosskastanie "Roßkestenaschel" und empfahl den Rindenextrakt in seinem Apotheker-Lexikon gegen krankhafte Engbrüstigkeit - "da sie vor sich der gleichen zu erregen pflegt und auch die Samen bei dampfenden Pferden sich hülfreich sich erwiesen haben."
* Kopfschmerzen, dumpf, es scheint als würde Hirn herausgepresst
(...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"

Autorin: 
Ingrid Purucker-Roth, Heilpraktikerin

Tilia - die Linde

Homöopathisches Mittel: Tilia cordata (til.)
Tilia europaea (til.): Botanische Bezeichnung
Tilia cordata Mill.: Tilia europaea L.
Familie: Tiliaceae (Lindengewächse)
Dt. Bezeichnung: Linde

Beim Fachgruppenreffen Homöopathie 2004 in Germerode beschäftigten wir- fünf Frauen- uns mit der Linde.
Zuerst haben wir uns mit dem was wir aus der Literatur kannten und dann mit freien Assoziationen der Linde genähert. (...)

Mythologisches
Linden wurden (und werden) oft um junge Eichen gepflanzt, um diese zu schützen, zusätzlich sorgt das Laub der Linde für einen humusreichen Waldboden.
Linden sind sozusagen die Ammen der Eichen.
Wie die Ammen großer Frauen und Männer nicht in die Geschichte eingehen bzw. eingegangen sind, so hat die Linde keine so große (wirtschaftliche) Bedeutung als Forstgehölz aber eine umso größere als Hausbaum im Volk.
Das Gerangel um Rang und Namen ist nicht das Wesen der Linde, viel eher entspricht es ihr ihre Schuldigkeit wie eine Amme zu tun und dann zu gehen.

Im keltischen Baumkalender (M. Vescoli) sind Lindenbaumtage vom 11. bis 20. März und vom 13. bis 22. September.
Berühmte an Lindenbaumtagen geborene Menschen sind Greta Garbo und Albert Einstein.
Albert Einstein kann als "Amme eines neuen Bewusstseins" gesehen werden, dem es u.a. ein Anliegen war geteilte Welten zu vereinen, ein zentrales Lindenthema.
Greta Garbo ist schon zu Lebzeiten zu einer Legende geworden, eine Frau die liebend an Leben litt, wie auch andere an den Lindentagen geborene.
Analog dazu gilt "Warum sind meine Vorstellungen und Träume (die Ammen des Lebens!) immer soviel schöner als die Wirklichkeit?"
Ein weiteres Lindenthema.(DD Ignatia)

Die Bedeutung der Linde zeigt sich in alten Geschichten und Mythen.
Im deutschen Sprachraum gibt es über 1000 Ortsnamen, die die Linde im Namen führen.
(Lindau; Lindenfels, Linz u.v.a)
Lind bedeutet weich, geschmeidig; der Lindwurm wohnt nicht etwa in der Linde, sondern ist ein linder, ein sehr geschmeidiger Drache.
Selbst der schwedische Botaniker Linné führt seinen Familiennamen auf die Linde zurück.
Der lat. Name Tilia leitet sich vom griechischen tilos, d.h. Faser(bezieht sich auf den fasrigen Bast) ab.
Ein römischer Chronist schrieb über die Germanen: "Die Männer hüllen sich in kurze Mäntel oder in Baumbast."
Bast, die sekundäre Rinde, wird von der Linde besonders reichhaltig gebildet.
Auch Papier, Seile, Bogensehnen und Kriegsschilde wurden aus Lindenbast gefertigt.

Die Dorflinden waren früher das Dorfzentrum. (...)

Freie Assoziationen
zum Teil in Anlehnung an eine vorher durchgeführte Verreibung einer Mitfrau:

Mit der Linde verbunden ist ganz zentral "die Mutter"
Mütterliche Geborgenheit suchen
Linde, ist ein Baum der Geborgenheit gibt
"ich suche Geborgenheit, aber die gibt es nicht in dieser Welt" (Aussage einer Frau, der Linde half)
"ich bin die gute Mutter, die ihr vermisst habt"
Heilige Mutter Maria
"die Mutter blicket stumm um den ganzen Tisch herum"
Die verlassene Mutter
Gebärmutter, Brust, knotige Veränderungen
Blockierungen verursachen knotige Veränderungen
Gleichwertig gleichgültig; alles hat den gleichen Wert; aber aus Gleichgültigkeit kann auch Resignation werden
Um das Wohnrecht betrogen werden
Altes Erbrecht, das Frauen leer ausgehen ließ
Wurzelsuche
Liebe
Liebend am Leben leiden
Verwundbarkeit des Herzens
Liebessehnsucht, romantische Liebe die unerfüllt bleibt
Bedingungslose Liebe
Hoffnungslose Liebe
Weißheit des Herzens
Die Linde bildet kein Hartholz aus; "die Liebe wird nicht hart" (DD Nat. mur. geht in die Starre)
Die Farbe rosa
Melodram
Beziehungen verharzen, die Linde schenkt uns ihr Harz, damit wir die Tränen nicht weinen müssen
Die alte Erfahrung begrüßt die Neue und lässt sie in sich schwingen. (...)

Kopfkissenprüfung

Um der Energie der Linde noch etwas näher zu kommen, machten einige Frauen eine Kopfkissenprüfung mit Tilia europaea C200 (enthält lt. Boericke die Blüten von Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde))

1.Prüferin :
Albtraum, bekommt keine Luft mehr
Wollte sich einen neuen Schlafplatz suchen (real) aber der war schon
besetzt
("Um das Wohnrecht betrogen")

2.Prüferin :
schlaflos, putzmunter wie unter Tee, Cola; Hungergefühle nachts
würde gerne tanzen gehen
Zeit vergeht nicht
Träume wie real, ist sich dessen bewusst
("geteilte Welten vereinen")

3.Prüferin :
verliebt in die Freundin der Freundin, denen tut das weh, erzeugt
Schmerz; ich kann nichts machen
("leidet liebend am Leben")

4.Prüferin :
Auseinandersetzungen, dadurch in den Frieden gekommen
Die Aggression setzt Lebendigkeit frei
("Vereinen von scheinbaren Gegensätzen")

5.Prüferin :
Immer wieder die Idee, die Linde hat viel mit Gewalt (an Frauen) durch
Frauen zu tun
(Mutterthematik/-problematik)
(...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"

Autorin: 
Phoenix Karuna, Heilpraktikerin

Die Lärche

Homöopathisches Mittel: Europäische Lärche (lar-e.)
Botanische Bezeichnung: Larix decidua Mill.
Familie: Pinaceae
Dt. Bezeichnung: Lärche

Ethymologie:
- larix: Lärche. Kommt aus dem Lateinischen, erstmals schriftlich , als der Baum von den Sudeten, Karpaten, Alpen in die subalpine Stufe verpflanzt wurde (AostaTal, Westalpen)
- decidua: altkeltisch dingua: die Zunge, lateinisch: lacrima: die Träne (Anspielung auf die Harztropfen: die Tränen der Lärche)

- rumänisch: zada: die Lärche: zurückzuführen auf vlat.: daeda : harzreiche Fackel
- mhde.: larche, lerche
- ahde.. larihha, lerihha
- kelt.: larix, ins Lateinische übernommen

Botanischer Name: larix decidua

Andere noch übliche Namen: Lärchtann, Lerbam, Lertanne, Schönholz

Familie: Piniengewächs /Föhrengewächs (pinaceae)

Geschichte: Die Germanen lernten sie durch die RömerInnen kennen.
Viele Sagen ranken sich um die Lärche. Es gibt viele Geschichten zu ihr in Verbindung mit Waldfeen, als Spenderinnen von Ruhe- und Tanzplätzen für die Säligen, die glücksbringenden Frauen, die Unerschöpflichen.

Erscheinungsbilder und Heilwirkungen:
(zugeteilt zu den Elementen)

Erde - körperliche Erscheinung

Die Lärche macht unsere Wälder heiterer. Sie wechselt im Jahreslauf mehrmals ihre Farben.
Im Frühjahr leuchten die zartgrünen Nadeln. Die Nadeln bleiben weich. Sie stehen an Langtrieben einzeln, an Kurztrieben rosettenartig zu 20 bis 30.
Anschließend schmücken gelbe und purpurrote Blüten die Zweige. Dies sind die Blüten beider Geschlechter: die weiblichen sind weiche, rosa bis purpurfarbene Zäpfchen, die sich später verhärten und zu zylindrischen Zapfen werden mit braunen, geschlossenen Schuppen. Die männlichen sind rundliche Bündel goldgelber Staubgefässe.
Im Herbst leuchten die Nadeln goldgelb.
Hin zum Winter wirft die Lärche ihr Nadeln ab - sehr ungewöhnlich für einen Nadelbaum.

Die Blütezeit der Nadeln ist gleichzeitig mit dem Treiben der Blätter: März bis Mai.
Die Lärche ist ein Lichtbaum. Sie wird 35-50 Meter hoch. Im Lärchenwald ist es niemals dunkel. Mit Licht ist die Lärche sehr schnellwüchsig und anspruchslos. Sie gedeiht auch auf kargem Boden. Sie liebt kalkreiche, steinige, feuchte Böden.


Das Holz der Lärche ist sehr haltbar (da sehr harzreich), resistent gegen Wurmbefall, witterungsbeständig, unempfindlich zum Wasser und schwer entflammbar. Daher wird das Lärchenholz bevorzugt beim Holzbau (auch: Dachschindeln) und beim Holzhausbau.
Es enthält viel Gerbsäure. Aus dem Harz wird Terpentin hergestellt.
(...)

Homöopathische MittelErfahrungen
Unsere Gruppe setzte sich zusammen aus 3 Frauen. Schon vor der direkten Kontaktaufnahme mit der Lärche war Nahrung sehr wichtig. Viel! Essen wurde eingepackt und mitgenommen: Kuchen, Zwiebelkuchen, reichlichst Obst in allen Variationen, sehr großer Durst auf Wasser
Themen:
- existenzielle Bedürfnisse / wo ist mein Platz?
- Teilen der Nahrung : beste Lösung für alle

KontaktAufnahme mit der Lärche:
- "ich steh zu dicht. Ich brauche mehr Licht"
- " Licht ist meine Nahrung"
- "Ich verkümmere, wenn ich zu dicht stehe".
PlatzWechsel vorgenommen an andere Lärche:
- "eeeeeendlich stehe ich in meinem Licht!"
- "die Enge von vorher wird leichter"
- "ich stehe in meinem Licht"

Emotionale Ebene einer erlebten Trennung am vorhergehenden Tag: "ich lass sie abtropfen!" "hinter der Trauer ist Zorn, Zorn ist vor der Trauer", "Reisende soll eine ziehen lassen!"
- "LärchenDuft geht in das Herz, lässt die Flügel weiten"
- "Stacheln weiten sich auf zu wilder Weite, Zartheit ist spürbar."
- "leichtfüßige Zellen tanzen auf der WaldLichtung den Tanz des Lebens"

Trancereise:
- Ich zeige stolz meine rissige Haut, gezeichnet vom Leben.
- Ich brauche Zeit!
- Wild und weich im Wechsel der Gezeiten
- Duft umhüllt die Sinnlichkeit
- Ich bin leicht verwurzelt, brauche ein MitEinAnder mit anderen
- Singende Zellen im ganzen Körper
- Spielerisches Sein mit Nähe/Distanz
- LungenFlügel weiten sich, tiefe Freude kommt hoch
- Das Leben pulsiert im Rhythmus
- Wandel und NeuBeginn nach RuhePhase
- Immer wieder innehalten, dann weitertanzen im Tanz des Lebens
- Neugier auf das Leben, immer wieder neu
- Darin auch tiefe Ruhe und geLassenheit
- 1./2. Chakra tanzt. Herz ist weit und voller Glück
- ich bin mit mir all-eins und soo glücklich
- ich bin so frei!
- Klarheit im SelbstWert, in meiner Weichheit bleiben
- Ich rülpse laut. Dies ist mein natürlicher Stolz.

(...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"

Autorinnen: 
Gudrun Barwig, Heilpraktikerin
Ruth Rohde
, Heilpraktikerin

Die Birke - Betula alba

Homöopathisches Mittel: Betula (betu.)
Botanische Bezeichnung: Betula alba L.
Familie: Betulaceae (Birkengewächse)
Dt. Bezeichnung: Birke

Eine Annäherung an das Wesen der Birke auf verschiedenen Ebenen ....
1) Eigenwahrnehmung - Rasseltrance - Gudrun Barwig
2) Botanik, Phytotherapie, Mythologie - Literaturstudium - Ruth Rohde
3) Arzneimittelbeschreibung - Übersetzung aus den Homoeopathic Links

Beschreibung einer Rasseltrance
Gudrun Barwig


Ein AltweiberSommerNachmittag im hessischen Meissner-Gebiet. Vier Frauen ziehen los, hinaus aus dem Dorf, in die spätsommerliche Hitze, Pferdekoppeln, Saumwege, den Duft reifer Äpfel in der Nase, finden wir, was wir gesucht haben: einen geschützten lichten Schattenplatz unter einer großen schönen Birke.
Ohne viele Worte nehmen wir die Trance-Haltung (nach Felicitas Goodman) der "südmährischen Frau" ein: Beine eng aneinander gestellt, Knie leicht gebeugt, Oberkörper kippt leicht nach hinten, Hals nach hinten überstreckt, Oberarme an den Oberkörper angelegt, Unterarme im 90Grad-Winkel angewinkelt, die Handflächen bilden Schalen, die Münder sind leicht geschlossen, die Augen sind geschlossen.
Eine von uns übernimmt für die nächsten 15 Minuten die Rassel. Mit 210 Rasselschlägen pro Minute wird im Körper ein Zustand ausgelöst, der es dem Geist ermöglicht, seine Wahrnehmungskanäle zu öffnen und zu weiten. Der Herzschlag beschleunigt sich, gleichzeitig gehen die Gehirnströme in einen Entspannungszustand, der der Tiefschlafphase gleicht.
Die Wahrnehmungen der vier Teilnehmerinnen zeichnen ein deutliches Bild vom Wesen der Birke, wie wir es in Verreibebeschreibungen und Arzneimittelprüfungen wieder finden können. Am eigenen Körper während der Trance gespürt, fand die Birke Einlass in die Seelenebene und hat dabei jede von uns tief berührt.

Ergebnisse der Rasseltrance:

TN1:
Fühlt sich lang, will hoch hinaus
Streckt sich zu Luft / Wind / Sonne
Gefühl: Licht und Sonne gehen ins Herz
Sie ist das Licht, sie bringt das Licht
kam auf die Welt, um anderen eine Freude zu sein
"wo sind meine Schwestern?"
kein Gefühl zu ihren Wurzeln - halten die den Sturm aus?
Sorge, ob sie den Sturm aushält, weil sie so lang, dünn, grazil ist
Komisches Gefühl: weiß nicht, was in der Erde los ist, obwohl sie sich insgesamt sicher fühlt.

TN2:
Ständiges inneres Bewegungsgefühl - meint heftig zu schwanken (äußerlich nicht sichtbar)
Der Wind war angenehm - der Wind ist ein Freund
War sich nicht über ihre Wurzeln im Klaren
Wusste nicht, was wäre, wenn der Wind stärker wird
Schatten war eine Bedrohung
Kreativität, Phantasie, Jugend
Erinnert sich an Kinderzeit / Jugend
Phantasiespiele in Zusammenhang mit Birke
(...)


Über das Wesen der Birke
Ruth Rohde


Die Birke ist eine Pionierpflanze, sie wächst dort, wo andere Bäume noch nicht wachsen können, sie kann auf feuchtestem Boden (Moorlandschaft) gedeihen und wird deshalb heute noch zum Entwässern und Erschließen von Ödland gepflanzt.
Sie bereitet also den Weg für andere Bäume, wenn andere Bäume nachfolgen, geht sie wieder, weil sie nicht gerne im Schatten wächst, im dunklen Wald kann sie nicht gedeihen.
Die Birke bleibt nur dort dauerhaft, wo andere Bäume nicht existieren können, an Grenzstandorten (Baumgrenze, Frostgrenze) wie z. B. der Tundra, da sie als Laubbaum extrem Kälte unempfindlich ist und sich gut an harte klimatische Bedingungen anpassen kann. Deshalb wird Birkenrinde auch zur Wasserabdichtung und Kälteisolation in nördlichen Regionen verwendet.
Pilze wachsen gerne und oft unter Birken, v.a. der Fliegenpilz= Agaricus. Pilze geben den Birken Nährstoffe.

Die Birke hat viel mit dem Thema Licht zu tun, sie ist von ihrer Erscheinung her ein heller, lichter Baum, die Blätter lassen viel Licht durch und mit ihrer weißen Rinde leuchtet sie in dunklen Winternächten. Sie wird viel bei Ritualen verwendet, in denen die Wiederkehr des Lichtes gefeiert wird (Lichtmeß), sie wird auch der Brigid zugeordnet (=die Erhabene, Strahlende, Mächtige).

Bei Ritualen, die mit Reinigung und Erneuerung zusammenhängen, spielt die Birke ebenfalls eine Rolle, z.B. werden Birkenreiser zum Austreiben von alten Giftstoffen verwendet (nach der Sauna), somit wird ein Weg für einen Neubeginn bereitet.
Sie wird auch dem Fest der Wintersonnwende zugeordnet, als Baum des Anfangs "mit der Kraft böse Geister und dämonische Mächte zu bannen"
Die Indianer ordnen sie dem "Mond der Erderneuerung" zu (22.12. - 19.01.), analog zum Sternzeichen der Steinziege/ des Steinbocks, mit Hilfe der Birke können sich diese Menschen von unnötigen statischen Schwingungen befreien und ihre Energien frei fließen lassen, damit sie wieder in einem Zustand innerer Klarheit gelangen können.

Die Birke entspricht der Zeit des Frühlings, der Zeit der Jugend und des Wachsens, sie wird in Oster- und Mairituale miteingebunden (Maienbaum), bei diesen Festen werden Fruchtbarkeit, Beziehungen und neue Liebe gefeiert - "alles neu macht der Mai, mach die Liebe frisch und frei". (...)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"

Autorinnen: 
Sangeet Christine Grage, Gießen, Jg. 1965
selbstständige Unternehmerin, Tantralehrerin seit 15 Jahren, ausgebildet bei Jovana Wex
Gabi Leberer, Großkarolinenfeld, Jg. 1950
Diplom Pädagogin, Integrationsberaterin
Tantralehrerin seit 10 Jahren, ausgebildet bei Jovana Wex, fortgebildet bei Christa Schulte

Tantra für Frauen
Selbstheilung und Persönlichkeitsentwicklung mittels sexueller Energie
Sangeet Christine Grage, Gabi Leberer

Vertiefende Informationen, ausführliche Literaturempfehlungen, aktuelle Seminartermine unter:
www.frauentantra.de

- Auszüge als Leseprobe -


Tantra ist einer der wenigen, wenn nicht der einzige spirituelle Weg, der unseren Körper und die körperliche Lust zutiefst bejaht. Im Tantra wird die sexuelle Energie im Gegensatz zu vielen anderen spirituellen und religiösen Richtungen nicht ausgegrenzt. Hier muss nichts "Niederes" überwunden werden, um zur Vollendung zu gelangen. Der Körper ist im Tantra wie das "A" im Alphabet: nichts geht ohne ihn, er ist die Grundlage für alles Weitere. "Dein Körper ist Dein Tempel", ist die grundlegende Botschaft. Die Aufforderung ist, Deinen Körper und alle Gefühle, die sich darin ausdrücken, besser kennen zu lernen. Erfahre Dein Dir innewohnendes Lustpotential und entwickle ureigenste Ausdrucksformen damit. Lerne, den eigenen Körper und Dich selbst in Deiner ganzen Person zu bejahen und bei aller Unvollkommenheit zu lieben. Denn Du wirst in diesem Leben keinen anderen Körper mehr bekommen.
Erforsche Dich selbst auf der körperlichen, emotionalen und mentalen Ebene. Lerne Dich mit Deiner spezifischen Geschichte, mit Deinen Möglichkeiten und Einschränkungen, besser kennen. Lerne, Dir selbst liebevoll mit Achtung und Respekt zu begegnen. Erforsche, was Du willst und was Du nicht willst. Wenn Du aus diesem Selbst-Bewusstsein heraus auf andere zugehst, kann positive und erfüllende Begegnung und glücksbringende Beziehung geschehen.

Tantra - für wen?
Tantra ist der Weg in ein lustvolles und freudiges Leben. Wir empfehlen Tantra grundsätzlich jeder Frau, denn die Entfaltung unseres sexuellen Potentials ist unser aller Geburtsrecht. Und Tantra lehrt: Es gibt eine Glücksseligkeit, ganz mit Dir allein.
[...]

Die Geschichte von Tantra
Ursprünge in Indien
Tantra entstand vor ca. 2500 Jahren als spezielle Schule und spiritueller Kult aus den großen indischen Volksreligionen Hinduismus und Buddhismus. Grundlage des Hinduismus ist die traditionelle Vorstellung von Seelenwanderung. Eine Erlösung aus dem dualistischen Prinzip des Lebens (darunter versteht man z.B. das Trennen von Polen, das Schaffen und Beharren von Gegensätzen, z.B. Aktivität und Passivität) und dem dualistischen Prinzip des gesamten Universums ist erst nach vielen Leben möglich. Indem der Zustand von Getrennt-Sein (Ich/Ego versus Existenz/Realität) überwunden wird, geschieht Erleuchtung und Erlösung.
[...]

Unser frauenspezifischer Ansatz von Tantra
Unser Leitsatz ist: Denn Die Frau Deines Lebens bist Du! Und das ist völlig unabhängig davon, mit wem Du Deine Sexualität lebst: mit einer Frau, mit einem Mann, mit beiden, mit Dir alleine oder überhaupt nicht.
[...]
Wir möchten jeder Frau ausreichend Zeit geben, sich selbst besser kennen zu lernen und bei sich anzukommen. Nur wenn wir uns selbst gut kennen, die eigenen Gefühle wahrnehmen und ernst nehmen, können wir selbstbewusst genießen, unsere Bedürfnisse artikulieren und Grenzen setzen.
Wie gut das gelingt oder welche Herausforderung das auch immer wieder ist, können die Frauen in unseren Gruppen in Partnerinnenübungen ausprobieren. Nach solchen Übungen kehren wir anschließend jedes Mal wieder zum "Ich" zurück - um zu reflektieren, wie jede sich selbst und das "Wir" erlebt hat.
Mit unserem Ansatz wollen wir jede Frau unterstützen, all ihre Anteile zu bejahen.
[...]

Unsere Vision
Wir leben in einer Zeit, in der Sexualität anscheinend allzeit verfügbar ist - doch oftmals als Ware, als Gewohnheit, als Pflicht. Uns liegt daran, dass Frauen ihren Körper und ihre Sexualität genießen und ihre Lust verfeinern. Dazu gehört, dass wir uns bewusst Zeit nehmen für unsere Sexualität und jede Frau ganz persönlich stimmige Formen der Begegnung und des Austauschs mit anderen Menschen findet. Es geht darum, einen persönlichen Zugang und individuellen Umgang mit der eigenen Lust zu finden, so dass Sexualität mit uns selbst und in Beziehung schön, lustvoll und glücksbringend gelebt werden kann.
Der Gesetzmäßigkeit Mikrokosmos = Makrokosmos folgend, sehen wir darin auch einen universellen Aspekt: Über einen zugleich achtsamen und lustvollen Umgang mit uns selbst und anderen vermögen wir auch unserer Umwelt und Mutter Erde als Symbolleib der Frau respektvoller zu begegnen. Zu all dem möchten wir mit unserer Arbeit und unseren Gruppen - speziell für Frauen - einen Beitrag leisten.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"

Autorin: 
Laura Méritt, Berlin
www.sexclusivitaeten.de
Linguistin, Mediatorin und Sexpertin, Autorin und Herausgeberin
promovierte über das Lachen der Frauen beim Reden über Sexualität
Betreiberin von "Sexclusivitäten" Berlin, dem ältesten sexuellen Dienstleistungs-Unternehmen von Frauen in Europa zahlreiche Artikel rund um Sexualität

Letstalkaboutsex
"Wortlos" - Sexuelle Kommunikation
Laura Méritt

- Auszüge als Leseprobe -

Sex ist gut, gesund und macht glücklich, tönt es aus aller Medien Munde. Jede Zeitschrift und vor allem Frauenmagazine besorgen es uns, alle nur denkbaren Techniken und Positionen werden vorgeturnt. Den altgedienten Playboys und Penthouse-Männerblättern haben sie längst den Rang abgelaufen.
Die Werbung ist voll von Sex(-ismen), Musik voll von Porno-Rap, im Internet werden wir zugespritzt. Sprechen über Sex besteht hier auf der einen Seite in platten Auf- und Anforderungen, auf der anderen Seite (der "seriös-wissenschaftlichen") wird von einer neuen "Verhandlungsmoral" geredet. Die mediale wie reale Beziehungswirklichkeit sieht selten wie in "Sex in the city" aus, in der Frauen den ganzen Tag lang ungeniert über Sex reden. Der sexuelle Alltag kommt viel leiser daher und gebraucht nicht der vielen Worte ...

Den neuesten Umfragen* zufolge haben 69% der Deutschen Hemmungen über Sex zu reden, und die Hälfte (vor allem aber Frauen) glaubt und die Hälfte glaubt - vor allem aber die Frauen, dass "drüber reden" die Romantik zerstört. Am ehesten wird über den Körper und hier mit der Hand signalisiert, was erwünscht ist. Frau bewegt oder rückt sich so zurecht, dass es passt oder zumindest besser anfühlt. Sie vertraut darauf, dass das Gegenüber die Zeichen versteht und entsprechend reagiert. Das fordert die volle Aufmerksamkeit beider und zieht Konzentration vom Verlangen ab, garantiert aber auch nicht unbedingt die erwünschte Befriedigung.
[...]
So oder so kann die Lady stöhnen, lachen und Laute von sich geben, die auch nicht immer eindeutig zu interpretieren sind und der verbalen Erklärung bedürfen. Lautes Schreien, Weinen und Lachen kann außerdem enorm verunsichern, die Geliebten, die NachbarInnen, und manchmal eine selbst. Die Kommunikation näher anzuschauen und zu präzisieren lohnt sich, auch um sich selbst besser zu verstehen.
[...]
Reden über und Reden beim Sex sind zwei Seiten derselben Medaille. Will frau nicht währenddessen das nahende Glück durch Worte zerkleinern oder hat sie "Dirty Talking" noch nicht drauf, kann sie nach dem Konzert Rückmeldung geben, was toll war und die PartnerIn darin unterstützen, was sie supergut gemacht hat. Dabei kann einfließen, was frau sich noch wünscht oder sich schon immer mal gewünscht hat.
[...]
Sprechen über Sex ist stark davon abhängig, was gesellschaftlich als normal gilt, welche Praxis akzeptiert wird, welche Frequenz für "gesund" gehalten wird. Normen sind kulturell unterschiedlich und verändern sich im Laufe der Zeit. Dennoch sitzen gerade sexuelle Verbote aus der Vergangenheit tief unter der Haut, sind individuell auf der jeweiligen Sünden- oder Tabu-Festplatte abgespeichert. Auch wenn der allgemeine Tenor heißt: "Alles ist okay, wenn alle damit einverstanden sind!", ist der entscheidende Schritt in die offene und ehrliche Kommunikation mit sich selbst und dem Gegenüber erst einmal zu schaffen.

[...]

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"

Autorin: 
Christina Wons, Berlin
geboren 1953 in Essen
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, seit 11/07 als Ärztin in eigener Praxis tätig

seit 1985 Arbeit im Bereich der Sexualtherapie, Ausbildung und langjährige Mitarbeit bei dem Sexualtherapeuten László Németh
seit 1995 Ejakulationsworkshops

Weibliche Ejakulation
Freudenfluss in Theorie und Praxis
Christina Wons

- Auszüge als Leseprobe -

Sexualität ist ein Bestandteil weiblicher Identität. Sie gehört zum Kernbereich der Bedürfnisse. Wird weibliche Sexualität als Anpassung an männliche sexuelle Erregungsabläufe praktiziert und erlebt, wird die Grundlage für defensive, anpassungsbereite Haltung von Frauen generell in der Gesellschaft gebildet.
Die weibliche Ejakulation bzw. das Nicht-Wissen um dieses Phänomen ist das Beispiel par excellence, wie wenig weibliche Sexualität noch immer wahrgenommen wird. Folgender Text soll zu mehr Verständnis beitragen. Dabei stelle ich theoretische Grundlagen dar, beschreibe praktisch Stimulationstechniken, mache einen Ausflug in die Geschichte und stelle meine künstlerische Umsetzung des Themas vor.
In Deutschland war ich die Erste, die Ejakulationsworkshops durchführte, und arbeite seit 1995 kontinuierlich auf diesem Gebiet.
Von der Theorie stütze ich mich dabei v.a. auf die Gynäkologin SABINE ZUR NIEDEN, die 1992 über das Thema "Weibliche Ejakulation" promoviert hat. Dabei hat sie teilweise schon lange bekanntes insb. zur Embryologie unter diesem Aspekt neu betrachtet sowie aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht. Nach der Wiederentdeckung des Freudenflusses durch die Frauengesundheitsbewegung der 70er Jahre gab sie der Beachtung dieses Phänomens einen gebührenden wissenschaftlichen Rahmen.

Theorie - Embryologie
Um die weibliche Ejakulation zu verstehen ist es wichtig, sich mit der Embryologie zu beschäftigen.
Während der 9 Monate Schwangerschaft durchläuft der menschliche Embryo verschiedene Entwicklungsstadien. Am Anfang der Entwicklung verschmelzen Ei und Spermium zu einem einzelligen Organismus, der sich schrittweise durch Zellteilungen, Zellverschiebungen, Zelldifferenzierung und Zellwachstum zu einem vielzelligen menschlichen Organismus ausdifferenziert.
Innerhalb der Embryonalperiode (4.-8. Woche) sind im menschlichen Embryo die Anlagen der späteren Sexualorgane beider Geschlechter vorhanden (Keimdrüsenanlage, Anlagen der inneren Fortpflanzungsorgane und der äußeren Sexualorgane). Der Embryo ist somit zweigeschlechtlich angelegt und kann sich daher in diesem Stadium noch in männlicher oder weiblicher Richtung entwickeln.
Ohne Östrogen- und Testosteroneinwirkung, egal ob das genetische Geschlecht weiblich XX oder männlich XY ist, entwickelt sich der Fötus vom äußeren Erscheinungsbild immer weiblich.
[...]

Praxis - Stimulation
Stimulation des G-Punktes
Der G-Punkt liegt zur Bauchdecke hin im unteren Drittel der vorderen Vaginalwand, d.h. in direkter Nachbarschaft zur Harnröhre und ist damit quasi die Außenwand der Prostata von vaginal aus gesehen bzw. getastet.
Am besten ist dieser Bereich
[...]

Geschichte der weiblichen Ejakulation
Am Ende des 17. Jahrhunderts war die Ejakulation der Frauen Teil ihrer Sexualität, was aus zahlreichen Beschreibungen bekannt ist. Wenn es wissenschaftliche Diskussionen über dieses Phänomen gab, dann ging es lediglich um die Frage, ob nun das männliche oder weibliche Ejakulat die Zeugung bedingt.
[...]
Erst in den 70iger Jahren des 20.Jahrhunderts wurde im Zuge der Frauenbewegung nicht nur der G-Punkt wiederentdeckt, sondern auch die weibliche Prostata und ihre Ejakulationsfähigkeit.
Heute befinden wir uns erneut in einem historischen Augenblick, denn die Wiederentdeckung der weiblichen Ejakulation ist noch jung, steht am Beginn einer völlig neuen Entwicklung, so dass die Frauen, die es (wieder) erlernen, Pionierinnen sind.

Praxis - meine Arbeit als Ärztin
Im Rahmen der therapeutischen Arbeit als Ärztin bin ich sehr daran interessiert, dass Frauen die Fähigkeit zur Ejakulation wiedergewinnen.
Daneben ist für mich als Medizinerin natürlich von größtem Interesse, welche Funktion die weibliche Ejakulation im Rahmen der Sexualität und der Fortpflanzung hat. Bislang wurde in der Wissenschaft und der zugänglichen Literatur ausschließlich die Fähigkeit an sich beschrieben und die Anatomie der weiblichen Prostata bearbeitet. Da jedoch nichts im menschlichen Körper ohne Funktion ist, muss auch die weibliche Ejakulation eine wichtige Funktion besitzen.
[...]

Praxis - Ejakrylate
Aus meiner Arbeit habe ich die Kunstform der weiblichen Ejakrylate entwickelt.
Ejakrylate sind weibliche Markierungen mit colorierten Ergüssen: eine Mischtechnik aus weiblichen Ejakulat und Acryl in zweifarbigen Kombinationen auf Leinwand.
Weibliches Ejakulat besteht u.a. aus Duftstoffen, also chemischen Signalen zum Anlocken geeigneter Sexualpartner/innen. Daher verwende ich den Begriff Markierungen. Meine Bilder sind Körperabdrücke von Frauen (in sexuellen Stellungen), die weibliches Ejakulat beinhalten.
[...]
Die Präsentation umfasst die Ejakrylate selbst und ein 12-minütiges Video-Loop, das den Entstehungsprozess dokumentiert.
Meine Kunst verstehe ich als Provokation, um auf die weibliche Ejakulation aufmerksam zu machen, sich mit dieser auseinanderzusetzen, darauf zu reagieren. Ich verstehe sie als Anregung, um die Fähigkeit zur Ejakulation wiederzugewinnen und damit zu einer intensiven weiblichen Erlebnis- und Erregungsfähigkeit zu gelangen.
Meine Kunst ist Ausdruck der Befreiung, um die seit Generationen anhaltende Diskriminierung weiblicher Sexualität zu beenden.

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"

Autorin: Maria Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin, Körperpsychotherapie (EABP),
Qualifizierungs - und Beratungstrainings für Institutionen
und Gruppen im In- und Ausland
www.frauenkulturforschung.de

 

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AFGHANISCHE FRAUEN LEBEN MIT IHREN SCHMERZEN
Maria Zemp


Asien ist ein lebender Körper,
und Afghanistan ist sein Herz.
Versagt das Herz, so stirbt auch der Körper.
Doch solange das Herz frei ist, bleibt auch der Körper frei.
Wenn nicht, wird er zu einem Blatt im Wind.

Muhammad Iqbal.

 

Seit November 2002 bin ich siebenmal für jeweils 3 - 4 Wochen im Auftrag der Kölner Frauenhilfs- und Menschenrechts-Organisation medica mondiale in Kabul gewesen, zwei weitere Arbeitseinheiten sind im nächsten Jahr geplant. Während diesen Kurzzeiteinsätzen unterrichte ich eine Gruppe afghanischer Hebammen, Mitarbeiterinnen von den Frauenschutzhäusern und Gesundheitsberaterinnen von Care, die in Kooperation mit den afghanischen medica Mitarbeiterinnen, in den Bezirken von Kabul, Unterstützungsgruppen für Witwen anleiten. Diese Tätigkeit ist integriert in ein mehrjähriges multidisziplinäres Qualifizierungsprogramm für Kabuler Fachfrauen. Medica mondiale will damit geeignete Frauen in ihrer Beratungskompetenz fortbilden, die auch Frauenbewusstsein und eine psychosomatische und traumasensitive Herangehensweise integriert.

Eigene Beobachtungen, wie Frauen mit ihren vielfältigen Schmerzen umgehen, kann ich bei den Hausbesuchen mit den Hebammen machen, bei den Trainings mit den Mitarbeiterinnen der Schutzhäuser oder bei Fallsupervisionen mit den medica Mitarbeiterinnen. In den sehr praxisorientierten Trainings bekomme ich von den Teilnehmerinnen sehr viele Informationen über die gesundheitliche Situation afghanischer Frauen.

Die Entstehung von Schmerz, Schmerzempfinden und die Äußerung von Schmerzen kann nur verstanden werden, wenn sie im Umfeld, indem sie stattfinden, gesehen werden. Anhand der Erfahrungen aus den Trainings mit den Hebammen - meiner Hauptaufgabe - versuche ich im ersten Teil des Artikels Einblicke in die Alltagserfahrung afghanischer Frauen zu geben. Konkrete Äußerungen von Schmerz und dem Umgang damit beschreibe ich im zweiten Teil.


ORTE DER BEOBACHTUNG
Die Trainings

Bei jedem Einsatz treffe ich dieselbe Gruppe von 40 afghanischen Hebammen, die seit mehr als 20 Jahren von Terre des Hommes finanziert als "Haushebammen" arbeiten.
Ich unterrichte ihnen Grundlagenwissen über Traumatisierung und die psychischen und psychosomatischen Folgen. Das Ziel ist, diese Gruppe Hebammen bis im Sommer 2006 so weit trainiert zu haben, dass sie neben ihrem Hebammenhandwerk fähig sind, ihre Klientinnen auch als Beraterinnen (basic counsellor) zu begleiten. In den Trainings lernen sie die Gestaltung eines Beratungssettings, die Erarbeitung eines Beratungszieles und Methoden, wie sie dieses Ziel mit den betroffenen Frauen schrittweise erreichen können (case managment). Zu den unterrichteten Methoden gehört ein Kommunikationsmodell, das die zu erwartenden schmerzhaften Erinnerungen (Überflutung und flash backs) berücksichtigt.


Bei den Frauen zu Hause
Die Hausbesuche sind eine unentgeltliche Dienstleistung, die von vielen Schwangeren in den verschiedenen Bezirken in und um Kabul in Anspruch genommen wird.
Ich habe die einmalige Gelegenheit, die Hebammen während ihrer Hausbesuche zu begleiten. Damit ermöglichen sie mir den ungefilterten Kontakt zu afghanischen Frauen und ihrer Lebensrealität.
Ich kann einen Eindruck gewinnen, mit welcher Problemlage die Hebammen täglich arbeiten müssen. Ich sehe, welche psychologischen Unterstützungsmassnahmen die meist von häuslicher Gewalt und Traumatisierungen durch die Kriege betroffenen Frauen brauchen, und welche Angebote umsetzbar sind. Dieses Vorgehen macht es mir möglich, dass ich die Trainingsinhalte sehr praxisorientiert gestalten kann, und die Teilnehmerinnen diese oft anhand von Fallbespielen direkt nachvollziehen können.
Bei jedem Aufenthalt sehe ich, ob und wie die Hebammen das Gelernte in die Praxis umsetzen. Diese Methode (Training on the Job) hat den großen Vorteil, dass ich ein prozessorientiertes Lernprogramm genau zugeschnitten für diese Hebammengruppe entwickeln kann. Von mir fordert diese Arbeitsweise viel Flexibilität und Kreativität auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist viel Klarheit und Aufmerksamkeit notwendig, um das Ausbildungsziel verwirklichen zu können.

Einblicke in die Geburtssituation
Ich sehe hauptsächlich schwangere Frauen oder Wöchnerinnen. Wie Frauen gebären, habe ich bis jetzt nicht selber beobachten können. Aus Berichten weiß ich, dass viele Frauen ohne Hebammen gebären, die meisten zu Hause, und nur wenn der Mann sein Einverständnis gibt, dürfen die Frauen im Krankenhaus gebären. Die Kindersterblichkeit in Afghanistan ist mit 25% derzeit weltweit die höchste. Das liegt selbstverständlich nicht allein in der ungenügenden Versorgung der Gebärenden, weitere Ursachen dafür sind Mangel- und Fehlernährung.
Bei einer Frau, die ich besucht habe, hatten die Hebammen eine Placenta Praevia festgestellt, eine lebensbedrohliche Situation für Mutter und Kind. Der erwachsene Sohn der Gebärenden verbot ihr, das Kind im Krankenhaus zu gebären. Erst nach acht Stunden gelang es den Hebammen, sein Einverständnis zu bekommen, die Frau konnte ihr achtes Kind sicher zur Welt bringen. Die Exilafghanischen Ärztinnen (Doctorane Omid-Projekt), die im Auftrag von medica mondiale seit 2002 in Kabul in den Krankenhäusern Kurzzeiteinsätze2 machen, berichten von Gebärenden die gestorben sind, weil der Ehemann die Einwilligung in eine Kaiserschnittoperation verweigert hat (..............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"

Autorin: Sybille Katharina Schobel, Wiesbaden
Heilpraktikerin
seit 2003 Praxis für Naturheilkunde und Heilkünstlerischer Salon in Wiesbaden Praxisschwerpunkte: Körperpsychotherapie (integrale leibarbeit), Sanfte Manuelle Therapie (SMT), naturheilkundliche Labordiagnostik und biomolekulare Medizin

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Mit dem Wissen der Jahrtausende den Schmerz beweihräuchern...?
Indischer Weihrauch - wirkungsreiches Schmerztherapeutika

SEIT JAHRTAUSENDEN IST WEIHRAUCH HEILIGER WOHLGERUCH UND NATÜRLICHES HEILMITTEL GLEICHERMAßEN. SEIN RAUCH IST UNS VERTRAUT, DIE HEILKRAFT DER PFLANZE IST HEUTE WEIT WENIGER BEKANNT. DAS HARZ DER INDISCHEN ART (BOSWELLIA SERRATA) WIRKT NACHWEISLICH SCHMERZSTILLEND, DESINFIZIEREND UND ENTZÜNDUNGSHEMMEND, DABEI ENTSPANNEND UND NAHEZU NEBENWIRKUNGSFREI. DENNOCH SIND WEIHRAUCHPRÄPARATE IN DEUTSCHLAND NICHT ZUGELASSEN UND NUR EINGESCHRÄNKT ERHÄLTLICH.

Botanisches oder exklusive Askese...

Weihrauch ist zum einen die umfassende Bezeichnung für das Harz der tropischen Balsambaumgewächse Burseraceae, mit ca. 600 verschiedenen Arten. Allen ist gemeinsam, dass sie in der Rinde Sekretgänge aufweisen, über die sie Balsame absondern. Diese Balsame werden in geringen Mengen, als Harztröpfchen, auch ohne äußere Verletzung abgesondert. Viele mythische Geschichten drehen sich um Sträucher und Bäume mit der Fähigkeit zu weinen. Frauen und Göttinnen wurden als Strafe für irgendeine Verfehlung in eine Pflanze verwandelt, die austretenden Harztröpfchen wurden als Tränen der gefangenen Seelen gedeutet. Verdunsten die ätherischen Öle des Balsams, bleibt das Harz zurück.
Weihrauch ist zum anderen auch eine Pflanze, der Weihrauchbaum, der nur in wenigen Regionen der Erde gedeiht:
Südarabien, heute Jemen und Oman : Boswellia sacra
Ostafrika, Somalia : Boswellia carterii
Ostindien : Boswellia serrata
Diese Gebiete sind seit Jahrtausenden die Hauptanbaugebiete. Historische Versuche, Weihrauch in anderen Gebieten anzusiedeln, schlugen fehl. Der strauchartige Weihrauchbaum wird 1,50 bis 6 m hoch und ist auf exklusive Weise anspruchslos. Er braucht klare, extreme Bedingungen, Wärme und Trockenheit, steinigen, kalkhaltigen Boden. Bei mehr als 10 cm Niederschlag im Jahresdurchschnitt gehen die Bäume ein. Sie brauchen Steinhalden mit wenig Erde, haben flache, lange Wurzeln und stehen häufig weit auseinander, in felsiger Landschaft. Die Bäume haben eine papierartig abblätternde Rinde, kleine, gefiederte, kräuselig-ledrige Blätter, die spiralförmig angeordnet sind. Weihrauch blüht mit bis zu 25 cm langen Blütentrauben, an denen unzählige, kleine, sternförmige Blüten sitzen. Die fünfblättrigen Einzelblüten erinnern mich in ihrer Form an Johanniskraut, sie sind von hellgelber Farbe, in der Mitte vom teilweise kräftig orangefarbenen Diskus zentriert, drum herum recken sich die Staubgefäße hervor. Das Harz des Weihrauchbaums ist weißlich-gelb, bernsteinfarben bis braun. Je heller das Harz, desto hochwertiger. Es wird geerntet, indem der Stamm und die Äste angeschnitten werden, so dass die Pflanze an den Verletzungsstellen vermehrt ihren Balsam absondert. Die ersten Harztränen werden, trotz ihrer niedrigeren Qualität, heute auch vermarktet. Der hochwertige Balsam tritt erst nach erneuter Verletzung der Rinde in größerer Menge aus, härtet in der Sonne, wird abgeschabt und gesammelt. Der Vorgang wird während der Erntezeit mehrere Male wiederholt, aber höchstens 3 Jahre nacheinander. Wird der Pflanze dann keine mehrjährige Erholungsphase gegönnt, verschlechtert sich die Qualität des Harzes oder der Baum erkrankt. Der jährliche Ertrag eines Baumes ist abhängig von Alter, Größe und Gesundheit und liegt zwischen 3 -10 kg Harz.

Weihrauch und Politik, historisches...

Die genauen Standortbedingungen, die dadurch begrenzte Kulturfläche und die große Nachfrage machten Weihrauch schon in alten Zeiten exklusiv und teuer und damit auch zur Grundlage von Reichtum und Macht - zeitweise konnte er mit Gold aufgewogen werden und sein Standort galt als Staatsgeheimnis. Der Handelsweg, die legendäre Weihrauchstraße sorgte für Reichtum der Anrainerstaaten. Geographisch verband sie den Indischen Ozean mit dem Mittelmeer, eine schwierige Strecke von etwa 3500 km, die zu bereisen 70-90 Tage dauerte. Sie führte von Moscha, im heutigen Oman, durch die Wüstengebiete an der arabischen Halbinsel entlang, bis Petra im heutigen Jordanien. Der jeweiligen politischen Machtsituation entsprechend veränderten sich die Streckenführung nach Norden und die profitierenden Stadtstaaten und Königreiche, die die Handelsbedingungen bestimmten. Ein Abweichen von der Route wurde zeitweise mit dem Tod bestraft. All das vervielfachte den Preis auf dem Transportweg.

Weihevoller Rauch

Als Räucherwerk ist das Weihrauchharz seit Jahrtausenden in aller Nasen, mit individueller Vorliebe oder Abneigung. In Ägypten, Babylon, Assyrien, Phönizien, Persien, Israel, Griechenland und im alten Rom, wurde es bei spirituellen Zeremonien, Gottesgerichten und Rauchopfern verwendet. Der aufsteigende Rauch galt damals wie heute als Verbindung mit dem Göttlichen oder Ausdruck des Göttlichen selbst. Weihrauch war Symbol für Ansehen, Würde und Reichtum. Vermögende und einflussreiche ÄgypterInnen wurden nach ihrem Ableben mit Weihrauch einbalsamiert. Wer sich's leisten konnte, nutzte den reinigenden Wohlgeruch, zum Räuchern und Desinfizieren auch bei geselligen Anlässen und im Alltag, als Schutz vor Infektionskrankheiten, als Parfum, Körperpflegemittel und Puder (galt als Aphrodisiaka). Im alten Griechenland war es üblich, nach Symposien (Ü:Trinkgelagen!) sich die dicken Köpfe von Weihrauch umwehen zu lassen, so den Kater zu vertreiben und die Geister zu klären. Auch die heilsame Anwendung des Weihrauchs bei Räucherungen und in der Aromatherapie wird heute durch Forschungen erklärt und bestätigt. Die Verarbeitung von Düften, Wahrnehmungen unseres ältesten Sinnes, findet im Limbischen System statt, einer unserer ältesten Hirnstrukturen, in dem Sinneserfahrungen mit Gefühlen in Beziehung gesetzt werden. So gelangt auch der Duft von Weihrauch direkt in unsere Seele. Weihrauch öffnet für spirituelles Wahrnehmen, harmonisiert und zentriert.

Heilsamer Feststoff

Neben der Räucherung wurde Weihrauchharz und -rinde, von den historischen Ärzten häufig als Heilmittel angewendet. Die älteste, erhaltene Erwähnung zur Behandlung mit Weihrauchharz (botan.: Olibanum; ind.: sallai gugul) stammt aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. und findet sich im ägyptischen Papyrus Ebers - in der ägyptischen Volksheilkunde wird Weihrauchharz bis heute genutzt. In der Ayuvedischen Medizin, die viel älter ist als ihre schriftliche Überlieferung, wird Bosellia serrata schon in einer der frühesten Textsammlungen erwähnt (ca. 7.Jahrh. v. Chr.). In späteren Quellen und bis heute werden folgende Wirkungen genannt (1): analgetisch, antiphlogistisch, antiseptisch (Öl), antipyretisch, expektorierend, antidiarrhoisch, diuretisch, hirntonisch, allgemein stimulierend, kardiotonisch, karminativ, stomachisch, digestiv, antihelmintisch, diuretisch, aphrodisiatisch, diaphoretisch, hämostatisch, und Kapha verringernd in Kopf und Nacken(..............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"

Autorin: Jutta Becker, Stuttgart
Körperpsychotherapeutin und Heilpraktikerin
www.integrale-leibarbeit.de

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Macht Schmerz Sinn
Jutta Becker

SCHMERZ ERFÄHRT JEDER MENSCH. DIE INDIVIDUELLEN SCHMERZERFAHRUNGEN HINTERLASSEN IM GEHIRN EINE "INSCHRIFT", UND DIESE NEURONALEN ENGRAMME KÖNNEN SEHR BESTIMMEND FÜR DAS WEITERE LEBEN SEIN. DOCH DIE GUTE BOTSCHAFT IST: JEDERZEIT SIND TIEFGREIFENDE WANDLUNGEN MÖGLICH. MACHT DER MENSCH NEUE ERFAHRUNGEN IN SEINER LEIBWAHRNEHMUNG, POSITIVE ERFAHRUNGEN, WERDEN AUCH DIESE IM KÖRPERGEDÄCHTNIS NIEDERGESCHRIEBEN. DER WEG ZUR VERÄNDERUNG IST FREI.

Die integrale leibarbeit, eine körperorientierte Psychotherapie, unterstützt Menschen bei dieser Wandlung. Indem sie die Wahrnehmung des Leibes bewusst macht, setzt sie Impulse für eine neue Inschrift im Gehirn. "Leib" meint in diesem Kontext immer die Gesamtheit von Körper und Seele. (Näheres zur integralen leibarbeit siehe nebenstehender Kasten)

Schmerz- und leidvolle Erfahrungen gehören genauso zum Menschsein wie Freude, Glück, Wohlgefühl oder höchste Wonne. Ob Schmerz eher seelischer oder körperlicher Natur ist, er ist immer eine Leibwahrnehmung, umfasst immer die Gesamtheit unseres Menschseins. Oft ist Schmerz eine Art Sklavensprache des Körpers: "Mir fehlt etwas." Schaut die Betroffene nicht weg, sondern genauer hin, kann sie alten Schmerz in sich erlösen. Das führt zu innerem Wachstum. Dass unsere gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen fürs Wahrnehmen der Empfindungen von Körper und Seele jedoch nicht die besten sind, beschreibt die italienische Hebamme Verena Schmid in ihrem Buch "Der Geburtsschmerz" sehr plastisch:
"Die Industriegesellschaften geben einen konzentrierten Lebensrhythmus vor, der auf Produktion ausgerichtet ist. Darin ist kein Raum vorgesehen für die irrationalen Aspekte des Lebens, für einen individuellen Rhythmus in Einklang mit den Zyklen der Natur. Zeit hat einen wirtschaftlichen Wert und ist somit zielgerichtet. Alle Lebensprozesse sollen linear verlaufen und haben ein einziges Ziel: ständiges Wohlbefinden, ohne Höhepunkt und ohne Tiefpunkte. Es gibt in diesem Lebenskonzept weder Raum noch Verständnis für Schmerz. Die einzig anerkannten Anstrengungen sind wirtschaftlicher Art. Die Möglichkeit des Todes erschreckt und wird mit falschen Versprechungen von falschen Sicherheiten verdrängt. So wird auch der Schmerz linienförmig, verliert seinen Rhythmus und wird chronisch. Das Verständnis für das Leiden, für seine polarisierende Funktion im Rhythmus des Lebens geht verloren, genauso wie die Möglichkeit, den Schmerz auszudrücken und zu durchleben."
Vor diesem Hintergrund ist sowohl das Erkennen als auch das "Hochübersetzen" von Leibwahrnehmung ins Verbale eine Kunst für sich. Dies zu können, bedarf es vieler günstiger Voraussetzungen. Im idealen Fall spiegelt die Mutter oder der Vater die Befindlichkeit eines Kindes und sagt zum schmerzlichen Gesichtsausdruck etwas wie "Was hat mein Kind für einen Schmerz?", "Was tut dir weh?" Wenn sich das Kind durch Gestik, Mimik, Tonfall verstanden fühlt, dann kann es diese Worte zu seinem Erleben zuordnen. Dann kann es dieses später auch verbal benennen. Dies erweitert sein Repertoire sich auszudrücken, sich sowohl Mitgefühl schenken zu lassen, als auch selbst Mitgefühl zu schenken.

Ein Beispiel aus der deutschen Dichtung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt, welche Möglichkeiten sich durch Verbalisierung von Schmerz eröffnen können. Heinrich Heine fasste seinen Liebeskummer in folgende Worte:

Und wüßten's die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten's die Nachtigallen
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
Die goldenen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.

Sie alle könnens nicht wissen,
Nur eine kennt meinen Schmerz:
Sie hat ja selbst zerrissen,
Zerissen mir das Herz.

Heine spricht vom tief verwundeten Herz, er fühlt sich traurig, krank, er spricht von seinem Weh, seinem Schmerz und davon, dass sein Herz zerrissen sei. Indem er diesen Schmerz so intensiv beschreibt, ist er schon auf dem ersten Schritt zur Heilung.
Solche verinnerlichten Interaktionsmuster, die abrufbar sind und uns Menschen helfen, unsere Befindlichkeit und unser Verhalten zu steuern, nennt die neue Säuglingsforschung (Stern) "Repräsentation einer Interaktion, die generalisiert ist" (RIG).
Bei Heine, das legen seine Worte und mit Worten beschriebene Bilder nahe, gibt es generalisierte Repräsentationen von mitfühlenden Interaktionen. Die ganze Natur nimmt potentiell Anteil an seinem Schmerz, spendet ihm Trost und Heilung: Die Blumen, die mit ihm weinen, die Nachtigallen, die einen erquickenden Gesang anstimmen, die Sterne, die zu ihm kommen um ihm Trost einzusprechen. Über tröstende RIGs ist ihm das innerlich trostspendende Zusammensein mit einer Gefährtin möglich: mit Mutter Natur in ihren Geschöpfen. Je nach eigenem Zugang zu Natur und Spiritualität fühlt der Mensch um dieses Wissen und findet so Handlungsstrategien um Schmerzliches ausdrücken zu können.

Körperkontakt kann den Schmerz lösen

Um großen, oder wie Heine sagt "übergroßen" Schmerz zulassen zu können, braucht der Mensch also mitfühlende Wesen, sei es als innerliche Repräsentationen oder als reale menschliche Wegbegleiter. Dann kann er neue positive RIGs aufbauen. Davon sind wir in der integralen leibarbeit schon immer ausgegangen. Erfreulich ist, dass unsere Annahme nun von wissenschaftlicher Seite bestätigt wird: Sowohl die neue Säuglingsforschung als auch die neuere Hirnforschung, repräsentiert durch Joachim Bauer1, haben herausgefunden: Innere Ressourcen, positive RIGs, können jederzeit aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang betonen beide Forschungszweige heute die Wichtigkeit von Leiberfahrungen, von guten, angemessenen Körperkontakten, von ganzheitlich sinnlicher Erfahrung und Wahrnehmung. (.............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"

Autorin: Dorothee Maria Scheiing, Düsseldorf
Heilpraktikerin

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Schmerz ist Ausdruck von Selbst-Entfremdung
Schmerztherapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin

DIE MÖGLICHKEITEN, SCHMERZEN ZU LINDERN ODER GAR VOLLSTÄNDIG ZU UNTERDRÜCKEN, WAREN LANGE ZEIT DAS AUSHÄNGESCHILD DER AKUPUNKTUR, NICHT ZULETZT DURCH SOLCH SPEKTAKULÄRE BERICHTE WIE BAUCHOPERATIONEN UNTER ALLEINIGER AKUPUNKTURBETÄUBUNG. FÜR EINEN ZEITLICH BEGRENZTEN SCHMERZ MIT EINDEUTIGER URSACHE REICHT ES AUCH TATSÄCHLICH AUS, DIE NADELN AN DEN STRATEGISCH WICHTIGEN STELLEN GEKONNT ZU SETZEN UND ZU MANIPULIEREN, UM DEN SCHMERZ NICHT ZUM BEWUSSTSEIN VORDRINGEN ZU LASSEN. ABER GENAUSO WENIG WIE MAN EINE PATIENTIN DAUERND UNTER NARKOSE STELLEN KANN, KANN MAN SIE IN DAUERNADELUNG HALTEN, OHNE DIE WIRKUNG ZU TORPEDIEREN ODER ANDEREN SCHADEN ANZURICHTEN.

So sind die Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzen weitaus komplexer, dies umso mehr je geringer die körperliche Ursache für diesen Schmerz ausfällt. Wir beschäftigen uns im Folgenden daher vor allem mit dem chronischen Schmerz, der mal hier und mal dort auftritt, aber immer präsent ist und das Leben beherrscht. Auch wenn er auf eine Region fixiert ist, steht sein Ausmaß oft in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Beschädigung des Gewebes.

Moderne Wissenschaften, wie die Psychoneuroimmunologie und die Gesundheitspsychologie erforschen zur Zeit die körperlich-seelisch-geistigen Zusammenhänge dieses Schmerzes, und kommen zu denselben Erkenntnissen wie sie in chinesischen Schriften bereits vor mehr als tausend Jahren formuliert wurden. Wichtig finde ich hier vor allem, dass seelische und körperliche Schmerzen in den gleichen Regelkreisen verarbeitet werden und deshalb austauschbar sind, bzw. sich wechselseitig hervorrufen können. Und das das Symptom Schmerz diagnostisch am wenigsten auf einen körperlich klar umrissenen Schaden hinweist, der mehr oder weniger gut flickbar ist, sondern vielmehr auf eine biographische Geschichte von emotionaler Vernachlässigung, sozialer Isolation oder andere traumatische Erlebnisse wie frühkindliche Trennung vom Elternhaus, Missbrauch, Mobbing, usw., die dazu führen, dass auch alltägliche Belastungen nicht mehr gut verarbeitet werden können.

Emotionale Belastungen oder Erlebnisse, die nicht angemessen verarbeitet werden können (= ausgeschieden oder assimiliert) führen zu einer Abschirmung vor den damit verbundenen Gefühlen, um weitere Verletzung zu verhindern. Bleibt dieser Zustand länger bestehen, wird der Mensch in seiner Lebendigkeit, die freie Entfaltungsmöglichkeiten in allen Lebensbereichen erfordert, behindert. Ein Abbremsen der eigenen Lebendigkeit führt zwangsläufig zu einem Abbremsen der freien Bewegung des Qi und umgekehrt, ein Teufelskreis entsteht. Je weniger Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Lebens eine Patientin sieht oder hat, umso stärker sind voraussichtlich ihre Symptome.

Auswirkungen auf der psychischen Ebene:
Jede traumatische Erfahrung blockiert die Bewegung des Qi und damit die Verbindung zwischen Yin und Yang in einem oder mehreren Wandlungsphasen. Dies hat zur Folge, dass die Qualität dieser Wandlungsphase nicht oder nur unzureichend gelebt werden kann, weil der Yang-Aspekt (Agieren in der Welt) nicht sehen kann welches Begehren im Yin-Aspekt liegt. Bei frühkindlichen Traumatisierungen wird die Verbindung zwischen Herz und Niere blockiert und damit die Möglichkeit, ein authentisches Gefühl für das eigene Selbst und die eigenen Grenzen zu entwickeln. Der weitere Lebensweg orientiert sich nicht länger am eigenen Begehren. Vermeintliches Sollen tritt an die Stelle von bewusstem Wollen, weil dieses nicht mehr erinnert wird. Bei Traumatisierungen nach dem 18.Lebensjahr greifen die Auswirkungen in der Regel nicht mehr so tief, weil die Grenze zwischen dem Selbst und der äußeren Welt ausgebildet ist.
Die Herz-Niere-Achse ist die Grundlage für das "authentische Selbst" oder die "ursprüngliche Natur" (= De) jedes Menschen. Das Schriftzeichen für De zeigt einen sich frei bewegenden / handelnden Menschen, dessen Wahrnehmung der Welt mit der Wahrheit des Herzens übereinstimmt (nicht von der eigenen Intuition abweichen lässt). Eine Störung äußert sich beispielsweise auch im posttraumatischen Stresssyndrom.

Auswirkungen auf der physischen Ebene:
Dort wo das Qi stagniert können auch die Körperflüssigkeiten nicht mehr fließen und es bildet sich ein Konglomerat aus Qi, Blut und Schleim mit Fülle auf der einen und Leere auf der anderen Seite. Das im Bereich des Konglomerats und das dahinter liegende Gewebe wird nicht mehr ausreichend versorgt und es entsteht Schmerz. Zeit und Ort des Auftretens und die Qualität des Schmerzes zeigen, welche Wandlungsphasen und welche Substanzen von der Stagnation betroffen sind und ob es sich um einen Fülle- oder Leere-Schmerz handelt.

Um zu einem geeigneten Behandlungskonzept zu gelangen ist neben dieser symptomatischen Diagnose aber auch eine Erhebung des Lebensweges, mit Schwerpunkt auf die frühe Kindheit, die Zufriedenheit mit dem sozialen Umfeld (Arbeit, Familie, Freunde) und der Zeit, in der die Schmerzen begannen, notwendig.

Mit der therapeutischen Auflösung der Stasen kommt die Erinnerung an die Gründe für ihre Entstehung zurück (Gefahr der Retraumatisierung). Darum setzt sich die Behandlung aus drei Teilbereichen zusammen:
* Herstellen einer therapeutischen Beziehung in der sich erwünschte Ergebnisse auch ereignen können. Dazu gehört auch langsames Vorgehen und das Thematisieren von Erleben
* Akupunktur und Gua Sha um die Blockaden (Substanzen, Emotionen) zu lösen und Pathogene (alles was nicht assimiliert werden kann) auszuleiten
* Erarbeiten wie Wohlbefinden für die Patientin aussieht, um den Fokus auf Positives zu lenken. Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Eventuell ist auch die Empfehlung einer begleitenden Psychotherapie sinnvoll.

Bei jeglicher Form von Schmerzen gilt zusätzlich:
* Reduzierung von kalter und saurer Nahrung und Getränke und von Kaffee
Kälte verursacht Kontraktion und damit Stagnation
Sauer führt zu intensiverer Wahrnehmung der Schmerzen und macht nervös
Kaffee erhöht Ausscheidung (Mineralien, Vitamine) und erschöpft die Nieren
* ausreichender Schlaf und Ruhepausen, um nicht unnötig Blut zu verbrauchen
* energetisch hochwertige Nahrung und Getränke zur Neubildung von Qi und Blut
* gründliches Entrümpeln in allen Bereichen schafft freie Sicht
* Hitziges und Erhitzendes meiden bewahrt das Blut

Grundlagen

Um zu verdeutlichen warum die gewählten therapeutischen Interventionen sowohl dem physischen als auch psychischen Erfordernis der Patientin gerecht werden, möchte ich an dieser Stelle kurz einige theoretische Grundlagen klären.
Der San Jiao (= Dreifacher Erwärmer: oberer (Feuer, Metall) mittlerer (Erde, Holz) und unterer (Wasser, Holz)) stellt das Kommunikationssystem zwischen Innen und Außen und allen Wandlungsphasen dar. Seine physiologische Gestalt, Cou Li, entspricht den Faszien, die die gesamte Körperoberfläche, alle Gewebe und Organe nicht nur wie eine schützende Hülle umkleiden, sondern auch miteinander verbinden. Die subcutanen Faszien sind daher ein Ort an dem sichtbar werden kann, was im Inneren vor sich geht und über den innere Blockaden und Störungen aufgelöst werden können. Die Fähigkeit des San Jiao ist es tragfähige soziale Beziehungen aufzubauen. Traumatisches Erleben jenseits des 18. Lebensjahres wird durch den San Jiao vom Herzen ferngehalten.(.............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin

Autorin: Maria Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin, Körperpsychotherapeutin (DGK)
www.frauenkulturforschung.de

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Kompetenz in Frauenhand

Liebe LACHESIS-Frauen, geschätze Kolleginnen aus anderen Verbänden, geschätzte Politikerinnen, liebe Teilnehmerinnen, ein herzliches Danke an das Organisationsteam, die mich mit der ehrenvollen Aufgabe betraut habenm, die Eröffnungsworte zu sprechen!

Vor 7 Jahren, im Januar 1997, eröffneten wir den 1. bundesweiten Frauennaturheilkundekongress in Köln. Ich gedenke an dieser Stelle Dorisa Schadow, die damals in ihrer Eröffnungsrede den Wunsch in die Welt geschickt hat, LACHESIS möge in 10 Jahren, also 2007, 1000 Mitfrauen haben. Ich schließe mich ihrem Wunsch gerne an und hoffe, dass auch dieser Kongress viele Heilpraktikerinnen begeistern kann, heimisch zu werden in unserem Berufsverband.

Ich pendle in meiner Rede zwischen der Kongressbotschaft von 1997 und der Botschaft dieses Kongresses. Wie auf einer Schaukel erhasche ich dabei Blicke in die Zukunft von LACHESIS. Natürlich heilen Frauen stellten wir 1997 fest und die Doppeldeutigkeit des Wörtchens natürlich wurde verstanden. Mit der Botschaft Kompetenz in Frauenhand, haben wir Sie und euch heute nach Berlin eingeladen. Beide Titel drücken aus, was LACHESIS - Frauen in den letzten 17 Jahren, seit der Gründung des Verbandes, aufgebaut haben:

- POLITISCHE KOMPETENZ

Wir wissen und achten, dass die historischen Wurzeln des Heilwissens bei den Frauen liegen, und wir haben es geschafft, aus dieser unterdrückten und verfolgten Geschichte herauszuwachsen und einen Berufsstand der Heilpraktikerinnen zu gründen und zu gestalten. Vertreterinnen von LACHESIS sind heute geschätzte Mitfrauen diverser Fachkommissionen.

- BERUFLICHE UND PERSÖNLICHE KOMPETENZ

Es gibt wohl kaum eine Heilmethode, die nicht von einer LACHESIS-Frau angewendet wird. Was mich immer wieder freut, ist die Feststellung, dass LACHESIS-Frauen wenig den Modetrends von Heilmethoden verfallen. Unsere Fortbildungen innerhalb und außerhalb des Verbandes sind getragen vom Wissen, dass persönliches und professionelles Wachstum einander bedingen. LACHESIS zeigt: Berufliche und persönliche Kompetenz lässt sich weder als Mode erwerben noch als Trend von gestern ablegen!

LACHESIS hat seit dem letzten Kongress eine Struktur erarbeitet, in der unsere Werte unser Rückgrat sind, die Mitfrauen mit ihren Kompetenzen sichtbar sind, wir gegenüber der Öffentlichkeit wissen, wann wir mit Stöckelschuhen und wann wir im Anzug erscheinen.

Und jetzt, wie gehen wir weiter? Legen wir die Hände in den Schoß und verwalten das Erreichte? Oder ziehen wir uns angesichts der Probleme dieses Landes und der Weltprobleme in den Vorruhestand zurück und organisieren gesunde feministische Kaffee- und Kuchenfahrten? Diese Entwicklung wünsche ich uns nicht!

Die gesellschaftliche Realität ist seit dem letzten Kongress sichtbar und spürbar eine andere geworden. Auch das Organisationsteam hat das in der sinkenden Anzahl der Teilnehmerinnen zu spüren bekommen. Wir treffen in unserem Land bereits die ersten Menschen, die sich Gesundheit nicht mehr leisten können. Die soziale und bildungspolitische Fraueninfrastruktur, für viele von uns sind das wichtige Arbeitgeberinnen, ist zum größten Teil weggekürzt worden. Wenige Frauenbildungseinrichtungen kämpfen auf dem Markt um die noch zahlungsfähigen Kundinnen. Wie viele ausgebildete Heilpraktikerinnen wagen sich heute noch in die Vollselbständigkeit? Hut ab, vor all den Frauen, die die Praxisgründung überhaupt noch wagen, sei es als Haupt- oder Nebenerwerb.

Mit der Frage: Wie kann unser Berufstand in der veränderten gesellschaftlichen Situation wirken? muss LACHESIS die nächsten Ziele formulieren. Dazu brauchen wir mehr als das Feiern der Erfolge. Wir brauchen Mut unsere Veränderung zu gestalten, Zähigkeit und Risikobereitschaft! Und ich meine, mit unserem Wertpapier sind wir dafür gut gerüstet!

Deshalb möchte ich den beiden Werten Wandel und Feminismus während dieses Kongresses besondere Aufmerksamkeit schenken. Ich beabsichtige damit, dass uns, die wir schon länger am Aufbau von LACHESIS arbeiten, immer wieder klar ist, wie kostbar und wegweisend unser Wertpapier ist. Andere Verbände beziehen sich mittlerweile darauf, auch meine Fortbildungsgruppen schließen sich mit viel Respekt diesen Werten an. Denjenigen Frauen, die uns heute das erste Mal - und hoffentlich ja nicht das letzte Mal besuchen, möchte ich die Gelegenheit geben, sich mit unseren Werten vertraut zu machen, und lade sie herzlich ein, sich an der Diskussion, welche nächsten Ziele LACHESIS wie bearbeiten soll, teilzunehmen.

Vor allem aber möchte ich aufzeigen, dass wir gut daran tun, unsere Werte zu hüten. Sie sind von solch einem weitsichtigen Geist getragen, dass es sich nicht lohnt, sie für all die kurzfristigen Konzepte, heißen sie nun Globalisierung oder Staatsreform, zu opfern. Unsere Werte sind formuliert auf dem Boden der täglichen Erfahrung, einer lebendigen fühlbaren Welt, die bewohnt und gestaltet und bedroht wird von Menschen. Sie sind formuliert in einer Welt, in der Pflanzen, Tiere, Steine und Bäume uns ihre heilende und zerstörende Kraft schenken und sich je nach Umweltgegebenheiten anpassen, verändern oder aussterben. Und das ist die reale Welt, die noch 100 weitere Gesundheitsreformen überdauern wird, und die für viele von uns die Quelle unseres Wirkens ist. Was wir meiner Meinung nach machen müssen ist, mehr und mehr, differenzierter und genauer, unsere Werte in unserem Handeln stabilisieren, so dass sie uns ein Kompass sein können, auf unserer weiteren LACHESIS-Reise!

DIE WERTE SIND UNSER RÜCKGRAT

In unserem Wertpapier steht unter dem Titel "WANDEL: Wir würdigen den Zyklus von Werden, Wachsen und Vergehen. Wir verstehen Gesundheit und Krankheit und Tod als Teil dieses Prozesses".

Wie hilft uns dieser Wert heute, inmitten von Landespolitik und Alltag, welche Orientierung kann er uns geben, um unseren Platz als Heilkundige in der Welt zu bestimmen? Dieser Frage sich zu stellen, setzt voraus, dass wir Werden, Wachsen und Vergehen gleichzeitig denken und uns immer mehr befähigen, diese Gleichzeitigkeit zu atmen und zu fühlen. Wir brauchen aber auch Mut, Vergehen zu lassen, denn Sterben ist immer mit schmerzhaften Abschiedenn verbunden. Wir brauchen mehr als die Angst, unsere Brötchen könnten angesichts leererer Praxen und dünnerer Seminarbelegung knapper werden. Klugheit und vor allem Erfinderinnengeist sind gefragt, um mitten im Vergehen das Neue zu entdecken. Die Ehrung der Weisheit des Alten und die ungestüme junge Unbekannte müssen gleichzeitig ihren Platz in unserer Welt bekommen.

Die Illusion, dieser Staat würde unsere Welt fördern und anerkennen, ist mit der Rot / Grünen - Regierung definitiv geplatzt, halten wir uns mit dem Lamentieren darüber nicht länger auf! Setzten wir bei dem an, was wir können: Unbekannte Wege erschließen, Frechheit und zivilen Ungehorsam zur Tugend zu machen. In unseren Klientinnen haben wir dabei gute Vorbilder. Ihre Heilungswege verlaufen weder angepasst noch berechenbar. Oft brauchen sie eine große Portion Mut und eine hohe Risikobereitschaft, um ihrer Krankheit und ihren Schmerzen zu begegnen. Wohin sie dieser Weg führt, wissen sie genauso wenig wie wir wissen, wie hoch unsere Altersrente sein wird! Unsere Klientinnen kommen zu uns, weil sie sich dieser Welt von Werden und Vergehen, anvertrauenn wollen - oder oft genug, aufgrund von lebensbedrohlichen Erkrankungen, anvertrauen müssen (..............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin

Autorin: Eva Mosheim-Heinrich
Heilpraktikerin

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Das Klimakterium
Behandlungswege mit westlichen Heilpflanzen in der
traditionellen chinesischen Medizin


Bei einer gesunden Frau verläuft der Übergang oder "Wechsel" zwischen Menstruation un der zeit danach allmählich und sanft, ohne Probleme oder nur mit wenigen kleinen "Unpässlichkeiten". Es ist aber hinreichend bekannt, dass bei uns im Westen dieser Wechsel alles andere als symptomlos und sanft verläuft.


Über 75 % der Frauen leiden an den bekannten Symptomen wie

  • Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen
  • Depressionen, Angstzustände, Unruhe, emotionale Labilität
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Übergewicht
  • Blutungen
  • Sehnenschwäche, Gelenkschwäche oder -steifheit, Krämpfe
  • Vaginale Trockenheit, Vaginalinfektionen, Zellveränderungen, Libidomangel
  • Osteoporose
  • Schwindel, Bluthochdruck
  • Augenprobleme (Konjunktivitis, unklare Sicht), Kopfschmerzen, Tinnitus
  • Ödeme, Blasenschwäche, Harninkontinenz
  • Kalte Extremitäten
  • LWS-Schmerzen usw.

Diese Zeit des Wechsels kann Monate oder Jahre dauern. Viele Frauen halten dies für normal. Aber ein Klimakterium mit Problemen ist keinesfalls normal, sondern ein Zeichen für unausgeglichene Energien, die behandelt werden sollten.
Der Schulmedizin mangelt es an plausiblen Erklärungen für die vielseitige Symptomatik. Demnach gibt es auch keine vernünftigen Therapievorschläge außer der Östrogensubstitution. Hierdurch erfahren die Frauen zunächst einmal eine Zeitlang eine subjektive Besserung einiger Symptome. Auf lange Sicht zeigen sich jedoch die Nachteile, nämlich höhere Risiken für Brustkrebs und Uteruskrebs, sowie erhöhte Thrombose-Gefahr usw.
Da Östrogenersatz + Progesteron dieselben Nebenwirkungen wie die Pille hat, nämlich Blutstase allgemein und vor allem im chong mai, ist die mögliche Genese von Blutstase-Carcinomen nicht zu verleugnen. Kommt jetzt noch Leber-Qi-Stagnation hinzu, so ist diese Entwicklung gefährlich. Ein weiteres Problem ist die Hormoneinnahme von Östrogen + Progesteron. Der Körper hat seinen jing-Verlust ja mit dem Abbruch der monatlichen Blutung beantwortet. Die künstliche Verlängerung der Menstruation ist daher eine weitere Auslaugung des jing.

JING, QI, BLUT UND DAS ALTERN
Wenn eine Frau jung und gesund ist, so produziert sie einen Überschuss an qi und Blut. Nachts wird dieser Überschuss in postnatale Essenz oder erworbenes jing umgewandelt und in den Nieren gespeichert. Solange der Organismus gesund ist, wird diese Überproduktion von qi und Blut und die Speicherung von jing aufrechterhalten und führt zur Menstruation, d.h. die Mens ist dieser Überschuss. Alle 28 Tage ist das Gefäß mit Blut aufgefüllt und fließt über.
An der Bildung von Blut sind drei Organe beteiligt: Milz, Nieren und Herz. Sie produzieren gemeinschaftlich tian gui, das himmlische Wasser. Die Milz destilliert gu qi aus Nahrung und Flüssigkeiten und schickt es zum Herzen. Hier wird es rot gefärbt, d.h. seine letzte und feinste Transformation erfährt es im Herzen. Über den bao mai wird es zum Uterus gebracht. Gleichzeitig stellen die Nieren eine kleine Menge von jing zur Verfügung, die zum Herzen geschickt wird. Es ist die energetische Grundlage für den Transformationsprozess in reines Blut.
Ab etwa dem 40. Lebensjahr beginnt der Organismus durch Alterung schwächer zu werden, es werden weniger qi und Blut produziert. Der Überschuss nimmt ab, ren mai und chong mai werden langsam leer und als Folge muss an der Menstruation gespart werden. Außerdem kann jetzt das pränatale jing nicht mehr so ausreichend mit postnatalem jing aufgefüllt werden - es geht an die Substanz. Würde die Menstruation jetzt weiter fließen, d.h. würde weiterhin der chong mai den bao gong (= Uterus) mit Blut füllen, so würde die Niere komplett ausgelaugt und die Frau würde vorzeitig altern. Das Klimakterium ist also eine notwendige Sparmaßnahme des Organismus. Wird die Mens eingespart, so muß nicht so viel Blut und pränatales jing verbraucht werden. Auf diese Weise kann eine Frau weitere lange Jahre gesund bleiben. Obwohl das Klimakterium also ein Alterungsprozess ist, verlangsamt es das Altern durch Einsparung von unnötigem Blut- und jing-Verlust.

TCM-GRUNDLAGEN
Da yin und yang im gesunden Organismus in einem dynamischen Gleichgewicht stehen, muss das yin-yang-Paar qi und Blut auch im Gleichgewicht sein. Wenn nun die Milz weniger Blut bildet und das yin weniger Körpersäfte, gerät das dynamische Gleichgewicht zwischen qi und Blut und zwischen yin und yang aus der Balance, d.h. qi und yang sind im Uberschuss und yin und Blut fehlen. Diese Tatsache ist im Grunde genommen verantwortlich für die meisten Probleme des Alterns, wobei konstitutionelle Probleme jedes einzelne Bild abwandeln können.
Wenn nun diese Tatsache des allgemeinen Abnehmens von yin, jing und Blut mit dem Faktor Stress, Überarbeitung und emotionale Belastung zusammen kommt, so wird die Schere zwischen qi-yang und yin-Blut weiter auseinander klaffen und die klimakterischen Probleme werden schlimmer. Zunächst einmal zeigen sich allgemeine Symptome von Nieren-yin-Leere. Da aber das yang das yin als Wurzel braucht wird bei einer Nieren-yin-Leere auch das Nieren-yang abnehmen. Und da weiterhin die Niere die Basis für alles yin und yang im Körper ist, wird eine Leere der Niere eine Leere aller zang und fu nach sich ziehen
Man fragt sich nun, warum es Frauen gibt, die überhaupt keine klimakterischen Probleme haben und andere extrem leiden. Genetische Ursachen spielen natürlich auch eine Rolle. Manche haben eine stärkere Konstitution, gesündere Organe, stärkere Nieren als andere. Auch die Frage, wie wir in der Vergangenheit mit unseren Energien umgegangen sind, haben wir geraucht, Alkohol getrunken, schlecht gegessen, wenig Bewegung gehabt etc, spielt eine Rolle.
Generell kann man sagen, dass alle Formen von Stagnationen zu schwerwiegenderen klimakterischen Problemen führen. Es können Stagnationen von qi, Blut, Nahrungsmitteln, Feuchtigkeit, Schleim und Feuer auftreten. Jede dieser Stagnationen kann mit einer anderen reagieren und ein komplexes Bild erzeugen. Im Klimakterium ist qi-Stagnation das zentrale Problem, vor allem Leber-qi-Stagnation(..............).

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin

Autorin: Luisa Francia
www.salamandra.de

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Heilkrampf

Kann man etwas gegen Heilung einwenden? Einen gesunden Körper zu haben, inst doch erwünscht. Heilung ist das, was alle suche. Heilung ist auch ein gutes Geschäft un der Megatrend im Wellness-/Esotherik-Bereich. Was könnte ich wohl gegen Heilung haben? Gar nichts, um das schon mal vorwegzunehmen.

Ich wurde im letzten Jahr von einer Gesellschaft für Schamanismus und Heilung eingeladen, bei einer Veranstaltung mitzuwirken, in der SchamanInnen aus aller Welt ihr Wissen zusammentragen und ihre Rituale durchführen sollten. Zuerst fand ich diese Idee sehr anregend. Ich fühlte mich natürlich auch geschmeichelt, als einzige Deutsche "auserwählt" zu sein, obwohl ich weiß, dass es vollkommener Blödsinn ist, dass ich etwa Deutschlands einzig erwähnenswerte Schamanin sein soll. Ich bin ja gar keine. Ich bin eine wilde Frau, die von vielen wertvollen Verbündeten aus Natur und Umwelt lernte und dieses Wissen auch gebrauchen kann.
Je länger ich mich mit Hintergrundmaterial zu dieser Tagung, mit Schamanismus, mit früheren Veranstaltungen und Heilritualen beschäftigte, umso suspekter wurde mir der ganze Zirkus. Plötzlich tauchen in meinem Kopf die Exoten-Schauen wie die Weltausstellung bei der letzten Jahrhundertwende auf, wo Indianer und Eskimos vorgeführt, ihre Rituale bestaunt wurden. Die koreanische Schamanin auf dem Kongress in Garmisch tauchte in meinem Gedächtnis auf. Sie hatte einen Mann mit einem spektakulären und sexuell eher grenzwertigen Ritual in Trance versetzt, war dafür heftig kritisiert worden und in einem Film über Schamanismus (Aufbruch in die dritte Dimension) ziemlich heruntergeputzt worden. Auch dachte ich an eine Veranstaltung vor vielen Jahren der amerikanischen Ureinwohnerin Kayenteles. Während sie ihre Thesen entwarf, zischte eine Frau ihrer hingerissenen Freundin zu: ich sage dir das auch immer, aber von mir willst du es ja nicht akzeptieren.

Zur Heilung gehört eben auch der Heilungsauslöser, das Öffnen der Verschlüsse im eigenen Organismus, die Heilung verhindern. Und diese Öffnung wird seit Alters her eher von spektakulären Events, von "Wundern", von "Wunderheilern", von Koryphäen bewirkt, als von der Hausmeisterin, von der Nachbarin oder von einer Person, die nichts weiter mitbringt als logisches Denken, Vernunft und ein bisschen Mutterwitz. Was mir bei der Ausschreibung dieser Veranstaltung völlig fehlte, war eine kritische Einschätzung der Konsumhaltung, die die Eso-Szene den "Schamanen" und "Schamaninnen" entgegenbringt. Kein Wort darüber, dass spektakuläre Inszenierungen - eine gute Show also - verblüffende Wirkungen nur für einen kurzen Zeitraum bewirken können (und das ist immerhin weltweit hinlänglich bewiesen). Und kein Wort auch darüber, wie Menschen krank werden oder wie sie überhaupt nur gesund werden können. Ist es wirklich sinnvoll, Menschen zusammenzutrommeln und ihre diversen Wehwehchen zu bearbeiten, anstatt anzuregen, Selbstvertrauen, eine profunde Kenntnis ihres eigenen Körpers und ein gesundes Misstrauen spektakulären Heilerinnen gegenüber zu entwickeln?

Die exotische Power der eingeladenen Zauberkundigen, atemberaubende Heil-Events und eine klare Unterscheidung zwischen dem Publikum (also den Normalos) und den Schamanlnnen (also den Auserwählten) garantieren bei solchen Tagungen Massenzulauf und die eine oder andere unerwartete kurzzeitige Besserung oder Heilung eines Leidens. Philosophisch vorbereitet werden solche Wunder durch kräftiges Anpreisen des Erwünschten, "hat viele Menschen von scheinbar unheilbaren Leiden geheilt" oder "gilt als großer Schamane" oder "wird von Fachleuten als seriöser Schamane gesehen".
Nehmen wir ruhig mich zum Beispiel: Ich wurde vom Spiegel als einzig ernstzunehmende Magierin Deutschlands bezeichnet. Nur - woher will der Spiegel das wissen? Und: ist der Spiegel tatsächlich die geeignete Instanz, schamanische Brillanz zu bewerten? Und was soll das alles mir sagen? Oder gar anderen Menschen, die sich jetzt vielleicht mir ausliefern und gar nicht wissen, was für eine oberflächliche Schnepfe ich sein kann?(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"

Autorin: HP Dr. Ingrid Olbricht
Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie, Gründungsmitglied von WAP und AKF

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Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung und Traumatherapie

Der Begriff "Trauma" wird derzeit inflationär benutzt, daher ist eine korrekte Definition und eine Unterscheidung zwischen Belastung, Stress und Trauma notwendig.

Traumaerfahrungen sind immer mit Ereignissen verbunden, die außerhalb des Rahmens normaler menschlicher Verarbeitungsmöglichkeiten liegen und die für jeden Menschen seelisch extrem belastend und qualvoll sind. Das Selbst wird überflutet von Reizen, Affektstürmen und Katastrophenerfahrungen. Durch ein Trauma wird die körperliche Unversehrtheit oder das Leben bedroht, die Betroffenen erleben sich als Opfer schrecklicher, unfassbarer Ereignisse, denen sie hilflos ausgeliefert sind. Handeln hat keinen Sinn mehr, weder Widerstand noch Flucht sind in traumatischen Situationen möglich. Das Selbstverteidigungssystem ist extrem überfordert, es kommt zum Zusammenbruch und zur temporären oder dauerhaften Zerstörung des komplexen Selbstschutzsystems.
Traumen können äußere Einwirkungen sein wie Naturkatastrophen oder Unfälle, zum Beispiel Bergwerksunfälle oder Verkehrsunfälle, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Feuer, usw.. Sie können Begegnungen mit extremer Gewalt und Auslieferung darstellen, wie zum Beispiel bei Folteropfern, politischen Gefangenen, Soldaten mit besonders belastenden Kriegserlebnissen, Asylbewerbern, Geiseln und besonders bei Überlebenden von Konzentrationslagern. Sexuelle Misshandlung, wie bei der sexuellen Traumatisierung in der Kindheit oder bei der Vergewaltigung, verschlimmert die Auswirkungen der Traumatisierung. Eine andere Traumatisierungsmöglichkeit ist das Erleben extremer Defizite wie bei Verwahrlosung, frühen gewaltsamen Verlusten von Bezugspersonen und Heim- oder Gefängnisaufenthalte, Lager. Oft werden kombinierte Traumen erlebt, insbesondere auch bei der Traumatisierung von Kindern durch sexualisierte Gewalt.
Das Trauma gibt es nicht. Es gibt akute und chronische Gewalterfahrungen, seelische und körperliche Traumata, die jedoch meist kombiniert einwirken, es gibt direkte und indirekte Gewalt. Es gibt daher auch körperliche und seelische Folgen, sie können zeitnah sein oder als Spätfolgen auftreten und sind sehr unterschiedlich.

Das Ausmaß der akuten und chronischen Reaktionen wird mitbestimmt durch die Merkmale der traumatischen Situation, durch Schwere, Dauer und Häufigkeit des Traumas und des erlebten Kontrollverlustes sowie durch die vorher entwickelten Bewältigungskompetenzen, also von Alter und Entwicklungsstand des betroffenen Individuums und zusätzlich durch die Reaktionen des sozialen Umfeldes, das Ausmaß von Schutz, Verständnis und Unterstützung sowie eventuell dadurch, ob akut professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden konnte.
Die akute Stressreaktion als unmittelbare Traumafolge ist gekennzeichnet durch Übererregung mit innerer Unruhe, Aggressivität und Schlafstörungen, durch rekurrente intrusive Erinnerungen, tagsüber als Flash backs, nachts als Alpträume sowie als Vermeidungsverhalten nach innen und außen. Die akute Reaktion ist praktisch bei allen Traumabetroffenen zu beobachten, sie nimmt üblicherweise im Lauf von Wochen bis Monaten ab. Wenn sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt wieder verstärkt und intensiviert, sprechen wir von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die behandlungsbedürftig ist.
Sie kann zum Auslöser für schwere Entwicklungsstörungen werden. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine PTBS entwickelt wird und anhält, höher, wenn das Trauma auf das Handeln von Menschen zurückgeht, wenn es auf eine Persönlichkeit trifft, deren Bewältigungskompetenzen nicht ausreichend entwickelt sind, wenn es lange andauert oder sich häufig wiederholt, wenn moralische Konflikte und Tabus eine Rolle spielen und wenn das soziale Umfeld die Traumatisierung ignoriert bzw. das Opfer für die erlittenen Erfahrungen entwertet.

Traumatisierte nehmen Reize anders auf, sie ordnen anders zu als Personen ohne Traumaerfahrungen. Hier scheinen - bei aller Komplexität der Strukturen und der Interaktionen insbesondere zwei Hirnstrukturen eine besondere Rolle zu spielen. Das biographische Gedächtnissystem des Hippokampus speichert episodisch, mit moderaten Gefühlsqualitäten, es zeichnet Informationen neutral und kontrolliert auf, integriert und ordnet räumlich und zeitlich zu, so dass keine Gefahr besteht, dass Gedächtnisinhalte für gegenwärtige Wahrnehmungen gehalten werden. Die Erinnerungen werden als Wortrepräsentanz kodiert, die Erinnerungen können also ohne weiteres in Worte gefasst und geschildert werden. Es gibt Verbindungen zu beiden Hemisphären, zum Sprachzentrum und zu anderen Hirnbereichen. Dieses Gedächtnis entwickelt sich etwa ab dem 4. - 12. Lebensjahr, Ereignisse vor der Entwicklung des Hippokampus, also in der frühesten Kindheit, können wir sprachlich nur bruchstückhaft ausdrücken.
Dieses "Archiv" schaltet aber beim Erreichen eines bestimmten Reizpegels ab. Wenn der Stress zu groß wird, wird dadurch das Selbst geschützt. Dann übernimmt die Amygdala, der Mandelkern, der in jeder Gehirnhälfte seitlich des Temporallappens liegt, die Speicherung. Die Amygdala speichert direkt, ohne Einschaltung der Hirnrinde, sie speichert fragmentarisch im Hier-und-Jetzt-Erleben, sie speichert überwiegend Sinneseindrücke, also sensorische Merkmale wie Bilder, Geräusche, Gerüche, Körpergefühle, Affekte und begleitende Emotionen. Erinnerungen werden als Gefühlsrepräsentanzen kodiert und sind damit verbal nur schwer zugänglich, zumal kaum Verbindungen zu anderen Hirnanteilen bestehen. Das erklärt auch das Nicht-verbalisieren-können oder die Schilderung von traumatischen Ereignissen mit den immer gleichen, fast stereotypen Worten und Sätzen. Dieses Gedächtnis ist ab der Geburt und vielleicht bereits vor der Geburt aktiv. Die hier gespeicherten Erinnerungen sind nicht zugänglich, nur triggerbar. Das heißt, dass bei bestimmten Gefühlsqualitäten die Amygdala "anspringt" diese Erinnerungen aber nicht in einen biographischen Kontext einbettet. Sie arbeitet dissoziativ, d.h. sie kennt keine Verknüpfung mit anderen Ereignissen und damit auch keine Vergangenheit. Die Amygdala wird am stärksten aktiviert durch Angst, Furcht, Schrecken. Damit ist sie auch für das emotionale und soziale Verhalten des Menschen bedeutsam. Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht, zeigt sich darin, wo das Erlebnis gespeichert wurde. Ein Trauma ist nur diejenige Erfahrung, die dissoziiert gespeichert und damit nicht in allen Qualitäten zugänglich ist. Ein "bisschen traumatisiert" gibt es daher nicht. Die hirnbiologischen und hirnstrukturellen Besonderheiten müssen daher sowohl bei der Anamneseerhebung als auch insbesondere bei jeder Traumatherapie berücksichtigt und einbezogen werden.

Die Traumafolgen sind altersabhängig. So finden wir bei Kindern bis zu drei Jahren nach sexualisierter Gewalterfahrung relativ unspezifische Zeichen wie Angst und Verwirrung, Schlaf- und Essstörungen und deutlichen Entwicklungsstörungen.
Im Vorschulalter werden Angst und Verwirrung und bereits Scham- und Schuldgefühle sowie eine Zunahme der Aggressivität beobachtet, ebenso ein Gefühl von Schutz- und Hilflosigkeit. Das äußert sich in regressiven Verhaltensweisen, eventuell wieder auftretendem Einnässen oder Einkoten, Daumenlutschen, Unruhe, Jucken der Scheide und Masturbieren, Essstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen und Alpträumen.
Zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr können Misstrauen und Zwangshandlungen wie Waschzwang oder exzessives Baden dazukommen, gelegentlich schon Suizidalität, soziale Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen, aggressives oder sexualisiertes provozierendes Verhalten, sozialer Rückzug, Beziehungsprobleme und Schulversagen.
Zwischen dem neunten bis dreizehnten Lebensjahr treten zusätzlich bereits Depressionen auf, Selbstwert- und Identitätsprobleme, Probleme mit dem Rollenverhalten, Selbstverletzungen, die Suizidalität wird deutlicher und konkreter, die sozialen Probleme ausgeprägter, Schuleschwänzen, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum, promiskuöses Verhalten sowie sozialer Rückzug. Wenn Kinder nach Gewalterfahrungen auffällig und schwierig werden, können sie dadurch zusätzliche Probleme haben.
In der Adoleszenz schließlich wird das aggressive und autoaggressive Verhalten noch deutlicher, zu den bereits bekannten und sich immer deutlicher ausprägenden Symptomen können manifeste Essstörungen im Sinne von Anorexie und Bulimie kommen, Verwahrlosung, Promiskuität, verschiedene Abhängigkeitserkrankungen, Jugendkriminalität sowie erhebliche Beziehungs- und Entwicklungsstörungen. Zusätzlich zu dieser eher diffusen Symptomatik können sich eigenständige Krankheitsbilder wie die Posttraumatische Belastungsstörung, Dissoziative Identitätsstörungen oder Psychosen ausbilden.
Insgesamt fällt auf, dass alle Störungen sehr viel früher in der Entwicklung auftreten können als sie üblicherweise altersmäßig bekannt sind.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"

Autorin: HP Cornelia Beyer
Heilpraktikerin und Web-Künstlerin
www.erdgezeiten.de

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Somatic-Experiencing nach Dr. Peter Levine
Ein grundlegender Ansatz zur Transformation von Trauma

SOMATIC-EXPERIENCING IST EINE DIREKT AM KÖRPER ANSETZENDE METHODE ZUR BEHANDLUNG VON ANGST UND POSTTRAUMATISCHEN REAKTIONEN

Mein eigener Zugang zu Somatic-Experiencing (im Folgenden mit SE abgekürzt) ergab sich aus persönlicher Betroffenheit: Im Frühjahr 99 erlebte ich auf einem Retreat einen schweren körperlichen und psychischen Zusammenbruch, der mich zu einer in SE-ausgebildeten Therapeutin führte. Diese Arbeit und ihre Wirkung am eigenen Leib zu erleben, beeindruckte und begeisterte mich so tief, dass ich mich im Herbst 99 zur dreijährigen Fortbildung bei Peter Levine entschloss. Es eröffnete sich mir ein behutsamer Weg, der in die Verarbeitung von Entwicklungs- und Schocktraumen (z.B. Unfällen, Operationen, invasiven zahn-/medizinischen Eingriffen, Diagnosen schwerer Krankheiten, Naturkatastrophen, Gewalt- und Verlusterfahrungen, scheinbar kleinen Stürzen...) neue Perspektiven bringt.

Grundlegende Theorie
Durch seine Forschungen mit in freier Wildbahn lebenden Tieren kam Peter Levine zu dem Ergebnis, dass ein Trauma im Nervensystem gespeichert ist: "durch einschneidende Ereignisse hat dieses seine volle Flexibilität verloren. Wir müssen ihm deshalb helfen, wieder zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurückzufinden." (Peter Levine). Menschliche Reaktionen auf Bedrohung sind primär instinktiv und biologisch und erst sekundär emotional und kognitiv. Sie beinhalten 3 angeborene, im Stammhirn verankerte Überlebensstrategien: Flucht, Kampf und Totstell-Reflex (Immobilität, Erstarrung), die allen Säugetieren gemeinsam sind.
Was geschieht, wenn wir uns bedroht fühlen? Als erstes wird der Orientierungsreflex auf den Plan gerufen: wir versuchen die Gefahr zu lokalisieren, zu identifizieren und einzuschätzen. Unsere Augen tasten die Umgebung ab, wir "stellen die Ohren auf", um z.B. die Richtung eines Geräusches zu orten, wir bewegen den Kopf, um unsere Lage besser überblicken zu können. Durch die dabei erhaltenen Informationen erfolgt eine instinktive Auswertung, ob wir in Sicherheit sind oder Gefahr droht. Bei Gefahr erfolgt eine Mobilisierung von hohen Energien im autonomen Nervensystem, die den Organismus für die Flucht- oder Kampfreaktion vorbereiten. Wenn wir damit erfolgreich sind, findet der Organismus auf natürliche Weise wieder sein Gleichgewicht.
Ist ein Ereignis jedoch so überwältigend, dass wir nicht kämpfen oder fliehen können - hält uns der Angreifer z.B. fest oder gibt es gegensätzliche innere Impulse in uns - werden diese Reflexe zwar initiiert, kommen aber nicht zur Durchführung. Als letzte Strategie bleibt uns nur der Totstell-Reflex, der zur Immobilität führt. Der Totstellreflex löst häufig im Klienten/in der Klientin ein Gefühl von Ungenügen oder Scham aus. Das Wissen, dass es sich hierbei um eine instinktive, biologische Reaktion handelt, bringt große Erleichterung.
Das Erstarren führt dazu, dass die enorme mobilisierte Energie von einer Sekunde auf die andere "eingefroren" wird und als innerer Stress im Körper gespeichert bleibt, ohne dass sie umgesetzt oder entladen wird. Die Gefahrenquelle zu erneuter Überflutung liegt also innen im Menschen und kann durch äußeres Geschehen wieder angeregt werden, z.B. kann Flugzeuglärm einen Kriegsveteranen erneut in furchtbare Panik versetzen.
Was sich jetzt im Nervensystem eines Menschen abspielt, ähnelt dem, was mit einem Auto passieren würde, wenn man gleichzeitig das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt und die Bremse betätigt: durch die Diskrepanz zwischen dem auf Hochtouren laufenden Nervensystem (Motor) und der äußeren Regungslosigkeit (Bremse) entsteht im Inneren des Körpers eine gewaltige Unruhe, die mit der Energie eines Wirbelsturms vergleichbar ist. Ein bedrohter Mensch muss nach Abklingen der Gefahr die gesamte mobilisierte Energie wieder auflösen, um den Zustand der Bedrohung zu überwinden, sonst entsteht ein dauerhaftes Trauma. Die verbleibende Energie entlädt sich nicht einfach von selbst, sondern verbleibt im Körper und bildet die energetische Grundlage für verschiedenste Symptome wie z.B. Angst, Depression, Verhaltensprobleme und psychosomatische Störungen. Der Organismus schafft diese Symptome, um die verbliebene, akkumulierte Energie in feste Bahnen zu lenken und einzugrenzen.
Posttraumatischer Stress ist somit eine ursprünglich angemessene Antwort auf eine ernsthaft bedrohliche Situation. Diese Antwort ist allerdings unvollständig geblieben und im Lauf der Zeit zu einer fixierten Form erstarrt. Aus diesem Grund interpretiert SE die posttraumatischen Symptome nicht als zu bewältigende Pathologie, sondern nutzt sie als wichtige Ressource in der Auflösung des Traumas.
Heilung von Trauma geschieht durch die schrittweise Entladung der immensen Überlebensenergie, die noch in der Immobilitätsreaktion gebunden ist. Im SE verhandeln wir das Trauma neu - dazu ist es nicht nötig, das traumatische Geschehen nochmals kathartisch zu durchleben. Es ist sogar möglich, ohne Inhalt oder Erinnerung zu arbeiten. Dies kann sinnvoll sein vor allem, wenn das Ereignis emotional noch zu belastend ist. Wesentliche Elemente im Heilungsprozess sind: Erdung, Zentrierung, Ressourcenbildung und das Nachspüren (Tracking) der Körperempfindungen, Gefühle, Verhaltensweisen, Gedanken, Bilder und Bewegungen.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"

Autorin: Dr. Waltraut Wirtgen
Dr.med., Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse, langjährige Mitgliedschaft und Mitarbeit bei amnesty international, seit 1994 freie Mitarbeiterin bei REFUGIO München - Untersuchung, Beratung, Begutachtung und Erstellung gutachterlicher Stellungnahmen für traumatisierte Flüchtlicnge und Folteropfer, seit 1983 Mitglied in der IPPNW

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Traumatisierte Flüchtlinge und Folterüberlebende
Fortsetzung des traumatisierenden Prozesses in der Asyl- und Ausländergesetzgebung in Deutschland

DER ASYLANTRAG EINER JETZT 20-JÄHRIGEN FRAU AUS EINEM AFRIKANISCHEN LAND, DIE IM ALTER VON KNAPP 15 JAHREN NACH DEUTSCHLAND FLÜCHTETE, WURDE DURCH DAS BUNDESAMT UND DAS VG MÜNCHEN ABGELEHNT, DA DIE JUGENDLICHE ÜBER DIE EIGENTLICHEN GRÜNDE IHRER FLUCHT NICHT HATTE SPRECHEN KÖNNEN. ALS IHRE AUSWEISUNG KURZ BEVORSTAND, SPRACH SIE ERSTMALS GEGENÜBER DER FRAU IHRES ARBEITSGEBERS ÜBER IHRE VERGEWALTIGUNG.

Die entscheidenden Probleme misshandelter Menschen sind Sprach-losigkeit und Verleugnung. Beziehen sich die erlebten Traumata auf sexuelle Gewalterfahrungen, dann ist die Tabuisierung noch stärker und trägt bei zu weiterer Verfestigung und Institutionalisierung der Sprachlosigkeit. Diese führt gerade bei Flüchtlingen im Asylverfahren oft zu nicht mehr korrigierbaren, weitreichenden Folgen, indem ihr Asylantrag bei der Erstanhörung beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge (BAFL) wie auch in späteren Klageverfahren abgelehnt wird. Sie können über die eigentlichen Gründe ihrer Flucht nicht sprechen, so dass die Gefahr besteht, dass sie nach rechtskräftig abgeschlossenem Asylverfahren zwangsweise in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Manche von ihnen entschließen sich in dieser für sie aussichtslosen Situation dazu, sich jemand anzuvertrauen und über ihre erlittenen Misshandlungen zu sprechen. Nur wenige von ihnen finden Aufnahme in einem Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge zu psychotherapeutischer Behandlung und sorgfältiger Abklärung ihrer Fluchtgründe und Verfolgungsgeschichte.
Eine ärztlich-psychotherapeutische Begutachtung zu Traumafolgen kann in einzelnen Fällen ein Wiederaufgreifen des Asylverfahrens ermöglichen.
Unter den in Deutschland Schutz und Asyl suchenden Flüchtlingen und AsylbewerberInnen sind nach internationalen Statistiken zwischen 10 und 50% Überlebende von Folter, insbesondere von sexueller Gewalt. Sie fliehen aus Kriegs- und Krisengebieten vor Verfolgung, Haft, Vertreibung, Misshandlung und nach z.T. schwerwiegenden traumatischen Erlebnissen. Diese Menschen kommen aus mehr als 30 Ländern und sind überwiegend Kinder und Frauen.

Aus Statistiken der Beratungs- und Behandlungszentren für Flüchtlinge und Folteropfer ist ersichtlich, dass die Anzahl und der Schweregrad der Traumatisierung der dort Hilfe und Behandlung suchenden KlientInnen in letzter Zeit erheblich zunehmen. Bei ca. 80 % aller dort vorsprechenden Flüchtlinge handelt es sich um Folgen von Misshandlung und Folter, es sind überwiegend psychische Folgen. Traumafolgen resultieren aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus der Zeugenschaft von Misshandlung und Ermordung nächster Angehöriger und FreundInnen sowie aus der Zerstörung und Vertreibung aus dem Haus und aus der Heimat. Neben den körperlichen Folgeschäden (des Gelenk- und Skelettsystems, des Seh- und Hörvermögens, des Verlustes von Zähnen und Gliedmaßen u.ä.) bestehen besonders psychische Folgeerkrankungen in unterschiedlich starker Ausprägung als einzelne Krankheitsbilder oder gleichzeitig bestehend, wie z. B.
Posttraumatisches Belastungsreaktion (PTSD), Angststörung,
Depression, psychosomatische Erkrankungen, Sucht.

Im Gegensatz zu Traumatisierungen durch Unfälle, Naturkatastrophen u.ä. handelt es sich bei Flüchtligen um man-made desaster und ein kumulatives Trauma (Khan, 1977), mit prozesshaftem Verlauf der Traumatisierung, es gibt kein "post", d.h. kein "nach" dem Trauma. Durch die gesellschaftlich-politischen Rahmenbedingungen (Asyl- und Ausländergesetze) finden nach dem eigentlichen traumatischen Ereignis weiter oft über viele Jahre eine Vielzahl von retraumatisierenden Situationen auf der Flucht und im Aufnahmeland statt, die zu einer weiteren Chronifizierung des Krankheitsbildes führen. Ein Sicherheitsgefühl, die Voraussetzung für eine Stabilisierung, ist nicht aufbaubar. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"

Autorin: Jeannette Schulz
Heilpraktikerin, Dozentin, Praxis für Chinesische Medizin,

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Das Wasser stärken
Akupunktur bei Angst und nach Traumatisierung


AKUPUNKTUR BEI ANGST ODER NACH GEWALTERFAHRUNGEN IST FÜR VIELE AUF DEN ERSTEN BLICK EINE HEIKLE SACHE. MEINE BEHANDLUNGSERFAHRUNGEN SIND SEHR GUT, SO DASS ICH EIN PAAR ANREGUNGEN ZU DIESEM THEMA WEITERGEBEN MÖCHTE.

In der Chinesischen Medizin versuchen wir, das energetische Grundmuster eines Menschen zu erfassen, zu dem die Gefühle genauso gehören wie die körperliche Konstitution, derzeitige und vergangene Symptome und Belastungen.
Traumatische Erfahrungen können alle unsere Organe und Systeme schädigen. Schock entleert das Qi von Herz, Milz und Nieren: "Bei Furcht und Erschrecken hat Shen keine Behausung, das Qi ist chaotisch und verwirrt." Zitat aus dem chinesischen Klassiker: Der Gelbe Kaiser (Reine Fragen, Kap. 39), S. 205.
Auf der Shen-Ebene, das heißt auf der spirituellen Ebene des Herzens zu unterstützen, ist daher ein wesentlicher Teil der Behandlungsstrategie. Dafür sind ein guter Kontakt, ein einfühlsames Gespräch und ein klarer Shen bei der Behandlerin nötig.
Besonders wichtig ist es, das Wasserelement, das heißt Niere und Blase zu stärken Die Themen der (chinesischen) Niere sind Wille und Angst. "Bei Angst steigt das Qi in den Leitbahnen hinab und führt zu einem Stau im unteren Jiao." (Der Gelbe Kaiser (Reine Fragen, Kap. 39, S. 205).
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Daher möchte ich eine Behandlung von Angst und Traumatisierung über die fünf antiken Punkte auf der Nierenleitbahn, die Shu-Transportpunkte, vorstellen.

Auf jeder Leitbahn befinden sich fünf Transportpunkte und zwar immer im Abschnitt zwischen dem Meridian-Ende an den Nägeln und dem Ellenbogen- bzw. Kniegelenk. Dies sind Punkte, die traditionell sehr häufig benutzt werden. Maciocia sagt, man könne vermutlich allein mit diesen Punkten Akupunktur betreiben. In den chinesischen Klassikern wird der Qi-Fluss in diesem Körperabschnitt mit einem Wasserlauf verglichen, von der Quelle an Fingern und Zehen bis zum Meer am Ellenbogen- und Kniegelenk. Die Breite und Tiefe des Flusses wird dabei immer größer und jede Station hat eine ganz spezielle Qualität. Das Qi fließt hier noch sehr oberflächlich und ist durch Nadeln gut zu erreichen. Arme und Beine sind auch die Körperteile, die den meisten Kontakt mit der Umwelt haben und sich zuerst mit pathogenen Faktoren auseinandersetzen müssen. Hier ist die Wirkung des Klimas und der Jahreszeiten besonders intensiv und Wind, Kälte, Nässe können in die Leitbahnen eindringen. Diese Punkte sind den fünf Wandlungsphasen zugeordnet. Jede Yin-Leitbahn beginnt mit dem Holz und jede Yang-Leitbahn mit dem Metall und in der Reihenfolge der Hervorbringung: Holz - Feuer - Erde - Metall - Wasser geht es weiter. Wir nehmen durch die Hände und Füße aber auch das kosmische Qi von Himmel und Erde auf. Es gibt wunderschöne Qi-Gong-Übungen aus der buddistischen und taoistischen Tradition, die damit arbeiten. Ulli Olvedi beschreibt in ihrem Buch die Aufnahme von Erd-Qi über Niere 1, Sprudelnde Quelle, eine sehr schöne und kraftvolle Übung.


Holz im Wasser
Sprudelnde Quelle - Niere 1 ist der Punkt, der am tiefsten am Körper liegt, der einzige auf unserer Fußsohle. Er wird als sehr stark sedierender Punkt eher für akute Notfälle angegeben, z.B. bei Bewusstlosigkeit, und seltener genadelt, auch weil das recht schmerzhaft sein kann. Ich behandle ihn häufig, entweder mit sehr sanfter Nadeltechnik oder in den meisten Fällen mit Akupressur oder mit Moxa. Niere 1 ist der Holzpunkt auf einer Wasserleitbahn und damit der Sedierungspunkt. Er unterstützt das Yin und auf psychischer Ebene klärt und beruhigt er den Geist, stellt die Kommunikation zwischen Herz und Niere wieder her. Er bringt rebellierendes Qi wieder nach unten, stellt uns wieder auf die Füße. Viele haben bereits erfahren, wie beruhigend es bei großer Aufregung sein kann, wenn jemand unsere Füße nur sanft hält. Einen stärkeren Reiz mit der Fingerspitze, der ruhig kurz leicht schmerzhaft sein kann, wende ich an, wenn sich leere Hitze mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen und roten Wangen entwickelt hat.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"

Autorin: HP Dr. Rosina Sonnenschmidt
Heilpraktikerin, Autorin vieler Fachbücher

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Selbstschutz in der Energiearbeit
Über den verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Energiesystem

Die Heilkunst hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich in Richtung feinstofflicher, für die meisten unsichtbarer, aber äußerst wirksamer Energien, entwickelt. Dabei gerät ein Thema immer mehr in den Brennpunkt der heilerischen Arbeit: Warum erkranken immer mehr Menschen an der Energiearbeit? Was hat es damit auf sich?

Durch das Sich-öffnen für das Unsichtbare, für die Bewegungen der Lebensenergie, kurzum: für die Energiearbeit hat die westliche Medizin einen Riesenschritt vorwärts gemacht und innerhalb der therapeutischen Richtungen hat sich ein neues Bewusstsein entfaltet.
Die Kunst der Homöopathie, die wie keine zweite mit Energien aller Level arbeitet, ist so wirksam, weil sie das Naturgesetz von rhythmischen Lebensprozessen widerspiegelt. Indem wir wieder zur Verreibung und Prüfung der Arzneiwesen zurückgekehrt sind, haben wir uns auch den Energien der Arzneiwesen geöffnet.

Bei den energetischen Messmethoden, allem voran die Radionik und Bioresonanz gehen wir ganz selbstverständlich mit diagnostischen und heilerischen Maßnahmen um, die wir nur an ihrer Wirksamkeit erkennen, aber in der Regel nicht bewusst wahrnehmen.
Und schließlich gibt es die vielen verschiedenen energetischen Heilweisen, die in der Regel Energieübertragungen sind, ob durch Hände oder Gedankenmuster, ob an Chakra-Punkten orientiert oder an Meridianverläufen.

Energiearbeit geht von der Vorstellungskraft und vom Glauben aus. Es gibt kaum etwas äußerlich zu sehen, also meinen wir, die Energie werde schon richtig fließen, es könne uns nichts passieren. Einen Schnitt in den Finger können wir sehen, aber was energetisch geschieht, entzieht sich dem physischen Auge. Ich höre aus KollegInnenkreisen Aussagen wie: "Der hat mir viel Energie abgezapft" oder "Mir fließt die Energie davon". So wie die höhere Energie oder Schwingung immer heilender ist als die niedrigere Schwingung, so verlangt die Energiearbeit wesentlich mehr Kraft als körperliche Arbeit. Jeder Handwerker zieht Schutzkleidung an, um sich adäquat zur Arbeit abzusichern, bei der Energiearbeit fehlt in der Regel die Einsicht, dass die Sorgfaltspflicht sich selbst gegenüber nötig ist.

Wie kann ich mich/mein Energiesystem schützen?
Schauen wir einmal die Prinzipien östlicher Bewusstseinsschulungen sowie der einzigen europäischen, hundertjährigen Tradition der Medial- und Heilerschulung in Großbritannien an. Sie basiert auf der schrittweisen Entwicklung der Hellsinne und der Überprüfbarkeit der sensitiven Wahrnehmung. Diese Überprüfbarkeit (evidence) besteht darin, dass die Lernenden dem ersten Eindruck vertrauen lernt, die eigene "Sprache" der Wahrnehmung entwickelt und die Ratsuchenden ein Feedback gibt, ob er/sie das Wahrgenommene anzunehmen bereit ist oder nicht. Die Schulung der Hellsinne findet in einem so genannten "Zirkel" statt, einem Kreis enger FreundInnen, in dem viele kreative Übungen gemacht werden. Im behüteten Rahmen eines Zirkels können Sensitivität und die nächste Stufe der Medialität langsam heranreifen. 

Vor Beginn der energetischen Arbeit werden in diesen Traditionen jahrelang, in Indien sogar jahrzehntelang, drei Aspekte zum Schutz des eigenen Energiefeldes gründlich geschult:
1. Die Solarplexusenergie
2. Der Atem
3. Die Abgrenzung
Das ist völlig unspektakulär, bedarf der täglichen Übung und ist nach spätestens zwei Jahren langweilig. Und doch liegt hier der Schlüssel dafür, dass Energiearbeit einen energiestärker, gesünder, lebensfroher macht, ganz zu schweigen von der erweiterten Wahrnehmung für die heilerische oder künstlerische Arbeit. Wer durch seine Energiearbeit gelähmt, ausgelaugt, lebensunfähig und krank wird, macht ganz einfach etwas grundlegend falsch in diesen drei Bereichen. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"

Autorin: Beate Ruttkowski, Düsseldorf
Heilpraktikerin, Autorin von "Stärker als jede Angst"
www.beate-ruttkowski.de

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Initiation für Frauen in heilenden Berufen

Der Wandel von der HP-Schülerin zur so genannten Heilpraktikerin findet in den grauen Amtsstuben einer deutschen Gesundheitsbehörde statt und wird durch einen profanen Zettel ausgedrückt, der ihr immerhin bescheinigt, für andere ungefährlich zu sein. Mit der bestandenen Prüfung ist jedoch nicht mehr als eine wichtige bürokratische Hürde gemeistert. Die innere Motivation, die naturheilkundlichen Fertigkeiten und die persönlichen Qualitäten stehen ja dankenswerterweise nicht unter staatlicher Kontrolle. Die HP-Prüfung kann und soll also nicht der Start in einen verantwortungs- und anspruchsvollen Beruf sein. 

Initiation ist der bewusst gestaltete Schritt von einem alten in einen neuen Zustand, in eine reifere Lebensphase oder erweiterte Sphäre, ist Teil jedes Lebensweges. Auch wenn wir es heute oft nicht so nennen, sind der erste Schultag, die erste Regel oder die erste eigene Wohnung Momente der Initiation. Sie markiert den Wendepunkt, an dem wir etwas Vertrautes verlieren und in etwas Unbekanntes eintreten. Deshalb kann auch eine Scheidung oder der Tod eines nahen Menschen eine Initiation sein. Je nach kulturellem Hintergrund feiern wir manche Übergänge opulent, wie die Hochzeit, andere wiederum werden aufgrund von Tabus übergangen, wie die Menstruation oder die Geburt eines toten Kindes.

Beruflicher Initiation kommt eine besondere Bedeutung zu, über die private Sphäre hinaus signalisiert sie die Rolle der Person in der Gesellschaft. Wird ein hoher Staatsdiener oder ein kirchlicher Würdenträger in seine Aufgabe eingeführt, hat es kein Ende mit feierlichen Reden und Gratulationen, mit Blumen und Fotografen. Wurde früher ein Handwerker in seine Zunft aufgenommen, gehörten allerhand raue Rituale zur deftigen Feier, in der die ganze Nacht gezecht wurde. Wie aber feiert die Heilpraktikerin ihre berufliche Initiation? Was können wir tun, um der Bedeutung unseres Berufes Ausdruck zu verleihen, um unsere persönliche Vision mit Leben zu füllen, um unsere beruflichen Absichten zu bekräftigen?

Unser Beruf gehört zu den Ältesten der Menschheit. Bis heute verstehen sich traditionelle Heilerinnen und Heiler nicht nur als BehandlerInnen kranker Individuen, sondern spielen als MittlerInnen zwischen Mensch und Naturkräften, Ahnen und Göttern auch eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Die Rituale zur Einweihung in diesen Beruf sind so vielfältig wie die Völker, aber sie dienen alle demselben Zweck: sie wecken das innewohnende Wissen für die eigene Bestimmung und bekräftigen den Zugang zu den Naturkräften. Die Initiation gibt die Kraft zur Wandlung von der neugierig Lernenden zur ernsthaft Praktizierenden, die für alle ihre Worte und Taten volle Verantwortung trägt. 

Der Schritt in die berufliche Praxis fällt erfahrungsgemäß vielen Kolleginnen nach der bestandenen Prüfung recht schwer, daran ist sicherlich nicht nur eine fehlende Initiation schuld. Dennoch hinterlässt ein fehlender ritualisierter Übergang auch bei der Mutigsten und Begabtesten eine gewisse Leere, auch wenn sie lange als Heilpraktikerin arbeitet. Es ist eben etwas Anderes, ob ich mir selber im stillen Kämmerchen über meine Berufung im Klaren bin, oder ob dies feierlich proklamiert wird vor mir selbst und vor dem, was mir heilig ist. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"

Autorin: Marie Sichtermann, Mechernich, Eifel
Juristin und Heilpraktikerin,
www.geldundrosen.de

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Existenzgründung für Heilpraktikerinnen

Als ich im Jahre 1983 als frisch geprüfte Heilpraktikerin Praktika machte und zu den Fortbildungen eines großen HP-Verbandes ging, war dieser Beruf von Männern dominiert. Es gab damals nur einen Bruchteil der Heilpraxen, die es heute gibt. Die Heilpraktiker ernährten ihre Familien mit diesem Beruf, und die wenigen Heilpraktikerinnen ernährten wenigstens sich selbst. 

Ein Frauenberuf
Schon ein paar Jahre später sah das Bild anders aus. Es gab selbst verwaltete HP-Schulen, Alchemilla in Hamburg und die Hasenheide in Berlin, das Frauenbildungshaus Zülpich bot einen dreijährigen Lehrgang nur für Frauen an. Zwar waren die Selbstverwaltung wie auch die Reisen nach Zülpich anstrengend, doch es zeigte sich, dass die "alternativen" Schulen und Lehrgänge sehr viele wissende und motivierte Frauen entließen, die die Prüfung schafften und sich in diesem Beruf niederlassen wollten. Diese Frauen waren nur ein Teil des Trends, der in der ganzen Gesellschaft sichtbar wurde: Frauen nahmen die Gesundheit und das Heilen wieder in ihre Hände und als ihre Aufgabe wahr. 

Seit Mitte der 80er Jahre wandelte sich der Beruf zum Frauenberuf und zugleich zu einer Nebenerwerbstätigkeit, denn viele Frauen ergriffen die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einem Raum in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus auszuprobieren und anzubieten, während sie hauptberuflich einer anderen Erwerbstätigkeit nachgingen oder Familienarbeit leisteten. Dies wurde ihnen durch die Tatsache erleichtert, dass es zum einen überwiegend möglich und erlaubt ist, in der eigenen Wohnung in geringem Umfang berufstätig zu sein, solange frau damit niemanden stört (z.B. durch Schreie, Moxa-Geruch, rauchende Grüppchen im Treppenhaus, lärmende Kinder). Zum anderen wird eine Kleinpraxis zu Hause von den PatientInnen recht gut angenommen, denn es ist etwas Gewohntes, zu Frauen nach Hause zu gehen, es setzt Frauen nicht herab. Da haben sie ganz sicher einen Vorteil gegenüber Männern, die eher Misstrauen in ihre Fähigkeiten wecken, wenn sie ein kleines, nebenberufliches Angebot von ihrer Wohnung aus machen. 

Frauen stießen in den 80er Jahren mit ihrem Angebot auf eine Akzeptanz in der Bevölkerung, die es mit Sicherheit nicht immer gegeben hat. Die Frauenbewegung mag einen Teil dazu beigetragen haben, dass nun Ärztinnen, Psychotherapeutinnen und anderen Frauen in Heilberufen endlich großes Vertrauen entgegengebracht wurde, und dass mehr und mehr Frauen bewusst zu Frauen gehen wollten, wenn sie gesundheitliche Probleme hatten. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"

Autorin: Sigrid Schellhaas, Wiesbaden
Heilpraktikerin

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Früherkennung durch Mammographie-Screening 
und die Angst vor Brustkrebs

Vor drei Jahren erschien auf der Titelseite der Zeitschrift Stern die Abbildung einer brustamputierten Frau. In Anlehnung an die Kampagne zur Abschaffung des Abtreibungsparagraphen in den siebziger Jahren bekannten sich im dazugehörigen Leitartikel fünfzig Frauen zu ihrer Krankheit. Damit holten der Stern und parallel dazu auch die Frauenzeitschrift Emma ein Tabuthema in die Öffentlichkeit. In ihren Artikeln bemängelten sie die unzureichende Ausbildung der Ärzte im Bereich der Tumordiagnostik in Verbindung mit schlechter technischer Ausstattung. Die Konsequenz wären zahlreiche Fehldiagnosen mit für die Frauen verheerenden Folgen. Sie forderten kontrollierte und regelmäßige Mammographien, die für alle Frauen zugänglich sein sollten. 

Tatsächlich ist es so, dass immer mehr Frauen der Jahrgänge von 1945 bis 1960 an Brustkrebs erkranken. Vielfältige Ursachen für diesen Anstieg der Erkrankungsrate werden diskutiert: hormonähnliche Wirkungen von Umweltgiften wie Chlorierten Kohlenwasserstoffen (PCB) auf den menschlichen Körper, Röntgenuntersuchungen der Lungen vor und während der Pubertät, Irritationen des Immunsystems beispielsweise bei Impfungen, die Einnahme von Pille und Wechseljahreshormonen, frühes Rauchen, Strahlenbelastung durch die oberirdischen Atombombenversuche in den sechziger Jahren, falsche Ernährung, genetische Disposition, traumatische Erlebnisse wie der plötzliche Verlust eines Angehörigen. Doch eine eindeutige Erklärung gibt es derzeit nicht. Während die Ursachenforschung, die zum Ausschluss von Risikofaktoren führen könnte, kaum vorangetrieben wird, fließt viel Energie und Geld in Diagnosemethoden zur Früherkennung und in die Verbesserung der Methoden der Strahlen- und Chemotherapie. 

Mammographie ist neben der Kernspintomographie, die nicht strahlenbelastend ist, die beste bildgebende Diagnostik, um einen Knoten frühzeitig zu erkennen. Die Diskussion entfacht sich aktuell an dem für und wider regelmäßiger Mammographien. Derzeit sollen Frauen ab dem 50. bis zum 69. Lebensjahr alle 2 Jahre kostenfrei geröntgt werden. Statistiken und Auswertungen aus Ländern, in denen diese Screenings (Reihenuntersuchungen) schon seit vielen Jahren gemacht werden, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Eine Kritikerin des Mammographie Screenings ist Dr. Friederike Perl, die sich auch mit der Wachstumsrate von Tumoren beschäftigt hat. Der wichtigste Vorteil des Mammographie-Screenings besteht darin, dass schon kleine Tumore ab 0,5 cm Durchmesser abgebildet werden können. Entscheidender für die Gefährlichkeit eines Tumors als seine absolute Größe ist jedoch die Geschwindigkeit seines Größenwachstums und hierbei gibt es beträchtliche Unterschiede: Nach Perl haben "30% der Tumoren (...) eine sehr rasche Wachstumsprogredienz. Etwa 60 bis 70% der Tumoren haben mäßiges bis langsames Wachstum und der Verlauf erstreckt sich über 30-40 Jahre. Weiterhin gibt es okkulte Tumoren, die so langsame Zellverdopplungszeiten haben, dass die körpereigene Abwehr ausreicht, um diese Tumore ständig unter der Grenze der klinischen Manifestation zu halten." (F. Perl, Kongress des AKF im November 2000).(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"

Autorin: Manuela Wolf,
Heilpraktikerin

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Naturheilkundliche Aspekte in der Endometriosebehandlung

Endometriose, das Wachsen von gebärmutterschleimhautähnlicher Drüsenstruktur außerhalb der Gebärmutter, wird in den letzten Jahren häufiger diagnostiziert. Ob dies an den besseren Diagnosemöglichkeiten, an der Zunahme der Endometriose oder an beidem liegt, sei dahingestellt. Im Jahr 2001 waren es 42.000 Neuerkrankungen mit klinisch gesicherter Diagnose nach einer Laparaskopie. 
Obwohl Endometriose bereits 1860 erstmals detailliert beschrieben und der Begriff Endometriose schon 1921 eingeführt wurde, dauert es immer noch fünf Jahre und mehr, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Eine an Endometriose erkrankte Frau, die zu uns in die Praxis kommt, hat meist schon einen langen Leidensweg (Diagnosefindung, "Hormontestungen", Operationen) hinter sich. Es gibt mehr als 17 Theorien über die Ursache der Endometriose. Die Ätiologie ist nach Sillem noch in weiten Teilen unklar. Eine kausale Therapie ist somit bisher nicht möglich.

Krampfartige, mit "herkömmlichen" Schmerzmitteln nicht zu lindernde Schmerzen (hochdosierte Rheumamedikamente und Morphiumgaben sind oft nötig) und ungewollte Kinderlosigkeit sind nach meiner Praxiserfahrung die beiden schwerwiegendsten Folgen der Endometriose. Die Hälfte aller Frauen mit diagnostizierter Endometriose haben allerdings keine Schmerzen; oft wurde bei ihnen die Endometriose "zufällig" festgestellt. 

Bei 30% der Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen wurden Endometrioseherde gefunden. Größe und Vielzahl der Herde - sie sind vor allem an Eierstöcken, Eileiter, Gebärmutterwand, im kleinen Becken, an Blase und Darm zu finden - stehen nicht in Relation zum Ausmaß der Schmerzen der Frau und/oder zur Unfruchtbarkeit.

Kleine Herde können größte Schmerzen verursachen, große Herde können fast unauffällig sein. Endometrioseherde können unbemerkt platzen und vom Körper resorbiert werden, sie können aber dabei auch andere Organe und Gefäße verletzen und lebensbedrohliche Blutungen und Entzündungen auslösen.
Da die versprengten Gewebestücke der Endometriose sich meist wie Gebärmutterschleimhaut verhalten (sie wachsen mit jedem Zyklus und blühen mit jeder Menstruation), aber keinen Mechanismus besitzen, sich aus dem Körper abzulösen, kann das Blut nicht abfließen: Es zersetzt sich. Dies führt häufig zu örtlich entzündlichen Reizungen, Verwachsungen, zur Bildung von Narbengeweben usw.

Da ein Großteil der Endometrioseherde Empfängerstellen für Östrogene, Progesteron und Androgene hat, gilt die Endometriose aus schulmedizinischer Sicht als hormonabhängige Erkrankung und wird mit verschiedenen Hormonen (Oralkontrazeptiva, Danazol, Gestagen, Gonadotropin-releasing-hormon [GnRH] usw.) behandelt. Viele Frauen leiden durch die Hormoneinnahme unter starken Nebenwirkungen: Übelkeit, Hitzewallungen, Trockenheit der Schleimhäute, Gewichtszunahme, Depression usw. Die Rezidivrate nach Absetzen der Hormone liegt bei 50 bis 80%. Zurzeit wird oft eine Therapie mit GnRH-Analoga mit add-back, d.h. Zugabe von Östrogen zu den GnRH-Analoga um die Nebenwirkungen abzuschwächen, als Dauermedikation angeraten. Verwachsungen, die durch die Endometriose oder durch operative Eingriffe entstanden sind, reagieren allerdings nicht auf Hormone. 20% der Endometrioseherde haben keine Hormonrezeptoren, d.h. sie sprechen ebenfalls nicht auf eine Hormonbehandlung an!

Neben Hormongaben ist die Operation die zweite Möglichkeit, bei Endometriose schulmedizinisch einzugreifen. Bei einer Laparaskopie - bei größeren Herden auch mit einem Bauchschnitt - wird versucht, die Herde zu entfernen. Dies ist aber meist nur teilweise möglich, da sich die Herde im gesamten Bauchraum befinden, sehr klein und schwer sichtbar sein können oder oft tief ins Gewebe eingedrungen sind. Jeder operative Eingriff führt zu Narben und Verwachsungen.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"

Autorin: Maria Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin
www.frauenkulturforschung.de

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Die Gebärmutter: 
Keine steigt vergeblich den steilen Weg zu ihr hinunter

Ich soll über dich schreiben und jetzt bist du stumm. Aber bist du das nicht meistens? Ist nicht genau dein Schweigen das, was dich zur regenerierenden Mutter macht? Mein Wörtermund spricht, mein Muttermund gluckst. Wie entlocke ich dir deine Geheimnisse? 

Hörerin und Seherin
Erzählen Frauen mir in meiner Praxis von ihrer Gebärmutter, fühle ich mich oft an das mythologische Bild der Sybillen erinnert. Sie waren einst Wahrsagerinnen, hausten in Höhlen, "in ihrem unterirdischen Schloss hielten sie ungeheure Schätze an Gold und Edelsteinen verborgen. Vielen, die sie um Rat baten, halfen sie in der Bedrängnis, keine stieg vergeblich den steilen Weg zu ihnen hinunter." (Sigrid Früh)

Während Frauen in Visualisierungen ihre Gebärmutter aufsuchen, setze ich mich an den Höhleneingang und lausche ihrem Besuch. 
Eine Aufzeichnung ihres Abenteuers: 
eine Frau reist mit Tönen in ihre Gebärmutter und entdeckt dort den Unterschlupf eines wilden, hämischen Wesens, das ordentlich für Rummel sorgt. Würde es aus der Gebärmutter ausziehen, wäre diese wie eine Tropfsteinhöhle, eher tot. Das wilde Wesen ist wie ein Geist. Sie wird von einer Stimme aufgefordert, eine Kerze anzuzünden, sich dem wilden Wesen zu nähern und es in den Arm zu nehmen.
Zurück von ihrer Reise versuchen wir das sybillinische Orakel zu entschlüsseln, die Bilder mit ihrer Geschichte zu verbinden.

Auszüge aus der Anamnese:
Sie ist eine 52jährige Frau, die vor 4 Jahren ein Myom diagnostiziert bekommen hat, das trotz naturheilkundiger Behandlung bis heute auf 9 cm gewachsen ist. Sie steht vor einer Operations-Entscheidung, bei der sie auch die Gebärmutter verlieren würde. Vor drei Jahren hatte sie eine Amalgamsanierung. Bei der Befragung nach Traumatisierungen erzählt sie, dass ihr Ex-Ehemann sie vergewaltigt hat und anschließend versucht hat, sie umzubringen. "Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen". Das Ereignis ist 25 Jahre her. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen haben sie seither gelehrt zu überleben.

Die Körperweisheit entschlüsselt das Orakel:
Das wilde Wesen erkennt sie als die 27jährige Frau, die sich in Todesangst zum Geist erstarrt, auf und davon gemacht hat. Sie hat sich in die Höhle, in die Gebärmutter zurückgezogen. An diesem geheimen Ort konnte sie die Glut ihres beinahe ausgelöschten Lebensfeuers bewahren. Mit dem Entzünden der Kerze, für die Reisende das Symbol ihres Lebenslichtes, verliert das wilde Wesen seine Geistgestalt, es bekommt einen Körper, es wird von ihr beseelt, sie erkennt sich wieder. 

Die vor Schreck und Schmerz erstarrte Lebensenergie ergießt sich als warmer Strom in ihrem Bauch, die Tränen fließen und das Herz wird weit und voller Mitgefühl für das Wesen, das in der Todesangst gewusst hat, in welchen Schutzraum es fliehen kann. Die Frau ist voller Dankbarkeit für ihre Lebenskraft und weiß, dass sie mit dieser Begegnung vom Überleben als notwendige Strategie, zur Quelle ihrer Lebendigkeit vorgedrungen ist. Mit dem wilden Wesen im Arm hat sie sich selber neu geboren. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"

Autorin: Charlotte Sachter, Hamburg
Heilpraktikerin, freie Journalistin

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Wenn der Körper den Kosmos berührt: 
Meridian-Dehnungen als Alltagsritual zur Sinnesweitung 

Shiatsu bietet zusätzlich zur Behandlung durch die Therapeutin viele Übungen, die zu Hause ausgeführt werden können. Mit den folgenden Meridian-Dehnungen kann jede - wenn sie mag täglich - etwas tun, um sich in ihrem Körper besser zu spüren und so ihre Grundharmonie im Alltag zu stärken.

Rituale bestimmen unser Leben. Was wäre ich ohne mein geliebtes Morgenritual: den Tee im Bett noch zehn Minuten Wärme lässt Cesaria Evora ihre Stimme übers Meer gleiten und mich in den Tag. Obwohl es scheint, als hätte ich jede Menge Zeit, ist jede Minute genau abgezählt, kalkuliert und mit meiner inneren Prüfinstanz ausdiskutiert. Es ist morgens sechs Uhr und um zehn nach Sieben verlasse ich das Haus, geduscht, gefrühstückt und gedehnt - mit dem Tag verschwestert. 

Warum ich all dies erzähle? Für jedes ‚ja aber', für jede Tücke und List, denen ich im Gespräch mit meinen Klientinnen begegnet bin, sollten sie zehn Minuten ihrer täglichen Zeit sich selbst, ihrem inneren Selbst schenken. Und für all meine eigenen Kämpfe, die mein besseres Wissen mit meinen geliebten Gewohnheiten ausgefochten hat. 

Worum geht es denn jetzt in diesen zehn Minuten? Um den Mut, an sich selbst zu wachsen. Mit Gedanken das Tagwerk zu gestalten, zu planen und vorzubereiten ist eine rein mentale Leistung, die das Gleichgewicht und den Wunsch nach freier Bewegung des Körpers schon längst ignoriert. Wegzugehen von äußeren Formen öffnet die Sinne für die innere Schwingung, die Form erst entstehen lässt und sie prägt. So sind die Mako-Ho-Übungen wirkungsvoll, wenn ich bereit bin, mein inneres Leben zu entdecken und es nach außen zu bringen. 

Mit Atemübungen die Mako-Ho-Dehnungen zu beginnen und zu beenden gibt mir den Vorher-Nachher-Vergleich und den Zugang nach innen. Während ich mit jedem Atemzug weiter in meinen Körper gehe, richten sich meine Sinne einwärts. Wo spüre ich meinen Körper und wie fühlt Körper sich an? Dann beginne ich mit den Dehnungsübungen. Der Rhythmus der Übungen zeigt den Energieverlauf der Meridiane an: Lunge- Dickdarm- Magen- Milz- Herz- Dünndarm- Blase- Niere- Perikard- Dreifacher Erwärmer- Gallenblase- Leber ... wie eine Welle bewegt sich die Energie im Zweistundenrhythmus mit ihrem Wellenkamm abwechselnd durch alle Meridiane. Die Reihenfolge einzuhalten fördert den freien und reibungslosen Fluss der Energie. 

anfangs, bis der eigene Atemrhythmus den Takt der Übung prägt, leite ich die Klientin an, mit dem Ausatmen in die Dehnung zu gehen. Dehnung ist gemeint als Weitung. Die Schwerkraft führt die Bewegung für mich aus, ich folge ihr. Dehne ich mich mit dem Einatmen, führe ich eine Gegenbewegung aus. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"

Autorin: Christa Schulte, Bremen
Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin KV, Supervisorin BDP

 

Lust auf Körper

Lust auf Körper?? - "Ja, natürlich! Aber auf meinen? Ach, im Moment nicht so sehr... eher hätte ich Lust auf den Körper meiner Freundin: den liebe ich wirklich!"

So oder ähnlich klingt es oft in meiner Praxis für Psychotherapie.
Wie viele Frauen sind von der fühlbaren Liebe zu ihrem Körper so weit entfernt wie die Quelle zum Meer? Und wie viele Frauen, die sich schön finden, die die Lust auf ihren Körper regelmäßig pflegen und kultivieren, gelten gleich als egozentrisch?
Fangen wir doch besser bei der Unlust an, vielleicht kennen wir uns damit schon besser aus?

In Zeiten der Entfremdung vom eigenen Körperland werden Frauen heimatlos. Und ohne gutes Zuhause werden sie sicherheitslos - und auf Dauer werden sie selbst-los, d.h. sie werden ihr Selbst los.
Lust aber ist auch eine Grundfunktion des archaischen Körper-Selbst. Wie soll sie also entstehen, wenn die Wahrnehmung des eigenen Körpers oft nur noch schemenhaft oder anhand von Störungen passiert?

Was ist also los mit dem Körper?
Viele Frauen sind ihn nahezu losgeworden, haben ihn abgegeben an Ehe-Männer, Kinder, PartnerInnen, Arbeitgeber, die Kosmetikindustrie, die Wissenschaft, die Ideologie von "Weiblichkeit" und manchmal auch an Fachfrauen für Heilkünste.

Das ist ein Zustand, der der Veränderung bedarf. Wenn ich etwas verändern will, ist es klug, zu wissen, wie etwas entstanden ist. 

Bekannt ist das patriarchal geprägte Spaltungsdenken zwischen gut und böse, Mann und Frau, Geist und Materie, Seele und Körper sowie feinstoffliche und grobstoffliche Energieformen - mit dem Implikat der säuberlichen Trennbarkeit und dem Primat des jeweils Erstgenannten.
Daran haben auch die Kirchen als patriarchale Großinstitutionen kräftig mitgearbeitet, indem sie diese Hierarchien noch über Glaubenssätze und einprägsame Bilder verfestigt und verbreitet haben.

Auch die viel harmloser klingende Polarisierung zwischen "Kopf und Bauch" als Synonyme für Verstand und Gefühl, für Logik und Intuition, zementieren ein lineares Polaritätsdenken, das einem zirkulären, spiraligen, lebendigen Ganzheitlichkeitsdenken entgegensteht, weil es die Betonung auf das Trennende, sich Ausschließende legt - statt auf die Verbindungen dazwischen oder die Wechselwirkung von beidem.
Diese grobe Vereinfachung, die im linearen Spaltungsdenken liegt, dient natürlich der leichteren Reduzierbarkeit von Menschen auf Intellekt, Leistung und einseitige Funktionstüchtigkeit.

Und wenn wir Heile-Frauen diese hierarchisierende Polarisierung mitmachen - z.B. indem wir Interventionen / Hilfsangebote auf der materiell nicht mehr fassbaren feinstofflichen Ebene ohne näheres Hinsehen für wirkungsvoller erachten als "Mittel" für die grobstoffliche Ebene - wirken wir ungewollt einem ganzheitlichen Vorgehen entgegen.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"

Autorin: Annette Wagner
Teamfrau im Frauenbildungshaus Osteresch, Germanistin

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Dicke Frauen im Spiegel deutscher Mangelkultur

Wer oder was ist dick?

ich.
Bin ich dick?
Bin ich kompetent, diesen Vortrag zu halten?
"du bist doch gar nicht dick!"
Genügt meine Selbsteinschätzung, ich bin dick, nicht, um mich zu den Dicken zählen zu können? 
70 % aller Frauen fühlen sich zu dick, viele Frauen in Größe 38 fühlen sich zu dick.
Wer definiert, wer dick ist?

Alle Frauen, die sich dick fühlen, sind - politisch betrachtet - dick. Denn all diese Frauen sind von der gesellschaftlichen Schlankheitspropaganda berührt und im Selbstwert verletzt und irritiert.

In diesem Fall definieren Frauen sich selbst, indem sie sich auf eine gesellschaftliche Norm beziehen. "Hierzulande und auch im Rest der westlichen Welt werden mittlerweile selbst leichtes Übergewicht und sogar Normalgewicht oft sozial nicht mehr toleriert. "Dicke" werden in zunehmendem Maße diskriminiert, und schon Normal- und Idealgewichtige fühlen sich zu "dick", (...)."

Aus dem BRD-Ernährungsbericht 1992:
70 % der befragten Frauen geben an, nicht ihr Traumgewicht zu haben
45 % der untergewichtigen Frauen bezeichnen sich als übergewichtig
95 % der Frauen überschätzt ihre Körpermaße. 

Was ist als normal festgelegt? 
In der Öffentlichkeit gilt heute oft noch das Broca-Normal- oder Idealgewicht: Körpergröße minus hundert ist normal, minus 10-15% ist ideal. Neuere Betrachtungen errechnen das Normal- oder Übergewicht anhand des BMI (= body mass index). Der BMI errechnet sich Gewicht (kg) geteilt durch Größe² (m²).

Im Unterschied zu Broca beachtet der BMI geschlechtliche Unterschiede; relevante Altersunterschiede für das Gewicht bzw. den Fetthaushalt bei Frauen bleiben jedoch unberücksichtigt, von persönlicher Konstitution ganz zu schweigen.

Ganz neue Veröffentlichungen empfehlen das Wohlfühlgewicht, also das Gewicht, bei dem frau sich am wohlsten fühlt: beweglich und gesund. Normal ist das allerdings nicht, denn "Die Weltgesundheitsorganisation definiert "Gesundheit" als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden. So betrachtet sind Frauen und Gesundheit inkompatibel." 

Politik

Dick sein heißt in unserer Kultur
nicht normal sein
abweichend
unerwünscht sein 
aufgrund des Körpers
mit eigener Schuld. 

Dick sein heißt schlecht sein, heißt hässlich sein, heißt abgelehnt zu werden.
Die Frage, ob eine dick ist, ist vorrangig eine politische Frage, keine medizinische oder psychologische. Es ist eine Frage der Ausgrenzung von unerwünschten menschlichen Realitäten und realen Menschen. Mit der Ausgrenzung von Dicken wird die Vielfalt von Körpern reduziert. Die Abwertung des Äußeren, vor allem auch durch die Medizin, nimmt ihren Weg ins Innere, dort arbeiten sie als Selbstzweifel weiter. 

1971, bevor die systematische medizinische Kampagne gegen die Dicken gestartet wurde, galten dicke Menschen als gute Freunde, als gesellig, freundlich ausgeglichen. Mit einem "idealgewichtigen" Menschen wollten 1971 nur 15% der Befragten befreundet sein. Nach der Kampagne, nur acht Jahre später, wollten schon 60%, das vierfache, mit einem idealgewichtigen Menschen befreundet sein.
1989 wollten dann nur noch traurige 2% mit einem Dicken befreundet sein.
"Ein Versuch mit Kindern und vorgelegten Fotos zeigt, dass ein dickes Kind das letzte ist, womit andere Kinder befreundet sein wollten."

Bei einer Untersuchung der Attraktivität von Frauen zeigt:
"Die "adipöse Frauenfigur" (Kleidergröße 50) wurde von 78% der befragten Männer und Frauen als am unattraktivsten eingestuft. (...)
68% glauben, dass die Körperfülle einen Rückschluss auf die nicht vorhandene Willensstärke einer Person zulässt. (...............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"

Autorin: Chris Brand, Kiel
Seefrau und HP, Lesbische Feministin
cm_brand@web.de   

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Wasser des Lebens
Leben & Sterben aus asiatischer Sicht

In Asien heißt es: Alles was beginnt, muss auch enden... und wieder neu beginnen wie Tag und Nacht, wie die Jahreszeiten.
Kreise schliessen sich, das Leben vergeht und entsteht zyklisch.

Aber es kommt nicht etwa das Alte immer wieder zur Welt sondern hier finden wir den Wandel in der Beharrlichkeit: Die Form ist ewig, doch ihre Elemente wandeln sich. Ein Fluss bietet der Betrachterin immer dasselbe Bild, und doch ist es von Sekunde zu Sekunde anderes Wasser, das sie vor Augen hat.

Wir kommen aus dem Wasser, bestehen sogar zum größten Teil daraus, und als weise Alte gehen wir auch wieder in die Transformation des Wassers im Sinne der Wu Xing (5 Wandlungsphasen) der TCM.
Die Polarität Wasser/Feuer ist eine Grundachse im menschlichen Mikrokosmos: Die Wasserphase (mit dem Organ Niere) beherbergt Jing, die Ur-Substanz, die Feuerphase (mit dem Organ Herz) Shen, den Geist im weiteren Sinn. Feuer muss das Wasser erwärmen, Wasser das Feuer begrenzen - dieses Gleichgewicht ist elementar für die Ausgeglichenheit der Seele und für spirituelle Erkenntnis.

In der christlichen Religion gibt es für diese lebenswichtige Verbindung das Sinnbild der Taufe, mit Wasser plus heiligem Geist als Feuerelement.

Wasser und Feuer bekämpfen einander nicht ist ein magischer Spruch aus dem Buch der Wandlungen (Yi Ging).

In der traditionellen chinesischen Sichtweise sind es die polaren Kräfte Yin und Yang, die alle Erscheinungen in der Welt bestimmen. Dies bezieht sich auch auf Leben und Tod- beide werden als gleichwertige Phänomene empfunden, als Ausdruck von möglichen Wirklichkeiten, die sich gemäß den Gesetzen von Yin und Yang gegenseitig bedingen, nähren, erzeugen und zerstören bzw. begrenzen. Auch zeitlich entsprechen sie sich, anders als in westlicher Sicht, in der eine relativ kurze Lebensspanne der Ewigkeit des Todes gegenübergestellt wird. 
Und nichts ist hier absolut: Im Yin ist auch Yang und umgekehrt- daher enthält das Leben den Tod und der Tod das Leben! Theoretisch gesehen, wechseln sich die beiden Phasen einfach in unendlicher Folge miteinander ab und es gibt nichts, was der einen oder anderen einen Vorzug verliehe.

Ziel sollte es sein, in vollkommenem Gleichmut das Leben zu durchschreiten, um am Ende dieser Zeit einen Tod zu finden, der das Leben vollendet bzw. einen gelungenen Übergang in die andere Phase möglich macht. Darin hat das Sterben seinen Sinn.

Leben 
bedeutet die Verbindung von Geist und Substanz.
Nach der Verschmelzung der elterlichen Essenzen kommt Po, die Körperseele, in das Wesen (von der Mutter). Hun, die Geistseele, Gesamtheit aller seelischer Möglichkeiten des Wesens, tritt kurz nach der Geburt ein.
Hun und Po, Geist und Kraft, vermischen sich nie sondern bleiben in der Spannung der YinYang-Dynamik. Im Leben sind sie dennoch (oder grade deswegen) untrennbar. Die Rotation der Beiden umeinander zieht die Elemente an sich und bildet mit ihnen die Form des Wesens.
Sie differenzieren sich mit der Geburt und diese Spannung erzeugt Wissen und Fühlen - die Qualitäten der 5 Seelen (s. TCM-Theorie)

Sterben
Po geht im Tod in die Erde ein, aber einige Bestandteile, auch solche geistiger Natur, bleiben und wirken weiter als Kräfte des Landes.
In China glaubt man, ein Mensch sei aus den Elementen ihres Landes genommen – die Natur des Landes durchdringe und forme sie. Da Po zur Erde zurückkehrt, ist die Seele des Landes auch die Seele/n der AhnInnen.
Die Beerdigung zuhause ist daher sehr wichtig.
Hun vereinigt sich mit der kosmischen All-Seele, geht zum ”Himmel”.


Nach dem Tod ist der Geist noch einige Zeit in der Nähe des Körpers. Daher spricht man im Totenzimmer ruhig und respektvoll wie in Anwesenheit der Toten, denn sie soll die Lösung in Ruhe vollziehen können.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"

Autorin:  Chris Paul, Engelskirchen bei Köln
Autorin und Trauerbegleiterin
www.chrispaul.de
chrpaul@aol.com

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Jeder Tod ist anders,
jede Trauer auch

Das individuelle Trauern ist eingebettet in äußere Umstände und von diesen nicht zu trennen. Wie wir einem Tod in unserem Leben begegnen, hängt auf vielerlei Weisen mit Bedingungen zusammen, die wir nicht oder nur mit viel Einsatz beeinflussen können. Was wir in welcher Form, zu welchem Zeitpunkt und über welchen Zeitraum betrauern und welche existentiellen Fragen der Tod eines nahen Menschen an uns stellt, ist mit privaten und politischen Faktoren eng verknüpft. Zu letzteren gehören Geschlechterrollen ebenso wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Form von Gesetzgebungen und Vorschriften, aber auch gesamtgesellschaftliche Einstellungen zu Leben und Tod.

Der alte feministische Kernsatz “Das Private ist Politisch” gilt für die Erfahrung des Trauerns ganz besonders. Der Tod eines vertrauten Menschen ist eine Lebenssituation, die in unserer Gesellschaft so privat und isoliert wie nur möglich abgehandelt wird. Alle Trauernden, denen ich in den letzten Jahren in meiner Arbeit als Trauerbegleiterin oder im Privaten begegnet bin, waren sich in einem Punkt einig: Trauer ist etwas, was jede/r mit sich allein abmachen muss. Und was könnte daran politisch sein? Diese Frage läßt sich in zwei Aspekte aufteilen – wie wird meine Trauer durch Einflüsse von außen, durch das Einwirken anderer beeinflußt? Und wie wirke ich mit meinem Trauern auf das Außen, auf andere ein?Meiner Erfahrung nach spielen die äußeren Umstände des Todes und die äußeren Bedingungen des eigenen Weiterlebens eine wichtige Rolle dabei, wie ein Trauerprozess abläuft. Sie bestimmen sogar, was eigentlich betrauert wird und wann es betrauert werden kann. Es gibt erschwerende Umstände und es gibt Todesfälle, die so grausam, unzeitig und erschütternd sind, dass sie für lange Zeit aus dem Bewusstsein der Weiterlebenden verdrängt werden müssen, wenn das eigene Leben nicht in Gefahr geraten soll.

Im folgenden habe ich bestimmte Aspekte herausgegriffen, die einen relativ leichten und selbstverständlichen Umgang mit Tod und Trauer erschweren.
Diese Aufzählung ist sicher nicht vollständig, sie soll Anregungen geben, jedem einzigartigen Sterbe- und Trauerprozess nachzuspüren und seine Besonderheiten wahrzunehmen.

Todesarten
Langsames Sterben oder plötzlicher Tod
Langsame Sterbeprozesse bieten bestimmte Chancen und halten gleichzeitig Schwierigkeiten bereit:
Eine langsame Gewöhnung an die Tatsache, dass ein geliebter Mensch sterben wird, ist bei einem langsamen Sterben möglich – aber nicht sicher! Dazu gehört eine innere und äußere Vorbereitung, die Möglichkeit, sich auszusprechen und Abschied zu nehmen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, den Sterbeprozessß zu begleiten und durch das Sehen, Hören, Riechen, Fühlen der Veränderungen zu verstehen, was Sterben ist, und sich einem Verständnis dessen anzunähern, was Tod sein mag. Sterben und Tod werden so sinnlich erlebbar und können von unserer Psyche als “wirklich” verarbeitet werden. 
Wenn Austausch, Aussprache und Begleitung im Sterben nicht verwirklicht werden konnten, kann das zu Schuldbewusstsein führen. Es ist eine der möglichen Schwierigkeiten nach einem langsamen Sterben, dass im Nachhinein die Gründe für solches Nicht-Miteinander-Sprechen, Nicht-Begleiten aus dem Blick geraten und ein Ideal konstruiert wird, dem kaum jemand entsprechen kann. (..............)

(Ende der Leseprobe)

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Leseprobe

aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"

Autorin:  Prof. Dr. med. Helga Schwenke; Leipzig, 
Fachärztin für Innere Medizin, Spezialisierung Hämatologie, Onkologie, 
Dozentin, Mitbegründerin und Vorsitzende des Hospizvereins Leipzig e.V.

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Ein erfülltes Leben bis zum letzten Augenblick
Die Hospizbewegung

In zunehmendem Umfang verbringen Menschen in unserer Gesellschaft ihre letze Lebensphase in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Die Pflegenden sind häufig aus Personal- und Zeitmangel überfordert, die Betreuten fühlen sich oft hilflos der Furcht vor einem schmerzerfüllten und würdelosen Lebensende ausgeliefert.
In diesem Sinne kann man die Hospizinitiativen, die sich seit 80er und besonders 90er Jahren entwickeln, als eine neue soziale Bewegung betrachten, die die Kranken als individuelle Persönlichkeiten respektiert.

Die Gründerinnen der heutigen Hospizbewegung waren Cicely Saunders in England und Elisabeth Kübler-Ross in den USA.

Cicely Saunders – Initiatorin der modernen Hospizbewegung
In erster Linie hat Cicely Saunders, Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin durch die Gründung des St. Christopher’s Hospice in London 1967 die Entwicklung der modernen Hospizbewegung initiiert. Nach ihrem Medizinstudium arbeitete sie wissenschaftlich an der Verbesserung der Schmerzbehandlung und inaugurierte und praktizierte die heute noch gültigen Regeln der modernen Schmerztherapie. Die kontinuierliche Anwendung von Morphium stieß auf große Skepsis und Ablehnung, aber die Ergebnisse überzeugten. Nach vielen Widerständen und mühsamer Finanzierung eröffnete C. Saunders das erste Hospiz. 

Der von ihr gewählte Begriff “Hospiz” stammt aus dem Mittelalter. Entlang der Pilgerwege waren Hospize Stätten der Gastfreundschaft, die Erschöpfte, Kranke und Sterbende aufnahmen. Sie bezeichnete ihr Hospiz als “eine Wegstation von diesem Leben in eine uns unbekannte Zukunft”. Den darin Betreuten wird eine ganzheitliche Betreuung zuteil, die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse schwerkranker und sterbender Menschen gleichermaßen einbezieht. Der von Saunders geprägte Begriff “low tech – high touch” bringt zum Ausdruck, dass in der letzten Lebensphase anstelle von hohem medizinisch-technischem Aufwand vor allem qualifizierte menschliche Zuwendung gefragt ist. Dazu gehört vor allem, den Kranken als Persönlichkeit zu akzeptieren, die unterschiedliche Individualität eines jeden Menschen zu respektieren (nicht der Betreuer/die Betreuerin weiß, was für den Patienten/die Patientin gut ist, sondern diese(r) allein bestimmt, was er/sie braucht), seine/ihre Nöte und Sorgen durch mitfühlende Zuwendung zu teilen, Angehörige und FreundInnen einzubeziehen sowie Aufrichtigkeit und Wahrheit gegenüber dem Patienten/der Patientin in angemessenem Ausmaß. Alle MitarbeiterInnen arbeiten in einem gut funktionierenden Team, in welches ehrenamtliche HelferInnen einbezogen werden.

Elisabeth Kübler-Ross - Sterbeforscherin
Die zweite Frau, die die Hospizbewegung maßgeblich beeinflusst hat, ist die in der Schweiz als Drilling geborene Elisabeth Kübler-Ross, die nach dem Medizinstudium in die USA ging und dort durch Gespräche mit Sterbenden, ihre Forschungsergebnisse auf diesem unbearbeiteten Gebiet und ihre Bücher weltweit bekannt wurde. Sie hat hinsichtlich der psychischen Verarbeitung der Sterbegewissheit eines Menschen 5 Phasen herausgearbeitet, deren Kenntnis für die BegleiterInnen von Todkranken unentbehrlich ist, auch wenn man sich heute einig ist, dass diese Phasen keinesfalls immer so eintreten und nicht in der angegebenen Reihenfolge bzw. auch rückwärtig durchlaufen werden und überhaupt variieren können.(..............)

(Ende der Leseprobe)

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