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finden hier einige Leseproben aus erschienenen LACHESIS-Zeitschriften
und Veröffentlichungen.
Die Übersicht aller Zeitschriften und die Inhaltsverzeichnisse
finden Sie unter dem Button "Ausgaben" (siehe links).
Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"
Menschen mit Demenz besser verstehen
Traumatisierungen im Leben alter Menschen
Autorin:
Brigitte Merkwitz ,Diplom Pädagogin, Praxis für Lebensgestaltung
für die Generation 50 plus
Menschen mit Demenz verändern sich, legen plötzlich
ganz neue Verhaltensweisen an
den Tag, äußern ihre Emotionen anders als zuvor. Manchmal
werden sie sogar anfallsartig
von Gefühlsattacken überwältigt, die für Angehörige
oder Pflegende schwer zu verstehen
sind. Und genau das Verstehen ist der Schlüssel, um mit Ihnen
liebevoll und angemessen
umgehen zu können.
Die Zahl an Demenz betroffener Menschen steigt ständig, von
jetzt mehr als 1,3 Millionen auf etwa
2 - 2,5 Millionen in den kommenden 20 Jahren. Dennoch besteht eine
Tabuisierung der gesamten
Thematik, die sowohl mit individuellen Ängsten als auch mit
einer gesellschaftlichen Bewertung zu tun hat.
„So kenne ich meine Frau / meinen Mann / meine Mutter / meinen Vater
gar nicht. Früher war sie / er ganz anders.“ Häufig sind
solche Aussagen von pflegenden Angehörigen zu hören, sie
sind Ausdruck von Hilflosigkeit, Enttäuschung, Verlust und
auch Unverständnis.(...)
Mein Blickwinkel, Menschen mit Demenz besser verstehen
und begleiten zu können, geht dahin, belastende Lebensereignisse
bis hin zu Traumatisierungen zu erforschen und somit Zusammenhänge
zu Demenzen als auch entsprechende Möglichkeiten der Begleitung
zu erkennen und vorzustellen.
Psychotraumatologie
Ein Trauma ist eine extreme Stresssituation, in der alle Reaktionen
auf
eine normale Stresssituation wie Flucht / Angriff nicht mehr funktionieren,
ausgelöst z.B. durch Verluste, schwere Erkrankungen,
Krieg, Folter, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Einbruch, Umweltkatastrophen.
Um von einem Trauma zu sprechen ist das Kriterium das subjektive
Erleben der betroffenen Person. Absolutes Ausgeliefertsein, also
Kontrollverlust, Ohnmachtsgefühle, Hilflosigkeit sind Aspekte,
die dazu gehören und langfristige Folgen haben. Die Ausschüttung
einer Kaskade von Neurohormonen bewirkt, dass erst einmal Gefühle
wie Trauer, Wut, Verzweiflung nicht gefühlt werden.
Also ein wunderbarer Schutz, um diese traumatische Situation auszuhalten.
Die andere Seite ist jedoch, dass alle Erlebnisse und dazu gehörigen
Gefühle in unserem Gesamtsystem gespeichert bleiben und jederzeit,
also auch über Jahrzehnte hinweg, wieder aufbrechen können.
Ein Trauma wird aktiviert über unsere Wahrnehmung (Sehen, Riechen,
Schmecken, Hören, haptische Erfahrungen). Bei den Langzeitfolgen
sprechen wir von einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS) mit Symptomen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten,
stark erhöhte Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit, Flashbacks,
Alpträume und gelegentliche Orientierungsprobleme.
Bei mehrfach traumatisierten Menschen können sich weitere Symptome
zeigen wie Depressionen, Essstörungen, somatoforme Störungen
und / oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen.
Veränderungen im Gehirn durch eine traumatische Schocksituation
können nachgewiesen werden.
Prägende Kriegserfahrungen
Sehr viele der alten Menschen haben in ihrem Leben traumatische
Erfahrungen machen müssen, die überwiegend durch Kriegsereignisse
und andere persönliche Erlebnisse verursacht wurden. Allein
von den Geburtsjahrgängen 1930 bis 1945 leben heute über
5 Millionen Menschen in Deutschland und über 50 Prozent von
ihnen sind traumatisiert. Die meisten der jetzt alten Menschen hatten
nicht die Möglichkeit ihre Traumata aufzuarbeiten, es gab schlichtweg
keine Traumatherapie.
Im Erwachsenenalter können durch Beruf, Familie und bestimmte
Werte wie Ordnung und Disziplin Kontrollinstanzen aufrecht erhalten
werden, um das Trauma relativ gut in Schach zu halten. Doch durch
verschiedenste Verluste im Alter und insbesondere durch demenzielle
Erkrankungen sind die Türen für das Wiederaufbrechen eines
alten Traumas weit geöffnet.(...)
Wenn ein Mensch unter den Symptomen einer Demenz leidet und die
Selbstkontrolle verliert, brechen alte Traumata häufig wieder
auf und werden ausagiert. Das Aufbrechen alter Traumata betrachte
ich als eine menschliche Tendenz letztendlich alles im Leben zu
integrieren, auch unsere „Schattenseiten“ (wie C.G. Jung sie nannte)
und ich sehe, dass Demenz auch einen heilenden, nämlich integrierenden
Aspekt hat. (...)
Schlussbemerkungen:
Ich bin sicher, dass Menschen mit Demenz sehr wohl mitbekommen,
was man mit ihnen spricht. Es ist wohl weniger das kognitive Verstehen,
sondern mehr das Aufnehmen der Botschaft des Gesagten. Geht die
Sprache mehr und mehr verloren, so bleibt sie der Übermittler
dessen, was hinter den Worten steht. Es geht um Trösten, Beschützen,
Halt und Sicherheit geben, und das immer wieder.
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"
Frauenrechte und der Friedensprozess in Afghanistan
Traumasensible Arbeit von medica mondiale und medica afghanistan
Autorin:
Anja Kraus, Heilpraktikerin, Praxis für klassische Homöopathie
Der Friedensprozess und die Situation
der Frauen in Afghanistan sind nicht voneinander zu trennen. In
der Verfassung Afghanistans wurde 2004 die Gleichberechtigung von
Frauen und Männern aufgenommen. Der Alltag der Frauen ist aber
weiterhin von Gewalt und Rechtlosigkeit in Familie und Gesellschaft
geprägt. Der Druck auf Frauen, die sich für ihre Rechte
einsetzen, wächst. Eine gemeinsame Tagung von medica mondiale
und der ev. Akademie im Rheinland nahm die Situation von Frauen
und Mädchen vor dem geplanten Abzug der internationalen Truppen
2014 in den Blick. (...)
Die politische Lage in Afghanistan
Thomas Rutting, Afghanistan Analysts Networc
Der Schutz der Frauen vor sexueller Gewalt und Menschenrechtsfragen
seien Voraussetzung für die Schaffung eines nachhaltigen Friedens
und auch Voraussetzung für internationale Sicherheit und den
Weltfrieden.
Im Rückblick seien die Frauenrechte zwar ein Vorwand, jedoch
nie ein ernsthafter Interventionsgrund gewesen. Der gesamte Einsatz
lief unter dem Primat der militärischen Strategie, was internationale
Hilfsorganisationen als völlig falsche Strategie für ein
kriegsgeprägtes Land einschätzen. Es ging um Sieg und
Niederlage als männlich geprägte Werte.
So sind Frauen vom afghanischen Friedensprozess ausgeschlossen,
der Friedensrat hat nur männliche Mitglieder, Frauen können
nicht mitarbeiten, weil sie dann von Taliban bedroht werden. Herr
Rutting berichtete, in einer anderen Konferenz seien 30% Frauen
beteiligt, hätten aber keinen Zugang zum Mikrofon bekommen.
Es gäbe eine Übermacht des Präsidentenapparats ohne
Gewaltenteilung. Die Justiz sei nicht unabhängig. In der Praxis
der Rechtssprechung zähle Scharia Recht, andere Gesetze gäbe
es auch, aber die traut sich niemand anzuwenden. Im Bericht der
Bundesregierung stehe nicht, dass Ämter wie Polizeichefposten
nach wie vor verkauft werden, dafür aber: „wichtige Kontrollfunktion
hat die Presse“. Dies sei viel zu optimistisch, denn unabhängige
Medien bekämen kein Geld mehr. Warlords würden den Rest
der Presse finanzieren und dies sei alles andere als unabhängig.,...,
Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft habe versagt
und auf Politiker gesetzt, die an Macht glauben und korrupt sind.
Die wichtige UNO Resolution 1325 wurde nicht beachtet, die besagt,
nur wenn Frauen partizipieren, kann eine Gesellschaft befriedet
werden.
In Afghanistan sind die, die Macht haben auch die, die bewaffnet
sind. Das macht es ziemlich schwer, zu widersprechen.
Über die Lage der Frauen in Afghanistan
Zarghona Ahmandzai, Psychologin von Medica Afghanistan
In erster Linie sieht sie die Zwangsheirat als Problem
und als eine Urquelle der Macht. Frauen sind Gewalt und Schikane
ausgesetzt und leben in Panik, Furcht und Angst.
Durch mangelnde Kenntnis der Gesetze können sie ihre Rechte
nicht wahrnehmen und wenn sie es wollen, stoßen sie auf fehlende
Gerichtsbarkeiten. (...)
Medica Afghanistan ist eine NGO für afghanische Frauen und
Mädchen, die durch Krieg und Gewalttaten geschädigt wurden.
Sie machen Programme für Ausbildung und Erziehung, psychosoziale
Beratung in 13 Bezirken und arbeiten in Frauenschutzhäusern,
Gefängnissen, Krankenhäusern und haben in Kabul einen
Frauengarten aufgebaut.
Es wurde ein Ministerium eingerichtet für die Verhinderung
von Gewalt gegen Mädchen und Frauen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Frauen und Kinder
zu informieren, wie sie sich schützen können und welche
Hilfe sie in Anspruch nehmen können. Sie lernen Verantwortung
zu übernehmen, wie sie Klagen erheben können und wie sie
ihre Rechte erhalten können.
Medica Afghanistan hat 420 Klienten in Kabul, macht Programme gegen
Analphabetismus, gab 4095 Frauen Rechtberatung, hat 440 Frauen psychologisch
beraten, 35 Richter und mehr als 500 Polizisten ausgebildet. (...)
Über Frauenrechte nach dem Sturz der Taliban
Sajia Begham Amin, Juristin, Politologin und Genderexpertin aus
Afghanistan
Sajia Begham eröffnete eine versteckte Schule
für Mädchen in Kabul und lebt derzeit mit ihren beiden
Töchtern in Erfurt.
Afghanische Frauen zählen zu den am meisten ungerecht behandelten
und unterdrückten Frauen der Welt. Trotzdem haben sie viel
Verantwortung übernommen.
2002 bis 2006, nach dem Sturz der Taliban konnten die Frauen das
Haus verlassen, arbeiten, sowie Schulen besuchen, der Focus der
internationalen Gemeinschaft lag auf den Rechten der Frauen. Es
entstand ein Verbot der Gewaltanwendung, Genderpolitik in der Regierungspolitik,
ein Frauenministerium, Beteiligung am Parlament. Gleichzeitig konnten
Mädchen wieder Schulen und Hochschulen besuchen, haben aus
dem Ausland Stipendien erhalten und sich um ihre Rechte bemüht.
,...,
Heute ist eine Schwächung der Frauenrechte festzustellen, obwohl
sie im obersten Friedensrat sitzen, werden sie dort nicht wahrgenommen.
Sajia Begham hat Angst vor der Rückkehr der Taliban im Truppenabzugsjahr
2014 und befürchtet, dass dann alle Rechte der Frauen zurückgenommen
werden. (...)
„Der innere Frieden einer Gesellschaft wird durch
Teilhabe von Frauen stabilisiert“
Dr. Ute Scheub, Journalistin und Frauenrechtsaktivistin, Mitbegründerin
der Taz (...)
Die weltweit meist verbreitete Form der Gewalt ist
häusliche Gewalt. Dadurch entsteht höchster Arbeitsausfall
weltweit. Es besteht das gleiche Risiko für Frauen in reichen
Ländern, misshandelt oder geschlagen zu werden, dort haben
sie wegen der ökonomischen Freiheit aber eher die Chance auszubrechen.
Frauen, deren Vater die Mutter schlug, werden oft Selbstverletzerinnen,
neigen zu Opferhaltung, suchen oft Gewalt in ihrer Beziehung, werden
früh schwanger. Männer, die diese Gewalt erlebt haben,
neigen eher dazu Täter zu werden. Sie neigen dazu, Gewalt anzuwenden,
projizieren ihren Hass nach außen und versuchen zu unterwerfen,
Alkohol– und drogensüchtig leben sie die Gewalterinnerung aus.
Wer arm und unterprivilegiert ist, kann destruktives Potential nur
in der Familie ausleben, Reiche hingegen auch in Politik und Militär,
der Mann glaubt zu Privilegien der Männer berechtigt zu sein.
Stabilisiert wird dies durch Religion. Soziale Gewaltakte von Männern
werden oft heroisiert und dadurch gesellschaftsfähig gemacht.
Das Paradox der Männermacht: die gleiche Macht, die zu Gewalt
führt, führt zu Körperpanzer und zu Distanz zu anderen,
aus Furcht nicht männlich genug zu sein entstehen Angst, Isolation
und Ärger. Gewalt ist der Kompensationsmechanismus.
In streng patriarchalen Gesellschaften sei der Status der Männer
höher und sie können später selbst über die
Mutter bestimmen. Patriarchale Gesellschaften neigen eher dazu Gewalt
im Inneren anzuwenden. In geschlechteregalitären Gesellschaften
existiert weniger Hunger. Die Geschlechtergleichheit ist der Schlüsselfaktor
für den Hungerindex weltweit. Am schlimmsten ist die Situation
im Kongo. Bäuerinnen, die Lebensmittel produzieren, dürfen
nicht einmal Land erben. Die neoliberale Form der Globalisierung
hat die Frauen ärmer gemacht. Unbezahlte häusliche Arbeit
wird den Frauen aufgebürdet und bringt sie aus dem öffentlichen
Raum heraus.
Staaten verfolgen eher eine friedliche Außenpolitik, wenn
viele Frauen im Parlament sind, wenn die Geburtenrate niedrig ist
und Frauen bezahlt arbeiten und Frauen Wahlrecht haben.
Das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen gefährdet den Weltfrieden.
(...)
Psychosoziale Arbeit in Kriegs- und Konfliktgebieten
Die Traumatherapeutin Maria Zemp berichtet in einer Arbeitsgruppe
über traumasensible Arbeit. In instabilen Situationen ist die
erste Aufgabe, Sicherheit zu schaffen, ärztliche Versorgung
zu gewährleisten, etwas zu essen und ein Dach über dem
Kopf und die Gewissheit zu schaffen, nicht wieder fliehen zu müssen.
,...,
Der ressourcenorientierte psychosoziale Ansatz geht nicht aus von
klinischer Diagnostik, sondern geht aus von dem Problem, mit dem
die Patientin in die Beratung kommt. Traumatische Erfahrungen werden
nicht angegangen. Es wird geschaut, was die Frauen an Unterstützung
brauchen, damit sie im Alltag zurechtkommen. Traumasensibel
bedeutet in dieser Hinsicht, dass sie „flashbackstop“ lernen
und in der Stabilisierungsphase unterstützt werden. „Safety
first“.
Wichtig ist nicht nur, was gesprochen, wird, sondern das Gesamtsetting,
viel körperliche Linderung und viele Körperübungen.
(...)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 42
Thema: "Ressourcenorientierte Traumatherapie"
Biodanza und Somatic
Experiencing
Die Heilkraft des Tanzes in der Traumabearbeitung
Autorin:
Christa Katharina Holzinger
Diplom Pädagogin; Fachberaterin für Psychotraumatologie,
Somatic Experiencing Practionar, Biodanza Ausbildung in Mexico und
Deutschland
Traumatische Ereignisse führen
beim Menschen oft zu einer nachhaltigen Erschütterung seines
Welt- und Selbstverständnisses. Diese Erschütterung kann
mehr oder weniger umfassend sein. Es kann zu einer Haltung von generalisierter
Hilflosigkeit kommen, bis hin zu einer Stimmung der allgemeinen
Hoffnungslosigkeit und Depression. („Es hat keinen Zweck, ich schaffe
es sowieso nicht.“)
Damit Heilung in Gang kommen kann ist es zentral, Zugang zur eigenen
Vitalität und Lebensfreude zu finden sowie Selbstvertrauen
und Mut fassen zu können, das eigene Leben wirksam gestalten
zu können.
Gerade hier kann der Tanz mit seiner Heil- und Ausdruckskraft eine
wichtige Ressource darstellen, die hilft, wieder in Verbindung mit
sich, mit anderen Menschen und dem Leben selbst zu kommen.,...,
Somatic Experiencing gilt inzwischen als eine der
wichtigsten und weltweit verbreitetsten Methode zur Behandlung von
traumatischen Störungen.
Peter Levine, der Begründer von SE hat als erster die Zusammenhänge
zwischen Traumaheilung und Stammhirnaktivitäten nachgewiesen
und die während eines bedrohlichen Ereignisses ablaufenden
Reaktionen in Körper und Nervensystem in den Mittelpunkt gerückt.
Seine Forschungen belegen, dass ein Trauma in erster Linie physiologischer
Natur ist, d.h. ursprünglich unseren Körper und unsere
Instinkte betrifft und vorrangig im Gehirnstamm gespeichert ist
und nicht in den rationalen und emotionalen Teilen unseres Gehirns.
„Und erst im Anschluss daran breiten sich seine Auswirkungen auch
auf unser Denken, unsere Emotionen und unsere Seele aus.“
Die Physiologie des Traumas
Sein Modell beruht auf Verhaltungsbeobachtungen von Tieren, die
in Freiheit oft lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt sind,
in der Regel aber nicht traumatisiert werden. Sie verfügen
über biologische Reaktionen, die es erlauben, die im Überlebenskampf
mobilisierte Energie wieder abzubauen.,...,
Levine geht davon aus, dass diese Restenergie, die in der Muskulatur
und in anderen Geweben gehalten wird, wesentliche Ursache der Traumasymptome
ist.
Dies wird auch durch die Aussage vieler Klienten bestätigt,
die berichten, dass ihnen durch eine Gesprächstherapie zwar
viel bewusst geworden ist, aber ihre Symptome sich kaum oder gar
nicht verändert haben.
Bei der Bearbeitung von traumatischen Ereignissen ist es deshalb
wichtig, die körperlichen Reaktionen zu verstehen und dementsprechend
zu berücksichtigen. Gelingt es, die biologischen Prozesse zu
vervollständigen, ermöglicht dies den Betroffenen wieder
Zugang zu finden zu ihren angeborenen lebenswichtigen Reaktionsmöglichkeiten
und Gefühle von Lähmung und Erstarrung können aufgelöst
und Lebendigkeit und Lebensfreude wieder stärker erlebt werden.
Der Körper ist immer dabei
Die dargestellten Ausführungen belegen
die Notwendigkeit, für eine erfolgreiche Traumatherapie den
Körper als Ort der Traumatisierung mit einzubeziehen.
Wie bereits beschrieben, betrifft ein Trauma den Gehirnstamm. Es
kann weder über Emotion noch über Kognition ausreichend
bearbeitet werden. Hier ist das ganzheitliche innere Empfindungsbewusstsein
zentral, welches ein achtsames Wahrnehmen und Erleben des Körpers
bedeutet.
„Durch den Kontakt zu unseren Körperempfindungen können
wir uns aus der Fixierung, die ein Trauma bedeutet, herausbewegen
und wieder in eine fließende Bewegung von uns selbst gelangen.
Diese Transformation befreit uns letztlich von den Fesseln eines
Traumas.“
Es geht also um einen behutsamen Prozess, den Körper
zu „beleben“, indem man die Empfindungen achtsam beobachtet und
ihnen nachspürt. Es ist ein Prozess der Achtsamkeit gegenüber
der Art und Weise, wie wir uns selbst erleben.
Darüber hinaus ist es wesentlich, dass für die jeweilige
Person leicht verfügbare Ressourcen aufgebaut bzw. vertieft
werden, wie z.B. Erleben der Natur, Umgang mit Haustieren, sportliche
Aktivitäten oder kreative Beschäftigungen. Dies dient
der Stabilisierung und aktiviert das Selbstheilungspotential des
Körpers.
Auf dieser Grundlage wird ersichtlich, warum in der Traumatherapie
folgende Ziele maßgeblich sind: Entwicklung bzw. Vertiefung
eines ganzheitlichen inneren Empfindungsbewusstseins (felt-sense),
Stärkung von Vitalität, Lebensfreude und Selbstvertrauen.
(...)
Biodanza ist eine ganzheitliche Methode zur Entwicklung der menschlichen
Potentiale und der Stärkung der Identität durch den gezielten
Einsatz von Musik, Tanz und Begegnungen in der Gruppe.
Biodanza ist ein komplexes System von Übungen, das heute weltweit
im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, der gesundheitlichen
Prävention und in der pädagogisch/therapeutischen Arbeit
angewandt wird.
Biodanza ist nicht spezifisch für die Traumatherapie entwickelt
worden. Das System enthält aber wichtige Elemente, die sehr
wirksam in der Arbeit mit traumatisierten Menschen eingesetzt werden
können.
Lust und Freude als Heilungsimpulse
Eine der spezifischen Stärken von
Biodanza liegt darin, intensive Empfindungen des Lebendig-Seins
hervorzurufen, was Gefühle von Lust, Freude und Kraft weckt.
Über die Bewegung wird z.B. das eigene Innere ausgedrückt.
Damit ist es möglich, wieder mehr in Kontakt zu kommen mit
den bewussten und unbewussten Anteilen der Persönlichkeit.
Körper und Seele können zu einem lebendigen Ganzen integriert
werden. (...)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"
Im kosmischen Wartehäuschen
Die Erde & wir – ein Liebesverhältnis? Oder ein Alptraum?
Oder ...?
Autorin:
Bixi Ortrud Erhardt
Heilpraktikerin (HPP)
Certified Shamanic Practioner ®
www.schildkroetenfeuer.de
Der größte Erinnerungsraum, den wir kennen,
ist das Universum: der Raum, der vor ca. 15 Milliarden Jahren mit
dem Urknall entstand und in dem wir uns auch heute noch bewegen.
Alles, was sich heute durch diesen Raum bewegt, entstand in diesem
einen Moment und trägt die Erinnerung daran. Das Universum
ist seitdem durch viele Wandlungsphasen gegangen. Unser Sonnensystem
formte sich, dann die Erde und schließlich tauchte die Form
Mensch auf, um mit und auf der Erde zu leben.
Lange lebten wir im Einklang mit der Erde. Dann entwickelten wir
uns zum ‚modernen Menschen’. Seitdem befindet sich unsere Beziehung
zur Erde in einer tiefen Krise. Wir sind die einzige Spezies auf
der Erde, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstört. Warum tun
wir das? Können wir uns selbst nicht leiden? Können wir
die Erde nicht leiden? Können wir unser MenschSein auf der
Erde nicht leiden? Ist unser Zusammenleben mit der Erde eine Zwangsgemeinschaft
oder eine Herzensangelegenheit?
Ich glaube, dass großes Heilungspotential in der Beantwortung
dieser Fragen liegt. Heilung nicht für die Erde, sondern für
uns Menschen, als Individuum und als Spezies. Und für unser
Leben mit der Erde. Ich hoffe, mit meinem Artikel einen Teil zu
dieser Heilung beitragen zu können.
Blickwinkel I
Mit „wir“ meine ich in diesem Artikel sowohl jedes einzelne menschliche
Individuum als auch die Menschheit als Ganzes. Dies ist natürlich
eine grobe Verallgemeinerung. Nicht jede Person wird dort hinein
passen und auch nicht jede menschliche Kultur und Zivilisation.
Ich schreibe aus dem westlichen Blickwinkel, und da dieser mittlerweile
sehr prägend für die gesamte Menschheit geworden ist,
habe ich mich an dieser Stelle für diese Verallgemeinerung
entschieden.
Urknall und Schöpfungskraft
Der Urknall ist der Moment in dem alles begann. Die Schöpfungskraft
wurde freigesetzt. Dieser Moment der Schöpfung dauert bis heute
an, er findet jetzt und jederzeit statt.
[…]
Der Schöpfungsmythos
Trotz aller Wissenschaft wissen wir nicht, wer oder was den Schöpfungsprozess
in Gang gebracht hat. Manche nennen es Göttin oder Gott, Buddha,
Allah oder Jehova. In den Traditionen der nordamerikanischen Ureinwohner
wird es als „Great Spirit“ oder auch als „Großes Geheimnis“
bezeichnet. Mythen sind Annäherungsversuche an das Große
Geheimnis und Erklärungsmuster für die Stellung des Menschen
im Universum. Wir alle sind mit bestimmten Mythen und kulturellen
Grundmustern aufgewachsen, die bis heute unsere Wahrnehmung von
der Welt und von uns selbst in der Welt bestimmen.
[…]
Ist unsere Zeit auf der Erde also nur ein Übergang? Unser MenschSein
nur eine 'schwierige Phase'? Ist unser Erdenleben nur eine Zwischenstation?
Auf dem Weg von ... nach ...? Ist die Erde also so eine Art 'kosmisches
Wartehäuschen'?
Das würde zumindest unseren Umgang mit ihr erklären.
Im kosmischen Wartehäuschen
Da wir uns selbst eher als „Krone“ und somit Ende der Schöpfung
wahrnehmen, haben wir nicht nur kein Verständnis für unsere
eigenen Wandlungsprozesse, sondern auch keines für die der
Erde. Dank moderner Wissenschaft wissen wir zwar irgendwie, dass
sie sich weiterhin wandelt, finden aber, dass sie damit aufhören
sollte, anstatt mit ihren Rhythmen und Bewegungen unseren Alltag
durcheinander zu bringen.
[…]
MenschWerdung
Da wir alle Teil und Ausdruck der Schöpfung sind, sind wir
niemals 'fertig': die Erde nicht, die Menschheit nicht und auch
nicht alle anderen Daseinsformen und Kreaturen. Es gibt keine Krone,
keinen Unfall und kein Ende der Geschichte.
[…]
Blickwinkel II
Wenn wir über das Verhältnis von Menschen und Erde sprechen,
tun wir dies immer aus der menschlichen Perspektive. Ein Kohlenstoffatom
wird die Dinge anders sehen, ebenso wie die Erde selbst. Deshalb
erscheint es mir wichtig, immer wieder über unseren Blickwinkel
zu reflektieren und zu schauen, ob wir dabei nicht irgendwelchen
Projektionen aufsitzen. Ich möchte hier drei solcher Projektionen
vorstellen und hinterfragen, ob sie für unser Verhältnis
zur Erde eher hilfreich oder eher hinderlich sind.
[…]
Co-Kreative Partnerschaft
Zweifelsohne stellen uns das Universum und die Erde unseren Lebensraum
zur Verfügung und selbstverständlich sollten wir achtsam
damit umgehen und diesen Raum für nachfolgende Generationen
erhalten. Aber wie?
[…]
Als lebenslanger Lernprozess fordert dies einiges von uns: Demut,
Aufgabe des Egos, Liebe zu uns selbst und anderen, Hingabe, Fehler
machen, Gelassenheit, Geduld und jede Menge Humor! Und immer wieder:
fragen, fragen, fragen! Um eine Antwort zu sein, müssen wir
Fragen stellen und auf das lauschen, was uns von allen Ebenen und
aus allen Ecken des Universums zugeraunt wird.
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"
Transgeschlechtlichkeit
Hinweise für Heilpraktiker_innen und andere medizinische
/ therapeutische Berufsgruppen
Autor_innen
TransInterQueer e.V. (TrIQ)
www.transinterqueer.org/docs/info_med_berufe.pdf
In den letzten Jahren haben die Thematisierung von
Transgeschlechtlichkeit und die Sichtbarkeit transgeschlechtlicher
Menschen deutlich zugenommen. Transgeschlechtliche Menschen gehen
zunehmend offen damit um, dass ihre geschlechtliche Identität
nicht mit dem äußeren körperlichen Schein übereinstimmt,
und formulieren daher ihre speziellen Bedürfnisse immer klarer.
Dennoch gibt es viele Situationen, in denen transgeschlechtliche
Menschen aufgrund der Differenz zwischen ihrer geschlechtlichen
Identität und ihrer körperlichen Erscheinung diskriminierende
und verletzende Erfahrungen machen – manchmal ohne dass ihr Gegenüber
dies möchte oder überhaupt bemerkt. Dieser Artikel soll
einen Leitfaden an die Hand geben, der in solchen Situationen hilft,
in denen Heilpraktiker_innen oder Vertreter_innen anderer medizinischer
/ therapeutischer Berufsgruppen wie z.B. Ärzt_innen, Psycholog_innen,
Therapeut_innen zwangsläufig mit der besonderen Verletzlichkeit
transgeschlechtlicher Personen konfrontiert werden.
Wie also ist am besten zu reagieren, wenn ein Mensch in die Sprechstunde
kommt, bei dem Unsicherheit entsteht, ob die Anrede »Frau«
oder »Herr« passend ist, oder wenn der_die Patient_in
eröffnet, transgeschlechtlich bzw. transgender zu sein?
Allgemeine Hinweise
Anrede
Auf den verwendeten Vornamen achten und gegebenenfalls die Anrede
und das verwendete Pronomen anpassen!
Falls es keine Differenz zwischen dem genannten Vornamen und dem
(möglicherweise gegengeschlechtlichen) Vornamen auf z.B. einem
Fragebogen zu persönlichen Daten oder der Krankenkassenkarte
gibt, die Transgeschlechtlichkeit aber bekannt oder auch nur vermutet
ist, ist wichtig zu fragen, ob der Mensch gegenüber mit Herr
oder Frau oder anders (z.B. mit dem Vor- und Nachnamen) angesprochen
werden möchte.
Falls die Transgeschlechtlichkeit erst im Laufe des Gesprächs
oder zu einem späteren Zeitpunkt zur Sprache kommt, dann nach
der gewünschten Anrede fragen! Sonst wird das in diesem Moment
in den_die Behandler_in gesetzte Vertrauen verletzt.
Gesund oder krank?
[…]
Welche Hilfe kann gegeben werden?
[…]
Wer ist der Fachmann / die Fachfrau / der Fachmensch?
[…]
Information zum Procedere der Geschlechtsangleichung
[…]
Medizinische / psychotherapeutische Maßnahmen
[…]
Juristische Maßnahmen
[…]
Hinweise für Untersuchungen und Behandlungen
Diese Hinweise betreffen nicht nur die Geschlechtsorgane im engeren
Sinn, sondern körperliche Berührung in jeder Form, sei
es als Untersuchung oder Behandlung.
Primäre und sekundäre Geschlechtsorgane, die eventuell
untersucht werden müssen, lassen sich für viele transgeschlechtliche
Menschen nicht oder nur eingeschränkt in Übereinstimmung
mit ihrer geschlechtlichen Identität bringen. In vielen Fällen
ist die aktuelle Begegnung nicht das erste Erlebnis mit körperlichen
Untersuchungen, sondern schließt an eine Reihe von Erfahrungen
an, die oftmals als sehr unangenehm, demütigend oder sogar
als traumatisierend empfunden wurden (z.B. gynäkologische Untersuchungen
bei männlichen Transmenschen [sog. Frau-zu-Mann], urologische
Untersuchungen bei weiblichen Transmenschen [sog. Mann-zu-Frau]
usw.).
Daher bitte folgende Hinweise beachten:
- Beschreiben Sie dem zu untersuchenden Menschen
Schritt für Schritt, was geplant ist (Berührungen, Einführen
von Instrumenten, etc.) und fragen Sie nach dessen Einwilligung
vor (!) dem Beginn.
- Fragen Sie den zu untersuchenden Menschen nach
persönlichen Sensibilitäten und vermitteln dann deutlich,
dass das Gesagte angekommen ist.
- Achten Sie verstärkt auf Signale der Patient_innen
– Untersuchungsmethoden, die bei nicht transgeschlechtlichen Patient_innen
in der Regel kaum Unbehagen verursachen, können für
diese Patient_innengruppe traumatisierend sein.
- Unterscheiden Sie zwischen persönlichen
und/oder professionellem Interesse bzw. Neugierde und dem eigentlichen
Grund der Untersuchung. Bitte daran denken, als Behandler_in nicht
die erste Person zu sein, die Fragen nach körperlichen Veränderungen,
Sexualität etc. stellt, und dass diese Fragen von Vielen
als Übergriff erlebt werden.
Hinweis zur Intergeschlechtlichkeit
Medizinisch und rechtlich sowie im Erleben sind Trans- und Intergeschlechtlichkeit
von einander zu differenzieren.
[…]
Transgeschlechtlichkeit
Transgeschlechtlichkeit ist ein weit gefasster Oberbegriff für
alle Menschen, die nicht oder nicht nur in dem bei der Geburt zugewiesenen
Geschlecht leben können oder wollen.
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 41
Thema: "Räume der Erinnerung"
Körpererinnerungen
Der Körper erinnert sich – an Schönes und Erschreckendes
Über den respektvollen Umgang mit Körpersignalen
Autorin:
Regine Land
Dipl. Sozialarbeiterin,
Praxis für Psychotherapie
Der Körper erinnert sich an Schönes und
Erschreckendes, an erlernte Bewegungs- und Verhaltensmuster, an
Situationen und Zusammenhänge. Er drückt das Erinnerte
über Haltungen, über Mimik und Gestik aus. Jede Emotion
wirkt auf die Körperhaltung, jede Haltungsänderung beeinflusst
die Stimmung und die Kommunikation.
Praxisbegegnung: Melanie W. kommt erstmals in
die Praxis von Beate S. Sie hat viele Erfahrungen mit Ärzt/innen
und medizinischen Behandlungen. Bei einer Heilpraktikerin war sie
noch nie, weiß nicht, was sie hier erwartet.
Mit dem Betreten des Behandlungsraumes laufen parallel verschiedene
Reaktionen ab. M. ist gewohnt, ihre Unsicherheit hinter großer
Freundlichkeit und Kooperationsbereitschaft zu verbergen. Von klein
auf hat sie gelernt, dass es damit weniger Schwierigkeiten und Konflikte
gibt. Außerdem verachtet sie sich selbst für ihre Ängstlichkeit.
Schließlich ist sie ja freiwillig hier. Sie nimmt sich zusammen!
Bei dieser ersten Begegnung lächelt sie oft, nickt zustimmend,
stellt die Fragen, die sie sich vorher überlegt hat. Um diese
Haltung aufrecht zu erhalten, spannt sie ihre Rückenmuskulatur
an, neigt den Kopf und kontrolliert ihren Gesichtsausdruck. Die
Atmung ist relativ flach, das Zwerchfell angespannt, um die unangenehmen
Emotionen unten zu halten.
Neben der freundlich-ratsuchenden Seite laufen gleichzeitig
über den Körper noch vielen andere Reaktionen auf die
Situation ab. Innerhalb von Sekunden werden über Augen, Ohren,
Geruchssinn viele Informationen und Reize aufgenommen, die in der
Regel nicht bewusst wahrgenommen werden. Die Umgebung wird auf Bekanntes
und Neues gescannt und mit ähnlichen Situationen und Erfahrungen
verknüpft. Da es etliche schwierige und auch peinliche Arzt/Ärztin-Patientin-Momente
in M.s Leben gab, verstärkt sich das Angstgefühl.
Der Körper erinnert sich. Der Druck im Bauch wird stärker.
Allerdings wird dies als eine der Situation angemessene, früh
erlernte Schutzreaktion nicht bewusst wahrgenommen und deswegen
auch nicht kommuniziert.
Aber nicht nur die Patientin ist diesen wechselseitigen Reaktionen
auf Umweltreize, Körpersignale, Emotionen und Gedanken ausgesetzt.
Selbstverständlich laufen auch in Beate S. eine Vielzahl
Reaktionen ab. Auch sie erlebt jedes Mal bei einem Erstkontakt eine
leichte Anspannung. Sie kennt ihren Leistungsdruck, sich gerade
bei neuen Patientinnen besonders einfühlsam und kompetent zeigen
zu wollen. Sie liebt ihre Arbeit, hat hohe Erwartungen an sich,
darf keine Fehler machen, keine Informationen übersehen. An
diesem Tag hat sie leichte Kopfschmerzen und weiß, dass sie
sich dann ganz besonders konzentrieren muss. Mit dem Gedanken, dass
gerade das Erstgespräch so bedeutsam für den gesamten
Behandlungsverlauf ist, nimmt ihre Spannung zu. Sie spannt die Kiefer-
und Halsmuskulatur an, eine steile Falte zwischen den Augenbrauen
entsteht.
B. hat gelernt, solche Körpersignale wahrzunehmen und versucht
nun bewusst über die Atmung, die Spannung zu lösen, wieder
ein wenig loszulassen. Das gelingt aber bei gleichzeitigem Anspruch
auf höchste Konzentration kaum. Ihr Körper erinnert sich
an viele Gespräche – auch private – in denen sie in diesem
Zustand von hoher Anspannung und wohlwollender Aufmerksamkeit für
ihr Gegenüber war. Eine vertraute Körper- und Geisteshaltung
stellt sich ein.
Beide Frauen begegnen sich mit einer Mischung aus
unterschiedlichen Körperwahrnehmungen und -erinnerungen, die
den Kontakt mitgestalten, ohne dass bisher ein Wort gesprochen wurde.
Im weiteren Verlauf kommen die Reaktionen auf das Äußere
des Gegenübers, den Klang der Stimme, die Art des Händedrucks,
den Blickkontakt, die jeweilige Sitz- und Körperhaltung und
den Geruch hinzu. (Anmerkung: Neueste Forschungen haben ergeben,
dass gerade der Geruchssinn besonders bestimmend für die menschlichen
Kontakte ist, wobei allerdings nur ein sehr geringer Teil dieser
Information den Cortex erreicht.) Ein Großteil der Kommunikation
hat also bereits nonverbal stattgefunden.
Erfahrungen formen die Persönlichkeit
Jede neue Erfahrung knüpft an Vertrautes an. Wie in unserem
Praxisbeispiel: Beim Betreten eines Behandlungsraums werden die
Erfahrungen, die in ähnlichen Räumen gemacht wurden, aktiviert
und körperlich mit einer entsprechenden Haltung beantwortet.
[…]
Körpersignale in der Praxisarbeit
Welche Bedeutung hat dieses Wissen um Körpersignale nun für
die Praxisarbeit der Heilpraktikerin? Nützt es ihr, sich diese
Wahrnehmung bewusst zu machen oder lenken sie nicht sogar von den
Inhalten der geschilderten Krankheitsverläufe ab?
[…]
Wie kann die HP diesen Prozess bei sich und der
Klientin unterstützen?
[…]
Die innere Beobachterin
[…]
Bewegung ist Veränderung
[…]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 41 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"
Ein schmaler Grat
zwischen Erfüllung und Burnout
Die Wichtigkeit eigener Grenzen und Selbstfürsorge
in der Begleitung lebensbedrohlich erkrankter Frauen
Autorin:
Ellen Spangenberg
Ärztliche Praxis für Psychotherapie
www.ellen-spangenberg.de
Mit diesem Artikel möchte ich darlegen, was
es für uns professionelle Helferinnen bedeutet, Frauen zu begleiten,
die an frauenspezifischen Krebsarten erkrankt sind, welche Gefahren
dies für uns beinhaltet und welche tiefen Prozesse möglich
sind. Wohl wissend, dass die Grenze zwischen Helferin und Betroffener
fließend sein kann, weil wir selbst erkranken oder in unserem
Umfeld schwer kranke Menschen haben können, deren Schmerz und
deren Verlust uns betreffen.
Zudem bewegen wir uns mit diesem Thema in einem extremen Spannungsfeld,
da Brust- oder Gebärmutterkrebs innerhalb einer patriarchalen
Gesellschaft immer auch einen gesellschaftlichen Bezug hat. (So
wurde z.B. erst 1997 sexualisierte Gewalt in der Ehe zu einem Straftatbestand
erklärt.) Über das Schicksal der einzelnen erkrankten
Frau hinaus geht es hier auch um Beschädigung von Weiblichkeit
im Allgemeinen, um Schönheitsnormen, um Einschränkungen
und Behinderungen (auch im Sinne von behindert werden), um Diskriminierungen
und Ausgrenzungen. Im Positiven geht es um Wertschätzung und
Achtung für Frauen und ihre Körperlichkeit(en), um Wiederaneignung,
um Ressourcen und Potenziale und nicht zuletzt um Überlebenskunst.
Ich bin in meiner (beruflichen) Biografie auf verschiedene
Weise mit dem Thema konfrontiert worden. Als Ärztin in einem
schulmedizinischen System habe ich so manchen Sterbeprozess miterlebt.
Doch auch in diesem von Hektik und Verdrängung geprägten
System war und ist es möglich, Momente der Würde zu gestalten,
in denen tiefe Begegnung möglich wird. Ich bin dankbar für
all diese Momente, da sie mir einen tieferen Zugang zu ungeschminkten,
existenziellen Erfahrungen und letztlich zu mir selbst geschenkt
haben.
Als Psychotherapeutin bin ich vor allem befasst mit der seelischen
Verarbeitung der Krankheits- und Bewältigungserfahrung meiner
Klientinnen: mit der Angst zu sterben aufgrund einer bedrohlichen
Erkrankung und der Angst zu leben mit einer bedrohlichen Krankheit
und auch damit, die Krankheit zu verleugnen, um das Hier und Jetzt
angehen zu können.
Psychoneuroimmunologie und Stress-Reaktion
Die recht junge Forschungsrichtung der Psychoneuroimmunologie zeigt
die Zusammenhänge auf zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem.
Stark verkürzt bedeutet dies: Anhaltender Disstress (ungesunder
oder "negativer" Stress) schwächt das Immunsystem
über neuronale Signale wie Botenstoffe, Hormone, Synapsenverschaltungen
und Bahnungen im Gehirn. Dann kommt es häufiger zu Infekten
z.B. Erkältungen. Auch das Tumorwachstum kann indirekt begünstigt
werden, weil weniger Abwehrzellen die gefährlichen Tumorzellen
erkennen und vernichten können.
Hierbei ist Angst in Verbindung mit Ohnmacht und
Hilflosigkeit das am stärksten wirksame Erleben für eine
Stress-Reaktion – und zwar sowohl bei der erkrankten Frau als auch
bei der Begleiterin, d.h. Angst stört und behindert am stärksten
das Gesundbleiben einerseits und den Selbstheilungsprozess andererseits.
Wenn das Ausmaß der Stresserfahrung in "toxische"
Bereiche ansteigt und mit erheblichem Erleben von Ohmacht und Auslieferung
einhergeht, kann dies gar zu einer psychischen Traumatisierung führen.
Insbesondere die Art der Befund- und Diagnosemitteilung, aber auch
die Erkrankung selbst und die Behandlung können somit eine
Traumafolgestörung nach sich ziehen. Wenn auch die Begleiterin
posttraumatische Symptome entwickelt, kann es sich hierbei um eine
so genannte sekundäre oder stellvertretende Traumatisierung
handeln.
[…]
Die beiden R’s: Ressourcen und Resilienz
Ähnlich wie die betroffenen Frauen selbst sind auch Begleiterinnen
in der Gefahr, durch die Wucht der Erkrankung an ihre Grenzen zu
kommen. Wie stark sich Belastungen tatsächlich auf uns auswirken,
hängt von unserer Vulnerabilität und unserer Resilienz
ab.
Vulnerabilität meint die seelische Verwundbarkeit eines Menschen
durch Lebens-Ereignisse und Lebens-Belastungen, die auch abhängt
von Art und Ausmaß der bisherigen Lebensbelastungen und wie
gut diese bewältigt werden konnten.
Resilienz bezeichnet komplementär dazu die seelische Widerstandskraft
(resilio: lat. „ich springe zurück“). Resilienz ist neben einer
gewissen genetischen Komponente vor allem geprägt durch Vorerfahrungen,
v.a. in der Kindheit: wie viel Sicherheit (Wohnen, finanziell, körperlich
und seelisch), wie viele gute Bindungserfahrungen, wie viele Belastungen,
wie viel Unterstützung in der Bewältigung dieser Belastungen,
wie viel Kraft, Gelassenheit und Liebe durch die Bezugspersonen
und nicht zuletzt wie viel Sinn ein Mensch finden kann im eigenen
Leben, Handeln und Sein.
[…]
Bei diesem Ressourcen-Ansatz ist wichtig, dass es nicht um eine
oberflächliche "think-pink"-Variante geht, die das
Leid außer Acht lässt und daher zynisch wirken kann.
Vielmehr geht es darum, unter Einbeziehung der bedrohlichen Situation
das Stress-System herunter zu fahren und Ängste zu reduzieren,
Hoffnung und Zuversicht zu stärken, sozialen Rückhalt
zu sichern und zu nutzen – und auch hier wieder gleichermaßen
für unsere Klientinnen wie für uns selbst.
Die Phasen der Bewältigung
[...]
Aufschrecken
[...]
Nicht wahrhaben wollen
[...]
Zorn und Hadern
[...]
Verhandeln
[...]
Depression / Rückzug
[...]
Annehmen
[...]
Hilfreiche Haltung und Interventionen
[...]
Belastung und Gefährdung der Begleiterinnen
[...]
Im Gleichgewicht bleiben
[...]
Die spirituelle Dimension
Zum Abschluss möchte ich auf spirituelle Aspekte eingehen,
die (vorübergehend) durch die Erkrankung außer Kraft
gesetzt und gleichzeitig für die Heilung und Bewältigung
sehr bedeutsam sein können.
Bereits 1995 wurde durch die WHO das biopsychosoziale Krankheitsmodell
ergänzt um eine spirituelle Dimension, indem Lebensqualität
auf vier Ebenen definiert wurde: physisch, psychisch, sozial und
spirituell. Leider kommt die spirituelle Ebene in vielen medizinischen,
aber auch psychotherapeutischen Ansätzen viel zu kurz oder
reduziert sich allenfalls auf die großen Religionen. Doch
alle Erkrankungen, insbesondere im Angesicht einer Lebensbedrohung
betreffen uns ganzheitlich und brauchen daher auch ganzheitliche
Antworten. So ist es wichtig, einen Raum für spirituelle und
für Sinn-Fragen zu öffnen, ohne diesen jedoch aufzunötigen.
[...]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"
Lympha – die Quellgöttin
Inspirationen zur Lympha und ihren Pflanzenhelferinnen
Autorin:
Gertrude Ernst-Wernecke
Heilpraktikerin (HP)
Lympha ist die Quellgöttin. die unsere Brunnenstube
hütet. Sie durch-dringt, durchflutet die Organe, möchte
fließen, entgiften. Kräuter helfen uns bei Lymphstau
und stärken das Immunsystem.
Wenn ich mich der Lymphe nähern möchte, gibt es deutlich
zwei Wege zu erkennen: Ich betrete Pfade auf denen viel Bekanntes
erscheint (Lymphfluss, Lymphknoten, Stau, Ödem, Immunsystem...)
oder / und ich treffe auf verwunschene Wege, die langsam weiter
mä-and-ern-wandern. So entsteht ein Hin- und Herpendeln vom
Sichtbaren ins Unsichtbare, ein langsames Herantasten an ein Geschehen
im Körper, das immer neue Wunder zeigt.
Indem ich mich dem Wesen Lympha öffne, beginnt es in mir zu
fließen und zu gestalten. Ich möchte Euch hinführen
zu Begegnungen mit ihr. Dies ist die Einladung zu Beginn, dann versuche
ich sie körperlich erkennbar werden zu lassen und als ihre
Hüterinnen und Helferinnen im Pflanzenreich vorstellen.
Das ist ein Hör-Text. Lese ihn laut oder lasse vorlesen.
Eine Einladung: Quellgöttinnen
Wer sind sie?
Die Odilia – Vercana – Meduna – Siruna –
die Nymphen – Brunn-Holden –
die klare Feuchte
Wo seid ihr, Hüterinnen der Quellen?
Hören wir Euch in Eurem Klang?
Das Rauschen, Prasseln, Strömen, Rinnen, Tröpfeln, Klopfen,
Fallen, Plätschern, Flüstern, Schweigen, Wirbeln, Tanzen,
Wallen, Fließen,
Reißen, Donnern, Glucksen, Nieseln, Perlen, Murmeln,
Nehmen wir Euch wahr als gestaltende Wesen, schöpferisch tätig?
Rufen wir Euch, Quellgöttinen?
[...]
Kann ich Lympha in mir fühlen?
Was geschieht in meinen Zellen, wenn diese ewig junge, bewegte,
fließende, freie Göttin, weiblich-flüssig, jede
Zelle umrundet, mit Tau benässt, jede Faser durchdringt, jede
Bewegung begleitet, sickert, feuchtet, flutet es, bis ganz in die
Tiefe? So tief, dass über die Lichtkräfte, die die Haut
berühren, auch alle Wasser belichtet werden. Nun folge dem
Strömen, das Dich zum Herzen trägt. – Lasse Dich gleiten
durch Tore, jedes Tor ein Ort für eine Initiation. „Weißt
Du wer Du bist? Bist Du da? Nur Du? Nackt – nimm Dich wahr. Regeneriere.
Erhole Dich. Erkenne Dich.“
Jedes Tor die gleiche Frage, die gleiche Gründlichkeit, die
gleiche Liebe zu mir, zu dem, was ich mitbringe – eine mütterliche
Weisheit scheint über den Toren zu schweben, sie zu beschützen,
eine Mondinnen-Weisheit, eine Weisheit ohne wenn und aber, voll
von Liebe, ganz dem Leben zugeneigt. Sie ruft, ohne zu rufen und
sie spricht ohne Sprache, mundlos, aber in endlos, kreisender Bewegung
voll Achtsamkeit und Klarheit. Nur göttliche Wesen zeigen diese
Präsenz. Und diese Qualität hat ihren Sitz in jeder Zelle,
in jedem Raum – vielleicht sind es Gebete, magische Formeln, wirksame
Rituale, jauchzende Berührungen. Ein fließendes Kreisen,
gleich einem Heiltanzen, nährend, beschützend, stützend,
Leben spendend, ein Kommen und Gehen… So im Herzen angekommen, kreist
Lympha unendlich weiter.
Die Bedeutung von Lympha
[...]
Eine Geschichte zur Physiologie
Lympha und das Immunsystem
Die Helferinnen aus dem Pflanzenreich
[...]
Lymphernährende Pflanzen
[...]
Fetthaltige Pflanzen
[...]
Lymphumstimmende Pflanzen
[...]
Lympherweckende Pflanzen
[...]
Lymphstrukturierende Pflanzen
[...]
Den Lymphfluss rufende Pflanzen
[...]
Nachgedanken
Viele der lymphheilsamen, krebswidrigen Pflanzen wachsen an jenen
Orten in großen Mengen, die wir gerne meiden. Abfallhaufen,
Plätze mit aufgeschütteter Erde, gerodete Waldstreifen,
Wiesenborde. Sie tauchen auf und verschwinden dann wieder. Ihre
Aufgabe mithilfe mit ihrer innewohnenden Lebenskraft die Erde zu
entgiften, zu regenerieren, ihr neue Kraft zu schenken, sie zu beleben
ist erfüllt.
Ähnlich ist es mit der Lymphe. Wenn die innewohnende Lebenskraft
Hilfe braucht, zeigt sich dies im Lymphgeschehen. Lympha wird allergisch,
geschwächt, erhitzt, gestaut, gesülzt, schwerfällig
und sie beginnt zu rufen. Ihre Sehnsucht nach der Quelle. Zum Glück
erkennen wir uns in den Pflanzen. Viele sind nicht genannt worden,
obwohl sie genauso wichtig und heilsam sind. Jede Pflanze begleitet,
wenn sie ruft und wir sie wählen.
Steigen und fallen
raunen und flüstern
plaudern und plätschern
nehmen und geben
sehen und drehen
Körper – Fluss
(Ende
der Leseprobe)
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wir Ihr Interesse für die
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"
Sich
gut fühlen
Von der Fülle der Brust
Autorin:
Elisabeth Benzing
Heilpraktikerin (HP)
Die Suche nach dem Knoten …
„Haben Sie diesen Monat schon Ihre Brust richtig abgetastet?“ fragt
mich die Broschüre im Wartezimmer. „Waren Sie dieses Jahr schon
bei der Mammographie?“ fragt mich das Plakat am Straßenrand.
„Haben Sie schon dran gedacht, einen Brustultraschall machen zu
lassen?“ fragt mich die Frauenärztin.
Der Druck auf Frauen, sich um ihre Brüste zu kümmern,
um Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen, ist immens.
Der Grundtenor lautet dabei: Wer nicht "vorsorgt", ist
bei Erkrankung selbst Schuld und schadet der Solidargemeinschaft,
da diese dann die vermeintlich entstehenden Folgekosten tragen müsse.
Wer nicht „vorsorgt“, handelt unverantwortlich. Zu der Vortäuschung
falscher Tatsachen – einerseits wird Angst geschürt, andererseits
wird Früherkennung als Vorsorge schön geredet – werden
hier stillschweigend zwei Dinge in kausalen Zusammenhang gebracht,
der durchaus fragwürdig ist: Die frühzeitige Erkennung
von Brustkrebs rette Leben. Die bisherigen Studien dazu kommen zu
unterschiedlichen Ergebnissen: Die einen weisen den Zusammenhang
nach, die anderen weisen nach, dass es keinen Zusammenhang gibt,
und die dritten äußern sich indifferent.
… und die Angst davor
Warum aber machen so viele Frauen keine regelmäßige Brustselbstuntersuchung,
obwohl wir in immer wiederkehrenden Kampagnen schon seit über
40 Jahren dazu aufgefordert werden? Was hält uns davon ab,
obwohl so viel Druck von außen kommt?
Eigentlich ein ganz plausibler Grund: Wir werden dazu aufgefordert,
einen Knoten in der Brust zu suchen. Welche Frau möchte schon
gerne einen Knoten in der Brust finden? Keine – also suchen wir
auch nicht. Es macht uns Angst, einen Knoten in der Brust zu finden.
Und was mir Angst macht, unterlasse ich doch lieber. Unser derzeitiges
Medizinsystem arbeitet in vieler Hinsicht mit der Angst, vor allem
natürlich im Bereich der Prävention. In den aktuellen
Mammascreening-Programmen wird die Angst massiv geschürt, um
Frauen ab 50 zur regelmäßigen Mammographie zu bewegen.
[…]
MammaCare-Methode
[…]
Die Brust kennen lernen – „Sich gut fühlen“
An diesen Punkten, bei der Angst und dem negativen Körpergefühl,
setzt das Konzept „Sich gut fühlen“ an. Das Motto wurde verändert:
Statt „Suchen Sie einen Knoten!“ heißt es nun „Lernen Sie
Ihre Brust kennen!“ Die Frauen werden dazu ermutigt, sich mit Neugier
ihren Brüsten zu nähern. Anhand einiger Fragen können
sie die Wahrnehmung für ihre Brüste erweitern: Wie fühlen
sie sich an, was gehört zur Brust, wie unterscheiden sich die
beiden Brüste, wie verändern sie sich im Laufe des Zyklus,
wie verändern sie sich im Laufe der Jahre, was kann ich ihnen
Gutes tun. Anschließend können sie sich in der Gruppe
über ihre Wahrnehmung austauschen und vielen Frauen wird dabei
bewusst, dass ihre Brüste vollkommen normal und gesund sind,
obwohl sie unterschiedlich groß sind oder sich „knubbelig“
anfühlen. Denn andere Frauen schildern ähnliche Erfahrungen.
Die Frauen bekommen eine Einführung in die
Anatomie der Brust, um sich vorstellen zu können, wie die Brust
aufgebaut ist und wie das Wunderwerk Brust physiologisch funktioniert.
Sie können sich die Brust im Modell anschauen und die Strukturen
(Milchdrüsen, Bindegewebe, Fettgewebe, Lymphgefäße…)
sehen, die sie beim Massieren und Tasten fühlen.
Sie können in einer Visualisierungsreise in Kontakt mit ihren
Brüsten kommen, ohne sie berühren zu müssen. Sie
können sich einen Platz schaffen, an dem sie sich ungestört
im Liegen unter einer Decke mit der Brust beschäftigen können.
Und sie können in Form einer Brustmassage die Brüste intensiv
erkunden.
Meine Brüste
[…]
Die Brüste im Alltag
[…]
Die Brustmodelle aus Silikon
[…]
Der Umgang mit der Angst
[…]
Wertschätzung
Frauen können die Angst an die Hand nehmen und sie zur Begleiterin
machen, die sie vor Schlimmerem bewahrt, die sie beschützt!
Sie können die Angst mindern, indem sie nicht nach einem Knoten
suchen, sondern ihrer Brust Gutes tun. Die Brust massieren, sie
einölen, sie kennen lernen. Darüber wird sie vertrauter
und Frauen können ihrem Gefühl des Spürens irgendwann
vertrauen. Vielleicht wird es dadurch auch möglich, ein positiveres
Verhältnis zur Brust zu entwickeln, der gesellschaftlichen
Vermarktung und Abwertung etwas entgegen zu setzen. Wenn Frauen
der eigenen Brust positiv begegnen, sie wertschätzend betrachten,
dann kann dies vielleicht zu einer tatsächlichen Prävention
von Brustkrebs beitragen. Der angstfreie Umgang mit den Brüsten
stärkt das Immunsystem, das Berühren und Massieren der
Brüste fördert das Wohlbefinden, die Wertschätzung
der Brüste könnte einen Großteil der Werbebranche
und den gesellschaftlichen Blick auf den Frauenkörper verändern.
Dies alles sind Faktoren, die gesundheitsfördernd wirken. Sie
führen zu einer Prävention, die nicht die Früherkennung
meint, sondern eine echte Vorsorge ist.
***
Hinweis zu diesem Artikel:
Die Fortbildungen „Sich gut fühlen“ für Frauen, die Kurse
zu Brustgesundheit / Brustselbstuntersuchung anbieten wollen, finden
in Kooperation mit Lachesis e.V. statt. Die nächste Fortbildung
startet im Oktober 2011 in Wiesbaden. Bei Interesse bitte an SIGGI
SCHELLHAAS oder ELISABETH BENZING wenden.
Die Teilnehmerinnen der Fortbildung 2009 haben ein Netzwerk „Brustgesundheit“
gegründet. Dieses Netzwerk dient dem fachlichen Austausch und
der gegenseitigen Unterstützung. Neben dem virtuellen Austausch
sind jährliche Treffen geplant. Das nächste Treffen findet
im März 2011 in Wiesbaden statt.
(Ende
der Leseprobe)
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wir Ihr Interesse für die
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 40
Thema: "Frauenspezifische Krebserkrankungen / Lymphsystem"
Homöopathische
Begleitung bei Krebserkrankungen
Ein Spagat zwischen den alten Meistern und den frauenorientierten
Ansätzen heute
Autorin:
Gudrun Barwig
Heilpraktikerin (HP)
Als klassisch arbeitende Homöopathin beziehe
ich mich bei der Behandlung von Krebs auf die älteste Literatur
in der Homöopathie und damit auf die „alten Meister“. Sie hatten
die Möglichkeit in einem Zeitalter „vor Chemotherapie und Bestrahlung“
unverfälschte Krebsfälle zu behandeln und entsprechende
Heilmittel zu dokumentieren, an denen ich mich heute gut orientieren
kann. Als Behandlerin mit frauenorientiertem Ansatz stellt es jedoch
einen Spagat dar, zwischen der alten patriarchalen Welt und unserem
heutigen Verständnis von Heilung zu vermitteln.
Ich werde hier den theoretischen Hintergrund der
Krebsbehandlung aufzeigen, so wie er von JAMES COMPTON BURNETT (1840-1901),
JOHN HENRY CLARKE (1853-1931) und EMIL SCHLAGEL (1852-1934) praktiziert
wurde. Je nachdem auf welche Schule ich mich beziehe, bietet die
Homöopathie verschiedene Ebenen der Krebsbehandlung. Immer
abhängig davon, mit welchen Voraussetzungen und Wünschen
die Patientin kommt, kann ich spezifisch ansetzen.
Die frauenstärkende Haltung
Der wichtigste Ausgangspunkt, in dem sich mein Behandeln von dem
der alten Meister unterscheidet: Ich höre genau hin, was die
Frau an Behandlung wünscht und ich unterstütze sie auf
ihrem Weg – möglichst ohne Wertung, ohne Schuldzuweisungen,
ohne ein „richtig“ und ein „falsch“. Ich bin nicht die heroische
Homöopathin, die alle anderen Methoden diffamiert. Und ich
kann kein Heilversprechen geben. Das, was ich tun kann, ist: Die
Frau in ihrer eigenverantwortlichen Haltung zu stärken und
zu unterstützen und ihren Heilweg zu respektieren. Wo ich kann,
gehe ich den Weg mit. Für die anderen Wege schlage ich geeignetere
Unterstützer/innen vor. Das heißt: auch meine eigenen
Grenzen bleiben gewahrt.
Der eigene Heilweg kann immer in beide Richtungen gehen: ins Leben
und ins Sterben. Hier eine wertfreie Haltung zu finden – auch mit
der Patientin an dieser zu arbeiten – stellt oftmals die eigenen
Ansprüche und Wünsche sehr in Frage. Zumal das Sterben
in unserer Kultur stark mit Ängsten und Verunsicherung besetzt
ist. Speziell in der Krebsbegleitung ist die Stigmatisierung: „Krebsdiagnose
= Todesurteil“ zusätzlich immer präsent. So steht bei
einer Krebserkrankung an erster Stelle die Prozessbegleitung. Es
geht nicht vordergründig darum, Symptome weg zu therapieren,
sondern darum den Energiefluss wieder herzustellen, die eigenen
Lebensthemen zu bearbeiten und heilen zu lassen. Auch dann, wenn
der Heilprozess im Sterben mündet.
Behandlungsauftrag
Nachdem der Behandlungsauftrag geklärt ist, kann ich entscheiden,
mit welchem Modell der Behandlung ich beginne: Will die Patientin
nur Unterstützung parallel zu Chemotherapie und / oder Bestrahlung,
werde ich anders arbeiten, als bei einer, die sich ausschließlich
für den homöopathischen Weg entscheidet. Bei einer Patientin,
die in ihrer Lebenskraft schon sehr geschwächt ist, werde ich
mich nochmals für eine andere Begleitung und Behandlung entscheiden.
Die verschiedenen Behandlungsebenen
[…]
• Konstitution […]
• Miasmatik […]
• Organotrop […]
Mammae / Brüste […]
Uterus / Gebärmutter […]
Ovarien / Eierstöcke […]
Cervix / Gebärmutterhals […]
Vulva + Vagina […]
• Ausleitung […]
• OP-Begleitung […]
• Substitution […]
• Palliation […]
Behandlungsverlauf
Eine Möglichkeit, den Heilungsverlauf genau zu beobachten,
sind Verlaufsparameter: Die Patientin beurteilt täglich, wie
sich Beschwerden und Befindlichkeit verändern und dokumentiert
dies in einer Tabelle mithilfe eines Punktesystems von 0-10. Nach
zwei Wochen wird gemeinschaftlich geprüft. Dieses Vorgehen
kann hilfreich sein, die meisten Homöopathie-Kliniken und auch
viele Kolleg/innen arbeiten so. Ich selber setze diese Form nur
auf Wunsch der Patientin ein. Auch ich finde es grundsätzlich
wichtig, die Patientin in ihrer Eigenwahrnehmung und Selbstfürsorge
zu unterstützen. In der Hahnemann-Klink (Tübingen) wird
das „Achtsamkeitstraining“ genannt. Tabellen an sich sind nicht
wichtig, wenn wir kontinuierlichen Kontakt haben und die Frau sich
selbst gut wahrnehmen kann.
Heilung
Es ist immer alles möglich. … Es gibt viele Wege. … Es gibt
weder richtig noch falsch.
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"
OMIECH
Informationen zur Organisation der indigenen Ärztinnen und
Ärzte in Chiapas / Mexiko
Autorin:
Bacilia Guadelupe Velazco Trejo
technische Fachfrau für gemeinschaftliches Gesundheitswesen,
Jurastudentin
Die Organisation der indigenen Ärztinnen und
Ärzte des Bundesstaates Chiapas in Mexiko (Organización
de Médicos Indígenas del Estado de Chiapas, A.C. =
OMIECH) ist die erste dieser Art in Mexiko. OMIECH hat sich 1985
als Verein gegründet, um die Maya Medizin zu stärken,
weiter zu entwickeln und darüber zu publizieren.
Im Vordergrund stand dabei, die Pflanzenheilkunde der Maya Medizin
zu dokumentieren. Zunächst stand die Pflanzenheilkunde im Vordergrund:
es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Heilpflanzengärten in den
Dorfgemeinschaften angelegt und Heilpflanzen gesammelt, um ein Herbarium
anzulegen.
Im Verlauf des ersten Jahres wurde innerhalb von OMIECH der Aufgabenbereich
Frauen und Hebammen ins Leben gerufen.
Aufgabenbereich Frauen
Dieser Aufgabenbereich entstand aus der Notwendigkeit, Frauen die
Möglichkeit zu geben, sich mit der Lösung ihrer eigenen
Probleme und denen ihrer Kinder zu beschäftigen.
In den 24 Jahren seit dem wurden viele Ideen umgesetzt, z.B. Workshops
und andere gemeinsame Fortbildungen zum Sammeln von Heilkräutern,
Wissens- und Erfahrungsaustausch sowohl auf lokaler, als auch nationaler
und internationaler Ebene zu Themen wie u.a. Maya Medizin oder Reproduktionsmedizin.
Das allgemeine Ziel des Aufgabenbereiches Frauen und Hebammen ist
die Verbessererung der Lebensbedingungen der Frauen in den indigenen
Comunidades im Bundesstaat Chiapas. Eines unserer speziellen Ziele
ist es, zur Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit
unter der Geburt beizutragen. Die Grundlage dafür ist die Wiederentdeckung,
Unterstützung und Weiterentwicklung der traditionellen indigenen
Hebammenarbeit.
Arbeitsmethoden
[…]
Die traditionelle indigene Geburtshilfe
Die Hebammen arbeiten mit traditionellen Praktiken, um Schwierigkeiten
und Krankheiten während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
vorzubeugen und zu behandeln. Sie verwenden Heilpflanzen, Gebete
und geheimes Wissen für die verschiedenen Erkrankungen.
Ihr Wissen basiert auf der großen Erfahrung und auf „speziellen
Gaben“, die durch göttliche Träume vermittelt werden,
wie wir in unserer lokalen Sprache (tzotzil – tzeltal) sagen. Diese
gemeinsamen kulturellen Gottheiten erlauben uns größtmögliches
Vertrauen und Respekt für die Arbeit der Hebammen.
Die Hebammen richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Schwangeren
und kommen zu jeder Uhrzeit (sei es morgens, mittags, abends, nachts
oder bei Sonnenaufgang) zu ihr nach Hause.
Viele Hebammen haben Erfahrung damit zu erkennen, wenn sich das
Kind nicht dreht oder in einer Position steckt, die die Gefahr einer
Geburtskomplikation erhöht (Steißlage, Hände oder
Füße zuerst.) Sie kennen Möglichkeiten der Massage,
um das Kind in die richtige Position zu bringen.
Außerdem haben wir in den indigenen Comunidades eine andere
Gebärhaltung: „Wir sind gewohnt während der Geburt zu
hocken und von unserem Ehemann umarmt gehalten zu werden. Er unterstützt
uns, damit das Kind schneller und leichter geboren wird.“ (Stimme
der indigenen Frauen aus Chiapas)
Die Hebammen teilen folgendes Wissen
[…]
Schwierigkeiten der Arbeit der Hebammen
[…]
Vorschläge des Arbeitsbereiches Frauen und
Hebammen, um die gesundheitliche Betreuung in den indigenen Comunidades
zu verbessern
[…]
Veranstaltungen
[…]
Kosmovision
[…]
Reise nach Deutschland 2009
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"
Schamanismus und Rituale
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln im Heilen
Autorin:
Angelika Kotzur
Heilpraktikerin (HP)
Zum Thema "Heilen und heil werden" sich
den Heilpraktiken indigener Ethnien zuzuwenden, bedeutet Sehnsucht
nach den Wurzeln der Heiltraditionen: sowohl nach dem Ursprünglichem
als auch nach Erweiterung der eigenen Grenzen – der Erweiterung
dessen, was uns möglich erscheint im Kontext unserer kulturellen
Prägung.
Hierher rührte wohl die Begeisterung, indigene Heilerinnen
wie die Curanderas aus Chiapas einzuladen wie es zur LACHESIS-Fachtagung
2009 gelungen ist.
Der Transfer von einer Kultur in die andere Kultur gestaltete sich
nicht so einfach wie sich schon bei der Organisation und dann im
Laufe des gesamten Aufenthaltes als auch bei der Tagung zeigte.
Die Lebenswelten sind doch sehr unterschiedlich und teilweise auch
befremdlich.
Ich habe die Curanderas vier Tage durch verschiedene
Tagesworkshops mit Hebammen und Heilerinnen begleitet, versuchte
für den kulturellen Transfer Brücken in beide Richtungen
zu bauen. Dieses war nicht immer leicht, sensibilisierte mich jedoch
für bestimmte 'Problemzonen'.
Obwohl ich denke, dass sich die Curandera / indigene Heilerin Dona
Rosa eher nicht als Schamanin bezeichnen würde, trägt
ihre Arbeit doch sehr deutliche Spuren des Schamanismus. Ich möchte
sogar behaupten, sie und ihre Arbeit erst auf dem Hintergrund des
schamanischen Weltbildes nachvollziehen zu können. Vieles,
was bei ihr deutlich in der magisch- mythischen Welt gebunden ist,
ist im europäischen Bewusstsein in das Unterbewusste abgesunken
und verursacht an unserer bewussten Oberfläche ein unbestimmtes
Unbehagen.
Deshalb wage ich in diesem Artikel den Versuch, eine Brücke
zum Verständnis dieser archaischen Welten zu schlagen. Sowohl
Dona Rosa als auch wir hier im Westen stehen irgendwo zwischen den
Welten, auf der Suche nach Halt, eigenen Wurzeln und einer heilerischen
Identität.
Manche Leserin mag befremdlich auf Zuordnungen reagieren, die ich
vornehme, zumal wir uns im Westen, v.a. in der frauenbewegten Welt,
doch einige Formen ursprünglichen Lebens wieder angeeignet
habe, die wir aber oft nicht dem Schamanismus zuordnen.
Schamanisches Weltbild
Es gibt keine einheitliche Definition von dem, was Schamanismus
eigentlich ist.
Der Schamanismus ist keine Religion an sich – er ist ein totemistischer
Kult, geboren in einer frühen Zeit, als das menschliche Bewusstsein
sich noch in der Einheit und totalen Abhängigkeit von der Erde
erfuhr.
Totemistisch bedeutet, dass alles, was ist, Träger einer bestimmten
Energie, eines Ausdrucks des Geistes ist. Das aus den Algokin-Sprachen
des südlichen Kanada stammende Wort "Totem", bedeutet
Verwandtschaft, Familienabzeichen oder auch persönlicher Schutzgeist.
Der Schamanismus dient und diente dem Überleben
des Einzelnen und dem der Gemeinschaft. Sowohl der Schamane als
auch die Schamanin sind Mittler zwischen der sichtbaren und der
unsichtbaren Welt, zwischen der Welt der Form und der Welt der ungeformten
Lebenskraft, zwischen der Welt des Bewussten und der Welt des Unbewussten.
Magier, Priester, Heiler/innen und Hexen reisen in die Unterwelt
und Oberwelt und holen die Schatten, sowie die universellen Geschenke
des Lichts in die Alltagswelt.
In unserem Kulturraum war es die Hagazussa, die 'Zaunreiterin',
die Hexe, welche zwischen den Welten auf dem Zaun reitet, in beiden
Welten zu Hause ist und ihren Dienst tut.
[…]
Symbole im Schamanismus
Symbole sind Stellvertreter, Platzhalter. Diese Symbole sind nicht
in allen Traditionen gleich – bemerkenswert sind die vielen Übereinstimmungen.
Symbole werden eingesetzt, um als Platzhalter für eine bestimmte
Kraft zu stehen, die dann nicht durch Konzentration gehalten werden
muss.
[…]
Glaube und Macht
Die indigene Heilerin Dona Rosa hat immer wieder betont: "Ohne
Glaube geht nichts."
Durch den Glauben an die Kraft bekommt eine Handlung Macht. Macht
wird durch Glauben und Wissen übertragen.
Wenn ich als Patientin glaube, dass dieser Gegenstand / diese Methode
/ diese Rezeptur ein mächtiges Werkzeug dieser Heiler/in ist,
dann kann die Medizin ihrer Bestimmung gemäß wirken.
Je tiefer ein/e Heiler/in an das glaubt, was sie/er tut, desto wirksamer
ist die Medizin.
Es ist ein Phänomen, dem wir auch im Westen in der Heilkunde
immer wieder begegnen können und das als 'Weißkittelphänomen'
häufig ambivalent beschrieben wird. Aber auch die Wirkung eines
Placebos kann auf diesen 'Mechanismus' zurückgeführt werden.
[…]
Rituale
Rituale werden gemacht, um Kräfte auszurichten und zu bündeln.
Es gibt unterschiedlichste Rituale, welche aber immer bestimmten
Regeln folgen. Diese Regeln wiederum sind abhängig von dem
Erfahrungshintergrund der Praktizierenden und den Traditionen der
Gemeinschaft.
[…]
Suche nach den eigenen Wurzeln oder Konsumsucht?
[…]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 39 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"
Die spirituelle Dimension des
Heilens
Die Tradition der Weisen Frauen, eine weibliche Spiritualität
Mitteleuropas
Autorin:
Ursa Illgen
Heilpraktikerin (HP)
Wenn ich früher zu meinem Hausarzt gegangen
bin, der aus meiner damaligen Sicht ein netter älterer Mann
war, hat er mich immer mit den Worten empfangen: „Na, wo fehlt es
uns denn?“ Ich fand diese Begrüßung damals immer ziemlich
albern und war oft drauf und dran zu sagen: „An der Gesundheit.“
Ich wollte von ihm hören, was ich habe, und nicht, was mir
fehlt. Heute weiß ich, dass in diesem Satz sehr viel Weisheit
steckt, auch wenn ich nicht unbedingt glaube, dass sich mein Hausarzt
dessen bewusst war.
Wenn ich mit meinem Körper, meinen Emotionen, meinem Geist
und meiner Seele in Harmonie lebe, dann fehlt mir nichts, dann bin
ich ganz und heil, dann bin ich heil-ig.
Ich schreibe über die spirituelle Dimension des Heilens aus
der Sicht der Tradition der Weisen Frauen. Im Umkreis von Stuttgart
ist in den letzten 20 Jahren ein sehr lebendiger Kreis von Frauen
herangewachsen, der sich ständig vergrößert und
seinen Kristallisationspunkt im Arkuna Verein hat. In dieser Schwesternschaft
leben wir die weibliche Spiritualität der Weisen Frauen, die
in Mitteleuropa zu Hause war, bevor sie von den Machthabern des
Christentums nahezu ausgelöscht wurde. Seit 14 Jahren bin ich
Lehrerin und Priesterin dieser Tradition. In dieser Tätigkeit
sehe ich mich als Heilerin.
Die Heiligkeit des Lebens ehren
[…]
Im Einklang mit uns und der Welt sein
Die Tradition der Weisen Frauen ist auch ein Weg, um mit uns selbst,
der Erde und der Welt in Einklang zu kommen. Alles Leben vollzieht
sich in Rhythmen, die uns von den großen kosmischen Bewegungen
der Sonne, des Mondes und der Sterne geschenkt werden. Wir stimmen
uns auf diese Rhythmen ein und lassen uns von ihnen führen.
Die Rhythmen des Jahreskreises mit seinen Übergängen sind
tiefe, universelle Bezugspunkte. In ihnen erleben wir Geburt, Wachstum,
Reife, Altern, Tod und Wiedergeburt. Wir erkennen sie als Lehrmeisterinnen
für die Übergänge in unserem persönlichen Leben
an und gestalten unser Leben eingebunden und gehalten von den großen
Zyklen der Natur. Indem wir den Jahreskreis mit regelmäßigen
rituellen Festen mit vollziehen und feiern, lernen wir unsere rhythmische
Kraft der Veränderung kennen.
[…]
Die Göttin in mir erkennen
Die Tradition der Weisen Frauen ist eine Spiritualität, in
deren Mittelpunkt die weibliche Schöpferinnenkraft steht, die
sich in einer Vielzahl von Göttinnen widerspiegelt. So ist
Serona eine Quell- und Wassergöttin und unterstützt unsere
Emotionen, unsere Reinigung und unsere Heilung. Freya, eine feurige
Göttin, fördert uns Frauen in unserer Kraft und Eigenmacht.
Gaia, Mutter Erde, trägt und nährt uns und schenkt uns
das Leben, die Schönheit und die materielle Fülle. Dies
sind nur ein paar Beispiele aus der großen Anzahl der Göttinnen.
Letztlich ist jede einzelne Frau eine einzigartige Verkörperung
der Göttin. Wenn ich in diesem Bewusstsein lebe, fühle
ich mich heil und heilig. Dabei ist das Kriterium für heil
sein nicht die Abwesenheit von Körpersymptomen. Ich kann auch
mit Krankheit und Behinderung heil sein. In Offenheit und Vertrauen,
in tiefem inneren Frieden erlebe ich mein Eins-Sein mit der Göttin
in mir. Die Göttin ist mir nah, wenn ich mich meinen Sinnesfreuden
hingebe, mich mit Schönheit umgebe, Freude und Lust erlebe,
sie ist mir nah im Singen und Lachen und in der Liebe.
[…]
Die weibliche Weltsicht ist uralt
[…]
Konsequenzen für die Heilerin
Die Heilerin ist Mittlerin der göttlichen Kraft
Wie kann Heilung geschehen
Das Wort „heilen“ hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Zum einen ist
damit gemeint, dass ich gesund werde, wenn es mir an Ganzheit fehlt.
Zum anderen meinen wir aber auch mit diesem Wort, dass eine Heilerin
eine andere Person heilt. In dieser doppelten Wortbedeutung steckt
noch das Wissen, dass ich keine andere Person heilen kann, sondern
ihr lediglich helfen kann, ihre Selbstheilung in Gang zu setzen
– und das ist nicht wenig.
In der Atmosphäre eines heiligen Raumes, der natürlich
auch anders erschaffen werden kann, als ich es oben beschrieben
habe, öffnet sich das Herz der Klientin recht leicht für
die umfassende Wirklichkeit, in der Heilung stattfinden kann. Ihre
Hoffnung auf Heilung wird gestärkt und ihre Selbstheilungskräfte
werden aktiviert. Durch diese beiden Faktoren kann sich die Wirkung
einer Behandlung überhaupt erst richtig entfalten. Dies geschieht
auch, ohne dass sich die Klientin dessen bewusst ist.
Für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist es wichtig,
nicht nur das Körpersymptom zu behandeln, sondern in einer
ganzheitlichen Betrachtung den ganzen Mensch zu sehen, also Körper,
Geist und Seele.
[…]
Kraftquellen, die uns heilen
[…]
Das Ritual als Kraftquelle
[…]
Ausblick
[…]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 39 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"
Trance als heilsamer Erfahrungsweg
Rituelle Körperhaltungen und ekstatische Trance ® nach
Dr. Felicitas Goodman
Autorin:
Silke Wonneberger
Heilpraktikerin (HP), Sozialpädagogin
Aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte
sind bildliche und figürliche Darstellungen in verschiedenen
auffälligen Körperhaltungen bekannt. Viele dieser Statuetten
und Zeichnungen stellen rituelle Haltungen dar. Sie können
selbst eingenommen werden und ermöglichen – im Rahmen eines
Rituals begleitet von einem raschen Trommel- oder Rasselrhythmus
– den veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen
Trance.
Rituelle Körperhaltungen aktivieren die eigene Heilenergie.
Sie sind eine 'Brücke' zum Erkennen der Vielfalt von Wirklichkeiten,
zur direkten sinnlichen Erfahrung und Einsicht in das lebendige
Informationsnetz allen Seins.
Auch heute noch können sie einen Weg bahnen zu Erkenntnissen
der eigenen Lebenszusammenhänge in unserer Zeit.
Hintergrund
Der Zusammenhang zwischen rituellen Körperhaltungen und dem
veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen Trance
ist von der Anthropologin und Linguistin Dr. FELICITAS D. GOODMAN
(1914–2005) wiederentdeckt worden. Im Rahmen ihrer Forschungen über
Sprache und Trancezustände religiöser Gemeinschaften stieß
sie auf Jahrtausende alte Höhlenzeichnungen und kleine Statuen,
die Menschen der Frühzeit in besonders auffälligen Körperhaltungen
darstellten. Sie fand heraus, dass die Einnahme einer solchen Körperhaltung
verbunden mit einer durchgängig raschen akustischen Anregung
durch eine Trommel oder Rassel (210-230 bpm = beats per minute)
bemerkenswerte Veränderungen im Wachbewusstsein bewirkt und
in eine ekstatische Trance führt. Die uralten Haltungen stellen
in sich abgeschlossene religiöse Rituale dar.
Die rituellen Haltungen waren ursprünglich
in den Kontext einer schamanischen Weltsicht eingebunden. Diese
Sicht basiert auf den Grundannahmen, dass alle Erscheinungsformen
des Lebens einen 'Geist' haben und in einem Wirkungsgefüge
miteinander in Resonanz stehen. Obwohl wir in den westlichen Industriegesellschaften
nicht mehr in Gemeinschaften leben, deren geistige Einbindung der
Schamanismus ist, kann jede/r in den rituellen Haltungen in ein
Erkennen kommen, welches sich auf die heutigen Lebenszusammenhänge
bezieht.
[…]
Was die Haltungen ermöglichen
Die verschiedenen rituellen Körperhaltungen ermöglichen
unterschiedliche Erlebnismittelpunkte. Jede der erforschten Haltungen
– unabhängig vom kulturellen Hintergrund – aktiviert die eigene
Heilenergie. Einige der Haltungen verstärken heilsame Prozesse
nochmal im besonderen Maße, lassen sie körperlich unmittelbar
erfahren, geben Antworten auf Fragen und hilfreiche Hinweise.
Der 'rote Erlebnisfaden' kann sich auf den Kreislauf des Werdens
und Vergehens beziehen, in eine der drei Welten der Kosmologie des
Weltenbaums führen, Verwandlungen in andere Erscheinungsformen
des Lebens ermöglichen. Qualitäten im Erleben können
sein: eine tiefe innere Ruhe zu empfinden, Geborgenheit in dem Gewebe
allen Seins, das Erkennen von Zusammenhängen aus distanzierter
Sicht, Reinigung von überholten Einflüssen, wohltuende
Zentrierung, Leichtigkeit und eine tiefe bewusste Lebensfreude.
Der Zugang zum Erkennen während der Trance kann sich auf alle
Sinneskanäle und Wahrnehmungsebenen beziehen: über verändertes
Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und veränderte körperliche
Empfindungen sowie verändertes Bedeutungs-, Raum- und Zeiterleben.
Für die Menschen der Frühzeit und auch in heutigen indigenen
Kulturen waren und sind Trancezustände eine übliche Methode,
um Körper, Geist und Seele beim Einzelnen und in den Gemeinschaften
im Gleichgewicht zu halten bzw. es bei Störungen wieder herzustellen.
In der heutigen westlichen Kultur hat das Zeitalter der Aufklärung
und des Rationalismus laut FELICITAS GOODMAN zu einem allgemeinen
Trance-Mangel geführt. Ihrer Ansicht nach verfügen wir
heute nicht nur nach wie vor über die körperlichen Voraussetzungen
zu einer Trance, sie hält den Wechsel in den veränderten
Wachbewusstseinszustand für ein menschliches Grundbedürfnis,
vergleichbar mit der Fähigkeit des Schlafens.
[…]
Mein eigener Erfahrungshintergrund
[…]
Ablauf des Rituals mit einer rituellen Körperhaltung
in der Gruppe
[…]
Beispiel mit der Frau von Hacilar
[…]
Auswirkungen – Ausblick – Ausklang
[…]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 39 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"
„Die Pflanzen sprechen mit uns“
Ein Interview über rationales und intuitives Pflanzenwissen
Das Interview führte:
Doris Strahler, Journalistin, Heilpraktikerin (HP),
Lüneburger Heide, Kleinwalsertal, Graubünden
– einmal im Jahr trifft sich die Fachgruppe Phytotherapie zum intensiven
Austausch. Dabei geht es nicht ausschließlich um Pflanzenbestimmung
und therapeutische Wirkstoffe, sondern um ganz persönliche
Begegnungen mit der Pflanzenwelt. Wie Pflanzen kommunizieren, darüber
berichten die drei Heilpraktikerinnen und Pflanzenfachfrauen Sabine
Ehrenfeld, die auf der Schwäbischen Alb lebt, Carmen Hertle
und Manuela Wolf, die beide in Franken zu Hause sind.
2006 wart ihr in der Lüneburger Heide, 2007
im österreichischen Kleinwalsertal und 2008 in Graubünden
in der Schweiz. Was trieb euch zweimal hintereinander in die Alpen?
[…]
Die Hütte im Kleinwalsertal lag auf 1.400 Höhenmetern,
die Hütte in Graubünden auf über 2.000 Höhenmetern.
Gibt es aufgrund der Höhenlage Unterschiede in der Pflanzenwelt?
[…]
Gibt es Gemeinsamkeiten, die allen Alpenpflanzen
eigen sind?
[…]
Euch geht es in der Pflanzenheilkunde nicht nur
um die Anwendung von „Bücherwissen“, sondern auch darum, der
lebendigen Pflanze zu begegnen. Wie sieht diese Begegnung aus?
Carmen: Mir ist die persönliche Begegnung mit
den Pflanzen lieber als ein Buch. Ich gehe hinaus und schaue: Wo
wächst die Pflanze, wie sieht ihre Umgebung aus, welche Pflanzen
wachsen noch dort? Ich beobachte und versuche in eine persönliche
Beziehung mit der Pflanze zu gehen. Ich bin überzeugt davon,
dass eine direkte Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze möglich
ist. Die Pflanzen sprechen mit uns.
Natürlich fließt bei dieser Begegnung auch Bücherwissen
mit ein. So ist es beispielsweise schon gut zu wissen, dass der
Eisenhut einer unserer giftigsten Pflanzen ist. Man sollte ihn nicht
einfach essen. Doch dann lasse ich dieses Wissen beiseite und öffne
mich der Pflanze. Das kann man auf ganz verschiedene Arten tun.
Manchmal zeichne ich einfach. Das erfordert viel Konzentration und
eine genaue Beobachtung, darüber erschließt sich mir
schon ganz viel über das Wesen einer Pflanze.
Und dann spreche ich auch mit den Pflanzen. Ich sage „Hallo, wer
bist du?“. Ich stelle mir ein Wesen vor, das vor mir steht. Eine
ganz normale Kommunikationssituation eben. Ich frage die Pflanze,
und wenn ich mich auf sie einlasse, dann kommen auch Botschaften
von ihr zu mir.
Manuela: Wir haben in den Alpen Hütten gewählt,
wo wir unter uns waren. Wir waren also mehr oder weniger allein
und um uns herum waren die Pflanzen. Wir hatten dadurch die Möglichkeit,
die Pflanzen mit allen unseren Sinnen zu erfassen. Wir tranken sie
als Tee, kochten mit ihnen, legten sie ein, wir machten unsere Morgenübungen
in ihrer Mitte, in der Mittagspause lagen wir auf und neben ihnen.
Wir waren nicht abgelenkt von anderen Eindrücken, die Zivilisation
war weit weg. Der Zugang zu den Pflanzen war einfach da.
Und wir alle haben diese Begeisterung für die Pflanzen miteinander
geteilt. Es war einfach schön. Du hast eine Pflanze gesehen
und bist in den Busch gesprungen. Und gleich kamen drei hinterher.
Und schon ging die Diskussion los: „Ach Gott, was ist denn das?
Hast du das schon gesehen?“ Alle sprachen wild durcheinander. Wir
waren sehr aufnahmefähig für die Pflanzenwelt um uns herum
und haben dadurch auch Pflanzen gesehen, die sich unserem ersten
Blick entzogen haben. Es war so, dass die Pflanzen uns angesprochen
haben, dass sie auf uns zugekommen sind.
In Graubünden zum Beispiel wollten alle Bärlapp sehen,
aber wir haben einfach keinen gefunden. Dann, am letzten Tag, bei
einer total verregneten Wanderung, war er plötzlich da. Wahrscheinlich
war er vorher auch schon da, bloß haben wir ihn nicht gesehen.
Carmen: Gut, dass du das sagst. Oft ist es so, dass,
kaum ist der Wunsch nach einer bestimmten Pflanzenbegegnung mehrmals
laut ausgesprochen, sie dann auch auftaucht. Mit ist das schon oft
passiert. Du sendest den Wunsch in die Welt und dann – peng – erfüllt
er sich. Das ist auch eine Art von Kommunikation zwischen Pflanze
und Mensch. Ich glaube, dass man findet, was man finden will.
Gibt es bestimmte Techniken, mit denen ihr Pflanzen
begegnet? Was habt ihr da ausprobiert?
Carmen: In der Lüneburger Heide haben wir eine
Verreibung nach strengen homöopathischen Regeln gemacht. Alle
mussten während der Verreibung im Raum bleiben, die Fenster
waren geschlossen. Einige haben das nur schwer ausgehalten, das
hat zu einer richtigen „Ausbruchsenergie“ geführt. Jede hat
dann für sich ihre Wahrnehmungen aufgeschrieben: Gerüche,
Wärme, Kühle, Unlustgefühle, gute Gefühle, innere
Bilder. Im anschließenden Gespräch haben sich viele Übereinstimmungen
gegeben. Das ist eine der klassischen Arten, sich einer Pflanze
zu nähern.
Eine andere Möglichkeit sind Trance-Reisen mit Trommeln oder
Rasseln, wo man sich mit bestimmten Schlagfolgen in einen Trance-Zustand
versetzt. Dieser Zustand öffnet uns für unsere innere
Wahrnehmung. In Graubünden haben wir – bei prasselndem Regen
– eine Trance-Reise zur Alpenrose gemacht. Wenn man unsicher ist,
kann man auf solch ritualisierte Formen wie Verreibungen oder Trance-Reisen
zurückgreifen, man kann sich aber auch ganz einfach hinsetzen
und schauen, was passiert.
Sabine: Ich gehe in eine Meditation hinein und verbinde
mich mit dem Geist der Pflanze. In der Meditation spüre ich
das Wesen der Pflanze. Das geschieht auf einer anderen Bewusstseinsebene.
So zeigt sich mir ein Pflanze z.B. ganz klein, eine andere riesengroß,
größer als ich. Ich stelle den Pflanzen auch Fragen:
Warum seid ihr hier? Wie könnt ihr uns Menschen helfen. Darf
ich dich pflücken? Und die Pflanzen antworten in Worten, in
Bilder oder anderen sinnlichen Eindrücken. Es ist immer sehr
direkt.
Manuela: Jede nimmt dabei anders wahr, setzt ihre
Sinne anders ein. Die eine setzt sich einfach ganz unbefangen neben
die Pflanze, und schaut, was die Pflanze ihr mitteilen will. Für
andere ist es der richtige Weg, die Pflanze erst einmal genau zu
bestimmen, zu wissen, was sitzt da vor mir, wie heißt sie,
aus welcher Familie kommt sie. Und erst dann kann die Frau sich
darauf einlassen, was ihr die Pflanze sagt. Andere wiederum lauschen,
welche Töne aus der Pflanze kommen. Da hat jede ihren eigenen
Weg.
Zur Wahrnehmung zählt für mich aber auch, was für
eine Stimmung von einer Pflanze oder von einem Ort zurückbleibt.
Im Kleinwalsertal waren wir richtig eingekreist von Augentrost,
Augentrostwiesen, lauter leuchtenden winzigen Äuglein, die
uns beobachtet haben. Das Kleinwalsertal wird für mich immer
mit dem Augentrost verbunden sein.
Wie kommuniziert die Pflanze? Gibt sie euch Bilder
oder innere Worte?
[…]
Macht Ihr dabei auch Erfahrungen, auf welche Art
die Pflanze helfen und heilen kann?
[…]
Schließt ihr mit dieser Herangehensweise an
bekannte Traditionen an?
[…]
Zweimal war ich als Körpertherapeutin in den
Alpen mit dabei und genoss die Bergwelt und das Pflanzenwissen meiner
Mitreisenden. Immer steckte eine ihre Nase in eine Pflanze, auch
wenn die Pflanze noch so klein und unscheinbar war – und schon ging
die Diskussion los. Zwar kamen wir beim Wandern nicht so richtig
vom Fleck, trotzdem vermisse ich bei meinen Wanderungen ohne die
Pflanzenfachfrauen die Begeisterung und das tiefe Wissen um die
Pflanzen.
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 38 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"
Murex purpurea
Alles, was aus dem Meerwasser kommt, repräsentiert den Beginn
Autorin:
Sonja Höring, Heilpraktikerin (HP),
An einem Wochenende im September 2008 trafen sich
10 Lachesis-Mitfrauen in Bakenberg auf der Insel Rügen zum
Fachgruppentreffen Homöopathie. Wir waren in kleinen, etwas
muffigen Hütten direkt am Strand untergebracht. Ihr müsst
euch eine Steilküste vorstellen, das Meer war schnell über
Holztreppen zu erreichen, gut zu hören und Feuer haben wir
abends in einem wackeligen Grill gemacht. Natürlich gab es
Fisch zum Abendessen und die Winterjacken wärmten völlig
unübertrieben.
So lauschten wir dem Vortrag von UTE BARTH über das Wasser
unter freiem Himmel und waren zwar müde von der Anfahrt, gleichzeitig
aber auch sehr fasziniert: Plötzlich tanzten zwei dick angezogene
Frauen als Wassermolekül vor meinen Augen, um uns das Bindungsverhalten
dieses Elementes zu veranschaulichen…
Wir hatten vorher verabredet, dass jede etwas vorbereitet
und ich hatte mich für die Meeresschnecke Murex purpurea entschieden.
Alles was ich noch wusste, waren diagonal verlaufende Schmerzen,
und zwar von der Brust zum Eierstock, dass differenzialdiagnostisch
an Sepia und Lilium tigrinum gedacht werden muss und ich es noch
nie verschrieben habe. Also etwas recherchiert und ab nach Rügen.
Freitag Morgen organisierten wir die Arbeitsgruppen (wer welches
Arzneimittel vorstellt), und so waren wir drei Frauen, die sich
mit Murex beschäftigen und Samstag darüber referieren
sollten.
Die Vorbereitungen waren laaangsaaam und eine von uns war so krank,
dass sie außer im Bett liegen gar nichts mehr machen konnte
(dies ist auch ein Murex-Symptom). Wir arbeiteten Freitag noch bis
in die Nacht hinein und es schien immer mehr zu werden und wir hatten
trotz aller Arbeit das Gefühl nicht die volle Leistung zu bringen.
(Auch dies erscheint in der Literatur als typisches Merkmal und
genauso erging es mir beim Schreiben des Artikels.)
[…]
In der LACHESIS-Ausgabe Nr. 36 zum Thema "Sexualität!"
analysiert GUDRUN BARWIG in einem Artikel die frauenverachtende
Sprache der alten Arzneimittellehren, kritisiert die Ansichten.
Sie betont die Notwendigkeit einer Überarbeitung für die
heutige Zeit im Sinne einer weiblichen d.h. Frauen wertschätzenden
Materia medica.
Immer wieder habe ich mich geärgert über
Formulierungen wie zum Beispiel: "Sie beklagen sich, weil sie
ihre Sexualität gern mehr ausleben würden, aber im Grunde
genommen entscheiden sie sich selbst dagegen. Das Verlangen ist
stark, aber sie laufen weg davor." 4
Warum macht mir das solchen Ärger? Das greift mich total an,
was ist da bei mir so unerlöst? Und dann ärgere ich mich
über meinen Ärger und frage mich, ob da bei den v.a. männlichen
Autoren etwas 'unerlöst' ist.
[…]
Es war ein wunderbares Wochenende auf Rügen
und hat allen Teilnehmerinnen neue Erkenntnisse beschert. Ein solches
Erlebnis ist ein Geschenk und ich möchte jede interessierte
Frau ermutigen, sich auf diese Art miteinander zu lernen und zu
forschen einzulassen und mitzumachen.
Abschließend gingen wir nochmal am Meer spazieren, dünner
Regen prasselte uns ins Gesicht. Ich ließ die Ereignisse der
letzten Tage Revue passieren und dachte: Sind wir nicht alle ein
bisschen Murex?
Herzlichen Dank an Birgit Lehmann, ohne ihre Initiative wäre
dieser Artikel nicht geschrieben worden.
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"
Bauchhirn
Vom Kopf gesteuert, vom Bauch gelenkt?
Autorin:
Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin (HP),
Der Heilpraktikerinnen-Verband LACHESIS ist ein
wunderbarer Zusammenschluss von Therapeutinnen, die bereit sind,
ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Leben und in der Arbeit auszutauschen.
So war das Treffen der Körpertherapeutinnen im September 2008
eine intensive Begegnung auf der körperlichen und der geistigen
Ebene. Die Therapeutinnen sind ausgebildet in Myofazial, Rolfing,
Shiatsu, Craniosacraltherapie, Osteopathie, Emotional Facing, Selbstheilungsarbeit
und ILA (Integrale Leibarbeit). Einige arbeiten zusätzlich
biomolekular, homöopathisch und mit Pflanzen.
Jede von uns weiß, dass wir in dem Moment, in dem wir die
Patientin berühren, Altlasten öffnen, bewegen und lösen.
Einige arbeiten mit diesem Wissen, einige beschränken sich
bewusst auf die körperliche Symptomatik.
Thema dieses Treffens waren die 8 Meter in unserem Körper,
die scheinbar alleine für die Verwertung der Nahrung reserviert
sind: der Dünndarm. Auch diesmal haben wir versucht, unsere
Wahrnehmungen in der Praxis und in der eigenen Körperlichkeit
mit den neuesten Forschungsergebnissen zu vergleichen.
Der Dünndarmmeridian in der TCM:
In der Naturheilkunde, z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin,
hat das Organ Dünndarm und der ihn durchlaufende Meridian immer
auch einen psychischen Aspekt.
[…]
Der Dünndarm gehört zum Element Feuer.
In der Bauchmitte sind der Bauchnabel und das Hara, das als energetische
Mitte angesehen wird.
Das Bauchhirn spricht mit uns – Psychoperistaltik
GERDA BOYESEN entdeckte bei der Arbeit mit sich selbst die Bedeutung
der Darmgeräusche und integrierte sie in ihr psychologisches
Konzept. Nachdem ich ihr Buch "Von der Lust am Heilen"
gelesen hatte, fing ich an, mit dem Stethoskop auf dem Bauch der
anderen und auch bei mir meine Arbeit zu beobachten.
[…]
Das Bauchhirn
In allen Therapien sind die Behandlung und die Kontaktaufnahme mit
der Körpermitte von einer besonderen Qualität. Was GERDA
BOYESEN durch ihre intensive Beobachtung und die Erfahrung am eigenen
Körper beschreibt, ist heute wissenschaftlich beweisbar.
[…]
Die Entwicklung dieses Gehirns
Das Bauchhirn ist zunächst eine Zellansammlung, die sich im
Frühstadium der embryonalen Entwicklung ausbildet. Diese Zellansammlung
(Neuralleiste) teilt sich im Laufe der fortgesetzten Entwicklung.
Ein Stück wird vom Kopf umschlossen, das andere Stück
wandert in den Bauchraum. Um die Verbindung zwischen den verwandten
Zellstrukturen nicht zu unterbrechen, entsteht der Vagus-Nerv (Parasympathikus)
als verbindender Informationskanal.
[…]
Der Rhythmus des Lebens
In der Cranio Sacralen Therapie ist die Bewegung des Dünndarms
kein Geheimnis. Therapeuten/innen können mit ihren Händen
erspüren, in welchen Abschnitten die Bewegungen blockiert sind
und Rückschlüsse sowohl auf körperliche als auch
auf psychische Begleitsymptome ziehen.
[…]
Lernen in Resonanz – Spiegelneuronen
[…]
Wir sind nie allein
[…]
Die Evolution des Milchtrinkens
[…]
Das Ergebnis der Therapeutinnen
Unterstützen wir unsere Säuglinge und Kleinkinder in der
intuitiven Wahrnehmung unseres Bauchhirns, so können sie lernen,
für sich selbst zu sorgen, ebenso wie sie laufen und sprechen
lernen. Wenn wir die Funktionen der Spiegelneuronen verstehen und
auf das Bauchhirn übertragen, so erweitert sich unser Verständnis
für Lebensprozesse in Theorie und Praxis.
Die Zusammenführungen der Körpertherapien mit psychischen
und ernährungsbedingten Faktoren bietet uns ein großes
Spektrum von Therapiemöglichkeiten. Wir finden hier einen weiteren
Baustein zum Verständnis der Selbstheilungsarbeit und der Regulationstätigkeit
des Lebens. Nähern wir uns mit Vorsicht und Aufmerksamkeit
diesem fantastischen System des Lebens.
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 38 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
Thema: "Heilpflanzen der Alpen"
Lesbengesundheit
Vom langen Weg lesbischer Frauen zu einer guten Gesundheitsversorgung
Autorin:
Gabriele Dennert, Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin,
Dieser Artikel ordnet lesbische Lebensweisen in
den salutogenetischen Ansatz der Gesundheitsförderung ein und
geht der Frage nach, wie die Situation lesbischer Frauen in der
Gesundheitsversorgung in Deutschland heute aussieht und welche Verbesserungen
nötig sind.
Frauen- und Geschlechteransätze etablieren sich zunehmend in
den Gesundheitswissenschaften in Deutschland und ihre Ideen beginnen,
den medizinischen Mainstream zu erreichen. Insbesondere biologische
Unterschiede zwischen den Geschlechtern – wirkliche und vermeintliche
– sind es, die die Medizin gegenwärtig interessieren, z.B.
wenn Medikamente eine geschlechtsspezifische Wirkung aufweisen.
Soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern und auch innerhalb
der höchst inhomogenen Kategorie „Frau“ und deren gesundheitliche
Relevanz erfahren zumeist nur untergeordnete Beachtung in der „Gender
Medizin“ in Deutschland.
Frauen jedoch leben unter sehr verschiedenen persönlichen
und sozialen Umständen und unterscheiden sich voneinander in
Lebensweise, gesundheitlichen Faktoren und Gesundheitshandeln. Lesben
sind eine Gruppe von Frauen, deren spezifische Belange bisher in
der (Frauen-)Gesundheitsforschung und -versorgung in Deutschland
kaum thematisiert werden. Dabei ist anzumerken, dass so wie die
Gruppe "Frau" inhomogen ist, es eben auch keine homogene
Kategorie "Lesbe" gibt.
Als marginalisierte gesellschaftliche Gruppe erfahren lesbische
Frauen Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung. Eine breitere
Diskussion über Lesbengesundheit erscheint nicht nur deshalb
wünschenswert, um ihnen eine qualitativ gute und diskriminierungsfreie
Gesundheitsversorgung zugänglich zu machen, sondern auch, weil
ein Versorgungssystem, das sich der Frage von Versorgungsgerechtigkeit
für alle stellt, letztlich auch für alle eine bessere
Medizin bietet.
Heterosexismus macht krank
Zwar wurde Homosexualität als eigenständige psychiatrische
Diagnose schon in den 1970er und 1980er Jahren aus den internationalen
Klassifikationssystemen der universitären Medizin gestrichen,
dennoch ist eine tolerierende oder gar akzeptierende Haltung gegenüber
Lesben in der medizinischen Versorgung hierzulande bis heute nicht
selbstverständlich.
Verschweigen, Ignorieren und Unsichtbarmachen der Lebensweise dürften
die häufigsten Formen der Diskriminierung von Lesben sein (DALEY
1998). Bei allgegenwärtiger Präsenz von heterosexuellen
Lebensformen kommen Lesben oftmals nicht vor, wenn z.B. in der Anamnese
ganz selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Frauen
mit Männern leben und mit Männern sexuell aktiv sind.
[…]
Die grundsätzliche Unterstellung von Heterosexualität
hat zur Folge, dass jede lesbische (und auch jede bisexuelle) Frau
immer wieder vor der Entscheidung steht, hinzunehmen, dass sie in
ihrer Lebensweise nicht wahrgenommen wird, oder aber diesen Irrtum
aktiv zu korrigieren und sich damit zusätzlich angreifbar zu
machen. Schweigen über die eigene Identität und Lebensweise
wird zum Versuch, Informationen zu kontrollieren, um Interaktionen
im Gesundheitsbereich sicherer zu gestalten (STEVENS 1994).
Offen auftretende Lesben müssen mit Diskriminierung und der
Medikalisierung ihrer Lebensweise rechnen.
[…]
Auch als Partnerinnen oder Patientinnen bzw. Klientinnen
erleben lesbische Frauen Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung.
Laut einer Befragung des Bundesjustizministeriums (BUBA 2001) wurde
einem Viertel der Lesben und Schwulen, die schon einmal in dieser
Situation waren, der Status als nächste Angehörige ihrer
Partner/innen verwehrt, d.h. sie erhielten z.B. keine Auskünfte
oder kein Besuchsrecht auf der Intensivstation. Dies wäre ihnen
vermutlich nicht passiert, hätten sie sich als Geschwister
statt als Partner/in im Krankenhaus vorgestellt.
In einer von mir durchgeführten Befragung von 578 Lesben gaben
über 20% der Lesben an, schon einmal Diskriminierung im medizinischen
Bereich erlebt zu haben (DENNERT 2005). Am häufigsten berichteten
sie davon, dass ihnen trotz Outings Hetero- oder Asexualität
unterstellt wurde oder sie abwertend behandelt wurden. Teilweise
wurde ihnen empfohlen, ihre sexuelle Orientierung durch eine Therapie
zu ändern. Einige Frauen berichteten auch von körperlichen
und sexuellen Übergriffen.
Heterosexismus und Lesbenfeindlichkeit in der Gesundheitsversorgung
bleiben nicht ohne Folgen für Lesben.
So erhalten Lesben häufig nur unzureichende Informationen bei
spezifischen Fragestellungen, z.B. bezüglich der Übertragung
von Hepatitis, HIV oder Vaginalpilzen bei sexuellen Kontakten unter
Frauen. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass lesbische Frauen
Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen vermeiden und es
auch im Krankheitsfalle verzögern, sich in medizinische Behandlung
zu begeben (vgl. Literaturübersicht in DENNERT 2005 und WOLF
2004).
Fehlannahmen über lesbische Lebensweisen führen zu Behandlungsempfehlungen
mit möglicherweise schlimmen Folgen:
[…]
Unsichtbarkeit – auch bei der Heilpraktikerin
[…]
Ganzheitliche Gesundheitsversorgung: Warum Sichtbarkeit
wichtig ist:
[…]
Salutogenese
[…]
Wie Lesbischsein die Gesundheit fördert
[…]
Was tun und was lassen: Heterosexismus verlernen,
Wissen gewinnen
[…]
Fazit
Es ist wichtig, nicht nur Weiterbildungen für die verschiedenen
Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung anzubieten und zu besuchen,
sondern bereits Ausbildung und Studium hierfür zu nutzen. In
vielen Bereichen besteht zudem dringender Bedarf an Forschung zu
lesbenspezifischen Fragestellungen.
"Auf der Grundlage dessen, was wir zu verstehen
beginnen über die Auswirkungen von sexueller Orientierung auf
Gesundheit und Wohlbefinden und über die individuellen und
gesellschaftlichen Nachteile von Diskriminierung und gesellschaftlichem
Ausschluss, wird es zunehmend klar, dass Personen jeglicher Sexualitäten
von Neuerungen in Forschung und Gesundheitsversorgung profitieren
werden. Weit weg davon, eine "besondere Behandlung" zu
benötigen, teilen lesbische, schwule und bisexuelle Klient/innen
grundlegende menschliche Bedürfnisse, denen in geeigneter Weise
nachzukommen ist." (WILTON 2000, S. 189, übersetzt von
G.D.)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 38 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"
Zell-Geflüster
Zell-Kommunikation – das Geheimnis des Lebens
Autorin:
Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin,
Im Sommer 2008 veranstaltete der Berufsverband für
Heilpraktikerinnen LACHESIS e.V. eine Tagung mit dem Titel: "Zell-Geflüster
– das Geheimnis des Lebens?"
Als Organisatorinnen hatten SYBILLE KATHARINA SCHOBEL, UTE BARTH
und ich im Vorfeld der Tagung intensive und spannende Diskussionen.
Um uns nicht in der Fülle der Thematik zu verlieren, haben
wir uns auf Wasser und Licht konzentriert – beide sind Informationsträger
– und auf die Zell-Erinnerung in der Körperarbeit.
Für mich persönlich war die Diskussion über die HPV-Impfung
im Rahmen der Sommer-Tagung 2007 ein Motiv, diese Tagung zu organisieren.
Unsere Unsicherheiten als Naturheilkundlerinnen gegenüber der
sogenannten Evidenz basierten Medizin (EBM) wurden gerade hier sehr
deutlich. Es war und ist mein Wunsch, uns in unseren Wahrnehmungen
und Handlungsweisen zu festigen. Wir brauchen ein selbstbewussteres
Auftreten gegenüber der Schulmedizin. Dazu wiederum ist die
Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die unserem
Selbstverständnis zugrunde liegen, hilfreich. Diese Erkenntnisse
sind uns aber häufig nicht bewusst oder nicht bekannt.
Zum Thema
Wie spricht eine Zelle, was weiß sie? Wie sprechen Zellen
miteinander, was wissen sie von einander? Wie kommunizieren sie,
was bedeutet Zell-Gedächtnis?
Was bedeutet dies für uns, für unsere Arbeit, für
uns selbst? Es geht um Forschung, Wissenschaft, Blickwinkel und
Denksysteme.
Die heutige Wissenschaft erkennt langsam den physikalischen
und biochemischen Hintergrund all dessen, was Jahrtausende lang
als „Erfahrungsmedizin" praktiziert wurde.
Die Forschung über Biophotonen hilft uns, zum Beispiel Akupunkturlinien
sichtbar zu machen und Akupunktur anders zu verstehen. Die Wirkung
homöopathischer Mittel als Informationsträger ist in niedrigen
Potenzen nachweisbar, sollte aber auch in den hohen Potenzen vorausgesetzt
werden. Selbst die sogenannte „Geistheilung“ ist mit Regulationsmessungen
für die/den Beobachter/in wahrnehmbar und wird mit Biophysik
erklärbar.
Aus der praktischen Erfahrung kennen wir die „Zell-Erinnerung“.
Wenn wir die Hände auf den Körper einer Patientin legen
und uns mental öffnen, können wir ihren alten Schmerz
fühlen. Wir wissen wie psychische Traumata und Erfahrungen
im Zellgewebe abgelagert werden und nutzen dies unter anderem in
körperorientierten Psychotherapien.
Auch bei solcher Kunst der "Be-Hand-lung", beim Vertrauen
in die eigenen Fähigkeiten sind unsere Unsicherheiten groß.
Untereinander mag Bestärkung sein, Sicherheit auch mit überzeugten
Kliennt/innen, aber spätestens beim Thema Selbstbewusstsein
gegenüber der sogenannten Evidenz basierten Medizin (EBM) wird
es oft schwierig.
Können unsere Wahrnehmungen und Handlungsweisen durch wissenschaftliche
Erkenntnisse gefestigt werden?
Das Leben
[…]
Biophotonen – das Licht des Lebens
[…]
Die Zelle und die Statistik
[…]
Medizin und Wissenschaft
[…]
Die Praxis der Medizin
[…]
Freiheit der Wissenschaft?
[…]
Heilung
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 37 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"
Fühlend,
denkend, zellbewegt – Ein bewusstes Sein
Die selbstheilenden Kräfte in uns erkennen
Autorin:
Marianne Wex,
In der Weise wie sich mir Leben zeigt, wandelt und
erneuert es sich in jedem Augenblick, unabhängig von gesund
oder krank, in vollkommener irdisch - universeller Einheit. In diesem
Sinne geht es hier um Möglichkeiten dem Wirken des Lebens und
damit den selbstheilenden Kräften in uns zu folgen.
Leben spüren und als Leben erkennen
Leben wird mir geistig und körperlich als untrennbares Ganzes
dort am zugänglichsten, wo sich meine Wahrnehmungsorgane befinden
und hier von innen heraus. Indem ich von Wahrnehmungsorganen spreche,
meine ich außer den spezialisierten Sinnesorganen jedes Molekül,
jedes Gen, jede Zelle von Kopf bis Fuß – manchmal flüsternd,
manchmal auch noch deutlicher.
Dass wir uns tatsächlich mit allen Zellen fühlen können,
ist uns eher im Zusammenhang mit Schmerzen bekannt. Auf diesem Hintergrund
wissen wir, dass körperliches Leid überall in uns spürbar
werden kann. In glücklichen Momenten sind wir meist so mit
äußerem Geschehen beschäftigt, dass wir innen sehr
viel weniger präsent sind.
Nach meiner Beobachtung sind körperliche Beschwerden ganz allgemein
fast der einzige Anlass, bei dem wir unsere Aufmerksamkeit in unseren
Körper lenken und uns hier durchgehender bewusst spüren.
Und darum geht es in diesem Artikel in ganz praktischer Weise.
Zum Beispiel atmend
Indem wir auch nur einige Momente in unseren Körper hineinspüren
– ohne zu versuchen, irgendetwas beurteilen oder erreichen zu wollen
– kann es uns gelingen, das Wirken des Lebens als Leben zu erkennen.
Atmend kann das beispielhaft leicht zugänglich werden. In unsere
ein- und ausatmenden Bewegungen hineinspürend, können
wir Leben von Augenblick zu Augenblick besonders frisch spüren
– die Luft, die Nasenflügel, die inneren Häutchen des
Nasen- und Halsraumes, oft sogar bis in die ganze Weite unserer
Lungenflügel – immer das gleiche Leben.
Kein Einatmen, kein Ausatmen gleicht dem Nächsten. Von Moment
zu Moment ist die Frische, in der sich uns Leben gerade noch zeigte,
schon wieder neu – frisch von Jetzt zu Jetzt.
Körperlich, geistig, ein rhythmisch bewegtes Sein, kann diese
Wahrnehmung allmählich als Ganzes empfunden werden – als Ganzes,
vom Kopf bis in die Finger-, bis in die Zehenspitzen – irdisch,
kosmisch, ein bewegtes, ein bewusstes Sein.
In der Beweglichkeit, in der sich Atem, mal schneller, mal langsamer,
manchmal versteift, dann wieder stetiger bewegt, erneuert sich jede
Zellsubstanz, jedes Organ, unser Bewusstsein, unser Wahrnehmen –
Leben in ständiger Veränderung, Abweichung, Unregelmäßigkeit
– wie immer wir es beurteilen.
Bewusstseinsforschung
[…]
Wasser als Teil von uns
[…]
Moderne Physik
[…]
Bewusstseinsforschung in uns selbst
[…]
Bewusstseinsgewohnheiten
[…]
Zum Beispiel Hände
[…]
Hände, von Mensch zu Mensch
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"
Bewegungsreisen,
Bewusstseinsübungen
und zelluläre Resonanz
Body-Mind Centering ® und Continuum Movement als Achtsamkeitstraining
Autorin:
Kerstina Tresselt, Pädagogin (M.A.), www.KerstinaTresselt.com
Leben ist ein individueller Tanz zwischen Akzeptanz
und Veränderung.
Dieser Tanz bringt fortwährende Transformation, die alle Ebenen
unseres Da-Seins umfassen kann: körperlich, emotional, intellektuell
und spirituell.
In diesem spiraligen Geschehen erforschen wir das bewusste und unbewusste
Zusammenspiel unserer Körpersysteme und unserer pränatalen
und frühkindlichen Entwicklungsfolge von Bewegungsmustern –
auf der Basis einer Integration von Body-Mind-Centering ®
Continuum Movement, Erkenntnissen aus der Neurobiologie und der
Offenheit für die verschiedensten spirituellen und weltanschaulichen
Ausrichtungen der jeweiligen Person.
Ich bin ein Einzeller, eine Zelle!
Zumindest momentan. Meine Imagination und mein Vermögen, biologischen
Gegebenheiten nachzuspüren und zu verkörpern, machen es
mir leicht. Wasser umspült mich. Meine Bewegungen sind träge,
ich lasse das Wasser von außen an mich herankommen und mich
bewegen. Das tut gut. Eine Wassermassage. Ich lasse mich von den
Wellen mit meinen eindellbaren und sich-wieder-ausfüllenden
Formen ins Seichte spülen, bleibe im Sand hängen, noch
immer von Wasser umgeben. Wellen pressen mich rhythmisch in die
Sandkörner, lassen mich schweben, pressen mich gegen den Sand,
lassen mich schweben...
Wasser ist auch in mir. Ich bin wasser-gefüllt. Alle Nährstoffe,
die ich zum Leben brauche, fließen durch meine Zellwand in
mein Inneres. Alles, was ich nicht mehr brauche, fließt durch
meine Zellwand in das mich umgebende Wasser. Ich fühle das
Wasser in mir sich bewegen, bewege mich mit meinem Wasser – große,
runde, raumnehmende Bewegungen – kleine schlängelnde Bewegungen.
Vorwärts, seitwärts, rückwärts, nach oben, nach
unten – wohin auch immer, ich bin bewegbar, ich bin beweglich.
Gerade zeige ich es einer Frau. Wir spazieren eine Feldweg entlang
und sie will wissen, wie sie in das Bewusstsein einer Zelle eintauchen
kann.
[…]
Theoretische Grundlagen
Zellen bilden all unsere unterschiedlichen Körpergewebe – Knochen,
Muskeln, Organe, Drüsen, Sehnen und Bänder, Nerven, Haut,
Bindegewebe, Fett etc.. Bei aller Struktur dürfen wir jedoch
nicht vergessen, dass wir – ähnlich wie der Planet Erde selbst
– zu über 70% aus Flüssigkeit bestehen! Unsere unterschiedlichen
Körperflüssigkeiten – von Blut- zu Gelenks- zu Lymph-
zu Craniosacral- zu interzellulärer und intrazellulärer
Flüssigkeit kommunizieren durch ihre Molekularstruktur ununterbrochen
mit unseren Geweben. Zusammen bilden sie unsere Körpersysteme.
Es ist möglich, die verschiedenen Qualitäten dieser unterschiedlichen
Körpersysteme kennenzulernen und zu erleben.
[…]
Kommunikation in der Zelle
[…]
Praktische Anwendung
[…]
Integration der Heilungsvision ins Jetzt
[…]
Achtungsvolle Kommunikation
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 37
Thema: "Zell-Kommunikation"
Zellgeflüster
– Pferdegeflüster
Magische Kommunikation zwischen Pferd ~ Mensch & Universum
Autorin:
Manuela Bachnick, Diplompsychologin, Coach, Reitwartin (FN),
[…]
Zellgeflüster – Pferdegeflüster lauschen
Zellgeflüster ist ein Thema, was mir als Pferdefachfrau, spiritueller
Heilerin und Lehrerin mit Hilfe meiner Tiere und Pferde tagaus tagein
begegnet. Zellgeflüster begegnet mir in seiner Einfachheit,
weil es so selbstverständlich funktioniert, und in seiner Komplexität,
weil es mich dennoch immer wieder aufs Neue erstaunen lässt,
was an Kommunikation geschieht und welches Wissen transportiert
wird.
Es ist immer wieder enorm, was Pferde uns Menschen „erzählen“
können, welche Erinnerungen sie in unserem Leib hervorholen
können, welches Umprogrammieren sie in unseren Zellen ermöglichen.
Und es ist unglaublich, wie ganzheitlich und weitreichend Heilung
in dem dann entstandenen Rahmen letztendlich erfolgt. Doch das Faszinierendste
ist, wie weit Tiere und insbesondere Pferde in die gespeicherten
Erinnerungen hinein zurückgehen und dann mit Selbstverständlichkeit
an ihrem Einbringen dieser Erinnerungen und Botschaften an uns Menschen
festhalten.
Pferde lassen sich nicht beirren, lassen sich nicht davon abhalten
immer wieder aufzuzeigen, wenn wir unser Herz öffnen und das
geschehen lassen, was sich zeigen und mitteilen will. Doch selbst,
wenn wir es nicht so recht zulassen können, weichen sie nicht
von ihrem Weg ab, uns über alle möglichen Wege ihre Botschaften
zu übermitteln, bis wir wirklich verstehen und begreifen –
tief in uns, nicht nur über den Verstand: Die Pferde tun es
in Liebe.
Spirituelles Begreifen und Verstehen
Die Botschaften werden sowohl über den Körper als auch
über den Geist vermittelt.
Dabei stellt sich immer die Frage, was ist „meines“, was „das des
Pferdes“. Beides erfolgt immer in Wechselwirkung. Dennoch kann in
dieser Arbeit dem Pferdegeflüster zu lauschen „gelernt“ werden,
von wem was kommt, auch wenn beide miteinander schwingen.
Dem Pferdegeflüster zu lauschen unterscheidet sich von dem
eher einseitig angelegten inzwischen vielfach bekanntem „Pferdeflüstern“,
bei dem der Mensch dem Tier etwas „zuflüstert“, damit dieses
dann dem dabei vermitteltem Wunsch oder Befehl nachkommt.
Dem Pferdegeflüster zu lauschen, liegt eine völlig andere
Philosophie zu Grunde: Das Tier steht dem Menschen in keiner Weise
nach, beide Wesen haben sich gleichberechtigt gegenseitig etwas
mitzuteilen.
[…]
Die besondere Ausbildung der Pferde
[…]
Ein Beispiel
[…]
Heilarbeit
[…]
Denkverbote: Spiritualität und hohe Reitkunst
[…]
Spirituelle Heilarbeit mit Pferden
[…]
(Ende
der Leseprobe)
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Zeitschrift Nr. 37 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr.
35
Thema: "Krebs"
Brustkrebs
Über Sinn und Unsinn der Früherkennungsuntersuchungen
Autorin:
Elisabeth Benzing
SEIT KNAPP 10 JAHREN GIBT ES IMMER WIEDER WERBEKAMPAGNEN,
DIE FRAUEN AUF PLAKATWÄNDEN, IN BROSCHÜREN UND IN DER
GYNÄKOLOGISCHEN PRAXIS DAZU AUFFORDERN, ZUR BRUSTKREBSFRÜHERKENNUNG
ZU GEHEN.
Diese Kampagnen arbeiten zunehmend mit „Angstmachen“,
und Angst ist bekanntermaßen in gesundheitlichen Zusammenhängen
eher kontraproduktiv. Bei vielen Frauen führt sie nicht zu
mehr Eigenverantwortung für den eigenen Körper, sondern
zur Verdrängung der körperlichen Symptome. Um diese Angst
zu schüren und um Frauen zu einer Mammografie zu bewegen, wird
im Zusammenhang mit der Brustkrebsfrüherkennung vor allem mit
falschen Zahlen gearbeitet. Ein Slogan lautet z.B.: „Jede 9. Frau
erkrankt an Brustkrebs“! Dies gilt jedoch erst, wenn Frauen das
80. Lebensjahr erreichen.
Es gibt noch einige andere Faktoren, die einen kritischen Blick
auf das Mammografie-Screening und die Werbekampagnen dafür
notwendig machen.
Zunächst ein paar Erläuterungen zu den
verschiedenen Früherkennungsmaßnahmen:
Mammografie-Screening / Röntgen-Reihen-Untersuchung
der Brust
Eine Früherkennungsmaßnahme ist das Mammografie-Screening,
eine von der Krankenkasse finanzierte Reihenuntersuchung, die ab
2005 flächendeckend eingeführt wurde. Alle Frauen zwischen
50 und 69 Jahren werden von der Meldebehörde aufgefordert,
ihre Brust alle zwei Jahre röntgen zu lassen.
Warum erst ab dem 50. Lebensjahr? Das Brustgewebe ist vor der Hormonumstellung
in den Wechseljahren eher strahlenundurchlässig und erlaubt
deshalb keine gute röntgenologische Darstellung. Erst mit Beginn
der Wechseljahre wird die Brust zunehmend durchlässiger für
die Röntgenstrahlen. Darüber hinaus ist bei jüngeren
Frauen das Brustgewebe wesentlich strahlungsempfindlicher, was zu
einer stärkeren Strahlenschädigung der Brust führt.
Um eine gute Aufnahme zu erhalten, muss die Brust sehr flach zusammen
gepresst werden, was viele Frauen als schmerzhaft erleben. Deshalb
ist zu empfehlen, eine Aufnahme in der ersten Hälfte des Zyklus
machen zu lassen, weil in dieser Zeit die Brust meistens weniger
empfindlich ist.
Die Mammografie wird empfohlen, da sie einen Knoten ab ca. ½
cm darstellen kann. Die meisten Frauen entdecken einen Knoten bei
der Brustselbstuntersuchung jedoch laut Studien erst ab ca. 1 cm
Größe.
Nur die Mammografie erkennt so genannte Kalkherde – auch Mikrokalk
genannt – oder das Carcinoma in situ. Kalkherde können darauf
hinweisen, dass an dieser Stelle schon Krebswachstum stattfindet
oder die Zellen sich evtl. zu Krebszellen entwickeln. Diese Entwicklung
ist jedoch nicht zwingend; es kann auch sein, dass sich die Kalkherde
nie Richtung Krebsgeschehen verändern. Ähnliches gilt
für das Carcinoma in situ, einer Vorstufe zu Krebs, die allerdings
weder invasiv wächst noch streut. Diese Vorstufe kann sich
zu Krebs weiterentwickeln, sie kann aber auch als Carcinoma in situ
bis ans Lebensende bestehen bleiben. Die Frauen werden in beiden
Fällen einer Biopsie unterzogen und zu regelmäßigen
Kontrollen aufgefordert, beim Carcinoma in situ kann eine Operation
in Erwägung gezogen werden.
(….)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr.
35
Thema: "Krebs"
Krebstherapie mit
Akupunktur in der Chinesischen Medizin
Mitschrift eines Seminars am 03.11.2005 mit
Prof. Dr. Hu Lingxiang, Chengdu-University
Autorin: Christiane Brand
BEREITS 2000 VOR UNSERER ZEIT, ZUR ZEIT DES HUANGDI,
DES MYTHISCHEN GELBEN KAISERS, DEM WIR DAS GRUNDLAGENWERK HUANGDINEIJING
(KLASSIKER DES GELBEN KAISERS) VERDANKEN, WURDEN AUF KNOCHENTÄFELCHEN
TUMURÖSE WUCHERUNGEN ALS ERKRANKUNGS- UND TODESURSACHEN BESCHRIEBEN.
DASS SIE SCHON DAMALS ALS SCHWER BEHANDELBAR UND HARTNÄCKIG
GALTEN, DRÜCKT SICH U.A. IM VORKOMMEN DER SCHRIFT-ELEMENTE
FÜR BERG UND STEIN IN DEN ZEICHEN AUS!
Im Allgemeinen unterscheidet die westliche Medizin
Tumore, also geschwulstartige Wucherungen von Zellen, in gutartige,
bösartige und gemischte Arten. Die Akupunktur behandelt grundsätzlich
alle drei gleich als so genannte „Ansammlung von Massen“, denen
eine gemeinsame Ätiologie zugrunde liegt.
Diagnose und Therapie richten sich nach den beteiligten pathogenen
Faktoren, der Konstitution des betroffenen Menschen und der Aggressivität
(Toxizität) des Tumorgewebes. Großes Augenmerk liegt
auf der Stärkung der körpereigenen gesunden Energie, des
Zheng Qi (auch „aufrechtes“ Qi).
Nach Meinung von Professor Hu ist letzterer der wichtigste Aspekt
in der Tumorbehandlung, da ohne Sammlung körpereigener Kraft
keine Möglichkeit besteht, die Zusammenarbeit der Energien
und Strukturen innerhalb des Körpers wieder in Harmonie zu
bringen und vorhandenes Xie Qi („schräglaufendes“ Qi) zu beseitigen.
Die Chinesische Medizin basiert in ihrem Wesen auf
dem Grundsatz der Harmonie, des gleichmäßig friedvollen
Fließens. In diesem Sinne ist das Ziel einer Behandlung die
dem Körper nützlichen Energien so in Fluss zu bringen,
dass sie die krankmachenden Faktoren gleichsam „überzeugen“,
wieder in die Harmonie einzuschwingen oder den Körper zu verlassen.
In diesem Sinne werden Krankheit erzeugende Einflüsse (von
außen oder innen), die selbst natürlicher Teil der großen
kosmischen Einheit sind, zwar bekämpft, vor allem aber durch
Stärkung des betroffenen Organismus unschädlich gemacht.
Ätiologie von benignen und malignen Tumoren
Innere und Äußere Faktoren
Bei der Entstehung und Entwicklung von Tumoren kommen innere und
äußere Einflüsse zum Tragen. Die inneren Faktoren
sind im Wesentlichen Emotionen. Unter dem Einfluss äußerer
Faktoren, die umweltbedingt sind, bilden sich über längere
Zeit die im Folgenden differenzierten Zustände heraus.
Leere (von Qi und Blut) ist sowohl Ursache als auch
Folge von Krebs. Die Zeichen dafür sind u.U. sehr subtil, denn
der Krebs selbst ist immer ein Füllezustand! Starke pathogene
Faktoren, also auch diese Fülle, fordern das Zheng Qi des Körpers
stark. Das Verhältnis der Stärke von Zheng Qi zu Xie Qi
bestimmt den Verlauf der Erkrankung!
Bei schwachem Zheng Qi können Qi und Blut nicht ausreichend
zirkulieren, die Flüssigkeiten (Jin Ye) nicht verteilt werden,
d.h. die Ernährung der Gewebe wird unzureichend. In der Folge
entstehen Ansammlungen von Nässe und Schleim sowie Stagnation
des Blutes.
In späteren Stadien der Krebserkrankung kann die Leere so ausgeprägt
sein, dass Zheng Qi in die Ernährung des Krebses umgeleitet
wird und so die Schwäche des gesunden Teils des Körpers
vergrößert. (Xu Lao: allgemeine Auszehrung)
(….)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr.
35
Thema: "Krebs"
Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen
Planen
Autorin: Dr. med. Friederike M. Perl DRCOG
KREBS MACHT ANGST. SCHON DAS WORT ALLEIN SUGGERIERT ETWAS UNHEIMLICHES,
NICHT VORHERSAGBARES, NACH-DER-SEITE GEHENDES, ABWEICHENDES, NICHT-STEUERBARES.
ES KANN ABER KAUM DIE ANGST VOR DEM TOD SEIN, DIE HIER GRASSIERT,
SONST WÄRE DER SEHR VIEL GEFÄHRLICHERE HERZINFARKT VIEL
ANGSTBESETZTER ALS KREBS.
Es ist wohl vielmehr die Angst vor Verlust der Würde, sei es
durch entwürdigende Behandlung oder durch Furcht vor starken
Schmerzen, die immer noch mit Krebs assoziiert werden, obwohl heutzutage
niemand mehr an Schmerzen zu leiden bräuchte. Die Angst bemächtigt
sich jedoch nicht nur der betroffenen Patienten und ihrer Familien.
Auch die Ärzteschaft ist vielfach von Angst beeinträchtigt:
Sie ist sich der begrenzten Wirksamkeit mancher ihrer therapeutischen
Ansätze durchaus bewusst. Die Angst behindert auch bei den
Therapeutinnen und Therapeuten klares Denken und rationales Management.
Zeit der Diagnose - Zeit der Weichenstellung
Gerade die diagnostische Situation ist weichenstellend für
das ganze weitere Ergehen des krebsbetroffenen Menschen und seiner
Familie. In dieser Situation ist vor allem ruhiges Nachdenken und
sorgfältiges Abwägen der verschiedenen therapeutischen
Alternativen und Varianten von größter Bedeutung. Das
Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung darf gerade in dieser Situation
nicht verletzt werden. Und doch wird kaum eine andere Situation
in der gesamten Medizin so oft in paternalistischer Weise (auch
von Ärztinnen!) missbraucht, da ärztlicherseits irrtümlich
geglaubt wird, man wisse, was jetzt das Beste sei für die erkrankte
Person, und dass die Entscheidungsverantwortung bei den Ärzten
liege.
Das therapeutische Spektrum erkennen
Häufig meint die betroffene Person, eine Krebsdiagnose bedeute
den unausweichlichen Ablauf eines nicht mehr steuerbaren Prozesses.
Tatsache ist jedoch, dass es immer (ich betone: immer) mehrere therapeutische
Alternativen des Vorgehens im Einzelfall gibt, jede mit unterschiedlichen
potentiellen Vor- und Nachteilen, mit unterschiedlichen Chancen
und Risiken. Was aus wissenschaftlicher Sicht über diese Chancen
und Risiken bekannt ist, sind statistische Aussagen, nicht etwa
Vorhersagen über das künftige Ergehen im Einzelfall. Ob
ein Patient ein statistisches Risiko einer Maßnahme erleiden
wird oder nicht, ist eine nicht zu beantwortende Frage. Die wichtigste
Frage lautet immer: Welchen Vorteil bringt diese Maßnahme
gegenüber dem Nichts-Tun, und dann natürlich: Welches
Ziel soll erreicht werden?
Informationsverantwortung ist nicht Entscheidungsverantwortung
Aus dieser Problematik ergibt sich, dass es nicht in der Entscheidungskompetenz
des Arztes, der Ärztin liegen kann, zu bestimmen, welchen Risiken
eine Patientin ausgesetzt werden soll. Diese Entscheidung kann nur
die betroffene Person selbst treffen. Die Patientin muss in die
Lage versetzt werden, die verschiedenen Alternativen zu verstehen,
und zwar in Bezug auf die unterschiedlichen therapeutischen Ziele,
die erreicht werden sollen.
(...)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr.
35
Thema: "Krebs"
Die Mistel - Von der Zauberpflanze
zum Arzneimittel
Autorin: Elisabeth Oelmaier
SEIT DEM ALTERTUM IST DIE MISTEL BEKANNT ALS HEILPFLANZE UND ARZNEI
UND SIE WURDE BEREITS BEI DEN KELTEN ALS HEILIGE PFLANZE VEREHRT.
Die Mistel wurde als besondere und geheimnisvolle Pflanze erlebt,
weil sie so hoch oben in den Bäumen wächst und den Erdboden
nie berührt. In ihr – so erlebten es die Kelten – wirken besondere
Kräfte. Da sie vor Feuer schützen und böse Geister
vertreiben könne, wurde sie an Hauswände gehängt.
Die gegabelte Form der Zweige machte sie zum Vorbild für die
Wünschelrute. Wir verwenden sie heute zur Weihnachtszeit, um
uns Gesundheit, Wohlergehen und Fruchtbarkeit für das neue
Jahr zu erwünschen.
Die Mistel galt als Helferin bei Erkrankungen wie
Arteriosklerose, Hypertonie und Asthma. Später, in der Homöopathie,
wurde sie bei Kopfweh, Migräne, Schwindel, Ohnmachtsneigung,
Parästhesien, bei Symptomen aus dem rheumatisch-neuralgischen
Formenkreis und wiederum Arteriosklerose, Hypertonie und Angina
pectoris eingesetzt.
Rudolf Steiner schilderte 1920 die Mistel aus seiner
geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus im ersten Medizinerkurs,
der die Anthroposophische Medizin begründete, erstmals als
Arzneimittel für die Tumorerkrankung. Er gab Anregungen, die
Mistel zweimal jährlich, im Sommer und im Winter zu ernten
und dann in einem speziellen Herstellungsverfahren beide Ernten
zu mischen. Wenn das Mistelpräparat so hergestellt werde und
bereits bei Krebsdisposition eingesetzt werde, könne die Mistel
das Auftreten von Tumorerkrankungen verhindern und das „Messer des
Chirurgen“ ersetzen.
Die Pflanze
Die Mistel als Pflanze ist zweihäusig, das heißt, es
gibt Pflanzen mit männlichen und Pflanzen mit weiblichen Blüten.
Sie ist ein Halbschmarotzer, d.h. sie entnimmt ihrem Wirtsbaum Wasser
und Nährsalze, zerstört ihn aber nicht. Sie ist nicht
mit der Erde verwurzelt, sondern bildet eher im Luftigen, also im
Geäst ihres Wirtsbaumes, einen so genannten „Senker“, den sie
ins Kambium des Baumes buchstäblich „einsenkt“. Die Mistel
hat eine sehr intensive Beziehung zum Licht, sie bildet besonders
im lichtreichen Frühjahr mit ihrem Senker Chlorophyll bis in
den Ast hinein und erhält einen großen Teil ihrer organischen
Nährstoffe zusätzlich von ihrem Wirtsbaum.
Insgesamt gibt es über 60 Arten von Wirtsbäumen für
die weißbeerige Mistel (Viscum album), 15 davon dienen den
Misteln, die für die differenzierte Tumortherapie verwendet
werden, als Wirtsbäume.
(…)
Die Inhaltsstoffe
Die Mistel enthält in den Blättern, also in der Peripherie,
schwerpunktmäßig Viscotoxine, die in der chemischen Formel
ähnlich dem Schlangengift der Kobra sind, d.h. Viscotoxin macht
die Beere giftig. Der Gehalt an Viscotoxinen ist im Frühsommer,
in der Sommerernte, am höchsten.
In den Stängeln, d.h. mehr im „Inneren“ der Mistel, befindet
sich ein starker Anteil an Lektinen. Die Mistel hat den höchsten
Gehalt an Lektinen von Januar bis März, d.h. in der Winterernte.
Neben vielen anderen Eiweißstoffen enthält die Mistel
auch noch Glykoside, u.a. die Leim- und Schleimstoffe. Wer einmal
eine Mistelbeere in der Hand hatte, weiß, wie klebrig sie
sind. Früher wurde diese klebrige Substanz als Leim bzw. Klebstoff
verwendet.
Die Wirkungen der Mistel
Krebskranke Menschen haben oft in ihrer Anamnese jahrelang kein
Fieber mehr gehabt und schon gar nicht tägliche Temperaturschwankungen,
das heißt, sie haben ein eher „rigides“ Temperatursystem.
Die Mistel regt den Organismus an, wieder eine so genannte „circadiane
Rhythmik“ der Temperaturkurve herzustellen, und eine geringfügige
Steigerung der Körpertemperatur, gelegentlich bis hin zur Erzeugung
von Fieber (besonders, wenn die Mistel intravenös verabreicht
wird).
Diese Applikation ist jedoch nicht zugelassen, eine intravenöse
Verabreichung geschieht immer in Verantwortung des Therapeuten/der
Therapeutin.
Die Mistel bessert den Allgemeinzustand der Krebspatientin
(Appetit- und Gewichtszunahme) und hemmt das maligne Wachstum ohne
Beeinträchtigung gesunder Gewebe (!), sie wirkt mit ihren Lektinen
zytotoxisch durch Apoptose (= selbstinduzierter Zelltod zum Wohle
des Gesamtorganismus) und mit ihren Viscotoxinen zytotoxisch durch
Nekrose.
Außerdem hat sie immunologische Wirkungen.
Sie steigert die körpereigene Abwehr und reduziert die Infektanfälligkeit
und wirkt rezidiv- und metastasenprofilaktisch.
Sie reduziert unerwünschte Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie
durch eine DNA-Stabilisierung (Senkung der Schwesterchromatid-Austauschrate).
(…)
(Ende
der Leseprobe)
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Zeitschrift Nr. 35 geweckt?

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Leseprobe
aus der Lachesis-Zeitschrift Nr.
35
Thema: "Krebs"
Krebs - eine Heldinnenreise
Jeder Schritt braucht Mut
Autorin: Rich
Renate Schmidt
DIE DIAGNOSE KREBS ERSCHÜTTERT: DAS SELBSTBILD, DAS SICHERHEITS-
UND LEBENSGEFÜHL, DAS VERTRAUEN IN DEN EIGENEN KÖRPER.
EXISTENTIELLE FRAGEN IN HINBLICK AUF DIE EIGENE ENDLICHKEIT KOMMEN
AUF. WAS ERLEBEN MENSCHEN, DIE SICH DAMIT KONFRONTIERT SEHEN?
Gedankensplitter: Die Gedanken und Gefühle
springen wie wilde Affen im Kopf und im Körper herum. Unruhe.
Schock nach der Diagnose. Angst und Stress verengen den Blick. Nur
weg hier. Ohnmacht. Schuldgefühle. Kränkung, krank geworden
zu sein. Angst. Second opinion. Informationen einholen. Hilfe suchen,
wie Entscheidungen treffen...
Als Behandlerinnen können wir unsere Klientinnen
motivieren und unterstützen, ihre Eigenmacht und Selbstwirksamkeit
im Umgang mit der Krebserkrankung zu bewahren. Selbstwirksamkeit,
ein psychologischer Begriff, wird dabei verstanden als ein Korb
von Möglichkeiten, sich als handlungsfähig dahingehend
zu begreifen, es sich mit sich selbst besser ergehen zu lassen und
sich wohl zu fühlen.
Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die Resilienz,
so nennt man die Fähigkeit mit einer belastenden Lebenssituation
(Unglücken, traumatischen Ereignissen, schweren Erkrankungen,…)
erfolgreich umzugehen. Wenn es der Frau gelingt, einen Sinn in der
Krebserkrankung zu sehen, kann sie die Erkrankung besser verarbeiten.
Lebenssituationen Sinn verleihen zu können, seien sie noch
so schwer, gehört wie Hoffnung und Humor u.a. zu den Resilienzfaktoren.
Diese Faktoren können als seelische Widerstandskräfte
verstanden werden, die helfen, Krisenzeiten, und als solche kann
eine Krebserkrankung betrachtet werden, stabiler zu bewältigen.
Dies gilt sowohl für den Heilungs- als auch für einen
möglichen Sterbeprozess.
(…)
Was wäre also, wenn die Klientin sich selbst
als Heldin verstehen würde, als Heldin auf einer Quest (einer
Sinn-Reise), die eine schwierige, existentielle Aufgabe zu bewältigen
hat? Diese Haltung könnte der Klientin helfen einen übergeordneten
Sinn für sich in dem Geschehen zu finden. Unter dem Aspekt
der Resilienz betrachtet hilft dies, die Krebserkrankung besser
zu bewältigen, ohnmächtige Gefühle zu minimieren
und sich als selbstwirksamer und handlungsmächtiger zu begreifen.
Die Reise wäre dann ein Reifungsweg, mit seinen Schwierigkeiten
und Erfolgen, die sich über die gesamte Zeit der Krebserkrankung
erstreckt.
(…)
Zur Übersicht: Der Zyklus der Heldenreise umfasst
klassischerweise 11 Stationen: 1. Der Ruf für die Reise. 2.
Die Weigerung, sie anzutreten. 3. Der Aufbruch. 4. Auftreten von
Problemen. 5. Hilfe von Mentorinnen. 6. Die erste Schwelle mit schweren
Prüfungen „dem Kampf mit dem Drachen“. 7. Schatz finden. 8.
Initiation und Transformation. 9. Schwelle. 10. Sich auf den Weg
machen. 11. Rückkehr in den Alltag und Integration der „Reise“-Erfahrungen.
(…)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 35 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"
„Entfremdung als Chance“
Vortrag am 20.1.2006 beim LACHESIS-Treffen (gekürzte Fassung)
Autorin: Antje
Schrupp
Das Fremdsein der Frauen
Viele Frauen klagen über Entfremdung. Frauen
fühlen sich fremd in der Welt, nicht eins mit sich selbst,
mit der Natur, mit der Politik, mit der Arbeitswelt. Sie fühlen
sich fehl am Platz, in den Unternehmen, im Konkurrenzkampf mit den
Männern und mit anderen Frauen. Sie sind nicht zufrieden mit
ihrem Körper, mit ihren Beziehungen, mit ihrer Arbeit. Woran
liegt das? Und was kann man dagegen tun?
Das Gefühl der Entfremdung kann eine starke
Motivation sein, das hat uns die Frauenbewegung gezeigt. Sich fremd
zu fühlen, nicht richtig zu etwas zu passen, das kann ein starkes
Begehren auslösen, diesen Zustand zu überwinden. Das kann
Frauen dazu bringen, sich zu engagieren, etwas verändern zu
wollen, zu protestieren, sich für eine bessere Welt zu engagieren.1
Entfremdung kann aber auch lähmen. Und zwar dann, wenn sie
den Zugang zum eigenen Begehren verstellt, wenn eine sich so falsch
und fehl am Platz fühlt, dass sie keine Verbindung mehr herstellen
kann zwischen sich selbst und den Umständen. Wann tritt das
Eine ein und wann das Andere? Unter welchen Bedingungen?
Die Beantwortung dieser Frage hat viel mit unserer
Einstellung zu dem Fremden, dem Anderen, zu tun. Ich bin hier und
fühle mich fremd, entfremdet – und was tue ich nun? Gelingt
es mir, mein eigenes Begehren mit dieser Situation zu verbinden,
mich selbst und persönlich einzubringen, tätig und aktiv
zu werden? Oder bin ich blockiert, frustriert, verängstigt,
ablehnend, weil ich das Fremdsein – und das Fremde – nicht ertrage?
Diese Frage ist natürlich auch höchst aktuell und politisch.
Es ist die Frage nach der Differenz und unserem Umgang mit ihr.
Die sexuelle Differenz und die Existenz des Anderen
Das Fremde, das Andere, die Differenz und die Frauen
haben sehr viel miteinander zu tun. Nicht nur, weil Frauen sich
so oft fremd fühlen, während viele Männer sich einfach
überall zu Hause zu fühlen scheinen, ganz egal, wo sie
hinkommen.
Man könnte sogar sagen, die Frauen und das
Fremde sind gleichzeitig erschaffen worden. Die Geschichte der Menschheit
begann – nach der Schöpfungserzählung der hebräischen
Bibel – mit einer Entfremdung. Das Menschenwesen, auf hebräisch
„Adam“, das eins war mit sich und seiner Umgebung, das kein Geschlecht
hatte und keine Sorgen, das ohne Mühsal und Widrigkeiten im
Paradies lebte, war einsam. Es beklagte sich bei Gott und verlangte
nach einem Gegenüber. Also schuf Gott die Frau. Und mit der
Frau die sexuelle Differenz, und mit der sexuellen Differenz den
Mann.2
Adam, das geschlechtslose Menschenwesen, das eine,
ganzheitliche, un-getrennte und un-entfremdete gibt es seither nicht
mehr. Es gibt auf der Welt nur Frauen und Männer, möglicherweise
noch andere Geschlechter, aber nicht mehr das Menschenwesen schlechthin.
Menschsein ist also nicht Eins-sein. Menschsein ist Viele-sein.
Mit der Erschaffung der Frau, mit der sexuellen
Differenz also, kam im Übrigen auch die Politik in die Welt:
die Notwendigkeit, über die eigenen Wünsche mit Anderen
zu verhandeln, das Streben nach Erkenntnis, Diskussionen über
Gut und Böse, die Notwendigkeit, eigene Urteile zu fällen
und die Welt zu gestalten, zu zweifeln, Dinge in Frage zu stellen,
Antworten zu finden und wieder zu verwerfen. Sich mit Anderen zusammen
und auseinander zu setzen. Kurz gesagt: Die Welt nicht einfach nur
passiv zu genießen und zu betrachten, sondern sie selbst gestalten,
bearbeiten zu müssen, um überleben zu können. Mit
Mühe und mit Freude.
(…)
1 Vgl. dazu auch: Antje Schrupp: Zukunft der Frauenbewegung.
Christel Göttert-Verlag, Rüsselsheim 2004.
2 Diesen Gedanken verdanke ich der jüdischen Theologin und
Rabbinerin Eveline Goodman-Thau, vgl. www.antjeschrupp.de/goodman-thau.htm.
(…)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"
ERNÄHRUNG & VERDAUUNG:
„Durch Fremdes ent-fremden – oder durch Fremdes zur Heimat finden“
Autorin:
Gertrude Ernst-Wernecke, Pflanzenheilkundige, Heilpraktikerin,
Lehrende
In der Verdauung begegnen wir dem immerwährenden
Geheimnis, wie Fremdes aufgenommen und weise behalten oder verabschiedet
wird. Der Prozess des Stoffwechsels ist ein Beispiel dafür,
wie wir ständig Fremdes zu unserem Eigenen machen. Es ist ein
Urwissen in den Zellen, wie kreativ, freudvoll und erweiternd das
Fremde sein kann.
Ver - DAU - en
DAO !!!
DAO-en ... DAU-en ...
Tief im Bauch schwingt dieses Wort, wenn ich es
laut spreche –
dort wo die VerDAUung geschieht...
Das DAO enthält das Bekannte genauso wie das
Unbekannte, das Eigene wie das „Fremde“.
DAOen oder DAUen ist das, was geschieht, wenn Bekanntes
und Fremdes aufeinandertreffen:
- Aus dem Fremden strömt Be-Lebung, es entsteht
Lebendigkeit, körperlich wie geistig.
- Aus Gegensätzlichkeit entsteht Bewegung,
und Bewegung ist das Prinzip zur Überwindung der Gegensätze:
Peristaltik bewirkt Assimilation (Verähnlichung).
Die Schwingung des Wortes DAOen oder DAUen in meinem
Körper lässt mich meine Körperlichkeit sehr deutlich
spüren und damit
- den Ort, an dem ich in der Gegenwart sein kann
(Präsenz!),
- den einzigen Ort, an dem ich (wirklich) mit anderen
„Körpern“ in Beziehung treten kann: stofflich, emotional,
mental oder feinstofflich,
an dem ich sie berühren und aufnehmen kann.
(…)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Entfremdung"
Zeit und Entfremdung
Autorin:
Rafaela Schmakowski
Die Zeit ist eine menschliche Erfindung. Sie wird
mit Kalendern und Uhren gehandhabt und beruht auf den Konventionen
der jeweiligen Zeitberechnungen, mit ihren kulturellen Unterschieden
natürlich und auch von jeweils unterschiedlich langer Dauer,
je nach Herrschaft. Die Lektüre von Zeitrechnungen und Kalendersystemen
ist recht aufschlussreich. Je nach Konvention werden die jeweilig
festgelegten Zeiteinheiten schließlich als objektives Zeitmaß
empfunden. Im Ursprung jedoch wurde die Zeit nach dem Wandel der
Gestirne am Himmel gemessen, nach den Zyklen von Mond und Sonne
und später wurde sie dann mit Kalendern und Kalenderreformen
genau davon befreit. Eine Woche kann fünf, sieben, zehn oder
vierzehn Tage dauern, ein Monat kann unterschiedlich viele Tage
lang sein und das Jahr kann im Frühjahr oder im Herbst beginnen,
im November oder Anfang Januar,
Punkt Mitternacht, wie bei uns.
... eine lineare Zeitrechnung benötigt einen
Anfang
Unsere heutige (westliche) Zeitrechnung richtet
sich nach der Sonne und ist linear. Sie hat einen zurückdatierten
Anfang. Lineare Zeitrechnung benötigt einen Anfang. Sie beginnt
mit der vermuteten Geburt Christi im Jahre Null und basiert auf
der christlichen Konvention römisch-katholischer Prägung,
deren Kalender als der “Gregorianische” in die Historie eingegangen
ist. Er gründet sich auf assyrisch babylonische, ägyptische
und römische Zeitberechnungen, doch in der aktuellen Genauigkeit
existiert er erst seit dem 15. Oktober 1582 im Zuge einer Kalenderreform,
die von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde. An den Berechnungen
für das exakte Einfügen eines Schalttages war der polnische
Astronom Nikolaus Kopernikus beteiligt. Die Weltzeit (Universal
Time, UT), die von 00.00 bis 24.00 Uhr als 24-Stunden-Tag gilt,
wurde erst im Jahre 1926 eingeführt. Sie bezieht sich zwar
auf den mit 0 Grad definierten Längenmeridian über Greenwich,
verläuft jedoch erst ab 180 Grad um 00.00 Uhr mit der Erdrotation
in 24 Stunden über die Länder des Globus durch Zeitzonen
und auf der Datumsgrenze des Meridians im Zickzack. Ein derartig
ausgetüfteltes Zeitsystem gab es vormals nicht. In alten Zeiten
wurden in verschiedenen Kulturen unterschiedlichste Zeitrechnungen
benutzt, ohne jeglichen Anspruch von Übereinstimmung miteinander.
Noch bis heute existieren diverse Zeitrechnungen nebeneinander her.
Es gibt Kulturen, die entweder einen Mond- oder einen Sonnenkalender
benutzen, Kulturen, deren Zeitsysteme nicht kompatibel sind, die
jedoch den “Gregorianischen” als westliche Businesszeit im Rahmen
der globalen Marktwirtschaft akzeptiert haben und ihn parallel zu
ihren jeweils eigenen Zeitrechnungen mitbenutzen.
... der himmlische Tanz von Sonne, Mond und Sternen
Unser Sonnenkalender beruht auf den Berechnungen
assyrischer Mathematiker und Astronomen. Ihre damals neue Sonnenzeit
richtete sich gegen die alte Mondzeit. Diese Art von Zeit wurde
erfunden, sie wurde erzwungen, sie wurde eingesetzt, abgesetzt und
wieder eingesetzt, sie wurde genutzt und benutzt, sie wurde verehrt
und vergöttlicht, sie wurde Gottes Zeit und durfte nicht gestohlen
werden, sie wurde Geld und durfte nicht verschwendet werden und
die Zeit, einstmals unendlich, wurde nun knapp und sehr schnell.
Historisch umranken die Zeit tausend Geschichten, Mythen, Märchen,
Sagen, jedoch im Ursprung beruht sie auf den astronomischen Phänomenen
des kosmischen Raums. Die Wurzeln der Zeit, poetisch ausgedrückt,
sind der himmlische Tanz von Sonne, Mond und Sternen ohne Anfang
und Ende, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die zyklischen Bewegungen der
stets sich verändernden, immer wieder neu sich verknüpfenden
Bezugs- und Schnittpunkte der Gestirne erschafft uns eine Zeit auf
Erden, die nur dann existiert, wenn sie wahrgenommen und genutzt
wird, so, wie sie von unserem geozentrischen Standpunkt aus errechnet
werden kann. Andernfalls ist Zeit eigentlich nichts, nichts als
verwehender Staub im unendlich erscheinenden All. Die so sehr verehrte
Zeit bedarf der menschlichen Aufmerksamkeit in keiner Weise, sie
existierte im himmlischen Lauf von Sonne, Mond und Sternen sehr
lange vor der Erde, lange vor den Menschen und sie wird, nach astrophysikalischen
Berechnungen, noch sehr lange nach uns existieren, entstehen und
vergehen.
... ihre Himmelsbewegungen nachgeahmt, beschworen,
angebetet
Die thematische Verknüpfung von Zeit und Entfremdung
hat einen brisanten politischen Aspekt. Zeit oder Entfremdung müsste
es eigentlich heißen, da die Zeit im Ursprung erst durch Verbindungen
und Beziehungen entstehen kann. Ohne die Begegnungen der Gestirne
mit ihren Überschneidungen, Verknüpfungen und Schnittpunkten
gäbe es ja keinen Raum und deshalb auch keine Zeit. Also dürfte
die Zeit gar nichts mit Entfremdung zu tun haben. Hat sie aber.
Als es noch eine direkte Beziehung von den Menschen zu den fernen
Gestirnen gab, wurden diese sehr verehrt. Die Gestirne wurden als
die Leben spendenden Kräfte erkannt und demzufolge vergöttlicht
und mit ihnen die Zeit, die erst durch sie entstehen kann. Und so
wurde die Zeit geheiligt. Der Mond, die Sonne, die Wandelsterne
(die wir heute Planeten nennen) und die ewig erscheinenden Fixsterne
gaben der Zeit die Ehre. Mond und Sonne (von der Erde aus betrachtet!)
ziehen im Monat und einmal im Sonnenjahr durch die Sternbilder des
Zodiakus und ordnen dabei den Menschen eine berechenbare Zeit, erschaffen
damit ein kulturelles Leben. In den Monatsnamen Januar (Janus),
Juni (Juno), in den Wochentagen Freitag (Venus/Freya), Sonntag (Sonne)
und Montag (Mond) klingt diese Verehrung noch immer nach. Den Göttinnen
und Göttern am und im Himmel wurde kunstvoll gehuldigt. Mit
Tanz, Gesang, Wort, Schrift, Ornament und Symbol wurden ihre Himmelsbewegungen
nachgeahmt, beschworen, angebetet, nachgespielt, nachgetanzt, sie
wurden versinnbildlicht und genau das tun wir eigentlich noch immer.
Unser Leben lang, von Kindesbeinen an, beschwören wir im Ringelrein,
in Reigen, Tänzen und Liedern, in Singspielen und Schauspielen,
in Geschichten und Gedichten vom Frühjahr bis zum Winter das
Spiel der Zeit, und das nennen wir dann Kultur.
(...)
(Ende
der Leseprobe)
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aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"
Autorin:
Andrea Lux, Heilpraktikerin
Die Rosskastanie
Eine homöopathische Annäherung
Homöopathisches Mittel: Aesulus
(aesc.)
Botanische Bezeichnung: Aesculus hippocastanum L.
Familie: Sapindaceae (Seifenbaumgewächse)
Dt. Bezeichnung: Rosskastanie
Auf dem Fachgruppentreffen Homöopathie im September
2005 in Erfurt widmete sich eine Arbeitsgruppe aus vier Frauen (Angela
Rembiak, Birgit Lehmann, Neele Schmidt und Andrea Lux) der Rosskastanie.
Aus den eigenen Erfahrungen vor Ort und intensiver Literaturarbeit
entstand für uns ein deutliches Mittelbild, an dem wir Euch
gerne teilhaben lassen möchten.
(...)
Homöopathie
(...)
Die vier Themen der Rosskastanie
1. Hochmut, Blaublütigkeit
Die Rosskastanie ist das Platin der Bäume.
Als Einzelbaum hat die Kastanie eine große Wirkung mit ihrem
wuchtigen Stamm, der breiten Krone, den großen Blättern
und den riesigen Blütenkerzen: Ein Meer orchideenhafter Pyramidenblüten.
Die Verbindung zwischen der Kastanie und dem "blaublütigen
Adel" entsteht zum einen durch das blau fluoreszierende Aesculin.
Zum anderen war die Kastanie für Ludwig den XIV, den Sonnenkönig
(1636 - 1715), der repräsentative Baum schlechthin. Schlossgärten
und Alleen wurden mit Kastanien bepflanzt. Auch Fürsten und
reiche nichtadlige Familien schmückten ihre Güter und
Wege mit den prachtvollen Kastanien. Die riesigen Schattenspender
waren gut für die damals moderne weiße Haut der adeligen
und vornehmen Gesellschaft. Deren Tanzvergnügen fand wahrscheinlich
auch unter den Kastanien statt, nicht wie bei dem "gemeinen
Volk" unter den Linden.
Bei den Gemütssymptomen finden wir neben Hochmut
auch viel Verwirrung. Diese soll verborgen werden hinter einem hochmütigen,
diktatorischen Auftreten. Die Rosskastanie repräsentiert gerne
und wirkt exzentrisch und überspannt. Alle Symptome sind schlimmer
beim Erwachen.
(...
2. Fülle, Stau, Festhalten
Astrobiologisch wird die Kastanie dem Planet Jupiter
zugeordnet, dem Planeten des Reichtums und der Fülle.
Zu diesem Thema passten viele Wörter aus der Rasseltrance:
"groß und kräftig", "von Anfang an damit
beschäftigt, breit zu werden", "sich eine gute Grundlage
verschaffen", "Essen bis zum Platzen". Dazu tauchte
ein Bild von hungrigen Rehaugen auf (Kastanien dienen als Rehfutter),
allerdings im Gesicht eines jungen, in Armut lebenden Mädchens.
Bei den Körpergefühlen wurde die negative Seite der Fülle
spürbar: eine Person fühlte sich krank und schwer und
hatte schwere Füße und Unterschenkel.
Auch unser persönliches Erleben der Rosskastanie führte
uns zu diesem Thema: die Blütenfülle, die Fruchtfülle,
die Sammelleidenschaft der Kinder, das Raffen der reifen Kastanien,
bis man nichts mehr tragen konnte.
Hervorragend lassen sich die Körpersymptome der Kastanie dem
Thema zuordnen:
* Völle in den verschiedenen Körperteilen, als ob sie
übergroße Blutmengen enthielten
* Hämorrhoiden, sehr prall, purpurrot, angeschwollen
* Krampfadern, prallvoll angestaut, purpurrot angeschwollen, voll
bis zum Platzen
* im Liegen und im Schlaf treten oft Venenstauungen auf, besser
durch Bewegung
* Rachen und Augen: vaskularisierte, rot gefärbte, angestaute
Äderchen mit Empfinden von gesteigertem Blutandrang
* Brust mit Völlegefühl; Hahnemann nannte die Rosskastanie
"Roßkestenaschel" und empfahl den Rindenextrakt
in seinem Apotheker-Lexikon gegen krankhafte Engbrüstigkeit
- "da sie vor sich der gleichen zu erregen pflegt und auch
die Samen bei dampfenden Pferden sich hülfreich sich erwiesen
haben."
* Kopfschmerzen, dumpf, es scheint als würde Hirn herausgepresst
(...)
(Ende
der Leseprobe)
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Leseprobe
aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"
Autorin:
Ingrid Purucker-Roth, Heilpraktikerin
Tilia - die Linde
Homöopathisches Mittel: Tilia
cordata (til.)
Tilia europaea (til.): Botanische Bezeichnung
Tilia cordata Mill.: Tilia europaea L.
Familie: Tiliaceae (Lindengewächse)
Dt. Bezeichnung: Linde
Beim Fachgruppenreffen Homöopathie 2004 in
Germerode beschäftigten wir- fünf Frauen- uns mit der
Linde.
Zuerst haben wir uns mit dem was wir aus der Literatur kannten und
dann mit freien Assoziationen der Linde genähert. (...)
Mythologisches
Linden wurden (und werden) oft um junge Eichen gepflanzt, um
diese zu schützen, zusätzlich sorgt das Laub der Linde
für einen humusreichen Waldboden.
Linden sind sozusagen die Ammen der Eichen.
Wie die Ammen großer Frauen und Männer nicht in die Geschichte
eingehen bzw. eingegangen sind, so hat die Linde keine so große
(wirtschaftliche) Bedeutung als Forstgehölz aber eine umso
größere als Hausbaum im Volk.
Das Gerangel um Rang und Namen ist nicht das Wesen der Linde, viel
eher entspricht es ihr ihre Schuldigkeit wie eine Amme zu tun und
dann zu gehen.
Im keltischen Baumkalender (M. Vescoli) sind Lindenbaumtage
vom 11. bis 20. März und vom 13. bis 22. September.
Berühmte an Lindenbaumtagen geborene Menschen sind Greta Garbo
und Albert Einstein.
Albert Einstein kann als "Amme eines neuen Bewusstseins"
gesehen werden, dem es u.a. ein Anliegen war geteilte Welten zu
vereinen, ein zentrales Lindenthema.
Greta Garbo ist schon zu Lebzeiten zu einer Legende geworden, eine
Frau die liebend an Leben litt, wie auch andere an den Lindentagen
geborene.
Analog dazu gilt "Warum sind meine Vorstellungen und Träume
(die Ammen des Lebens!) immer soviel schöner als die Wirklichkeit?"
Ein weiteres Lindenthema.(DD Ignatia)
Die Bedeutung der Linde zeigt sich in alten Geschichten
und Mythen.
Im deutschen Sprachraum gibt es über 1000 Ortsnamen, die die
Linde im Namen führen.
(Lindau; Lindenfels, Linz u.v.a)
Lind bedeutet weich, geschmeidig; der Lindwurm wohnt nicht etwa
in der Linde, sondern ist ein linder, ein sehr geschmeidiger Drache.
Selbst der schwedische Botaniker Linné führt seinen
Familiennamen auf die Linde zurück.
Der lat. Name Tilia leitet sich vom griechischen tilos, d.h. Faser(bezieht
sich auf den fasrigen Bast) ab.
Ein römischer Chronist schrieb über die Germanen: "Die
Männer hüllen sich in kurze Mäntel oder in Baumbast."
Bast, die sekundäre Rinde, wird von der Linde besonders reichhaltig
gebildet.
Auch Papier, Seile, Bogensehnen und Kriegsschilde wurden aus Lindenbast
gefertigt.
Die Dorflinden waren früher das Dorfzentrum.
(...)
Freie Assoziationen
zum Teil in Anlehnung an eine vorher durchgeführte Verreibung
einer Mitfrau:
Mit der Linde verbunden ist ganz zentral "die
Mutter"
Mütterliche Geborgenheit suchen
Linde, ist ein Baum der Geborgenheit gibt
"ich suche Geborgenheit, aber die gibt es nicht in dieser Welt"
(Aussage einer Frau, der Linde half)
"ich bin die gute Mutter, die ihr vermisst habt"
Heilige Mutter Maria
"die Mutter blicket stumm um den ganzen Tisch herum"
Die verlassene Mutter
Gebärmutter, Brust, knotige Veränderungen
Blockierungen verursachen knotige Veränderungen
Gleichwertig gleichgültig; alles hat den gleichen Wert; aber
aus Gleichgültigkeit kann auch Resignation werden
Um das Wohnrecht betrogen werden
Altes Erbrecht, das Frauen leer ausgehen ließ
Wurzelsuche
Liebe
Liebend am Leben leiden
Verwundbarkeit des Herzens
Liebessehnsucht, romantische Liebe die unerfüllt bleibt
Bedingungslose Liebe
Hoffnungslose Liebe
Weißheit des Herzens
Die Linde bildet kein Hartholz aus; "die Liebe wird nicht hart"
(DD Nat. mur. geht in die Starre)
Die Farbe rosa
Melodram
Beziehungen verharzen, die Linde schenkt uns ihr Harz, damit wir
die Tränen nicht weinen müssen
Die alte Erfahrung begrüßt die Neue und lässt sie
in sich schwingen. (...)
Kopfkissenprüfung
Um der Energie der Linde noch etwas näher zu
kommen, machten einige Frauen eine Kopfkissenprüfung mit Tilia
europaea C200 (enthält lt. Boericke die Blüten von Tilia
cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde))
1.Prüferin :
Albtraum, bekommt keine Luft mehr
Wollte sich einen neuen Schlafplatz suchen (real) aber der war schon
besetzt
("Um das Wohnrecht betrogen")
2.Prüferin :
schlaflos, putzmunter wie unter Tee, Cola; Hungergefühle nachts
würde gerne tanzen gehen
Zeit vergeht nicht
Träume wie real, ist sich dessen bewusst
("geteilte Welten vereinen")
3.Prüferin :
verliebt in die Freundin der Freundin, denen tut das weh, erzeugt
Schmerz; ich kann nichts machen
("leidet liebend am Leben")
4.Prüferin :
Auseinandersetzungen, dadurch in den Frieden gekommen
Die Aggression setzt Lebendigkeit frei
("Vereinen von scheinbaren Gegensätzen")
5.Prüferin :
Immer wieder die Idee, die Linde hat viel mit Gewalt (an Frauen)
durch
Frauen zu tun
(Mutterthematik/-problematik)
(...)
(Ende
der Leseprobe)
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aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"
Autorin:
Phoenix Karuna, Heilpraktikerin
Die Lärche
Homöopathisches Mittel: Europäische
Lärche (lar-e.)
Botanische Bezeichnung: Larix decidua Mill.
Familie: Pinaceae
Dt. Bezeichnung: Lärche
Ethymologie:
- larix: Lärche. Kommt aus dem Lateinischen,
erstmals schriftlich , als der Baum von den Sudeten, Karpaten, Alpen
in die subalpine Stufe verpflanzt wurde (AostaTal, Westalpen)
- decidua: altkeltisch dingua: die Zunge, lateinisch: lacrima: die
Träne (Anspielung auf die Harztropfen: die Tränen der
Lärche)
- rumänisch: zada: die Lärche: zurückzuführen
auf vlat.: daeda : harzreiche Fackel
- mhde.: larche, lerche
- ahde.. larihha, lerihha
- kelt.: larix, ins Lateinische übernommen
Botanischer Name: larix decidua
Andere noch übliche Namen: Lärchtann,
Lerbam, Lertanne, Schönholz
Familie: Piniengewächs /Föhrengewächs
(pinaceae)
Geschichte: Die Germanen lernten sie durch die RömerInnen
kennen.
Viele Sagen ranken sich um die Lärche. Es gibt viele Geschichten
zu ihr in Verbindung mit Waldfeen, als Spenderinnen von Ruhe- und
Tanzplätzen für die Säligen, die glücksbringenden
Frauen, die Unerschöpflichen.
Erscheinungsbilder und Heilwirkungen:
(zugeteilt zu den Elementen)
Erde - körperliche Erscheinung
Die Lärche macht unsere Wälder heiterer.
Sie wechselt im Jahreslauf mehrmals ihre Farben.
Im Frühjahr leuchten die zartgrünen Nadeln. Die Nadeln
bleiben weich. Sie stehen an Langtrieben einzeln, an Kurztrieben
rosettenartig zu 20 bis 30.
Anschließend schmücken gelbe und purpurrote Blüten
die Zweige. Dies sind die Blüten beider Geschlechter: die weiblichen
sind weiche, rosa bis purpurfarbene Zäpfchen, die sich später
verhärten und zu zylindrischen Zapfen werden mit braunen, geschlossenen
Schuppen. Die männlichen sind rundliche Bündel goldgelber
Staubgefässe.
Im Herbst leuchten die Nadeln goldgelb.
Hin zum Winter wirft die Lärche ihr Nadeln ab - sehr ungewöhnlich
für einen Nadelbaum.
Die Blütezeit der Nadeln ist gleichzeitig mit
dem Treiben der Blätter: März bis Mai.
Die Lärche ist ein Lichtbaum. Sie wird 35-50 Meter hoch. Im
Lärchenwald ist es niemals dunkel. Mit Licht ist die Lärche
sehr schnellwüchsig und anspruchslos. Sie gedeiht auch auf
kargem Boden. Sie liebt kalkreiche, steinige, feuchte Böden.
Das Holz der Lärche ist sehr haltbar (da sehr harzreich), resistent
gegen Wurmbefall, witterungsbeständig, unempfindlich zum Wasser
und schwer entflammbar. Daher wird das Lärchenholz bevorzugt
beim Holzbau (auch: Dachschindeln) und beim Holzhausbau.
Es enthält viel Gerbsäure. Aus dem Harz wird Terpentin
hergestellt.
(...)
Homöopathische MittelErfahrungen
Unsere Gruppe setzte sich zusammen aus 3 Frauen. Schon vor der direkten
Kontaktaufnahme mit der Lärche war Nahrung sehr wichtig. Viel!
Essen wurde eingepackt und mitgenommen: Kuchen, Zwiebelkuchen, reichlichst
Obst in allen Variationen, sehr großer Durst auf Wasser
Themen:
- existenzielle Bedürfnisse / wo ist mein Platz?
- Teilen der Nahrung : beste Lösung für alle
KontaktAufnahme mit der Lärche:
- "ich steh zu dicht. Ich brauche mehr Licht"
- " Licht ist meine Nahrung"
- "Ich verkümmere, wenn ich zu dicht stehe".
PlatzWechsel vorgenommen an andere Lärche:
- "eeeeeendlich stehe ich in meinem Licht!"
- "die Enge von vorher wird leichter"
- "ich stehe in meinem Licht"
Emotionale Ebene einer erlebten Trennung am vorhergehenden
Tag: "ich lass sie abtropfen!" "hinter der Trauer
ist Zorn, Zorn ist vor der Trauer", "Reisende soll eine
ziehen lassen!"
- "LärchenDuft geht in das Herz, lässt die Flügel
weiten"
- "Stacheln weiten sich auf zu wilder Weite, Zartheit ist spürbar."
- "leichtfüßige Zellen tanzen auf der WaldLichtung
den Tanz des Lebens"
Trancereise:
- Ich zeige stolz meine rissige Haut, gezeichnet vom Leben.
- Ich brauche Zeit!
- Wild und weich im Wechsel der Gezeiten
- Duft umhüllt die Sinnlichkeit
- Ich bin leicht verwurzelt, brauche ein MitEinAnder mit anderen
- Singende Zellen im ganzen Körper
- Spielerisches Sein mit Nähe/Distanz
- LungenFlügel weiten sich, tiefe Freude kommt hoch
- Das Leben pulsiert im Rhythmus
- Wandel und NeuBeginn nach RuhePhase
- Immer wieder innehalten, dann weitertanzen im Tanz des Lebens
- Neugier auf das Leben, immer wieder neu
- Darin auch tiefe Ruhe und geLassenheit
- 1./2. Chakra tanzt. Herz ist weit und voller Glück
- ich bin mit mir all-eins und soo glücklich
- ich bin so frei!
- Klarheit im SelbstWert, in meiner Weichheit bleiben
- Ich rülpse laut. Dies ist mein natürlicher Stolz.
(...)
(Ende
der Leseprobe)
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aus
der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
Thema: "Bäume"
Autorinnen:
Gudrun Barwig, Heilpraktikerin
Ruth Rohde, Heilpraktikerin
Die Birke - Betula alba
Homöopathisches
Mittel: Betula (betu.)
Botanische Bezeichnung: Betula alba L.
Familie: Betulaceae (Birkengewächse)
Dt. Bezeichnung: Birke
Eine Annäherung an das Wesen
der Birke auf verschiedenen Ebenen ....
1) Eigenwahrnehmung - Rasseltrance - Gudrun Barwig
2) Botanik, Phytotherapie, Mythologie - Literaturstudium - Ruth
Rohde
3) Arzneimittelbeschreibung - Übersetzung aus den Homoeopathic
Links
Beschreibung einer Rasseltrance
Gudrun Barwig
Ein AltweiberSommerNachmittag im hessischen Meissner-Gebiet. Vier
Frauen ziehen los, hinaus aus dem Dorf, in die spätsommerliche
Hitze, Pferdekoppeln, Saumwege, den Duft reifer Äpfel in der
Nase, finden wir, was wir gesucht haben: einen geschützten
lichten Schattenplatz unter einer großen schönen Birke.
Ohne viele Worte nehmen wir die Trance-Haltung (nach Felicitas Goodman)
der "südmährischen Frau" ein: Beine eng aneinander
gestellt, Knie leicht gebeugt, Oberkörper kippt leicht nach
hinten, Hals nach hinten überstreckt, Oberarme an den Oberkörper
angelegt, Unterarme im 90Grad-Winkel angewinkelt, die Handflächen
bilden Schalen, die Münder sind leicht geschlossen, die Augen
sind geschlossen.
Eine von uns übernimmt für die nächsten 15 Minuten
die Rassel. Mit 210 Rasselschlägen pro Minute wird im Körper
ein Zustand ausgelöst, der es dem Geist ermöglicht, seine
Wahrnehmungskanäle zu öffnen und zu weiten. Der Herzschlag
beschleunigt sich, gleichzeitig gehen die Gehirnströme in einen
Entspannungszustand, der der Tiefschlafphase gleicht.
Die Wahrnehmungen der vier Teilnehmerinnen zeichnen ein deutliches
Bild vom Wesen der Birke, wie wir es in Verreibebeschreibungen und
Arzneimittelprüfungen wieder finden können. Am eigenen
Körper während der Trance gespürt, fand die Birke
Einlass in die Seelenebene und hat dabei jede von uns tief berührt.
Ergebnisse der Rasseltrance:
TN1:
Fühlt sich lang, will hoch hinaus
Streckt sich zu Luft / Wind / Sonne
Gefühl: Licht und Sonne gehen ins Herz
Sie ist das Licht, sie bringt das Licht
kam auf die Welt, um anderen eine Freude zu sein
"wo sind meine Schwestern?"
kein Gefühl zu ihren Wurzeln - halten die den Sturm aus?
Sorge, ob sie den Sturm aushält, weil sie so lang, dünn,
grazil ist
Komisches Gefühl: weiß nicht, was in der Erde los ist,
obwohl sie sich insgesamt sicher fühlt.
TN2:
Ständiges inneres Bewegungsgefühl - meint heftig zu schwanken
(äußerlich nicht sichtbar)
Der Wind war angenehm - der Wind ist ein Freund
War sich nicht über ihre Wurzeln im Klaren
Wusste nicht, was wäre, wenn der Wind stärker wird
Schatten war eine Bedrohung
Kreativität, Phantasie, Jugend
Erinnert sich an Kinderzeit / Jugend
Phantasiespiele in Zusammenhang mit Birke
(...)
Über das Wesen der Birke
Ruth Rohde
Die Birke ist eine Pionierpflanze, sie wächst dort, wo andere
Bäume noch nicht wachsen können, sie kann auf feuchtestem
Boden (Moorlandschaft) gedeihen und wird deshalb heute noch zum
Entwässern und Erschließen von Ödland gepflanzt.
Sie bereitet also den Weg für andere Bäume, wenn andere
Bäume nachfolgen, geht sie wieder, weil sie nicht gerne im
Schatten wächst, im dunklen Wald kann sie nicht gedeihen.
Die Birke bleibt nur dort dauerhaft, wo andere Bäume nicht
existieren können, an Grenzstandorten (Baumgrenze, Frostgrenze)
wie z. B. der Tundra, da sie als Laubbaum extrem Kälte unempfindlich
ist und sich gut an harte klimatische Bedingungen anpassen kann.
Deshalb wird Birkenrinde auch zur Wasserabdichtung und Kälteisolation
in nördlichen Regionen verwendet.
Pilze wachsen gerne und oft unter Birken, v.a. der Fliegenpilz=
Agaricus. Pilze geben den Birken Nährstoffe.
Die Birke hat viel mit dem Thema
Licht zu tun, sie ist von ihrer Erscheinung her ein heller, lichter
Baum, die Blätter lassen viel Licht durch und mit ihrer weißen
Rinde leuchtet sie in dunklen Winternächten. Sie wird viel
bei Ritualen verwendet, in denen die Wiederkehr des Lichtes gefeiert
wird (Lichtmeß), sie wird auch der Brigid zugeordnet (=die
Erhabene, Strahlende, Mächtige).
Bei Ritualen, die mit Reinigung
und Erneuerung zusammenhängen, spielt die Birke ebenfalls eine
Rolle, z.B. werden Birkenreiser zum Austreiben von alten Giftstoffen
verwendet (nach der Sauna), somit wird ein Weg für einen Neubeginn
bereitet.
Sie wird auch dem Fest der Wintersonnwende zugeordnet, als Baum
des Anfangs "mit der Kraft böse Geister und dämonische
Mächte zu bannen"
Die Indianer ordnen sie dem "Mond der Erderneuerung" zu
(22.12. - 19.01.), analog zum Sternzeichen der Steinziege/ des Steinbocks,
mit Hilfe der Birke können sich diese Menschen von unnötigen
statischen Schwingungen befreien und ihre Energien frei fließen
lassen, damit sie wieder in einem Zustand innerer Klarheit gelangen
können.
Die Birke entspricht der Zeit des
Frühlings, der Zeit der Jugend und des Wachsens, sie wird in
Oster- und Mairituale miteingebunden (Maienbaum), bei diesen Festen
werden Fruchtbarkeit, Beziehungen und neue Liebe gefeiert - "alles
neu macht der Mai, mach die Liebe frisch und frei". (...)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Sonderausgabe "Bäume" geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"
Autorinnen:
Sangeet Christine Grage, Gießen,
Jg. 1965
selbstständige Unternehmerin, Tantralehrerin seit 15 Jahren,
ausgebildet bei Jovana Wex
Gabi Leberer,
Großkarolinenfeld, Jg. 1950
Diplom Pädagogin, Integrationsberaterin
Tantralehrerin seit 10 Jahren, ausgebildet bei Jovana Wex, fortgebildet
bei Christa Schulte
Tantra für Frauen
Selbstheilung und Persönlichkeitsentwicklung
mittels sexueller Energie
Sangeet Christine Grage, Gabi Leberer
Vertiefende Informationen, ausführliche Literaturempfehlungen,
aktuelle Seminartermine unter:
www.frauentantra.de
- Auszüge als Leseprobe -
Tantra ist einer der wenigen, wenn nicht der einzige spirituelle
Weg, der unseren Körper und die körperliche Lust zutiefst
bejaht. Im Tantra wird die sexuelle Energie im Gegensatz zu vielen
anderen spirituellen und religiösen Richtungen nicht ausgegrenzt.
Hier muss nichts "Niederes" überwunden werden, um
zur Vollendung zu gelangen. Der Körper ist im Tantra wie das
"A" im Alphabet: nichts geht ohne ihn, er ist die Grundlage
für alles Weitere. "Dein Körper ist Dein Tempel",
ist die grundlegende Botschaft. Die Aufforderung ist, Deinen Körper
und alle Gefühle, die sich darin ausdrücken, besser kennen
zu lernen. Erfahre Dein Dir innewohnendes Lustpotential und entwickle
ureigenste Ausdrucksformen damit. Lerne, den eigenen Körper
und Dich selbst in Deiner ganzen Person zu bejahen und bei aller
Unvollkommenheit zu lieben. Denn Du wirst in diesem Leben keinen
anderen Körper mehr bekommen.
Erforsche Dich selbst auf der körperlichen, emotionalen und
mentalen Ebene. Lerne Dich mit Deiner spezifischen Geschichte, mit
Deinen Möglichkeiten und Einschränkungen, besser kennen.
Lerne, Dir selbst liebevoll mit Achtung und Respekt zu begegnen.
Erforsche, was Du willst und was Du nicht willst. Wenn Du aus diesem
Selbst-Bewusstsein heraus auf andere zugehst, kann positive und
erfüllende Begegnung und glücksbringende Beziehung geschehen.
Tantra - für wen?
Tantra ist der Weg in ein lustvolles und freudiges Leben. Wir empfehlen
Tantra grundsätzlich jeder Frau, denn die Entfaltung unseres
sexuellen Potentials ist unser aller Geburtsrecht. Und Tantra lehrt:
Es gibt eine Glücksseligkeit, ganz mit Dir allein.
[...]
Die Geschichte von Tantra
Ursprünge in Indien
Tantra entstand vor ca. 2500 Jahren als spezielle Schule und spiritueller
Kult aus den großen indischen Volksreligionen Hinduismus und
Buddhismus. Grundlage des Hinduismus ist die traditionelle Vorstellung
von Seelenwanderung. Eine Erlösung aus dem dualistischen Prinzip
des Lebens (darunter versteht man z.B. das Trennen von Polen, das
Schaffen und Beharren von Gegensätzen, z.B. Aktivität
und Passivität) und dem dualistischen Prinzip des gesamten
Universums ist erst nach vielen Leben möglich. Indem der Zustand
von Getrennt-Sein (Ich/Ego versus Existenz/Realität) überwunden
wird, geschieht Erleuchtung und Erlösung.
[...]
Unser frauenspezifischer Ansatz von Tantra
Unser Leitsatz ist: Denn Die Frau Deines Lebens bist Du! Und das
ist völlig unabhängig davon, mit wem Du Deine Sexualität
lebst: mit einer Frau, mit einem Mann, mit beiden, mit Dir alleine
oder überhaupt nicht.
[...]
Wir möchten jeder Frau ausreichend Zeit geben, sich selbst
besser kennen zu lernen und bei sich anzukommen. Nur wenn wir uns
selbst gut kennen, die eigenen Gefühle wahrnehmen und ernst
nehmen, können wir selbstbewusst genießen, unsere Bedürfnisse
artikulieren und Grenzen setzen.
Wie gut das gelingt oder welche Herausforderung das auch immer wieder
ist, können die Frauen in unseren Gruppen in Partnerinnenübungen
ausprobieren. Nach solchen Übungen kehren wir anschließend
jedes Mal wieder zum "Ich" zurück - um zu reflektieren,
wie jede sich selbst und das "Wir" erlebt hat.
Mit unserem Ansatz wollen wir jede Frau unterstützen, all ihre
Anteile zu bejahen.
[...]
Unsere Vision
Wir leben in einer Zeit, in der Sexualität anscheinend allzeit
verfügbar ist - doch oftmals als Ware, als Gewohnheit, als
Pflicht. Uns liegt daran, dass Frauen ihren Körper und ihre
Sexualität genießen und ihre Lust verfeinern. Dazu gehört,
dass wir uns bewusst Zeit nehmen für unsere Sexualität
und jede Frau ganz persönlich stimmige Formen der Begegnung
und des Austauschs mit anderen Menschen findet. Es geht darum, einen
persönlichen Zugang und individuellen Umgang mit der eigenen
Lust zu finden, so dass Sexualität mit uns selbst und in Beziehung
schön, lustvoll und glücksbringend gelebt werden kann.
Der Gesetzmäßigkeit Mikrokosmos = Makrokosmos folgend,
sehen wir darin auch einen universellen Aspekt: Über einen
zugleich achtsamen und lustvollen Umgang mit uns selbst und anderen
vermögen wir auch unserer Umwelt und Mutter Erde als Symbolleib
der Frau respektvoller zu begegnen. Zu all dem möchten wir
mit unserer Arbeit und unseren Gruppen - speziell für Frauen
- einen Beitrag leisten.
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 36 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"
Autorin:
Laura Méritt, Berlin
www.sexclusivitaeten.de
Linguistin, Mediatorin und Sexpertin, Autorin und Herausgeberin
promovierte über das Lachen der Frauen beim Reden über
Sexualität
Betreiberin von "Sexclusivitäten" Berlin, dem ältesten
sexuellen Dienstleistungs-Unternehmen von Frauen in Europa zahlreiche
Artikel rund um Sexualität
Letstalkaboutsex
"Wortlos" - Sexuelle Kommunikation
Laura Méritt
- Auszüge als Leseprobe -
Sex ist gut, gesund und macht glücklich,
tönt es aus aller Medien Munde. Jede Zeitschrift und vor allem
Frauenmagazine besorgen es uns, alle nur denkbaren Techniken und
Positionen werden vorgeturnt. Den altgedienten Playboys und Penthouse-Männerblättern
haben sie längst den Rang abgelaufen.
Die Werbung ist voll von Sex(-ismen), Musik voll von Porno-Rap,
im Internet werden wir zugespritzt. Sprechen über Sex besteht
hier auf der einen Seite in platten Auf- und Anforderungen, auf
der anderen Seite (der "seriös-wissenschaftlichen")
wird von einer neuen "Verhandlungsmoral" geredet. Die
mediale wie reale Beziehungswirklichkeit sieht selten wie in "Sex
in the city" aus, in der Frauen den ganzen Tag lang ungeniert
über Sex reden. Der sexuelle Alltag kommt viel leiser daher
und gebraucht nicht der vielen Worte ...
Den neuesten Umfragen* zufolge haben 69% der Deutschen
Hemmungen über Sex zu reden, und die Hälfte (vor allem
aber Frauen) glaubt und die Hälfte glaubt - vor allem aber
die Frauen, dass "drüber reden" die Romantik zerstört.
Am ehesten wird über den Körper und hier mit der Hand
signalisiert, was erwünscht ist. Frau bewegt oder rückt
sich so zurecht, dass es passt oder zumindest besser anfühlt.
Sie vertraut darauf, dass das Gegenüber die Zeichen versteht
und entsprechend reagiert. Das fordert die volle Aufmerksamkeit
beider und zieht Konzentration vom Verlangen ab, garantiert aber
auch nicht unbedingt die erwünschte Befriedigung.
[...]
So oder so kann die Lady stöhnen, lachen und Laute von sich
geben, die auch nicht immer eindeutig zu interpretieren sind und
der verbalen Erklärung bedürfen. Lautes Schreien, Weinen
und Lachen kann außerdem enorm verunsichern, die Geliebten,
die NachbarInnen, und manchmal eine selbst. Die Kommunikation näher
anzuschauen und zu präzisieren lohnt sich, auch um sich selbst
besser zu verstehen.
[...]
Reden über und Reden beim Sex sind zwei Seiten derselben Medaille.
Will frau nicht währenddessen das nahende Glück durch
Worte zerkleinern oder hat sie "Dirty Talking" noch nicht
drauf, kann sie nach dem Konzert Rückmeldung geben, was toll
war und die PartnerIn darin unterstützen, was sie supergut
gemacht hat. Dabei kann einfließen, was frau sich noch wünscht
oder sich schon immer mal gewünscht hat.
[...]
Sprechen über Sex ist stark davon abhängig, was gesellschaftlich
als normal gilt, welche Praxis akzeptiert wird, welche Frequenz
für "gesund" gehalten wird. Normen sind kulturell
unterschiedlich und verändern sich im Laufe der Zeit. Dennoch
sitzen gerade sexuelle Verbote aus der Vergangenheit tief unter
der Haut, sind individuell auf der jeweiligen Sünden- oder
Tabu-Festplatte abgespeichert. Auch wenn der allgemeine Tenor heißt:
"Alles ist okay, wenn alle damit einverstanden sind!",
ist der entscheidende Schritt in die offene und ehrliche Kommunikation
mit sich selbst und dem Gegenüber erst einmal zu schaffen.
[...]
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 36 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 36
zum Thema
"Sexualität !"
Autorin:
Christina Wons, Berlin
geboren 1953 in Essen
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, seit 11/07
als Ärztin in eigener Praxis tätig
seit 1985 Arbeit im Bereich der Sexualtherapie, Ausbildung und langjährige
Mitarbeit bei dem Sexualtherapeuten László Németh
seit 1995 Ejakulationsworkshops
Weibliche Ejakulation
Freudenfluss in Theorie und Praxis
Christina Wons
- Auszüge als Leseprobe -
Sexualität ist ein Bestandteil weiblicher
Identität. Sie gehört zum Kernbereich der Bedürfnisse.
Wird weibliche Sexualität als Anpassung an männliche sexuelle
Erregungsabläufe praktiziert und erlebt, wird die Grundlage
für defensive, anpassungsbereite Haltung von Frauen generell
in der Gesellschaft gebildet.
Die weibliche Ejakulation bzw. das Nicht-Wissen um dieses Phänomen
ist das Beispiel par excellence, wie wenig weibliche Sexualität
noch immer wahrgenommen wird. Folgender Text soll zu mehr Verständnis
beitragen. Dabei stelle ich theoretische Grundlagen dar, beschreibe
praktisch Stimulationstechniken, mache einen Ausflug in die Geschichte
und stelle meine künstlerische Umsetzung des Themas vor.
In Deutschland war ich die Erste, die Ejakulationsworkshops durchführte,
und arbeite seit 1995 kontinuierlich auf diesem Gebiet.
Von der Theorie stütze ich mich dabei v.a. auf die Gynäkologin
SABINE ZUR NIEDEN, die 1992 über das Thema "Weibliche
Ejakulation" promoviert hat. Dabei hat sie teilweise schon
lange bekanntes insb. zur Embryologie unter diesem Aspekt neu betrachtet
sowie aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht. Nach der
Wiederentdeckung des Freudenflusses durch die Frauengesundheitsbewegung
der 70er Jahre gab sie der Beachtung dieses Phänomens einen
gebührenden wissenschaftlichen Rahmen.
Theorie - Embryologie
Um die weibliche Ejakulation zu verstehen ist es wichtig, sich mit
der Embryologie zu beschäftigen.
Während der 9 Monate Schwangerschaft durchläuft der menschliche
Embryo verschiedene Entwicklungsstadien. Am Anfang der Entwicklung
verschmelzen Ei und Spermium zu einem einzelligen Organismus, der
sich schrittweise durch Zellteilungen, Zellverschiebungen, Zelldifferenzierung
und Zellwachstum zu einem vielzelligen menschlichen Organismus ausdifferenziert.
Innerhalb der Embryonalperiode (4.-8. Woche) sind im menschlichen
Embryo die Anlagen der späteren Sexualorgane beider Geschlechter
vorhanden (Keimdrüsenanlage, Anlagen der inneren Fortpflanzungsorgane
und der äußeren Sexualorgane). Der Embryo ist somit zweigeschlechtlich
angelegt und kann sich daher in diesem Stadium noch in männlicher
oder weiblicher Richtung entwickeln.
Ohne Östrogen- und Testosteroneinwirkung, egal ob das genetische
Geschlecht weiblich XX oder männlich XY ist, entwickelt sich
der Fötus vom äußeren Erscheinungsbild immer weiblich.
[...]
Praxis - Stimulation
Stimulation des G-Punktes
Der G-Punkt liegt zur Bauchdecke hin im unteren Drittel der vorderen
Vaginalwand, d.h. in direkter Nachbarschaft zur Harnröhre und
ist damit quasi die Außenwand der Prostata von vaginal aus
gesehen bzw. getastet.
Am besten ist dieser Bereich
[...]
Geschichte der weiblichen Ejakulation
Am Ende des 17. Jahrhunderts war die Ejakulation der Frauen Teil
ihrer Sexualität, was aus zahlreichen Beschreibungen bekannt
ist. Wenn es wissenschaftliche Diskussionen über dieses Phänomen
gab, dann ging es lediglich um die Frage, ob nun das männliche
oder weibliche Ejakulat die Zeugung bedingt.
[...]
Erst in den 70iger Jahren des 20.Jahrhunderts wurde im Zuge der
Frauenbewegung nicht nur der G-Punkt wiederentdeckt, sondern auch
die weibliche Prostata und ihre Ejakulationsfähigkeit.
Heute befinden wir uns erneut in einem historischen Augenblick,
denn die Wiederentdeckung der weiblichen Ejakulation ist noch jung,
steht am Beginn einer völlig neuen Entwicklung, so dass die
Frauen, die es (wieder) erlernen, Pionierinnen sind.
Praxis - meine Arbeit als Ärztin
Im Rahmen der therapeutischen Arbeit als Ärztin bin ich sehr
daran interessiert, dass Frauen die Fähigkeit zur Ejakulation
wiedergewinnen.
Daneben ist für mich als Medizinerin natürlich von größtem
Interesse, welche Funktion die weibliche Ejakulation im Rahmen der
Sexualität und der Fortpflanzung hat. Bislang wurde in der
Wissenschaft und der zugänglichen Literatur ausschließlich
die Fähigkeit an sich beschrieben und die Anatomie der weiblichen
Prostata bearbeitet. Da jedoch nichts im menschlichen Körper
ohne Funktion ist, muss auch die weibliche Ejakulation eine wichtige
Funktion besitzen.
[...]
Praxis - Ejakrylate
Aus meiner Arbeit habe ich die Kunstform der weiblichen Ejakrylate
entwickelt.
Ejakrylate sind weibliche Markierungen mit colorierten Ergüssen:
eine Mischtechnik aus weiblichen Ejakulat und Acryl in zweifarbigen
Kombinationen auf Leinwand.
Weibliches Ejakulat besteht u.a. aus Duftstoffen, also chemischen
Signalen zum Anlocken geeigneter Sexualpartner/innen. Daher verwende
ich den Begriff Markierungen. Meine Bilder sind Körperabdrücke
von Frauen (in sexuellen Stellungen), die weibliches Ejakulat beinhalten.
[...]
Die Präsentation umfasst die Ejakrylate selbst und ein 12-minütiges
Video-Loop, das den Entstehungsprozess dokumentiert.
Meine Kunst verstehe ich als Provokation, um auf die weibliche Ejakulation
aufmerksam zu machen, sich mit dieser auseinanderzusetzen, darauf
zu reagieren. Ich verstehe sie als Anregung, um die Fähigkeit
zur Ejakulation wiederzugewinnen und damit zu einer intensiven weiblichen
Erlebnis- und Erregungsfähigkeit zu gelangen.
Meine Kunst ist Ausdruck der Befreiung, um die seit Generationen
anhaltende Diskriminierung weiblicher Sexualität zu beenden.
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 36 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"
Autorin: Maria
Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin, Körperpsychotherapie (EABP),
Qualifizierungs - und Beratungstrainings für Institutionen
und Gruppen im In- und Ausland
www.frauenkulturforschung.de
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AFGHANISCHE FRAUEN LEBEN MIT IHREN SCHMERZEN
Maria Zemp
Asien ist ein lebender Körper,
und Afghanistan ist sein Herz.
Versagt das Herz, so stirbt auch der Körper.
Doch solange das Herz frei ist, bleibt auch der Körper frei.
Wenn nicht, wird er zu einem Blatt im Wind.
Muhammad
Iqbal.
Seit
November 2002 bin ich siebenmal für jeweils 3 - 4 Wochen im
Auftrag der Kölner Frauenhilfs- und Menschenrechts-Organisation
medica mondiale in Kabul gewesen, zwei weitere Arbeitseinheiten
sind im nächsten Jahr geplant. Während diesen Kurzzeiteinsätzen
unterrichte ich eine Gruppe afghanischer Hebammen, Mitarbeiterinnen
von den Frauenschutzhäusern und Gesundheitsberaterinnen von
Care, die in Kooperation mit den afghanischen medica Mitarbeiterinnen,
in den Bezirken von Kabul, Unterstützungsgruppen für Witwen
anleiten. Diese Tätigkeit ist integriert in ein mehrjähriges
multidisziplinäres Qualifizierungsprogramm für Kabuler
Fachfrauen. Medica mondiale will damit geeignete Frauen in ihrer
Beratungskompetenz fortbilden, die auch Frauenbewusstsein und eine
psychosomatische und traumasensitive Herangehensweise integriert.
Eigene
Beobachtungen, wie Frauen mit ihren vielfältigen Schmerzen
umgehen, kann ich bei den Hausbesuchen mit den Hebammen machen,
bei den Trainings mit den Mitarbeiterinnen der Schutzhäuser
oder bei Fallsupervisionen mit den medica Mitarbeiterinnen. In den
sehr praxisorientierten Trainings bekomme ich von den Teilnehmerinnen
sehr viele Informationen über die gesundheitliche Situation
afghanischer Frauen.
Die
Entstehung von Schmerz, Schmerzempfinden und die Äußerung
von Schmerzen kann nur verstanden werden, wenn sie im Umfeld, indem
sie stattfinden, gesehen werden. Anhand der Erfahrungen aus den
Trainings mit den Hebammen - meiner Hauptaufgabe - versuche ich
im ersten Teil des Artikels Einblicke in die Alltagserfahrung afghanischer
Frauen zu geben. Konkrete Äußerungen von Schmerz und
dem Umgang damit beschreibe ich im zweiten Teil.
ORTE DER BEOBACHTUNG
Die Trainings
Bei
jedem Einsatz treffe ich dieselbe Gruppe von 40 afghanischen Hebammen,
die seit mehr als 20 Jahren von Terre des Hommes finanziert als
"Haushebammen" arbeiten.
Ich unterrichte ihnen Grundlagenwissen über Traumatisierung
und die psychischen und psychosomatischen Folgen. Das Ziel ist,
diese Gruppe Hebammen bis im Sommer 2006 so weit trainiert zu haben,
dass sie neben ihrem Hebammenhandwerk fähig sind, ihre Klientinnen
auch als Beraterinnen (basic counsellor) zu begleiten. In den Trainings
lernen sie die Gestaltung eines Beratungssettings, die Erarbeitung
eines Beratungszieles und Methoden, wie sie dieses Ziel mit den
betroffenen Frauen schrittweise erreichen können (case managment).
Zu den unterrichteten Methoden gehört ein Kommunikationsmodell,
das die zu erwartenden schmerzhaften Erinnerungen (Überflutung
und flash backs) berücksichtigt.
Bei den Frauen zu Hause
Die Hausbesuche sind eine unentgeltliche Dienstleistung, die von
vielen Schwangeren in den verschiedenen Bezirken in und um Kabul
in Anspruch genommen wird.
Ich habe die einmalige Gelegenheit, die Hebammen während ihrer
Hausbesuche zu begleiten. Damit ermöglichen sie mir den ungefilterten
Kontakt zu afghanischen Frauen und ihrer Lebensrealität.
Ich kann einen Eindruck gewinnen, mit welcher Problemlage die Hebammen
täglich arbeiten müssen. Ich sehe, welche psychologischen
Unterstützungsmassnahmen die meist von häuslicher Gewalt
und Traumatisierungen durch die Kriege betroffenen Frauen brauchen,
und welche Angebote umsetzbar sind. Dieses Vorgehen macht es mir
möglich, dass ich die Trainingsinhalte sehr praxisorientiert
gestalten kann, und die Teilnehmerinnen diese oft anhand von Fallbespielen
direkt nachvollziehen können.
Bei jedem Aufenthalt sehe ich, ob und wie die Hebammen das Gelernte
in die Praxis umsetzen. Diese Methode (Training on the Job) hat
den großen Vorteil, dass ich ein prozessorientiertes Lernprogramm
genau zugeschnitten für diese Hebammengruppe entwickeln kann.
Von mir fordert diese Arbeitsweise viel Flexibilität und Kreativität
auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist viel Klarheit und
Aufmerksamkeit notwendig, um das Ausbildungsziel verwirklichen zu
können.
Einblicke
in die Geburtssituation
Ich sehe hauptsächlich schwangere Frauen oder Wöchnerinnen.
Wie Frauen gebären, habe ich bis jetzt nicht selber beobachten
können. Aus Berichten weiß ich, dass viele Frauen ohne
Hebammen gebären, die meisten zu Hause, und nur wenn der Mann
sein Einverständnis gibt, dürfen die Frauen im Krankenhaus
gebären. Die Kindersterblichkeit in Afghanistan ist mit 25%
derzeit weltweit die höchste. Das liegt selbstverständlich
nicht allein in der ungenügenden Versorgung der Gebärenden,
weitere Ursachen dafür sind Mangel- und Fehlernährung.
Bei einer Frau, die ich besucht habe, hatten die Hebammen eine Placenta
Praevia festgestellt, eine lebensbedrohliche Situation für
Mutter und Kind. Der erwachsene Sohn der Gebärenden verbot
ihr, das Kind im Krankenhaus zu gebären. Erst nach acht Stunden
gelang es den Hebammen, sein Einverständnis zu bekommen, die
Frau konnte ihr achtes Kind sicher zur Welt bringen. Die Exilafghanischen
Ärztinnen (Doctorane Omid-Projekt), die im Auftrag von medica
mondiale seit 2002 in Kabul in den Krankenhäusern Kurzzeiteinsätze2
machen, berichten von Gebärenden die gestorben sind, weil der
Ehemann die Einwilligung in eine Kaiserschnittoperation verweigert
hat (..............).
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 34 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"
Autorin:
Sybille Katharina Schobel, Wiesbaden
Heilpraktikerin
seit 2003 Praxis für Naturheilkunde und Heilkünstlerischer
Salon in Wiesbaden Praxisschwerpunkte: Körperpsychotherapie
(integrale leibarbeit), Sanfte Manuelle Therapie (SMT), naturheilkundliche
Labordiagnostik und biomolekulare Medizin
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Mit
dem Wissen der Jahrtausende den Schmerz beweihräuchern...?
Indischer Weihrauch - wirkungsreiches Schmerztherapeutika
SEIT JAHRTAUSENDEN IST WEIHRAUCH HEILIGER WOHLGERUCH
UND NATÜRLICHES HEILMITTEL GLEICHERMAßEN. SEIN RAUCH
IST UNS VERTRAUT, DIE HEILKRAFT DER PFLANZE IST HEUTE WEIT WENIGER
BEKANNT. DAS HARZ DER INDISCHEN ART (BOSWELLIA SERRATA) WIRKT NACHWEISLICH
SCHMERZSTILLEND, DESINFIZIEREND UND ENTZÜNDUNGSHEMMEND, DABEI
ENTSPANNEND UND NAHEZU NEBENWIRKUNGSFREI. DENNOCH SIND WEIHRAUCHPRÄPARATE
IN DEUTSCHLAND NICHT ZUGELASSEN UND NUR EINGESCHRÄNKT ERHÄLTLICH.
Botanisches oder exklusive Askese...
Weihrauch ist zum einen die umfassende Bezeichnung
für das Harz der tropischen Balsambaumgewächse Burseraceae,
mit ca. 600 verschiedenen Arten. Allen ist gemeinsam, dass sie in
der Rinde Sekretgänge aufweisen, über die sie Balsame
absondern. Diese Balsame werden in geringen Mengen, als Harztröpfchen,
auch ohne äußere Verletzung abgesondert. Viele mythische
Geschichten drehen sich um Sträucher und Bäume mit der
Fähigkeit zu weinen. Frauen und Göttinnen wurden als Strafe
für irgendeine Verfehlung in eine Pflanze verwandelt, die austretenden
Harztröpfchen wurden als Tränen der gefangenen Seelen
gedeutet. Verdunsten die ätherischen Öle des Balsams,
bleibt das Harz zurück.
Weihrauch ist zum anderen auch eine Pflanze, der Weihrauchbaum,
der nur in wenigen Regionen der Erde gedeiht:
Südarabien, heute Jemen und Oman : Boswellia sacra
Ostafrika, Somalia : Boswellia carterii
Ostindien : Boswellia serrata
Diese Gebiete sind seit Jahrtausenden die Hauptanbaugebiete. Historische
Versuche, Weihrauch in anderen Gebieten anzusiedeln, schlugen fehl.
Der strauchartige Weihrauchbaum wird 1,50 bis 6 m hoch und ist auf
exklusive Weise anspruchslos. Er braucht klare, extreme Bedingungen,
Wärme und Trockenheit, steinigen, kalkhaltigen Boden. Bei mehr
als 10 cm Niederschlag im Jahresdurchschnitt gehen die Bäume
ein. Sie brauchen Steinhalden mit wenig Erde, haben flache, lange
Wurzeln und stehen häufig weit auseinander, in felsiger Landschaft.
Die Bäume haben eine papierartig abblätternde Rinde, kleine,
gefiederte, kräuselig-ledrige Blätter, die spiralförmig
angeordnet sind. Weihrauch blüht mit bis zu 25 cm langen Blütentrauben,
an denen unzählige, kleine, sternförmige Blüten sitzen.
Die fünfblättrigen Einzelblüten erinnern mich in
ihrer Form an Johanniskraut, sie sind von hellgelber Farbe, in der
Mitte vom teilweise kräftig orangefarbenen Diskus zentriert,
drum herum recken sich die Staubgefäße hervor. Das Harz
des Weihrauchbaums ist weißlich-gelb, bernsteinfarben bis
braun. Je heller das Harz, desto hochwertiger. Es wird geerntet,
indem der Stamm und die Äste angeschnitten werden, so dass
die Pflanze an den Verletzungsstellen vermehrt ihren Balsam absondert.
Die ersten Harztränen werden, trotz ihrer niedrigeren Qualität,
heute auch vermarktet. Der hochwertige Balsam tritt erst nach erneuter
Verletzung der Rinde in größerer Menge aus, härtet
in der Sonne, wird abgeschabt und gesammelt. Der Vorgang wird während
der Erntezeit mehrere Male wiederholt, aber höchstens 3 Jahre
nacheinander. Wird der Pflanze dann keine mehrjährige Erholungsphase
gegönnt, verschlechtert sich die Qualität des Harzes oder
der Baum erkrankt. Der jährliche Ertrag eines Baumes ist abhängig
von Alter, Größe und Gesundheit und liegt zwischen 3
-10 kg Harz.
Weihrauch und Politik, historisches...
Die genauen Standortbedingungen, die dadurch begrenzte
Kulturfläche und die große Nachfrage machten Weihrauch
schon in alten Zeiten exklusiv und teuer und damit auch zur Grundlage
von Reichtum und Macht - zeitweise konnte er mit Gold aufgewogen
werden und sein Standort galt als Staatsgeheimnis. Der Handelsweg,
die legendäre Weihrauchstraße sorgte für Reichtum
der Anrainerstaaten. Geographisch verband sie den Indischen Ozean
mit dem Mittelmeer, eine schwierige Strecke von etwa 3500 km, die
zu bereisen 70-90 Tage dauerte. Sie führte von Moscha, im heutigen
Oman, durch die Wüstengebiete an der arabischen Halbinsel entlang,
bis Petra im heutigen Jordanien. Der jeweiligen politischen Machtsituation
entsprechend veränderten sich die Streckenführung nach
Norden und die profitierenden Stadtstaaten und Königreiche,
die die Handelsbedingungen bestimmten. Ein Abweichen von der Route
wurde zeitweise mit dem Tod bestraft. All das vervielfachte den
Preis auf dem Transportweg.
Weihevoller Rauch
Als Räucherwerk ist das Weihrauchharz seit
Jahrtausenden in aller Nasen, mit individueller Vorliebe oder Abneigung.
In Ägypten, Babylon, Assyrien, Phönizien, Persien, Israel,
Griechenland und im alten Rom, wurde es bei spirituellen Zeremonien,
Gottesgerichten und Rauchopfern verwendet. Der aufsteigende Rauch
galt damals wie heute als Verbindung mit dem Göttlichen oder
Ausdruck des Göttlichen selbst. Weihrauch war Symbol für
Ansehen, Würde und Reichtum. Vermögende und einflussreiche
ÄgypterInnen wurden nach ihrem Ableben mit Weihrauch einbalsamiert.
Wer sich's leisten konnte, nutzte den reinigenden Wohlgeruch, zum
Räuchern und Desinfizieren auch bei geselligen Anlässen
und im Alltag, als Schutz vor Infektionskrankheiten, als Parfum,
Körperpflegemittel und Puder (galt als Aphrodisiaka). Im alten
Griechenland war es üblich, nach Symposien (Ü:Trinkgelagen!)
sich die dicken Köpfe von Weihrauch umwehen zu lassen, so den
Kater zu vertreiben und die Geister zu klären. Auch die heilsame
Anwendung des Weihrauchs bei Räucherungen und in der Aromatherapie
wird heute durch Forschungen erklärt und bestätigt. Die
Verarbeitung von Düften, Wahrnehmungen unseres ältesten
Sinnes, findet im Limbischen System statt, einer unserer ältesten
Hirnstrukturen, in dem Sinneserfahrungen mit Gefühlen in Beziehung
gesetzt werden. So gelangt auch der Duft von Weihrauch direkt in
unsere Seele. Weihrauch öffnet für spirituelles Wahrnehmen,
harmonisiert und zentriert.
Heilsamer Feststoff
Neben der Räucherung wurde Weihrauchharz und -rinde, von den
historischen Ärzten häufig als Heilmittel angewendet.
Die älteste, erhaltene Erwähnung zur Behandlung mit Weihrauchharz
(botan.: Olibanum; ind.: sallai gugul) stammt aus dem 16. Jahrhundert
v. Chr. und findet sich im ägyptischen Papyrus Ebers - in der
ägyptischen Volksheilkunde wird Weihrauchharz bis heute genutzt.
In der Ayuvedischen Medizin, die viel älter ist als ihre schriftliche
Überlieferung, wird Bosellia serrata schon in einer der frühesten
Textsammlungen erwähnt (ca. 7.Jahrh. v. Chr.). In späteren
Quellen und bis heute werden folgende Wirkungen genannt (1): analgetisch,
antiphlogistisch, antiseptisch (Öl), antipyretisch, expektorierend,
antidiarrhoisch, diuretisch, hirntonisch, allgemein stimulierend,
kardiotonisch, karminativ, stomachisch, digestiv, antihelmintisch,
diuretisch, aphrodisiatisch, diaphoretisch, hämostatisch, und
Kapha verringernd in Kopf und Nacken(..............).
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 34 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"
Autorin:
Jutta Becker, Stuttgart
Körperpsychotherapeutin und Heilpraktikerin
www.integrale-leibarbeit.de
nach
oben
Macht
Schmerz Sinn
Jutta Becker
SCHMERZ
ERFÄHRT JEDER MENSCH. DIE INDIVIDUELLEN SCHMERZERFAHRUNGEN
HINTERLASSEN IM GEHIRN EINE "INSCHRIFT", UND DIESE NEURONALEN
ENGRAMME KÖNNEN SEHR BESTIMMEND FÜR DAS WEITERE LEBEN
SEIN. DOCH DIE GUTE BOTSCHAFT IST: JEDERZEIT SIND TIEFGREIFENDE
WANDLUNGEN MÖGLICH. MACHT DER MENSCH NEUE ERFAHRUNGEN IN SEINER
LEIBWAHRNEHMUNG, POSITIVE ERFAHRUNGEN, WERDEN AUCH DIESE IM KÖRPERGEDÄCHTNIS
NIEDERGESCHRIEBEN. DER WEG ZUR VERÄNDERUNG IST FREI.
Die
integrale leibarbeit, eine körperorientierte Psychotherapie,
unterstützt Menschen bei dieser Wandlung. Indem sie die Wahrnehmung
des Leibes bewusst macht, setzt sie Impulse für eine neue Inschrift
im Gehirn. "Leib" meint in diesem Kontext immer die Gesamtheit
von Körper und Seele. (Näheres zur integralen leibarbeit
siehe nebenstehender Kasten)
Schmerz-
und leidvolle Erfahrungen gehören genauso zum Menschsein wie
Freude, Glück, Wohlgefühl oder höchste Wonne. Ob
Schmerz eher seelischer oder körperlicher Natur ist, er ist
immer eine Leibwahrnehmung, umfasst immer die Gesamtheit unseres
Menschseins. Oft ist Schmerz eine Art Sklavensprache des Körpers:
"Mir fehlt etwas." Schaut die Betroffene nicht weg, sondern
genauer hin, kann sie alten Schmerz in sich erlösen. Das führt
zu innerem Wachstum. Dass unsere gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen
fürs Wahrnehmen der Empfindungen von Körper und Seele
jedoch nicht die besten sind, beschreibt die italienische Hebamme
Verena Schmid in ihrem Buch "Der Geburtsschmerz" sehr
plastisch:
"Die Industriegesellschaften geben einen konzentrierten Lebensrhythmus
vor, der auf Produktion ausgerichtet ist. Darin ist kein Raum vorgesehen
für die irrationalen Aspekte des Lebens, für einen individuellen
Rhythmus in Einklang mit den Zyklen der Natur. Zeit hat einen wirtschaftlichen
Wert und ist somit zielgerichtet. Alle Lebensprozesse sollen linear
verlaufen und haben ein einziges Ziel: ständiges Wohlbefinden,
ohne Höhepunkt und ohne Tiefpunkte. Es gibt in diesem Lebenskonzept
weder Raum noch Verständnis für Schmerz. Die einzig anerkannten
Anstrengungen sind wirtschaftlicher Art. Die Möglichkeit des
Todes erschreckt und wird mit falschen Versprechungen von falschen
Sicherheiten verdrängt. So wird auch der Schmerz linienförmig,
verliert seinen Rhythmus und wird chronisch. Das Verständnis
für das Leiden, für seine polarisierende Funktion im Rhythmus
des Lebens geht verloren, genauso wie die Möglichkeit, den
Schmerz auszudrücken und zu durchleben."
Vor diesem Hintergrund ist sowohl das Erkennen als auch das "Hochübersetzen"
von Leibwahrnehmung ins Verbale eine Kunst für sich. Dies zu
können, bedarf es vieler günstiger Voraussetzungen. Im
idealen Fall spiegelt die Mutter oder der Vater die Befindlichkeit
eines Kindes und sagt zum schmerzlichen Gesichtsausdruck etwas wie
"Was hat mein Kind für einen Schmerz?", "Was
tut dir weh?" Wenn sich das Kind durch Gestik, Mimik, Tonfall
verstanden fühlt, dann kann es diese Worte zu seinem Erleben
zuordnen. Dann kann es dieses später auch verbal benennen.
Dies erweitert sein Repertoire sich auszudrücken, sich sowohl
Mitgefühl schenken zu lassen, als auch selbst Mitgefühl
zu schenken.
Ein
Beispiel aus der deutschen Dichtung in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts zeigt, welche Möglichkeiten sich durch Verbalisierung
von Schmerz eröffnen können. Heinrich Heine fasste seinen
Liebeskummer in folgende Worte:
Und
wüßten's die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen zu heilen meinen Schmerz.
Und
wüßten's die Nachtigallen
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.
Und
wüßten sie mein Wehe,
Die goldenen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.
Sie
alle könnens nicht wissen,
Nur eine kennt meinen Schmerz:
Sie hat ja selbst zerrissen,
Zerissen mir das Herz.
Heine
spricht vom tief verwundeten Herz, er fühlt sich traurig, krank,
er spricht von seinem Weh, seinem Schmerz und davon, dass sein Herz
zerrissen sei. Indem er diesen Schmerz so intensiv beschreibt, ist
er schon auf dem ersten Schritt zur Heilung.
Solche verinnerlichten Interaktionsmuster, die abrufbar sind und
uns Menschen helfen, unsere Befindlichkeit und unser Verhalten zu
steuern, nennt die neue Säuglingsforschung (Stern) "Repräsentation
einer Interaktion, die generalisiert ist" (RIG).
Bei Heine, das legen seine Worte und mit Worten beschriebene Bilder
nahe, gibt es generalisierte Repräsentationen von mitfühlenden
Interaktionen. Die ganze Natur nimmt potentiell Anteil an seinem
Schmerz, spendet ihm Trost und Heilung: Die Blumen, die mit ihm
weinen, die Nachtigallen, die einen erquickenden Gesang anstimmen,
die Sterne, die zu ihm kommen um ihm Trost einzusprechen. Über
tröstende RIGs ist ihm das innerlich trostspendende Zusammensein
mit einer Gefährtin möglich: mit Mutter Natur in ihren
Geschöpfen. Je nach eigenem Zugang zu Natur und Spiritualität
fühlt der Mensch um dieses Wissen und findet so Handlungsstrategien
um Schmerzliches ausdrücken zu können.
Körperkontakt
kann den Schmerz lösen
Um
großen, oder wie Heine sagt "übergroßen"
Schmerz zulassen zu können, braucht der Mensch also mitfühlende
Wesen, sei es als innerliche Repräsentationen oder als reale
menschliche Wegbegleiter. Dann kann er neue positive RIGs aufbauen.
Davon sind wir in der integralen leibarbeit schon immer ausgegangen.
Erfreulich ist, dass unsere Annahme nun von wissenschaftlicher Seite
bestätigt wird: Sowohl die neue Säuglingsforschung als
auch die neuere Hirnforschung, repräsentiert durch Joachim
Bauer1, haben herausgefunden: Innere Ressourcen, positive RIGs,
können jederzeit aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang betonen
beide Forschungszweige heute die Wichtigkeit von Leiberfahrungen,
von guten, angemessenen Körperkontakten, von ganzheitlich sinnlicher
Erfahrung und Wahrnehmung. (.............).
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 34 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 34
zum Thema
"Schmerz"
Autorin:
Dorothee Maria Scheiing, Düsseldorf
Heilpraktikerin
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Schmerz
ist Ausdruck von Selbst-Entfremdung
Schmerztherapie in der Traditionellen Chinesischen
Medizin
DIE MÖGLICHKEITEN, SCHMERZEN ZU LINDERN ODER
GAR VOLLSTÄNDIG ZU UNTERDRÜCKEN, WAREN LANGE ZEIT DAS
AUSHÄNGESCHILD DER AKUPUNKTUR, NICHT ZULETZT DURCH SOLCH SPEKTAKULÄRE
BERICHTE WIE BAUCHOPERATIONEN UNTER ALLEINIGER AKUPUNKTURBETÄUBUNG.
FÜR EINEN ZEITLICH BEGRENZTEN SCHMERZ MIT EINDEUTIGER URSACHE
REICHT ES AUCH TATSÄCHLICH AUS, DIE NADELN AN DEN STRATEGISCH
WICHTIGEN STELLEN GEKONNT ZU SETZEN UND ZU MANIPULIEREN, UM DEN
SCHMERZ NICHT ZUM BEWUSSTSEIN VORDRINGEN ZU LASSEN. ABER GENAUSO
WENIG WIE MAN EINE PATIENTIN DAUERND UNTER NARKOSE STELLEN KANN,
KANN MAN SIE IN DAUERNADELUNG HALTEN, OHNE DIE WIRKUNG ZU TORPEDIEREN
ODER ANDEREN SCHADEN ANZURICHTEN.
So sind die Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen
Schmerzen weitaus komplexer, dies umso mehr je geringer die körperliche
Ursache für diesen Schmerz ausfällt. Wir beschäftigen
uns im Folgenden daher vor allem mit dem chronischen Schmerz, der
mal hier und mal dort auftritt, aber immer präsent ist und
das Leben beherrscht. Auch wenn er auf eine Region fixiert ist,
steht sein Ausmaß oft in keinem Verhältnis zur tatsächlichen
Beschädigung des Gewebes.
Moderne Wissenschaften, wie die Psychoneuroimmunologie
und die Gesundheitspsychologie erforschen zur Zeit die körperlich-seelisch-geistigen
Zusammenhänge dieses Schmerzes, und kommen zu denselben Erkenntnissen
wie sie in chinesischen Schriften bereits vor mehr als tausend Jahren
formuliert wurden. Wichtig finde ich hier vor allem, dass seelische
und körperliche Schmerzen in den gleichen Regelkreisen verarbeitet
werden und deshalb austauschbar sind, bzw. sich wechselseitig hervorrufen
können. Und das das Symptom Schmerz diagnostisch am wenigsten
auf einen körperlich klar umrissenen Schaden hinweist, der
mehr oder weniger gut flickbar ist, sondern vielmehr auf eine biographische
Geschichte von emotionaler Vernachlässigung, sozialer Isolation
oder andere traumatische Erlebnisse wie frühkindliche Trennung
vom Elternhaus, Missbrauch, Mobbing, usw., die dazu führen,
dass auch alltägliche Belastungen nicht mehr gut verarbeitet
werden können.
Emotionale Belastungen oder Erlebnisse, die nicht
angemessen verarbeitet werden können (= ausgeschieden oder
assimiliert) führen zu einer Abschirmung vor den damit verbundenen
Gefühlen, um weitere Verletzung zu verhindern. Bleibt dieser
Zustand länger bestehen, wird der Mensch in seiner Lebendigkeit,
die freie Entfaltungsmöglichkeiten in allen Lebensbereichen
erfordert, behindert. Ein Abbremsen der eigenen Lebendigkeit führt
zwangsläufig zu einem Abbremsen der freien Bewegung des Qi
und umgekehrt, ein Teufelskreis entsteht. Je weniger Gestaltungsmöglichkeiten
des eigenen Lebens eine Patientin sieht oder hat, umso stärker
sind voraussichtlich ihre Symptome.
Auswirkungen auf der psychischen Ebene:
Jede traumatische Erfahrung blockiert die Bewegung des Qi und damit
die Verbindung zwischen Yin und Yang in einem oder mehreren Wandlungsphasen.
Dies hat zur Folge, dass die Qualität dieser Wandlungsphase
nicht oder nur unzureichend gelebt werden kann, weil der Yang-Aspekt
(Agieren in der Welt) nicht sehen kann welches Begehren im Yin-Aspekt
liegt. Bei frühkindlichen Traumatisierungen wird die Verbindung
zwischen Herz und Niere blockiert und damit die Möglichkeit,
ein authentisches Gefühl für das eigene Selbst und die
eigenen Grenzen zu entwickeln. Der weitere Lebensweg orientiert
sich nicht länger am eigenen Begehren. Vermeintliches Sollen
tritt an die Stelle von bewusstem Wollen, weil dieses nicht mehr
erinnert wird. Bei Traumatisierungen nach dem 18.Lebensjahr greifen
die Auswirkungen in der Regel nicht mehr so tief, weil die Grenze
zwischen dem Selbst und der äußeren Welt ausgebildet
ist.
Die Herz-Niere-Achse ist die Grundlage für das "authentische
Selbst" oder die "ursprüngliche Natur" (= De)
jedes Menschen. Das Schriftzeichen für De zeigt einen sich
frei bewegenden / handelnden Menschen, dessen Wahrnehmung der Welt
mit der Wahrheit des Herzens übereinstimmt (nicht von der eigenen
Intuition abweichen lässt). Eine Störung äußert
sich beispielsweise auch im posttraumatischen Stresssyndrom.
Auswirkungen auf der physischen Ebene:
Dort wo das Qi stagniert können auch die Körperflüssigkeiten
nicht mehr fließen und es bildet sich ein Konglomerat aus
Qi, Blut und Schleim mit Fülle auf der einen und Leere auf
der anderen Seite. Das im Bereich des Konglomerats und das dahinter
liegende Gewebe wird nicht mehr ausreichend versorgt und es entsteht
Schmerz. Zeit und Ort des Auftretens und die Qualität des Schmerzes
zeigen, welche Wandlungsphasen und welche Substanzen von der Stagnation
betroffen sind und ob es sich um einen Fülle- oder Leere-Schmerz
handelt.
Um zu einem geeigneten Behandlungskonzept zu gelangen
ist neben dieser symptomatischen Diagnose aber auch eine Erhebung
des Lebensweges, mit Schwerpunkt auf die frühe Kindheit, die
Zufriedenheit mit dem sozialen Umfeld (Arbeit, Familie, Freunde)
und der Zeit, in der die Schmerzen begannen, notwendig.
Mit der therapeutischen Auflösung der Stasen
kommt die Erinnerung an die Gründe für ihre Entstehung
zurück (Gefahr der Retraumatisierung). Darum setzt sich die
Behandlung aus drei Teilbereichen zusammen:
* Herstellen einer therapeutischen Beziehung in der sich erwünschte
Ergebnisse auch ereignen können. Dazu gehört auch langsames
Vorgehen und das Thematisieren von Erleben
* Akupunktur und Gua Sha um die Blockaden (Substanzen, Emotionen)
zu lösen und Pathogene (alles was nicht assimiliert werden
kann) auszuleiten
* Erarbeiten wie Wohlbefinden für die Patientin aussieht, um
den Fokus auf Positives zu lenken. Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Eventuell ist auch die Empfehlung einer begleitenden Psychotherapie
sinnvoll.
Bei jeglicher Form von Schmerzen gilt zusätzlich:
* Reduzierung von kalter und saurer Nahrung und Getränke und
von Kaffee
Kälte verursacht Kontraktion und damit Stagnation
Sauer führt zu intensiverer Wahrnehmung der Schmerzen und macht
nervös
Kaffee erhöht Ausscheidung (Mineralien, Vitamine) und erschöpft
die Nieren
* ausreichender Schlaf und Ruhepausen, um nicht unnötig Blut
zu verbrauchen
* energetisch hochwertige Nahrung und Getränke zur Neubildung
von Qi und Blut
* gründliches Entrümpeln in allen Bereichen schafft freie
Sicht
* Hitziges und Erhitzendes meiden bewahrt das Blut
Grundlagen
Um zu verdeutlichen warum die gewählten therapeutischen
Interventionen sowohl dem physischen als auch psychischen Erfordernis
der Patientin gerecht werden, möchte ich an dieser Stelle kurz
einige theoretische Grundlagen klären.
Der San Jiao (= Dreifacher Erwärmer: oberer (Feuer, Metall)
mittlerer (Erde, Holz) und unterer (Wasser, Holz)) stellt das Kommunikationssystem
zwischen Innen und Außen und allen Wandlungsphasen dar. Seine
physiologische Gestalt, Cou Li, entspricht den Faszien, die die
gesamte Körperoberfläche, alle Gewebe und Organe nicht
nur wie eine schützende Hülle umkleiden, sondern auch
miteinander verbinden. Die subcutanen Faszien sind daher ein Ort
an dem sichtbar werden kann, was im Inneren vor sich geht und über
den innere Blockaden und Störungen aufgelöst werden können.
Die Fähigkeit des San Jiao ist es tragfähige soziale Beziehungen
aufzubauen. Traumatisches Erleben jenseits des 18. Lebensjahres
wird durch den San Jiao vom Herzen ferngehalten.(.............).
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 34 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin
Autorin: Maria
Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin, Körperpsychotherapeutin (DGK)
www.frauenkulturforschung.de
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Kompetenz
in Frauenhand
Liebe
LACHESIS-Frauen, geschätze Kolleginnen aus anderen Verbänden,
geschätzte Politikerinnen, liebe Teilnehmerinnen, ein herzliches
Danke an das Organisationsteam, die mich mit der ehrenvollen Aufgabe
betraut habenm, die Eröffnungsworte zu sprechen!
Vor
7 Jahren, im Januar 1997, eröffneten wir den 1. bundesweiten
Frauennaturheilkundekongress in Köln. Ich gedenke an dieser
Stelle Dorisa Schadow, die damals in ihrer Eröffnungsrede den
Wunsch in die Welt geschickt hat, LACHESIS möge in 10 Jahren,
also 2007, 1000 Mitfrauen haben. Ich schließe mich ihrem Wunsch
gerne an und hoffe, dass auch dieser Kongress viele Heilpraktikerinnen
begeistern kann, heimisch zu werden in unserem Berufsverband.
Ich
pendle in meiner Rede zwischen der Kongressbotschaft von 1997 und
der Botschaft dieses Kongresses. Wie auf einer Schaukel erhasche
ich dabei Blicke in die Zukunft von LACHESIS. Natürlich
heilen Frauen stellten wir 1997 fest und die Doppeldeutigkeit
des Wörtchens natürlich wurde verstanden. Mit der Botschaft
Kompetenz in Frauenhand, haben wir Sie und euch heute
nach Berlin eingeladen. Beide Titel drücken aus, was LACHESIS
- Frauen in den letzten 17 Jahren, seit der Gründung des Verbandes,
aufgebaut haben:
-
POLITISCHE KOMPETENZ
Wir
wissen und achten, dass die historischen Wurzeln des Heilwissens
bei den Frauen liegen, und wir haben es geschafft, aus dieser unterdrückten
und verfolgten Geschichte herauszuwachsen und einen Berufsstand
der Heilpraktikerinnen zu gründen und zu gestalten. Vertreterinnen
von LACHESIS sind heute geschätzte Mitfrauen diverser Fachkommissionen.
-
BERUFLICHE UND PERSÖNLICHE KOMPETENZ
Es
gibt wohl kaum eine Heilmethode, die nicht von einer LACHESIS-Frau
angewendet wird. Was mich immer wieder freut, ist die Feststellung,
dass LACHESIS-Frauen wenig den Modetrends von Heilmethoden verfallen.
Unsere Fortbildungen innerhalb und außerhalb des Verbandes
sind getragen vom Wissen, dass persönliches und professionelles
Wachstum einander bedingen. LACHESIS zeigt: Berufliche und persönliche
Kompetenz lässt sich weder als Mode erwerben noch als Trend
von gestern ablegen!
LACHESIS
hat seit dem letzten Kongress eine Struktur erarbeitet, in der unsere
Werte unser Rückgrat sind, die Mitfrauen mit ihren Kompetenzen
sichtbar sind, wir gegenüber der Öffentlichkeit wissen,
wann wir mit Stöckelschuhen und wann wir im Anzug erscheinen.
Und
jetzt, wie gehen wir weiter? Legen wir die Hände in den Schoß
und verwalten das Erreichte? Oder ziehen wir uns angesichts der
Probleme dieses Landes und der Weltprobleme in den Vorruhestand
zurück und organisieren gesunde feministische Kaffee- und Kuchenfahrten?
Diese Entwicklung wünsche ich uns nicht!
Die
gesellschaftliche Realität ist seit dem letzten Kongress sichtbar
und spürbar eine andere geworden. Auch das Organisationsteam
hat das in der sinkenden Anzahl der Teilnehmerinnen zu spüren
bekommen. Wir treffen in unserem Land bereits die ersten Menschen,
die sich Gesundheit nicht mehr leisten können. Die soziale
und bildungspolitische Fraueninfrastruktur, für viele von uns
sind das wichtige Arbeitgeberinnen, ist zum größten Teil
weggekürzt worden. Wenige Frauenbildungseinrichtungen kämpfen
auf dem Markt um die noch zahlungsfähigen Kundinnen. Wie viele
ausgebildete Heilpraktikerinnen wagen sich heute noch in die Vollselbständigkeit?
Hut ab, vor all den Frauen, die die Praxisgründung überhaupt
noch wagen, sei es als Haupt- oder Nebenerwerb.
Mit
der Frage: Wie kann unser Berufstand in der veränderten gesellschaftlichen
Situation wirken? muss LACHESIS die nächsten Ziele formulieren.
Dazu brauchen wir mehr als das Feiern der Erfolge. Wir brauchen
Mut unsere Veränderung zu gestalten, Zähigkeit und Risikobereitschaft!
Und ich meine, mit unserem Wertpapier sind wir dafür gut gerüstet!
Deshalb
möchte ich den beiden Werten Wandel und Feminismus während
dieses Kongresses besondere Aufmerksamkeit schenken. Ich beabsichtige
damit, dass uns, die wir schon länger am Aufbau von LACHESIS
arbeiten, immer wieder klar ist, wie kostbar und wegweisend unser
Wertpapier ist. Andere Verbände beziehen sich mittlerweile
darauf, auch meine Fortbildungsgruppen schließen sich mit
viel Respekt diesen Werten an. Denjenigen Frauen, die uns heute
das erste Mal - und hoffentlich ja nicht das letzte Mal besuchen,
möchte ich die Gelegenheit geben, sich mit unseren Werten vertraut
zu machen, und lade sie herzlich ein, sich an der Diskussion, welche
nächsten Ziele LACHESIS wie bearbeiten soll, teilzunehmen.
Vor
allem aber möchte ich aufzeigen, dass wir gut daran tun, unsere
Werte zu hüten. Sie sind von solch einem weitsichtigen Geist
getragen, dass es sich nicht lohnt, sie für all die kurzfristigen
Konzepte, heißen sie nun Globalisierung oder Staatsreform,
zu opfern. Unsere Werte sind formuliert auf dem Boden der täglichen
Erfahrung, einer lebendigen fühlbaren Welt, die bewohnt und
gestaltet und bedroht wird von Menschen. Sie sind formuliert in
einer Welt, in der Pflanzen, Tiere, Steine und Bäume uns ihre
heilende und zerstörende Kraft schenken und sich je nach Umweltgegebenheiten
anpassen, verändern oder aussterben. Und das ist die reale
Welt, die noch 100 weitere Gesundheitsreformen überdauern wird,
und die für viele von uns die Quelle unseres Wirkens ist. Was
wir meiner Meinung nach machen müssen ist, mehr und mehr, differenzierter
und genauer, unsere Werte in unserem Handeln stabilisieren, so dass
sie uns ein Kompass sein können, auf unserer weiteren LACHESIS-Reise!
DIE
WERTE SIND UNSER RÜCKGRAT
In
unserem Wertpapier steht unter dem Titel "WANDEL: Wir würdigen
den Zyklus von Werden, Wachsen und Vergehen. Wir verstehen Gesundheit
und Krankheit und Tod als Teil dieses Prozesses".
Wie
hilft uns dieser Wert heute, inmitten von Landespolitik und Alltag,
welche Orientierung kann er uns geben, um unseren Platz als Heilkundige
in der Welt zu bestimmen? Dieser Frage sich zu stellen, setzt voraus,
dass wir Werden, Wachsen und Vergehen gleichzeitig denken und uns
immer mehr befähigen, diese Gleichzeitigkeit zu atmen und zu
fühlen. Wir brauchen aber auch Mut, Vergehen zu lassen, denn
Sterben ist immer mit schmerzhaften Abschiedenn verbunden. Wir brauchen
mehr als die Angst, unsere Brötchen könnten angesichts
leererer Praxen und dünnerer Seminarbelegung knapper werden.
Klugheit und vor allem Erfinderinnengeist sind gefragt, um mitten
im Vergehen das Neue zu entdecken. Die Ehrung der Weisheit des Alten
und die ungestüme junge Unbekannte müssen gleichzeitig
ihren Platz in unserer Welt bekommen.
Die
Illusion, dieser Staat würde unsere Welt fördern und anerkennen,
ist mit der Rot / Grünen - Regierung definitiv geplatzt, halten
wir uns mit dem Lamentieren darüber nicht länger auf!
Setzten wir bei dem an, was wir können: Unbekannte Wege erschließen,
Frechheit und zivilen Ungehorsam zur Tugend zu machen. In unseren
Klientinnen haben wir dabei gute Vorbilder. Ihre Heilungswege verlaufen
weder angepasst noch berechenbar. Oft brauchen sie eine große
Portion Mut und eine hohe Risikobereitschaft, um ihrer Krankheit
und ihren Schmerzen zu begegnen. Wohin sie dieser Weg führt,
wissen sie genauso wenig wie wir wissen, wie hoch unsere Altersrente
sein wird! Unsere Klientinnen kommen zu uns, weil sie sich dieser
Welt von Werden und Vergehen, anvertrauenn wollen - oder oft genug,
aufgrund von lebensbedrohlichen Erkrankungen, anvertrauen müssen
(..............).
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 33 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin
Autorin: Eva
Mosheim-Heinrich
Heilpraktikerin
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Das
Klimakterium
Behandlungswege mit westlichen Heilpflanzen in der
traditionellen chinesischen Medizin
Bei einer gesunden Frau verläuft der Übergang oder
"Wechsel" zwischen Menstruation un der zeit danach allmählich
und sanft, ohne Probleme oder nur mit wenigen kleinen "Unpässlichkeiten".
Es ist aber hinreichend bekannt, dass bei uns im Westen dieser Wechsel
alles andere als symptomlos und sanft verläuft.
Über 75 % der Frauen leiden an den bekannten Symptomen wie
- Hitzewallungen,
Nachtschweiß, Schlafstörungen
- Depressionen,
Angstzustände, Unruhe, emotionale Labilität
- Müdigkeit,
Erschöpfung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Übergewicht
- Blutungen
- Sehnenschwäche,
Gelenkschwäche oder -steifheit, Krämpfe
- Vaginale
Trockenheit, Vaginalinfektionen, Zellveränderungen, Libidomangel
- Osteoporose
- Schwindel,
Bluthochdruck
- Augenprobleme
(Konjunktivitis, unklare Sicht), Kopfschmerzen, Tinnitus
- Ödeme,
Blasenschwäche, Harninkontinenz
- Kalte
Extremitäten
- LWS-Schmerzen
usw.
Diese
Zeit des Wechsels kann Monate oder Jahre dauern. Viele Frauen halten
dies für normal. Aber ein Klimakterium mit Problemen ist keinesfalls
normal, sondern ein Zeichen für unausgeglichene Energien, die
behandelt werden sollten.
Der Schulmedizin mangelt es an plausiblen Erklärungen für
die vielseitige Symptomatik. Demnach gibt es auch keine vernünftigen
Therapievorschläge außer der Östrogensubstitution.
Hierdurch erfahren die Frauen zunächst einmal eine Zeitlang
eine subjektive Besserung einiger Symptome. Auf lange Sicht zeigen
sich jedoch die Nachteile, nämlich höhere Risiken für
Brustkrebs und Uteruskrebs, sowie erhöhte Thrombose-Gefahr
usw.
Da Östrogenersatz + Progesteron dieselben Nebenwirkungen wie
die Pille hat, nämlich Blutstase allgemein und vor allem im
chong mai, ist die mögliche Genese von Blutstase-Carcinomen
nicht zu verleugnen. Kommt jetzt noch Leber-Qi-Stagnation
hinzu, so ist diese Entwicklung gefährlich. Ein weiteres Problem
ist die Hormoneinnahme von Östrogen + Progesteron. Der Körper
hat seinen jing-Verlust ja mit dem Abbruch der monatlichen
Blutung beantwortet. Die künstliche Verlängerung der Menstruation
ist daher eine weitere Auslaugung des jing.
JING,
QI, BLUT UND DAS ALTERN
Wenn eine Frau jung und gesund ist, so produziert sie einen Überschuss
an qi und Blut. Nachts wird dieser Überschuss in postnatale
Essenz oder erworbenes jing umgewandelt und in den Nieren
gespeichert. Solange der Organismus gesund ist, wird diese Überproduktion
von qi und Blut und die Speicherung von jing aufrechterhalten
und führt zur Menstruation, d.h. die Mens ist dieser Überschuss.
Alle 28 Tage ist das Gefäß mit Blut aufgefüllt und
fließt über.
An der Bildung von Blut sind drei Organe beteiligt: Milz, Nieren
und Herz. Sie produzieren gemeinschaftlich tian gui, das
himmlische Wasser. Die Milz destilliert gu qi aus Nahrung
und Flüssigkeiten und schickt es zum Herzen. Hier wird es rot
gefärbt, d.h. seine letzte und feinste Transformation erfährt
es im Herzen. Über den bao mai wird es zum Uterus gebracht.
Gleichzeitig stellen die Nieren eine kleine Menge von jing
zur Verfügung, die zum Herzen geschickt wird. Es ist die energetische
Grundlage für den Transformationsprozess in reines Blut.
Ab etwa dem 40. Lebensjahr beginnt der Organismus durch Alterung
schwächer zu werden, es werden weniger qi und Blut produziert.
Der Überschuss nimmt ab, ren mai und chong mai werden
langsam leer und als Folge muss an der Menstruation gespart werden.
Außerdem kann jetzt das pränatale jing nicht mehr
so ausreichend mit postnatalem jing aufgefüllt werden
- es geht an die Substanz. Würde die Menstruation jetzt weiter
fließen, d.h. würde weiterhin der chong mai den
bao gong (= Uterus) mit Blut füllen, so würde die
Niere komplett ausgelaugt und die Frau würde vorzeitig altern.
Das Klimakterium ist also eine notwendige Sparmaßnahme des
Organismus. Wird die Mens eingespart, so muß nicht so viel
Blut und pränatales jing verbraucht werden. Auf diese
Weise kann eine Frau weitere lange Jahre gesund bleiben. Obwohl
das Klimakterium also ein Alterungsprozess ist, verlangsamt es das
Altern durch Einsparung von unnötigem Blut- und jing-Verlust.
TCM-GRUNDLAGEN
Da yin und yang im gesunden Organismus in einem dynamischen
Gleichgewicht stehen, muss das yin-yang-Paar qi und
Blut auch im Gleichgewicht sein. Wenn nun die Milz weniger Blut
bildet und das yin weniger Körpersäfte, gerät
das dynamische Gleichgewicht zwischen qi und Blut und zwischen
yin und yang aus der Balance, d.h. qi und yang
sind im Uberschuss und yin und Blut fehlen. Diese Tatsache
ist im Grunde genommen verantwortlich für die meisten Probleme
des Alterns, wobei konstitutionelle Probleme jedes einzelne Bild
abwandeln können.
Wenn nun diese Tatsache des allgemeinen Abnehmens von yin, jing
und Blut mit dem Faktor Stress, Überarbeitung und emotionale
Belastung zusammen kommt, so wird die Schere zwischen qi-yang
und yin-Blut weiter auseinander klaffen und die klimakterischen
Probleme werden schlimmer. Zunächst einmal zeigen sich allgemeine
Symptome von Nieren-yin-Leere. Da aber das yang das
yin als Wurzel braucht wird bei einer Nieren-yin-Leere
auch das Nieren-yang abnehmen. Und da weiterhin die Niere
die Basis für alles yin und yang im Körper
ist, wird eine Leere der Niere eine Leere aller zang und
fu nach sich ziehen
Man fragt sich nun, warum es Frauen gibt, die überhaupt keine
klimakterischen Probleme haben und andere extrem leiden. Genetische
Ursachen spielen natürlich auch eine Rolle. Manche haben eine
stärkere Konstitution, gesündere Organe, stärkere
Nieren als andere. Auch die Frage, wie wir in der Vergangenheit
mit unseren Energien umgegangen sind, haben wir geraucht, Alkohol
getrunken, schlecht gegessen, wenig Bewegung gehabt etc, spielt
eine Rolle.
Generell kann man sagen, dass alle Formen von Stagnationen zu schwerwiegenderen
klimakterischen Problemen führen. Es können Stagnationen
von qi, Blut, Nahrungsmitteln, Feuchtigkeit, Schleim und
Feuer auftreten. Jede dieser Stagnationen kann mit einer anderen
reagieren und ein komplexes Bild erzeugen. Im Klimakterium ist qi-Stagnation
das zentrale Problem, vor allem Leber-qi-Stagnation(..............).
(Ende
der Leseprobe)
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Zeitschrift Nr. 33 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 33
zum Thema
"Kompetenz in Frauenhand"
2. Frauennaturheilkundekongress in Berlin
Autorin: Luisa
Francia
www.salamandra.de
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Heilkrampf
Kann
man etwas gegen Heilung einwenden? Einen gesunden Körper zu
haben, inst doch erwünscht. Heilung ist das, was alle suche.
Heilung ist auch ein gutes Geschäft un der Megatrend im Wellness-/Esotherik-Bereich.
Was könnte ich wohl gegen Heilung haben? Gar nichts, um das
schon mal vorwegzunehmen.
Ich
wurde im letzten Jahr von einer Gesellschaft für Schamanismus
und Heilung eingeladen, bei einer Veranstaltung mitzuwirken, in
der SchamanInnen aus aller Welt ihr Wissen zusammentragen und ihre
Rituale durchführen sollten. Zuerst fand ich diese Idee sehr
anregend. Ich fühlte mich natürlich auch geschmeichelt,
als einzige Deutsche "auserwählt" zu sein, obwohl
ich weiß, dass es vollkommener Blödsinn ist, dass ich
etwa Deutschlands einzig erwähnenswerte Schamanin sein soll.
Ich bin ja gar keine. Ich bin eine wilde Frau, die von vielen wertvollen
Verbündeten aus Natur und Umwelt lernte und dieses Wissen auch
gebrauchen kann.
Je länger ich mich mit Hintergrundmaterial zu dieser Tagung,
mit Schamanismus, mit früheren Veranstaltungen und Heilritualen
beschäftigte, umso suspekter wurde mir der ganze Zirkus. Plötzlich
tauchen in meinem Kopf die Exoten-Schauen wie die Weltausstellung
bei der letzten Jahrhundertwende auf, wo Indianer und Eskimos vorgeführt,
ihre Rituale bestaunt wurden. Die koreanische Schamanin auf dem
Kongress in Garmisch tauchte in meinem Gedächtnis auf. Sie
hatte einen Mann mit einem spektakulären und sexuell eher grenzwertigen
Ritual in Trance versetzt, war dafür heftig kritisiert worden
und in einem Film über Schamanismus (Aufbruch in die dritte
Dimension) ziemlich heruntergeputzt worden. Auch dachte ich an eine
Veranstaltung vor vielen Jahren der amerikanischen Ureinwohnerin
Kayenteles. Während sie ihre Thesen entwarf, zischte eine Frau
ihrer hingerissenen Freundin zu: ich sage dir das auch immer, aber
von mir willst du es ja nicht akzeptieren.
Zur
Heilung gehört eben auch der Heilungsauslöser, das Öffnen
der Verschlüsse im eigenen Organismus, die Heilung verhindern.
Und diese Öffnung wird seit Alters her eher von spektakulären
Events, von "Wundern", von "Wunderheilern",
von Koryphäen bewirkt, als von der Hausmeisterin, von der Nachbarin
oder von einer Person, die nichts weiter mitbringt als logisches
Denken, Vernunft und ein bisschen Mutterwitz. Was mir bei der Ausschreibung
dieser Veranstaltung völlig fehlte, war eine kritische Einschätzung
der Konsumhaltung, die die Eso-Szene den "Schamanen" und
"Schamaninnen" entgegenbringt. Kein Wort darüber,
dass spektakuläre Inszenierungen - eine gute Show also - verblüffende
Wirkungen nur für einen kurzen Zeitraum bewirken können
(und das ist immerhin weltweit hinlänglich bewiesen). Und kein
Wort auch darüber, wie Menschen krank werden oder wie sie überhaupt
nur gesund werden können. Ist es wirklich sinnvoll, Menschen
zusammenzutrommeln und ihre diversen Wehwehchen zu bearbeiten, anstatt
anzuregen, Selbstvertrauen, eine profunde Kenntnis ihres eigenen
Körpers und ein gesundes Misstrauen spektakulären Heilerinnen
gegenüber zu entwickeln?
Die
exotische Power der eingeladenen Zauberkundigen, atemberaubende
Heil-Events und eine klare Unterscheidung zwischen dem Publikum
(also den Normalos) und den Schamanlnnen (also den Auserwählten)
garantieren bei solchen Tagungen Massenzulauf und die eine oder
andere unerwartete kurzzeitige Besserung oder Heilung eines Leidens.
Philosophisch vorbereitet werden solche Wunder durch kräftiges
Anpreisen des Erwünschten, "hat viele Menschen von scheinbar
unheilbaren Leiden geheilt" oder "gilt als großer
Schamane" oder "wird von Fachleuten als seriöser
Schamane gesehen".
Nehmen wir ruhig mich zum Beispiel: Ich wurde vom Spiegel als einzig
ernstzunehmende Magierin Deutschlands bezeichnet. Nur - woher will
der Spiegel das wissen? Und: ist der Spiegel tatsächlich die
geeignete Instanz, schamanische Brillanz zu bewerten? Und was soll
das alles mir sagen? Oder gar anderen Menschen, die sich jetzt vielleicht
mir ausliefern und gar nicht wissen, was für eine oberflächliche
Schnepfe ich sein kann?(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 33 geweckt?

nach
obe
Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"
Autorin: HP
Dr. Ingrid Olbricht
Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie
und Psychiatrie, Gründungsmitglied von WAP und AKF
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Trauma,
Posttraumatische Belastungsstörung und Traumatherapie
Der
Begriff "Trauma" wird derzeit inflationär benutzt,
daher ist eine korrekte Definition und eine Unterscheidung zwischen
Belastung, Stress und Trauma notwendig.
Traumaerfahrungen
sind immer mit Ereignissen verbunden, die außerhalb des Rahmens
normaler menschlicher Verarbeitungsmöglichkeiten liegen und
die für jeden Menschen seelisch extrem belastend und qualvoll
sind. Das Selbst wird überflutet von Reizen, Affektstürmen
und Katastrophenerfahrungen. Durch ein Trauma wird die körperliche
Unversehrtheit oder das Leben bedroht, die Betroffenen erleben sich
als Opfer schrecklicher, unfassbarer Ereignisse, denen sie hilflos
ausgeliefert sind. Handeln hat keinen Sinn mehr, weder Widerstand
noch Flucht sind in traumatischen Situationen möglich. Das
Selbstverteidigungssystem ist extrem überfordert, es kommt
zum Zusammenbruch und zur temporären oder dauerhaften Zerstörung
des komplexen Selbstschutzsystems.
Traumen können äußere Einwirkungen sein wie Naturkatastrophen
oder Unfälle, zum Beispiel Bergwerksunfälle oder Verkehrsunfälle,
Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Feuer, usw.. Sie können
Begegnungen mit extremer Gewalt und Auslieferung darstellen, wie
zum Beispiel bei Folteropfern, politischen Gefangenen, Soldaten
mit besonders belastenden Kriegserlebnissen, Asylbewerbern, Geiseln
und besonders bei Überlebenden von Konzentrationslagern. Sexuelle
Misshandlung, wie bei der sexuellen Traumatisierung in der Kindheit
oder bei der Vergewaltigung, verschlimmert die Auswirkungen der
Traumatisierung. Eine andere Traumatisierungsmöglichkeit ist
das Erleben extremer Defizite wie bei Verwahrlosung, frühen
gewaltsamen Verlusten von Bezugspersonen und Heim- oder Gefängnisaufenthalte,
Lager. Oft werden kombinierte Traumen erlebt, insbesondere auch
bei der Traumatisierung von Kindern durch sexualisierte Gewalt.
Das Trauma gibt es nicht. Es gibt akute und chronische Gewalterfahrungen,
seelische und körperliche Traumata, die jedoch meist kombiniert
einwirken, es gibt direkte und indirekte Gewalt. Es gibt daher auch
körperliche und seelische Folgen, sie können zeitnah sein
oder als Spätfolgen auftreten und sind sehr unterschiedlich.
Das
Ausmaß der akuten und chronischen Reaktionen wird mitbestimmt
durch die Merkmale der traumatischen Situation, durch Schwere, Dauer
und Häufigkeit des Traumas und des erlebten Kontrollverlustes
sowie durch die vorher entwickelten Bewältigungskompetenzen,
also von Alter und Entwicklungsstand des betroffenen Individuums
und zusätzlich durch die Reaktionen des sozialen Umfeldes,
das Ausmaß von Schutz, Verständnis und Unterstützung
sowie eventuell dadurch, ob akut professionelle Hilfe in Anspruch
genommen werden konnte.
Die akute Stressreaktion als unmittelbare Traumafolge ist gekennzeichnet
durch Übererregung mit innerer Unruhe, Aggressivität und
Schlafstörungen, durch rekurrente intrusive Erinnerungen, tagsüber
als Flash backs, nachts als Alpträume sowie als Vermeidungsverhalten
nach innen und außen. Die akute Reaktion ist praktisch bei
allen Traumabetroffenen zu beobachten, sie nimmt üblicherweise
im Lauf von Wochen bis Monaten ab. Wenn sie sich zu irgendeinem
Zeitpunkt wieder verstärkt und intensiviert, sprechen wir von
einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die behandlungsbedürftig
ist.
Sie kann zum Auslöser für schwere Entwicklungsstörungen
werden. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine PTBS entwickelt
wird und anhält, höher, wenn das Trauma auf das Handeln
von Menschen zurückgeht, wenn es auf eine Persönlichkeit
trifft, deren Bewältigungskompetenzen nicht ausreichend entwickelt
sind, wenn es lange andauert oder sich häufig wiederholt, wenn
moralische Konflikte und Tabus eine Rolle spielen und wenn das soziale
Umfeld die Traumatisierung ignoriert bzw. das Opfer für die
erlittenen Erfahrungen entwertet.
Traumatisierte
nehmen Reize anders auf, sie ordnen anders zu als Personen ohne
Traumaerfahrungen. Hier scheinen - bei aller Komplexität der
Strukturen und der Interaktionen insbesondere zwei Hirnstrukturen
eine besondere Rolle zu spielen. Das biographische Gedächtnissystem
des Hippokampus speichert episodisch, mit moderaten Gefühlsqualitäten,
es zeichnet Informationen neutral und kontrolliert auf, integriert
und ordnet räumlich und zeitlich zu, so dass keine Gefahr besteht,
dass Gedächtnisinhalte für gegenwärtige Wahrnehmungen
gehalten werden. Die Erinnerungen werden als Wortrepräsentanz
kodiert, die Erinnerungen können also ohne weiteres in Worte
gefasst und geschildert werden. Es gibt Verbindungen zu beiden Hemisphären,
zum Sprachzentrum und zu anderen Hirnbereichen. Dieses Gedächtnis
entwickelt sich etwa ab dem 4. - 12. Lebensjahr, Ereignisse vor
der Entwicklung des Hippokampus, also in der frühesten Kindheit,
können wir sprachlich nur bruchstückhaft ausdrücken.
Dieses "Archiv" schaltet aber beim Erreichen eines bestimmten
Reizpegels ab. Wenn der Stress zu groß wird, wird dadurch
das Selbst geschützt. Dann übernimmt die Amygdala, der
Mandelkern, der in jeder Gehirnhälfte seitlich des Temporallappens
liegt, die Speicherung. Die Amygdala speichert direkt, ohne Einschaltung
der Hirnrinde, sie speichert fragmentarisch im Hier-und-Jetzt-Erleben,
sie speichert überwiegend Sinneseindrücke, also sensorische
Merkmale wie Bilder, Geräusche, Gerüche, Körpergefühle,
Affekte und begleitende Emotionen. Erinnerungen werden als Gefühlsrepräsentanzen
kodiert und sind damit verbal nur schwer zugänglich, zumal
kaum Verbindungen zu anderen Hirnanteilen bestehen. Das erklärt
auch das Nicht-verbalisieren-können oder die Schilderung von
traumatischen Ereignissen mit den immer gleichen, fast stereotypen
Worten und Sätzen. Dieses Gedächtnis ist ab der Geburt
und vielleicht bereits vor der Geburt aktiv. Die hier gespeicherten
Erinnerungen sind nicht zugänglich, nur triggerbar. Das heißt,
dass bei bestimmten Gefühlsqualitäten die Amygdala "anspringt"
diese Erinnerungen aber nicht in einen biographischen Kontext einbettet.
Sie arbeitet dissoziativ, d.h. sie kennt keine Verknüpfung
mit anderen Ereignissen und damit auch keine Vergangenheit. Die
Amygdala wird am stärksten aktiviert durch Angst, Furcht, Schrecken.
Damit ist sie auch für das emotionale und soziale Verhalten
des Menschen bedeutsam. Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht,
zeigt sich darin, wo das Erlebnis gespeichert wurde. Ein Trauma
ist nur diejenige Erfahrung, die dissoziiert gespeichert und damit
nicht in allen Qualitäten zugänglich ist. Ein "bisschen
traumatisiert" gibt es daher nicht. Die hirnbiologischen und
hirnstrukturellen Besonderheiten müssen daher sowohl bei der
Anamneseerhebung als auch insbesondere bei jeder Traumatherapie
berücksichtigt und einbezogen werden.
Die
Traumafolgen sind altersabhängig. So finden wir bei Kindern
bis zu drei Jahren nach sexualisierter Gewalterfahrung relativ unspezifische
Zeichen wie Angst und Verwirrung, Schlaf- und Essstörungen
und deutlichen Entwicklungsstörungen.
Im Vorschulalter werden Angst und Verwirrung und bereits Scham-
und Schuldgefühle sowie eine Zunahme der Aggressivität
beobachtet, ebenso ein Gefühl von Schutz- und Hilflosigkeit.
Das äußert sich in regressiven Verhaltensweisen, eventuell
wieder auftretendem Einnässen oder Einkoten, Daumenlutschen,
Unruhe, Jucken der Scheide und Masturbieren, Essstörungen,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen und Alpträumen.
Zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr können Misstrauen
und Zwangshandlungen wie Waschzwang oder exzessives Baden dazukommen,
gelegentlich schon Suizidalität, soziale Probleme im Umgang
mit Gleichaltrigen, aggressives oder sexualisiertes provozierendes
Verhalten, sozialer Rückzug, Beziehungsprobleme und Schulversagen.
Zwischen dem neunten bis dreizehnten Lebensjahr treten zusätzlich
bereits Depressionen auf, Selbstwert- und Identitätsprobleme,
Probleme mit dem Rollenverhalten, Selbstverletzungen, die Suizidalität
wird deutlicher und konkreter, die sozialen Probleme ausgeprägter,
Schuleschwänzen, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum, promiskuöses
Verhalten sowie sozialer Rückzug. Wenn Kinder nach Gewalterfahrungen
auffällig und schwierig werden, können sie dadurch zusätzliche
Probleme haben.
In der Adoleszenz schließlich wird das aggressive und autoaggressive
Verhalten noch deutlicher, zu den bereits bekannten und sich immer
deutlicher ausprägenden Symptomen können manifeste Essstörungen
im Sinne von Anorexie und Bulimie kommen, Verwahrlosung, Promiskuität,
verschiedene Abhängigkeitserkrankungen, Jugendkriminalität
sowie erhebliche Beziehungs- und Entwicklungsstörungen. Zusätzlich
zu dieser eher diffusen Symptomatik können sich eigenständige
Krankheitsbilder wie die Posttraumatische Belastungsstörung,
Dissoziative Identitätsstörungen oder Psychosen ausbilden.
Insgesamt fällt auf, dass alle Störungen sehr viel früher
in der Entwicklung auftreten können als sie üblicherweise
altersmäßig bekannt sind.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 32 geweckt?

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oben
Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"
Autorin: HP
Cornelia Beyer
Heilpraktikerin und Web-Künstlerin
www.erdgezeiten.de
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Somatic-Experiencing
nach Dr. Peter Levine
Ein grundlegender Ansatz zur Transformation von Trauma
SOMATIC-EXPERIENCING
IST EINE DIREKT AM KÖRPER ANSETZENDE METHODE ZUR BEHANDLUNG
VON ANGST UND POSTTRAUMATISCHEN REAKTIONEN
Mein
eigener Zugang zu Somatic-Experiencing (im Folgenden mit SE abgekürzt)
ergab sich aus persönlicher Betroffenheit: Im Frühjahr
99 erlebte ich auf einem Retreat einen schweren körperlichen
und psychischen Zusammenbruch, der mich zu einer in SE-ausgebildeten
Therapeutin führte. Diese Arbeit und ihre Wirkung am eigenen
Leib zu erleben, beeindruckte und begeisterte mich so tief, dass
ich mich im Herbst 99 zur dreijährigen Fortbildung bei Peter
Levine entschloss. Es eröffnete sich mir ein behutsamer Weg,
der in die Verarbeitung von Entwicklungs- und Schocktraumen (z.B.
Unfällen, Operationen, invasiven zahn-/medizinischen Eingriffen,
Diagnosen schwerer Krankheiten, Naturkatastrophen, Gewalt- und Verlusterfahrungen,
scheinbar kleinen Stürzen...) neue Perspektiven bringt.
Grundlegende
Theorie
Durch seine Forschungen mit in freier Wildbahn lebenden Tieren kam
Peter Levine zu dem Ergebnis, dass ein Trauma im Nervensystem gespeichert
ist: "durch einschneidende Ereignisse hat dieses seine volle
Flexibilität verloren. Wir müssen ihm deshalb helfen,
wieder zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurückzufinden."
(Peter Levine). Menschliche Reaktionen auf Bedrohung sind primär
instinktiv und biologisch und erst sekundär emotional und kognitiv.
Sie beinhalten 3 angeborene, im Stammhirn verankerte Überlebensstrategien:
Flucht, Kampf und Totstell-Reflex (Immobilität, Erstarrung),
die allen Säugetieren gemeinsam sind.
Was geschieht, wenn wir uns bedroht fühlen? Als erstes wird
der Orientierungsreflex auf den Plan gerufen: wir versuchen die
Gefahr zu lokalisieren, zu identifizieren und einzuschätzen.
Unsere Augen tasten die Umgebung ab, wir "stellen die Ohren
auf", um z.B. die Richtung eines Geräusches zu orten,
wir bewegen den Kopf, um unsere Lage besser überblicken zu
können. Durch die dabei erhaltenen Informationen erfolgt eine
instinktive Auswertung, ob wir in Sicherheit sind oder Gefahr droht.
Bei Gefahr erfolgt eine Mobilisierung von hohen Energien im autonomen
Nervensystem, die den Organismus für die Flucht- oder Kampfreaktion
vorbereiten. Wenn wir damit erfolgreich sind, findet der Organismus
auf natürliche Weise wieder sein Gleichgewicht.
Ist ein Ereignis jedoch so überwältigend, dass wir nicht
kämpfen oder fliehen können - hält uns der Angreifer
z.B. fest oder gibt es gegensätzliche innere Impulse in uns
- werden diese Reflexe zwar initiiert, kommen aber nicht zur Durchführung.
Als letzte Strategie bleibt uns nur der Totstell-Reflex, der zur
Immobilität führt. Der Totstellreflex löst häufig
im Klienten/in der Klientin ein Gefühl von Ungenügen oder
Scham aus. Das Wissen, dass es sich hierbei um eine instinktive,
biologische Reaktion handelt, bringt große Erleichterung.
Das Erstarren führt dazu, dass die enorme mobilisierte Energie
von einer Sekunde auf die andere "eingefroren" wird und
als innerer Stress im Körper gespeichert bleibt, ohne dass
sie umgesetzt oder entladen wird. Die Gefahrenquelle zu erneuter
Überflutung liegt also innen im Menschen und kann durch äußeres
Geschehen wieder angeregt werden, z.B. kann Flugzeuglärm einen
Kriegsveteranen erneut in furchtbare Panik versetzen.
Was sich jetzt im Nervensystem eines Menschen abspielt, ähnelt
dem, was mit einem Auto passieren würde, wenn man gleichzeitig
das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt und die Bremse betätigt:
durch die Diskrepanz zwischen dem auf Hochtouren laufenden Nervensystem
(Motor) und der äußeren Regungslosigkeit (Bremse) entsteht
im Inneren des Körpers eine gewaltige Unruhe, die mit der Energie
eines Wirbelsturms vergleichbar ist. Ein bedrohter Mensch muss nach
Abklingen der Gefahr die gesamte mobilisierte Energie wieder auflösen,
um den Zustand der Bedrohung zu überwinden, sonst entsteht
ein dauerhaftes Trauma. Die verbleibende Energie entlädt sich
nicht einfach von selbst, sondern verbleibt im Körper und bildet
die energetische Grundlage für verschiedenste Symptome wie
z.B. Angst, Depression, Verhaltensprobleme und psychosomatische
Störungen. Der Organismus schafft diese Symptome, um die verbliebene,
akkumulierte Energie in feste Bahnen zu lenken und einzugrenzen.
Posttraumatischer Stress ist somit eine ursprünglich angemessene
Antwort auf eine ernsthaft bedrohliche Situation. Diese Antwort
ist allerdings unvollständig geblieben und im Lauf der Zeit
zu einer fixierten Form erstarrt. Aus diesem Grund interpretiert
SE die posttraumatischen Symptome nicht als zu bewältigende
Pathologie, sondern nutzt sie als wichtige Ressource in der Auflösung
des Traumas.
Heilung von Trauma geschieht durch die schrittweise Entladung der
immensen Überlebensenergie, die noch in der Immobilitätsreaktion
gebunden ist. Im SE verhandeln wir das Trauma neu - dazu ist es
nicht nötig, das traumatische Geschehen nochmals kathartisch
zu durchleben. Es ist sogar möglich, ohne Inhalt oder Erinnerung
zu arbeiten. Dies kann sinnvoll sein vor allem, wenn das Ereignis
emotional noch zu belastend ist. Wesentliche Elemente im Heilungsprozess
sind: Erdung, Zentrierung, Ressourcenbildung und das Nachspüren
(Tracking) der Körperempfindungen, Gefühle, Verhaltensweisen,
Gedanken, Bilder und Bewegungen.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 32 geweckt?

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oben
Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"
Autorin:
Dr. Waltraut Wirtgen
Dr.med., Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse,
langjährige Mitgliedschaft und Mitarbeit bei amnesty international,
seit 1994 freie Mitarbeiterin bei REFUGIO München - Untersuchung,
Beratung, Begutachtung und Erstellung gutachterlicher Stellungnahmen
für traumatisierte Flüchtlicnge und Folteropfer, seit
1983 Mitglied in der IPPNW
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Traumatisierte
Flüchtlinge und Folterüberlebende
Fortsetzung des traumatisierenden Prozesses in der Asyl- und
Ausländergesetzgebung in Deutschland
DER
ASYLANTRAG EINER JETZT 20-JÄHRIGEN FRAU AUS EINEM AFRIKANISCHEN
LAND, DIE IM ALTER VON KNAPP 15 JAHREN NACH DEUTSCHLAND FLÜCHTETE,
WURDE DURCH DAS BUNDESAMT UND DAS VG MÜNCHEN ABGELEHNT, DA
DIE JUGENDLICHE ÜBER DIE EIGENTLICHEN GRÜNDE IHRER FLUCHT
NICHT HATTE SPRECHEN KÖNNEN. ALS IHRE AUSWEISUNG KURZ BEVORSTAND,
SPRACH SIE ERSTMALS GEGENÜBER DER FRAU IHRES ARBEITSGEBERS
ÜBER IHRE VERGEWALTIGUNG.
Die
entscheidenden Probleme misshandelter Menschen sind Sprach-losigkeit
und Verleugnung. Beziehen sich die erlebten Traumata auf sexuelle
Gewalterfahrungen, dann ist die Tabuisierung noch stärker und
trägt bei zu weiterer Verfestigung und Institutionalisierung
der Sprachlosigkeit. Diese führt gerade bei Flüchtlingen
im Asylverfahren oft zu nicht mehr korrigierbaren, weitreichenden
Folgen, indem ihr Asylantrag bei der Erstanhörung beim Bundesamt
für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge (BAFL)
wie auch in späteren Klageverfahren abgelehnt wird. Sie können
über die eigentlichen Gründe ihrer Flucht nicht sprechen,
so dass die Gefahr besteht, dass sie nach rechtskräftig abgeschlossenem
Asylverfahren zwangsweise in ihr Herkunftsland abgeschoben werden.
Manche von ihnen entschließen sich in dieser für sie
aussichtslosen Situation dazu, sich jemand anzuvertrauen und über
ihre erlittenen Misshandlungen zu sprechen. Nur wenige von ihnen
finden Aufnahme in einem Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge
zu psychotherapeutischer Behandlung und sorgfältiger Abklärung
ihrer Fluchtgründe und Verfolgungsgeschichte.
Eine ärztlich-psychotherapeutische Begutachtung zu Traumafolgen
kann in einzelnen Fällen ein Wiederaufgreifen des Asylverfahrens
ermöglichen.
Unter den in Deutschland Schutz und Asyl suchenden Flüchtlingen
und AsylbewerberInnen sind nach internationalen Statistiken zwischen
10 und 50% Überlebende von Folter, insbesondere von sexueller
Gewalt. Sie fliehen aus Kriegs- und Krisengebieten vor Verfolgung,
Haft, Vertreibung, Misshandlung und nach z.T. schwerwiegenden traumatischen
Erlebnissen. Diese Menschen kommen aus mehr als 30 Ländern
und sind überwiegend Kinder und Frauen.
Aus
Statistiken der Beratungs- und Behandlungszentren für Flüchtlinge
und Folteropfer ist ersichtlich, dass die Anzahl und der Schweregrad
der Traumatisierung der dort Hilfe und Behandlung suchenden KlientInnen
in letzter Zeit erheblich zunehmen. Bei ca. 80 % aller dort vorsprechenden
Flüchtlinge handelt es sich um Folgen von Misshandlung und
Folter, es sind überwiegend psychische Folgen. Traumafolgen
resultieren aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus der Zeugenschaft
von Misshandlung und Ermordung nächster Angehöriger und
FreundInnen sowie aus der Zerstörung und Vertreibung aus dem
Haus und aus der Heimat. Neben den körperlichen Folgeschäden
(des Gelenk- und Skelettsystems, des Seh- und Hörvermögens,
des Verlustes von Zähnen und Gliedmaßen u.ä.) bestehen
besonders psychische Folgeerkrankungen in unterschiedlich starker
Ausprägung als einzelne Krankheitsbilder oder gleichzeitig
bestehend, wie z. B.
Posttraumatisches Belastungsreaktion (PTSD), Angststörung,
Depression, psychosomatische Erkrankungen, Sucht.
Im
Gegensatz zu Traumatisierungen durch Unfälle, Naturkatastrophen
u.ä. handelt es sich bei Flüchtligen um man-made desaster
und ein kumulatives Trauma (Khan, 1977), mit prozesshaftem Verlauf
der Traumatisierung, es gibt kein "post", d.h. kein "nach"
dem Trauma. Durch die gesellschaftlich-politischen Rahmenbedingungen
(Asyl- und Ausländergesetze) finden nach dem eigentlichen traumatischen
Ereignis weiter oft über viele Jahre eine Vielzahl von retraumatisierenden
Situationen auf der Flucht und im Aufnahmeland statt, die zu einer
weiteren Chronifizierung des Krankheitsbildes führen. Ein Sicherheitsgefühl,
die Voraussetzung für eine Stabilisierung, ist nicht aufbaubar.
(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 32 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 32
zum Thema
"Trauma und Heilungswege"
Autorin:
Jeannette Schulz
Heilpraktikerin, Dozentin, Praxis für Chinesische Medizin,
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Das Wasser stärken
Akupunktur bei Angst und nach Traumatisierung
AKUPUNKTUR BEI ANGST ODER NACH GEWALTERFAHRUNGEN IST FÜR
VIELE AUF DEN ERSTEN BLICK EINE HEIKLE SACHE. MEINE BEHANDLUNGSERFAHRUNGEN
SIND SEHR GUT, SO DASS ICH EIN PAAR ANREGUNGEN ZU DIESEM THEMA WEITERGEBEN
MÖCHTE.
In
der Chinesischen Medizin versuchen wir, das energetische Grundmuster
eines Menschen zu erfassen, zu dem die Gefühle genauso gehören
wie die körperliche Konstitution, derzeitige und vergangene
Symptome und Belastungen.
Traumatische Erfahrungen können alle unsere Organe und Systeme
schädigen. Schock entleert das Qi von Herz, Milz und Nieren:
"Bei Furcht und Erschrecken hat Shen keine Behausung, das Qi
ist chaotisch und verwirrt." Zitat aus dem chinesischen Klassiker:
Der Gelbe Kaiser (Reine Fragen, Kap. 39), S. 205.
Auf der Shen-Ebene, das heißt auf der spirituellen Ebene des
Herzens zu unterstützen, ist daher ein wesentlicher Teil der
Behandlungsstrategie. Dafür sind ein guter Kontakt, ein einfühlsames
Gespräch und ein klarer Shen bei der Behandlerin nötig.
Besonders wichtig ist es, das Wasserelement, das heißt Niere
und Blase zu stärken Die Themen der (chinesischen) Niere sind
Wille und Angst. "Bei Angst steigt das Qi in den Leitbahnen
hinab und führt zu einem Stau im unteren Jiao." (Der Gelbe
Kaiser (Reine Fragen, Kap. 39, S. 205).
.
Daher möchte ich eine Behandlung von Angst und Traumatisierung
über die fünf antiken Punkte auf der Nierenleitbahn, die
Shu-Transportpunkte, vorstellen.
Auf jeder Leitbahn befinden sich fünf Transportpunkte und zwar
immer im Abschnitt zwischen dem Meridian-Ende an den Nägeln
und dem Ellenbogen- bzw. Kniegelenk. Dies sind Punkte, die traditionell
sehr häufig benutzt werden. Maciocia sagt, man könne vermutlich
allein mit diesen Punkten Akupunktur betreiben. In den chinesischen
Klassikern wird der Qi-Fluss in diesem Körperabschnitt mit
einem Wasserlauf verglichen, von der Quelle an Fingern und Zehen
bis zum Meer am Ellenbogen- und Kniegelenk. Die Breite und Tiefe
des Flusses wird dabei immer größer und jede Station
hat eine ganz spezielle Qualität. Das Qi fließt hier
noch sehr oberflächlich und ist durch Nadeln gut zu erreichen.
Arme und Beine sind auch die Körperteile, die den meisten Kontakt
mit der Umwelt haben und sich zuerst mit pathogenen Faktoren auseinandersetzen
müssen. Hier ist die Wirkung des Klimas und der Jahreszeiten
besonders intensiv und Wind, Kälte, Nässe können
in die Leitbahnen eindringen. Diese Punkte sind den fünf Wandlungsphasen
zugeordnet. Jede Yin-Leitbahn beginnt mit dem Holz und jede Yang-Leitbahn
mit dem Metall und in der Reihenfolge der Hervorbringung: Holz -
Feuer - Erde - Metall - Wasser geht es weiter. Wir nehmen durch
die Hände und Füße aber auch das kosmische Qi von
Himmel und Erde auf. Es gibt wunderschöne Qi-Gong-Übungen
aus der buddistischen und taoistischen Tradition, die damit arbeiten.
Ulli Olvedi beschreibt in ihrem Buch die Aufnahme von Erd-Qi über
Niere 1, Sprudelnde Quelle, eine sehr schöne und kraftvolle
Übung.
Holz im Wasser
Sprudelnde Quelle - Niere 1 ist der Punkt, der am tiefsten am Körper
liegt, der einzige auf unserer Fußsohle. Er wird als sehr
stark sedierender Punkt eher für akute Notfälle angegeben,
z.B. bei Bewusstlosigkeit, und seltener genadelt, auch weil das
recht schmerzhaft sein kann. Ich behandle ihn häufig, entweder
mit sehr sanfter Nadeltechnik oder in den meisten Fällen mit
Akupressur oder mit Moxa. Niere 1 ist der Holzpunkt auf einer Wasserleitbahn
und damit der Sedierungspunkt. Er unterstützt das Yin und auf
psychischer Ebene klärt und beruhigt er den Geist, stellt die
Kommunikation zwischen Herz und Niere wieder her. Er bringt rebellierendes
Qi wieder nach unten, stellt uns wieder auf die Füße.
Viele haben bereits erfahren, wie beruhigend es bei großer
Aufregung sein kann, wenn jemand unsere Füße nur sanft
hält. Einen stärkeren Reiz mit der Fingerspitze, der ruhig
kurz leicht schmerzhaft sein kann, wende ich an, wenn sich leere
Hitze mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen und roten Wangen
entwickelt hat.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 32 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"
Autorin: HP
Dr. Rosina Sonnenschmidt
Heilpraktikerin, Autorin vieler Fachbücher
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Selbstschutz
in der Energiearbeit
Über den verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Energiesystem
Die
Heilkunst hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich in Richtung
feinstofflicher, für die meisten unsichtbarer, aber äußerst wirksamer
Energien, entwickelt. Dabei gerät ein Thema immer mehr in den Brennpunkt
der heilerischen Arbeit: Warum erkranken immer mehr Menschen an
der Energiearbeit? Was hat es damit auf sich?
Durch
das Sich-öffnen für das Unsichtbare, für die Bewegungen der Lebensenergie,
kurzum: für die Energiearbeit hat die westliche Medizin einen Riesenschritt
vorwärts gemacht und innerhalb der therapeutischen Richtungen hat
sich ein neues Bewusstsein entfaltet.
Die Kunst der Homöopathie, die wie keine zweite mit Energien aller
Level arbeitet, ist so wirksam, weil sie das Naturgesetz von rhythmischen
Lebensprozessen widerspiegelt. Indem wir wieder zur Verreibung und
Prüfung der Arzneiwesen zurückgekehrt sind, haben wir uns auch den
Energien der Arzneiwesen geöffnet.
Bei
den energetischen Messmethoden, allem voran die Radionik und Bioresonanz
gehen wir ganz selbstverständlich mit diagnostischen und heilerischen
Maßnahmen um, die wir nur an ihrer Wirksamkeit erkennen, aber in
der Regel nicht bewusst wahrnehmen.
Und schließlich gibt es die vielen verschiedenen energetischen Heilweisen,
die in der Regel Energieübertragungen sind, ob durch Hände oder
Gedankenmuster, ob an Chakra-Punkten orientiert oder an Meridianverläufen.
Energiearbeit
geht von der Vorstellungskraft und vom Glauben aus. Es gibt kaum
etwas äußerlich zu sehen, also meinen wir, die Energie werde schon
richtig fließen, es könne uns nichts passieren. Einen Schnitt in
den Finger können wir sehen, aber was energetisch geschieht, entzieht
sich dem physischen Auge. Ich höre aus KollegInnenkreisen Aussagen
wie: "Der hat mir viel Energie abgezapft" oder "Mir fließt die Energie
davon". So wie die höhere Energie oder Schwingung immer heilender
ist als die niedrigere Schwingung, so verlangt die Energiearbeit
wesentlich mehr Kraft als körperliche Arbeit. Jeder Handwerker zieht
Schutzkleidung an, um sich adäquat zur Arbeit abzusichern, bei der
Energiearbeit fehlt in der Regel die Einsicht, dass die Sorgfaltspflicht
sich selbst gegenüber nötig ist.
Wie
kann ich mich/mein Energiesystem schützen?
Schauen wir einmal die Prinzipien östlicher Bewusstseinsschulungen
sowie der einzigen europäischen, hundertjährigen Tradition der Medial-
und Heilerschulung in Großbritannien an. Sie basiert auf der schrittweisen
Entwicklung der Hellsinne und der Überprüfbarkeit der sensitiven
Wahrnehmung. Diese Überprüfbarkeit (evidence) besteht darin, dass
die Lernenden dem ersten Eindruck vertrauen lernt, die eigene "Sprache"
der Wahrnehmung entwickelt und die Ratsuchenden ein Feedback gibt,
ob er/sie das Wahrgenommene anzunehmen bereit ist oder nicht. Die
Schulung der Hellsinne findet in einem so genannten "Zirkel" statt,
einem Kreis enger FreundInnen, in dem viele kreative Übungen gemacht
werden. Im behüteten Rahmen eines Zirkels können Sensitivität und
die nächste Stufe der Medialität langsam heranreifen.
Vor
Beginn der energetischen Arbeit werden in diesen Traditionen jahrelang,
in Indien sogar jahrzehntelang, drei Aspekte zum Schutz des eigenen
Energiefeldes gründlich geschult:
1. Die Solarplexusenergie
2. Der Atem
3. Die Abgrenzung
Das ist völlig unspektakulär, bedarf der täglichen Übung und ist
nach spätestens zwei Jahren langweilig. Und doch liegt hier der
Schlüssel dafür, dass Energiearbeit einen energiestärker, gesünder,
lebensfroher macht, ganz zu schweigen von der erweiterten Wahrnehmung
für die heilerische oder künstlerische Arbeit. Wer durch seine Energiearbeit
gelähmt, ausgelaugt, lebensunfähig und krank wird, macht ganz einfach
etwas grundlegend falsch in diesen drei Bereichen. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 31 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"
Autorin: Beate
Ruttkowski, Düsseldorf
Heilpraktikerin, Autorin von "Stärker als jede Angst"
www.beate-ruttkowski.de
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Initiation
für Frauen in heilenden Berufen
Der
Wandel von der HP-Schülerin zur so genannten Heilpraktikerin findet
in den grauen Amtsstuben einer deutschen Gesundheitsbehörde statt
und wird durch einen profanen Zettel ausgedrückt, der ihr immerhin
bescheinigt, für andere ungefährlich zu sein. Mit der bestandenen
Prüfung ist jedoch nicht mehr als eine wichtige bürokratische Hürde
gemeistert. Die innere Motivation, die naturheilkundlichen Fertigkeiten
und die persönlichen Qualitäten stehen ja dankenswerterweise nicht
unter staatlicher Kontrolle. Die HP-Prüfung kann und soll also nicht
der Start in einen verantwortungs- und anspruchsvollen Beruf sein.
Initiation
ist der bewusst gestaltete Schritt von einem alten in einen neuen
Zustand, in eine reifere Lebensphase oder erweiterte Sphäre, ist
Teil jedes Lebensweges. Auch wenn wir es heute oft nicht so nennen,
sind der erste Schultag, die erste Regel oder die erste eigene Wohnung
Momente der Initiation. Sie markiert den Wendepunkt, an dem wir
etwas Vertrautes verlieren und in etwas Unbekanntes eintreten. Deshalb
kann auch eine Scheidung oder der Tod eines nahen Menschen eine
Initiation sein. Je nach kulturellem Hintergrund feiern wir manche
Übergänge opulent, wie die Hochzeit, andere wiederum werden aufgrund
von Tabus übergangen, wie die Menstruation oder die Geburt eines
toten Kindes.
Beruflicher
Initiation kommt eine besondere Bedeutung zu, über die private Sphäre
hinaus signalisiert sie die Rolle der Person in der Gesellschaft.
Wird ein hoher Staatsdiener oder ein kirchlicher Würdenträger in
seine Aufgabe eingeführt, hat es kein Ende mit feierlichen Reden
und Gratulationen, mit Blumen und Fotografen. Wurde früher ein Handwerker
in seine Zunft aufgenommen, gehörten allerhand raue Rituale zur
deftigen Feier, in der die ganze Nacht gezecht wurde. Wie aber feiert
die Heilpraktikerin ihre berufliche Initiation? Was können wir tun,
um der Bedeutung unseres Berufes Ausdruck zu verleihen, um unsere
persönliche Vision mit Leben zu füllen, um unsere beruflichen Absichten
zu bekräftigen?
Unser
Beruf gehört zu den Ältesten der Menschheit. Bis heute verstehen
sich traditionelle Heilerinnen und Heiler nicht nur als BehandlerInnen
kranker Individuen, sondern spielen als MittlerInnen zwischen Mensch
und Naturkräften, Ahnen und Göttern auch eine wichtige gesellschaftliche
Rolle. Die Rituale zur Einweihung in diesen Beruf sind so vielfältig
wie die Völker, aber sie dienen alle demselben Zweck: sie wecken
das innewohnende Wissen für die eigene Bestimmung und bekräftigen
den Zugang zu den Naturkräften. Die Initiation gibt die Kraft zur
Wandlung von der neugierig Lernenden zur ernsthaft Praktizierenden,
die für alle ihre Worte und Taten volle Verantwortung trägt.
Der
Schritt in die berufliche Praxis fällt erfahrungsgemäß vielen Kolleginnen
nach der bestandenen Prüfung recht schwer, daran ist sicherlich
nicht nur eine fehlende Initiation schuld. Dennoch hinterlässt ein
fehlender ritualisierter Übergang auch bei der Mutigsten und Begabtesten
eine gewisse Leere, auch wenn sie lange als Heilpraktikerin arbeitet.
Es ist eben etwas Anderes, ob ich mir selber im stillen Kämmerchen
über meine Berufung im Klaren bin, oder ob dies feierlich proklamiert
wird vor mir selbst und vor dem, was mir heilig ist. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 31 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 31
zum Thema
"Fit in der Praxis - Praxisalltag und Regeneration"
Autorin:
Marie Sichtermann, Mechernich, Eifel
Juristin und Heilpraktikerin,
www.geldundrosen.de
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Existenzgründung für Heilpraktikerinnen
Als ich im Jahre 1983 als frisch geprüfte Heilpraktikerin Praktika
machte und zu den Fortbildungen eines großen HP-Verbandes ging,
war dieser Beruf von Männern dominiert. Es gab damals nur einen
Bruchteil der Heilpraxen, die es heute gibt. Die Heilpraktiker ernährten
ihre Familien mit diesem Beruf, und die wenigen Heilpraktikerinnen
ernährten wenigstens sich selbst.
Ein Frauenberuf
Schon ein paar Jahre später sah das Bild anders aus. Es gab selbst
verwaltete HP-Schulen, Alchemilla in Hamburg und die Hasenheide
in Berlin, das Frauenbildungshaus Zülpich bot einen dreijährigen
Lehrgang nur für Frauen an. Zwar waren die Selbstverwaltung wie
auch die Reisen nach Zülpich anstrengend, doch es zeigte sich, dass
die "alternativen" Schulen und Lehrgänge sehr viele wissende und
motivierte Frauen entließen, die die Prüfung schafften und sich
in diesem Beruf niederlassen wollten. Diese Frauen waren nur ein
Teil des Trends, der in der ganzen Gesellschaft sichtbar wurde:
Frauen nahmen die Gesundheit und das Heilen wieder in ihre Hände
und als ihre Aufgabe wahr.
Seit Mitte der 80er Jahre wandelte sich der Beruf zum Frauenberuf
und zugleich zu einer Nebenerwerbstätigkeit, denn viele Frauen ergriffen
die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einem Raum in ihrer Wohnung
oder in ihrem Haus auszuprobieren und anzubieten, während sie hauptberuflich
einer anderen Erwerbstätigkeit nachgingen oder Familienarbeit leisteten.
Dies wurde ihnen durch die Tatsache erleichtert, dass es zum einen
überwiegend möglich und erlaubt ist, in der eigenen Wohnung in geringem
Umfang berufstätig zu sein, solange frau damit niemanden stört (z.B.
durch Schreie, Moxa-Geruch, rauchende Grüppchen im Treppenhaus,
lärmende Kinder). Zum anderen wird eine Kleinpraxis zu Hause von
den PatientInnen recht gut angenommen, denn es ist etwas Gewohntes,
zu Frauen nach Hause zu gehen, es setzt Frauen nicht herab. Da haben
sie ganz sicher einen Vorteil gegenüber Männern, die eher Misstrauen
in ihre Fähigkeiten wecken, wenn sie ein kleines, nebenberufliches
Angebot von ihrer Wohnung aus machen.
Frauen stießen in den 80er Jahren mit ihrem Angebot auf eine Akzeptanz
in der Bevölkerung, die es mit Sicherheit nicht immer gegeben hat.
Die Frauenbewegung mag einen Teil dazu beigetragen haben, dass nun
Ärztinnen, Psychotherapeutinnen und anderen Frauen in Heilberufen
endlich großes Vertrauen entgegengebracht wurde, und dass mehr und
mehr Frauen bewusst zu Frauen gehen wollten, wenn sie gesundheitliche
Probleme hatten. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 31 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"
Autorin:
Sigrid Schellhaas, Wiesbaden
Heilpraktikerin
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Früherkennung durch Mammographie-Screening
und die Angst vor Brustkrebs
Vor drei Jahren erschien auf der Titelseite der Zeitschrift Stern
die Abbildung einer brustamputierten Frau. In Anlehnung an die Kampagne
zur Abschaffung des Abtreibungsparagraphen in den siebziger Jahren
bekannten sich im dazugehörigen Leitartikel fünfzig Frauen zu ihrer
Krankheit. Damit holten der Stern und parallel dazu auch die Frauenzeitschrift
Emma ein Tabuthema in die Öffentlichkeit. In ihren Artikeln bemängelten
sie die unzureichende Ausbildung der Ärzte im Bereich der Tumordiagnostik
in Verbindung mit schlechter technischer Ausstattung. Die Konsequenz
wären zahlreiche Fehldiagnosen mit für die Frauen verheerenden Folgen.
Sie forderten kontrollierte und regelmäßige Mammographien, die für
alle Frauen zugänglich sein sollten.
Tatsächlich ist es so, dass immer mehr Frauen der Jahrgänge von
1945 bis 1960 an Brustkrebs erkranken. Vielfältige Ursachen für
diesen Anstieg der Erkrankungsrate werden diskutiert: hormonähnliche
Wirkungen von Umweltgiften wie Chlorierten Kohlenwasserstoffen (PCB)
auf den menschlichen Körper, Röntgenuntersuchungen der Lungen vor
und während der Pubertät, Irritationen des Immunsystems beispielsweise
bei Impfungen, die Einnahme von Pille und Wechseljahreshormonen,
frühes Rauchen, Strahlenbelastung durch die oberirdischen Atombombenversuche
in den sechziger Jahren, falsche Ernährung, genetische Disposition,
traumatische Erlebnisse wie der plötzliche Verlust eines Angehörigen.
Doch eine eindeutige Erklärung gibt es derzeit nicht. Während die
Ursachenforschung, die zum Ausschluss von Risikofaktoren führen
könnte, kaum vorangetrieben wird, fließt viel Energie und Geld in
Diagnosemethoden zur Früherkennung und in die Verbesserung der Methoden
der Strahlen- und Chemotherapie.
Mammographie ist neben der Kernspintomographie, die nicht strahlenbelastend
ist, die beste bildgebende Diagnostik, um einen Knoten frühzeitig
zu erkennen. Die Diskussion entfacht sich aktuell an dem für und
wider regelmäßiger Mammographien. Derzeit sollen Frauen ab dem 50.
bis zum 69. Lebensjahr alle 2 Jahre kostenfrei geröntgt werden.
Statistiken und Auswertungen aus Ländern, in denen diese Screenings
(Reihenuntersuchungen) schon seit vielen Jahren gemacht werden,
kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Eine Kritikerin des Mammographie Screenings ist Dr. Friederike Perl,
die sich auch mit der Wachstumsrate von Tumoren beschäftigt hat.
Der wichtigste Vorteil des Mammographie-Screenings besteht darin,
dass schon kleine Tumore ab 0,5 cm Durchmesser abgebildet werden
können. Entscheidender für die Gefährlichkeit eines Tumors als seine
absolute Größe ist jedoch die Geschwindigkeit seines Größenwachstums
und hierbei gibt es beträchtliche Unterschiede: Nach Perl haben
"30% der Tumoren (...) eine sehr rasche Wachstumsprogredienz.
Etwa 60 bis 70% der Tumoren haben mäßiges bis langsames Wachstum
und der Verlauf erstreckt sich über 30-40 Jahre. Weiterhin gibt
es okkulte Tumoren, die so langsame Zellverdopplungszeiten haben,
dass die körpereigene Abwehr ausreicht, um diese Tumore ständig
unter der Grenze der klinischen Manifestation zu halten."
(F. Perl, Kongress des AKF im November 2000).(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 30 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"
Autorin:
Manuela Wolf,
Heilpraktikerin
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Naturheilkundliche Aspekte in der Endometriosebehandlung
Endometriose, das Wachsen von gebärmutterschleimhautähnlicher Drüsenstruktur
außerhalb der Gebärmutter, wird in den letzten Jahren häufiger diagnostiziert.
Ob dies an den besseren Diagnosemöglichkeiten, an der Zunahme der
Endometriose oder an beidem liegt, sei dahingestellt. Im Jahr 2001
waren es 42.000 Neuerkrankungen mit klinisch gesicherter Diagnose
nach einer Laparaskopie.
Obwohl Endometriose bereits 1860 erstmals detailliert beschrieben
und der Begriff Endometriose schon 1921 eingeführt wurde, dauert
es immer noch fünf Jahre und mehr, bis die Krankheit diagnostiziert
wird. Eine an Endometriose erkrankte Frau, die zu uns in die Praxis
kommt, hat meist schon einen langen Leidensweg (Diagnosefindung,
"Hormontestungen", Operationen) hinter sich. Es gibt mehr als 17
Theorien über die Ursache der Endometriose. Die Ätiologie ist nach
Sillem noch in weiten Teilen unklar. Eine kausale Therapie ist somit
bisher nicht möglich.
Krampfartige, mit "herkömmlichen" Schmerzmitteln nicht zu lindernde
Schmerzen (hochdosierte Rheumamedikamente und Morphiumgaben sind
oft nötig) und ungewollte Kinderlosigkeit sind nach meiner Praxiserfahrung
die beiden schwerwiegendsten Folgen der Endometriose. Die Hälfte
aller Frauen mit diagnostizierter Endometriose haben allerdings
keine Schmerzen; oft wurde bei ihnen die Endometriose "zufällig"
festgestellt.
Bei 30% der Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen wurden Endometrioseherde
gefunden. Größe und Vielzahl der Herde - sie sind vor allem an Eierstöcken,
Eileiter, Gebärmutterwand, im kleinen Becken, an Blase und Darm
zu finden - stehen nicht in Relation zum Ausmaß der Schmerzen der
Frau und/oder zur Unfruchtbarkeit.
Kleine Herde können größte Schmerzen verursachen, große Herde können
fast unauffällig sein. Endometrioseherde können unbemerkt platzen
und vom Körper resorbiert werden, sie können aber dabei auch andere
Organe und Gefäße verletzen und lebensbedrohliche Blutungen und
Entzündungen auslösen.
Da die versprengten Gewebestücke der Endometriose sich meist wie
Gebärmutterschleimhaut verhalten (sie wachsen mit jedem Zyklus und
blühen mit jeder Menstruation), aber keinen Mechanismus besitzen,
sich aus dem Körper abzulösen, kann das Blut nicht abfließen: Es
zersetzt sich. Dies führt häufig zu örtlich entzündlichen Reizungen,
Verwachsungen, zur Bildung von Narbengeweben usw.
Da ein Großteil der Endometrioseherde Empfängerstellen für Östrogene,
Progesteron und Androgene hat, gilt die Endometriose aus schulmedizinischer
Sicht als hormonabhängige Erkrankung und wird mit verschiedenen
Hormonen (Oralkontrazeptiva, Danazol, Gestagen, Gonadotropin-releasing-hormon
[GnRH] usw.) behandelt. Viele Frauen leiden durch die Hormoneinnahme
unter starken Nebenwirkungen: Übelkeit, Hitzewallungen, Trockenheit
der Schleimhäute, Gewichtszunahme, Depression usw. Die Rezidivrate
nach Absetzen der Hormone liegt bei 50 bis 80%. Zurzeit wird oft
eine Therapie mit GnRH-Analoga mit add-back, d.h. Zugabe von Östrogen
zu den GnRH-Analoga um die Nebenwirkungen abzuschwächen, als Dauermedikation
angeraten. Verwachsungen, die durch die Endometriose oder durch
operative Eingriffe entstanden sind, reagieren allerdings nicht
auf Hormone. 20% der Endometrioseherde haben keine Hormonrezeptoren,
d.h. sie sprechen ebenfalls nicht auf eine Hormonbehandlung an!
Neben Hormongaben ist die Operation die zweite Möglichkeit, bei
Endometriose schulmedizinisch einzugreifen. Bei einer Laparaskopie
- bei größeren Herden auch mit einem Bauchschnitt - wird versucht,
die Herde zu entfernen. Dies ist aber meist nur teilweise möglich,
da sich die Herde im gesamten Bauchraum befinden, sehr klein und
schwer sichtbar sein können oder oft tief ins Gewebe eingedrungen
sind. Jeder operative Eingriff führt zu Narben und Verwachsungen.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 30 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"
Autorin:
Maria Zemp, Bad Münstereifel
Heilpraktikerin
www.frauenkulturforschung.de
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Die Gebärmutter:
Keine steigt vergeblich den steilen Weg zu ihr hinunter
Ich
soll über dich schreiben und jetzt bist du stumm. Aber bist du das
nicht meistens? Ist nicht genau dein Schweigen das, was dich zur
regenerierenden Mutter macht? Mein Wörtermund spricht, mein Muttermund
gluckst. Wie entlocke ich dir deine Geheimnisse?
Hörerin
und Seherin
Erzählen Frauen mir in meiner Praxis von ihrer Gebärmutter, fühle
ich mich oft an das mythologische Bild der Sybillen erinnert. Sie
waren einst Wahrsagerinnen, hausten in Höhlen, "in ihrem unterirdischen
Schloss hielten sie ungeheure Schätze an Gold und Edelsteinen verborgen.
Vielen, die sie um Rat baten, halfen sie in der Bedrängnis, keine
stieg vergeblich den steilen Weg zu ihnen hinunter." (Sigrid
Früh)
Während Frauen in Visualisierungen ihre Gebärmutter aufsuchen, setze
ich mich an den Höhleneingang und lausche ihrem Besuch.
Eine Aufzeichnung ihres Abenteuers:
eine Frau reist mit Tönen in ihre Gebärmutter und entdeckt dort
den Unterschlupf eines wilden, hämischen Wesens, das ordentlich
für Rummel sorgt. Würde es aus der Gebärmutter ausziehen, wäre diese
wie eine Tropfsteinhöhle, eher tot. Das wilde Wesen ist wie ein
Geist. Sie wird von einer Stimme aufgefordert, eine Kerze anzuzünden,
sich dem wilden Wesen zu nähern und es in den Arm zu nehmen.
Zurück von ihrer Reise versuchen wir das sybillinische Orakel zu
entschlüsseln, die Bilder mit ihrer Geschichte zu verbinden.
Auszüge aus der Anamnese:
Sie ist eine 52jährige Frau, die vor 4 Jahren ein Myom diagnostiziert
bekommen hat, das trotz naturheilkundiger Behandlung bis heute auf
9 cm gewachsen ist. Sie steht vor einer Operations-Entscheidung,
bei der sie auch die Gebärmutter verlieren würde. Vor drei Jahren
hatte sie eine Amalgamsanierung. Bei der Befragung nach Traumatisierungen
erzählt sie, dass ihr Ex-Ehemann sie vergewaltigt hat und anschließend
versucht hat, sie umzubringen. "Ich bin dem Tod von der Schippe
gesprungen". Das Ereignis ist 25 Jahre her. Verhaltenstherapeutische
Maßnahmen haben sie seither gelehrt zu überleben.
Die Körperweisheit entschlüsselt das Orakel:
Das wilde Wesen erkennt sie als die 27jährige Frau, die sich in
Todesangst zum Geist erstarrt, auf und davon gemacht hat. Sie hat
sich in die Höhle, in die Gebärmutter zurückgezogen. An diesem geheimen
Ort konnte sie die Glut ihres beinahe ausgelöschten Lebensfeuers
bewahren. Mit dem Entzünden der Kerze, für die Reisende das Symbol
ihres Lebenslichtes, verliert das wilde Wesen seine Geistgestalt,
es bekommt einen Körper, es wird von ihr beseelt, sie erkennt sich
wieder.
Die vor Schreck und Schmerz erstarrte Lebensenergie ergießt sich
als warmer Strom in ihrem Bauch, die Tränen fließen und das Herz
wird weit und voller Mitgefühl für das Wesen, das in der Todesangst
gewusst hat, in welchen Schutzraum es fliehen kann. Die Frau ist
voller Dankbarkeit für ihre Lebenskraft und weiß, dass sie mit dieser
Begegnung vom Überleben als notwendige Strategie, zur Quelle ihrer
Lebendigkeit vorgedrungen ist. Mit dem wilden Wesen im Arm hat sie
sich selber neu geboren. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 30 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"
Autorin:
Charlotte Sachter, Hamburg
Heilpraktikerin, freie Journalistin
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Wenn der Körper den Kosmos berührt:
Meridian-Dehnungen als Alltagsritual zur Sinnesweitung
Shiatsu bietet zusätzlich zur Behandlung durch die Therapeutin viele
Übungen, die zu Hause ausgeführt werden können. Mit den folgenden
Meridian-Dehnungen kann jede - wenn sie mag täglich - etwas tun,
um sich in ihrem Körper besser zu spüren und so ihre Grundharmonie
im Alltag zu stärken.
Rituale bestimmen unser Leben. Was wäre ich ohne mein geliebtes
Morgenritual: den Tee im Bett noch zehn Minuten Wärme lässt Cesaria
Evora ihre Stimme übers Meer gleiten und mich in den Tag. Obwohl
es scheint, als hätte ich jede Menge Zeit, ist jede Minute genau
abgezählt, kalkuliert und mit meiner inneren Prüfinstanz ausdiskutiert.
Es ist morgens sechs Uhr und um zehn nach Sieben verlasse ich das
Haus, geduscht, gefrühstückt und gedehnt - mit dem Tag verschwestert.
Warum ich all dies erzähle? Für jedes ‚ja aber', für jede Tücke
und List, denen ich im Gespräch mit meinen Klientinnen begegnet
bin, sollten sie zehn Minuten ihrer täglichen Zeit sich selbst,
ihrem inneren Selbst schenken. Und für all meine eigenen Kämpfe,
die mein besseres Wissen mit meinen geliebten Gewohnheiten ausgefochten
hat.
Worum geht es denn jetzt in diesen zehn Minuten? Um den Mut, an
sich selbst zu wachsen. Mit Gedanken das Tagwerk zu gestalten, zu
planen und vorzubereiten ist eine rein mentale Leistung, die das
Gleichgewicht und den Wunsch nach freier Bewegung des Körpers schon
längst ignoriert. Wegzugehen von äußeren Formen öffnet die Sinne
für die innere Schwingung, die Form erst entstehen lässt und sie
prägt. So sind die Mako-Ho-Übungen wirkungsvoll, wenn ich bereit
bin, mein inneres Leben zu entdecken und es nach außen zu bringen.
Mit Atemübungen die Mako-Ho-Dehnungen zu beginnen und zu beenden
gibt mir den Vorher-Nachher-Vergleich und den Zugang nach innen.
Während ich mit jedem Atemzug weiter in meinen Körper gehe, richten
sich meine Sinne einwärts. Wo spüre ich meinen Körper und wie fühlt
Körper sich an? Dann beginne ich mit den Dehnungsübungen. Der Rhythmus
der Übungen zeigt den Energieverlauf der Meridiane an: Lunge- Dickdarm-
Magen- Milz- Herz- Dünndarm- Blase- Niere- Perikard- Dreifacher
Erwärmer- Gallenblase- Leber ... wie eine Welle bewegt sich die
Energie im Zweistundenrhythmus mit ihrem Wellenkamm abwechselnd
durch alle Meridiane. Die Reihenfolge einzuhalten fördert den freien
und reibungslosen Fluss der Energie.
anfangs,
bis der eigene Atemrhythmus den Takt der Übung prägt, leite ich
die Klientin an, mit dem Ausatmen in die Dehnung zu gehen. Dehnung
ist gemeint als Weitung. Die Schwerkraft führt die Bewegung für
mich aus, ich folge ihr. Dehne ich mich mit dem Einatmen, führe
ich eine Gegenbewegung aus. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 29 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"
Autorin:
Christa Schulte, Bremen
Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin KV, Supervisorin
BDP
Lust auf Körper
Lust auf Körper?? - "Ja, natürlich! Aber auf meinen? Ach, im Moment
nicht so sehr... eher hätte ich Lust auf den Körper meiner Freundin:
den liebe ich wirklich!"
So oder ähnlich klingt es oft in meiner Praxis für Psychotherapie.
Wie viele Frauen sind von der fühlbaren Liebe zu ihrem Körper so
weit entfernt wie die Quelle zum Meer? Und wie viele Frauen, die
sich schön finden, die die Lust auf ihren Körper regelmäßig pflegen
und kultivieren, gelten gleich als egozentrisch?
Fangen wir doch besser bei der Unlust an, vielleicht kennen wir
uns damit schon besser aus?
In Zeiten der Entfremdung vom eigenen Körperland werden Frauen heimatlos.
Und ohne gutes Zuhause werden sie sicherheitslos - und auf Dauer
werden sie selbst-los, d.h. sie werden ihr Selbst los.
Lust aber ist auch eine Grundfunktion des archaischen Körper-Selbst.
Wie soll sie also entstehen, wenn die Wahrnehmung des eigenen Körpers
oft nur noch schemenhaft oder anhand von Störungen passiert?
Was ist also los mit dem Körper?
Viele Frauen sind ihn nahezu losgeworden, haben ihn abgegeben an
Ehe-Männer, Kinder, PartnerInnen, Arbeitgeber, die Kosmetikindustrie,
die Wissenschaft, die Ideologie von "Weiblichkeit" und manchmal
auch an Fachfrauen für Heilkünste.
Das ist ein Zustand, der der Veränderung bedarf. Wenn ich etwas
verändern will, ist es klug, zu wissen, wie etwas entstanden ist.
Bekannt ist das patriarchal geprägte Spaltungsdenken zwischen gut
und böse, Mann und Frau, Geist und Materie, Seele und Körper sowie
feinstoffliche und grobstoffliche Energieformen - mit dem Implikat
der säuberlichen Trennbarkeit und dem Primat des jeweils Erstgenannten.
Daran haben auch die Kirchen als patriarchale Großinstitutionen
kräftig mitgearbeitet, indem sie diese Hierarchien noch über Glaubenssätze
und einprägsame Bilder verfestigt und verbreitet haben.
Auch die viel harmloser klingende Polarisierung zwischen "Kopf und
Bauch" als Synonyme für Verstand und Gefühl, für Logik und Intuition,
zementieren ein lineares Polaritätsdenken, das einem zirkulären,
spiraligen, lebendigen Ganzheitlichkeitsdenken entgegensteht, weil
es die Betonung auf das Trennende, sich Ausschließende legt - statt
auf die Verbindungen dazwischen oder die Wechselwirkung von beidem.
Diese grobe Vereinfachung, die im linearen Spaltungsdenken liegt,
dient natürlich der leichteren Reduzierbarkeit von Menschen auf
Intellekt, Leistung und einseitige Funktionstüchtigkeit.
Und wenn wir Heile-Frauen diese hierarchisierende Polarisierung
mitmachen - z.B. indem wir Interventionen / Hilfsangebote auf der
materiell nicht mehr fassbaren feinstofflichen Ebene ohne näheres
Hinsehen für wirkungsvoller erachten als "Mittel" für die grobstoffliche
Ebene - wirken wir ungewollt einem ganzheitlichen Vorgehen entgegen.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 29 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 29
zum Thema "KÖRPER-BILDER feministisch BEWEGEN"
Autorin:
Annette Wagner
Teamfrau im Frauenbildungshaus Osteresch, Germanistin
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Dicke Frauen im Spiegel deutscher Mangelkultur
Wer oder was ist dick?
ich.
Bin ich dick?
Bin ich kompetent, diesen Vortrag zu halten?
"du bist doch gar nicht dick!"
Genügt meine Selbsteinschätzung, ich bin dick, nicht, um mich zu
den Dicken zählen zu können?
70 % aller Frauen fühlen sich zu dick, viele Frauen in Größe 38
fühlen sich zu dick.
Wer definiert, wer dick ist?
Alle Frauen, die sich dick fühlen, sind - politisch betrachtet -
dick. Denn all diese Frauen sind von der gesellschaftlichen Schlankheitspropaganda
berührt und im Selbstwert verletzt und irritiert.
In diesem Fall definieren Frauen sich selbst, indem sie sich auf
eine gesellschaftliche Norm beziehen. "Hierzulande und auch im Rest
der westlichen Welt werden mittlerweile selbst leichtes Übergewicht
und sogar Normalgewicht oft sozial nicht mehr toleriert. "Dicke"
werden in zunehmendem Maße diskriminiert, und schon Normal- und
Idealgewichtige fühlen sich zu "dick", (...)."
Aus dem BRD-Ernährungsbericht 1992:
70 % der befragten Frauen geben an, nicht ihr Traumgewicht zu haben
45 % der untergewichtigen Frauen bezeichnen sich als übergewichtig
95 % der Frauen überschätzt ihre Körpermaße.
Was ist als normal festgelegt?
In der Öffentlichkeit gilt heute oft noch das Broca-Normal- oder
Idealgewicht: Körpergröße minus hundert ist normal, minus 10-15%
ist ideal. Neuere Betrachtungen errechnen das Normal- oder Übergewicht
anhand des BMI (= body mass index). Der BMI errechnet sich Gewicht
(kg) geteilt durch Größe² (m²).
Im Unterschied zu Broca beachtet der BMI geschlechtliche Unterschiede;
relevante Altersunterschiede für das Gewicht bzw. den Fetthaushalt
bei Frauen bleiben jedoch unberücksichtigt, von persönlicher Konstitution
ganz zu schweigen.
Ganz neue Veröffentlichungen empfehlen das Wohlfühlgewicht, also
das Gewicht, bei dem frau sich am wohlsten fühlt: beweglich und
gesund. Normal ist das allerdings nicht, denn "Die Weltgesundheitsorganisation
definiert "Gesundheit" als körperliches, seelisches und soziales
Wohlbefinden. So betrachtet sind Frauen und Gesundheit inkompatibel."
Politik
Dick sein heißt in unserer Kultur
nicht normal sein
abweichend
unerwünscht sein
aufgrund des Körpers
mit eigener Schuld.
Dick sein heißt schlecht sein, heißt hässlich sein, heißt abgelehnt
zu werden.
Die Frage, ob eine dick ist, ist vorrangig eine politische Frage,
keine medizinische oder psychologische. Es ist eine Frage der Ausgrenzung
von unerwünschten menschlichen Realitäten und realen Menschen. Mit
der Ausgrenzung von Dicken wird die Vielfalt von Körpern reduziert.
Die Abwertung des Äußeren, vor allem auch durch die Medizin, nimmt
ihren Weg ins Innere, dort arbeiten sie als Selbstzweifel weiter.
1971, bevor die systematische medizinische Kampagne gegen die Dicken
gestartet wurde, galten dicke Menschen als gute Freunde, als gesellig,
freundlich ausgeglichen. Mit einem "idealgewichtigen" Menschen wollten
1971 nur 15% der Befragten befreundet sein. Nach der Kampagne, nur
acht Jahre später, wollten schon 60%, das vierfache, mit einem idealgewichtigen
Menschen befreundet sein.
1989 wollten dann nur noch traurige 2% mit einem Dicken befreundet
sein.
"Ein Versuch mit Kindern und vorgelegten Fotos zeigt, dass ein dickes
Kind das letzte ist, womit andere Kinder befreundet sein wollten."
Bei einer Untersuchung der Attraktivität von Frauen zeigt:
"Die "adipöse Frauenfigur" (Kleidergröße 50) wurde von 78% der befragten
Männer und Frauen als am unattraktivsten eingestuft. (...)
68% glauben, dass die Körperfülle einen Rückschluss auf die nicht
vorhandene Willensstärke einer Person zulässt. (...............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 29 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"
Autorin:
Chris Brand, Kiel
Seefrau und HP, Lesbische Feministin
cm_brand@web.de
Wasser des Lebens
Leben & Sterben aus asiatischer Sicht
In Asien heißt es: Alles was beginnt, muss auch enden... und wieder
neu beginnen wie Tag und Nacht, wie die Jahreszeiten.
Kreise schliessen sich, das Leben vergeht und entsteht zyklisch.
Aber es kommt nicht etwa das Alte immer wieder zur Welt sondern
hier finden wir den Wandel in der Beharrlichkeit: Die Form ist ewig,
doch ihre Elemente wandeln sich. Ein Fluss bietet der Betrachterin
immer dasselbe Bild, und doch ist es von Sekunde zu Sekunde anderes
Wasser, das sie vor Augen hat.
Wir kommen aus dem Wasser, bestehen sogar zum größten Teil daraus,
und als weise Alte gehen wir auch wieder in die Transformation des
Wassers im Sinne der Wu Xing (5 Wandlungsphasen) der TCM.
Die Polarität Wasser/Feuer ist eine Grundachse im menschlichen Mikrokosmos:
Die Wasserphase (mit dem Organ Niere) beherbergt Jing, die Ur-Substanz,
die Feuerphase (mit dem Organ Herz) Shen, den Geist im weiteren
Sinn. Feuer muss das Wasser erwärmen, Wasser das Feuer begrenzen
- dieses Gleichgewicht ist elementar für die Ausgeglichenheit der
Seele und für spirituelle Erkenntnis.
In
der christlichen Religion gibt es für diese lebenswichtige Verbindung
das Sinnbild der Taufe, mit Wasser plus heiligem Geist als Feuerelement.
Wasser und Feuer bekämpfen einander nicht ist ein magischer Spruch
aus dem Buch der Wandlungen (Yi Ging).
In der traditionellen chinesischen Sichtweise sind es die polaren
Kräfte Yin und Yang, die alle Erscheinungen in der Welt bestimmen.
Dies bezieht sich auch auf Leben und Tod- beide werden als gleichwertige
Phänomene empfunden, als Ausdruck von möglichen Wirklichkeiten,
die sich gemäß den Gesetzen von Yin und Yang gegenseitig bedingen,
nähren, erzeugen und zerstören bzw. begrenzen. Auch zeitlich entsprechen
sie sich, anders als in westlicher Sicht, in der eine relativ kurze
Lebensspanne der Ewigkeit des Todes gegenübergestellt wird.
Und nichts ist hier absolut: Im Yin ist auch Yang und umgekehrt-
daher enthält das Leben den Tod und der Tod das Leben! Theoretisch
gesehen, wechseln sich die beiden Phasen einfach in unendlicher
Folge miteinander ab und es gibt nichts, was der einen oder anderen
einen Vorzug verliehe.
Ziel sollte es sein, in vollkommenem Gleichmut das Leben zu durchschreiten,
um am Ende dieser Zeit einen Tod zu finden, der das Leben vollendet
bzw. einen gelungenen Übergang in die andere Phase möglich macht.
Darin hat das Sterben seinen Sinn.
Leben
bedeutet die Verbindung von Geist und Substanz.
Nach der Verschmelzung der elterlichen Essenzen kommt Po, die Körperseele,
in das Wesen (von der Mutter). Hun, die Geistseele, Gesamtheit aller
seelischer Möglichkeiten des Wesens, tritt kurz nach der Geburt
ein.
Hun und Po, Geist und Kraft, vermischen sich nie sondern bleiben
in der Spannung der YinYang-Dynamik. Im Leben sind sie dennoch (oder
grade deswegen) untrennbar. Die Rotation der Beiden umeinander zieht
die Elemente an sich und bildet mit ihnen die Form des Wesens.
Sie differenzieren sich mit der Geburt und diese Spannung erzeugt
Wissen und Fühlen - die Qualitäten der 5 Seelen (s. TCM-Theorie)
Sterben
Po geht im Tod in die Erde ein, aber einige Bestandteile, auch solche
geistiger Natur, bleiben und wirken weiter als Kräfte des Landes.
In China glaubt man, ein Mensch sei aus den Elementen ihres Landes
genommen – die Natur des Landes durchdringe und forme sie. Da Po
zur Erde zurückkehrt, ist die Seele des Landes auch die Seele/n
der AhnInnen.
Die Beerdigung zuhause ist daher sehr wichtig.
Hun vereinigt sich mit der kosmischen All-Seele, geht zum ”Himmel”.
Nach dem Tod ist der Geist noch einige Zeit in der Nähe des Körpers.
Daher spricht man im Totenzimmer ruhig und respektvoll wie in Anwesenheit
der Toten, denn sie soll die Lösung in Ruhe vollziehen können.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 28 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"
Autorin:
Chris Paul, Engelskirchen bei Köln
Autorin und Trauerbegleiterin
www.chrispaul.de
chrpaul@aol.com
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Jeder Tod ist anders,
jede Trauer auch
Das individuelle Trauern ist eingebettet in äußere Umstände und
von diesen nicht zu trennen. Wie wir einem Tod in unserem Leben
begegnen, hängt auf vielerlei Weisen mit Bedingungen zusammen, die
wir nicht oder nur mit viel Einsatz beeinflussen können. Was wir
in welcher Form, zu welchem Zeitpunkt und über welchen Zeitraum
betrauern und welche existentiellen Fragen der Tod eines nahen Menschen
an uns stellt, ist mit privaten und politischen Faktoren eng verknüpft.
Zu letzteren gehören Geschlechterrollen ebenso wie gesellschaftliche
Rahmenbedingungen in Form von Gesetzgebungen und Vorschriften, aber
auch gesamtgesellschaftliche Einstellungen zu Leben und Tod.
Der alte feministische Kernsatz “Das Private ist Politisch” gilt
für die Erfahrung des Trauerns ganz besonders. Der Tod eines vertrauten
Menschen ist eine Lebenssituation, die in unserer Gesellschaft so
privat und isoliert wie nur möglich abgehandelt wird. Alle Trauernden,
denen ich in den letzten Jahren in meiner Arbeit als Trauerbegleiterin
oder im Privaten begegnet bin, waren sich in einem Punkt einig:
Trauer ist etwas, was jede/r mit sich allein abmachen muss. Und
was könnte daran politisch sein? Diese Frage läßt sich in zwei Aspekte
aufteilen – wie wird meine Trauer durch Einflüsse von außen, durch
das Einwirken anderer beeinflußt? Und wie wirke ich mit meinem Trauern
auf das Außen, auf andere ein?Meiner Erfahrung nach spielen die
äußeren Umstände des Todes und die äußeren Bedingungen des eigenen
Weiterlebens eine wichtige Rolle dabei, wie ein Trauerprozess abläuft.
Sie bestimmen sogar, was eigentlich betrauert wird und wann es betrauert
werden kann. Es gibt erschwerende Umstände und es gibt Todesfälle,
die so grausam, unzeitig und erschütternd sind, dass sie für lange
Zeit aus dem Bewusstsein der Weiterlebenden verdrängt werden müssen,
wenn das eigene Leben nicht in Gefahr geraten soll.
Im folgenden habe ich bestimmte Aspekte herausgegriffen, die einen
relativ leichten und selbstverständlichen Umgang mit Tod und Trauer
erschweren.
Diese Aufzählung ist sicher nicht vollständig, sie soll Anregungen
geben, jedem einzigartigen Sterbe- und Trauerprozess nachzuspüren
und seine Besonderheiten wahrzunehmen.
Todesarten
Langsames Sterben oder plötzlicher Tod
Langsame Sterbeprozesse bieten bestimmte Chancen und halten gleichzeitig
Schwierigkeiten bereit:
Eine langsame Gewöhnung an die Tatsache, dass ein geliebter Mensch
sterben wird, ist bei einem langsamen Sterben möglich – aber nicht
sicher! Dazu gehört eine innere und äußere Vorbereitung, die Möglichkeit,
sich auszusprechen und Abschied zu nehmen. Dazu gehört auch die
Möglichkeit, den Sterbeprozessß zu begleiten und durch das Sehen,
Hören, Riechen, Fühlen der Veränderungen zu verstehen, was Sterben
ist, und sich einem Verständnis dessen anzunähern, was Tod sein
mag. Sterben und Tod werden so sinnlich erlebbar und können von
unserer Psyche als “wirklich” verarbeitet werden.
Wenn Austausch, Aussprache und Begleitung im Sterben nicht verwirklicht
werden konnten, kann das zu Schuldbewusstsein führen. Es ist eine
der möglichen Schwierigkeiten nach einem langsamen Sterben, dass
im Nachhinein die Gründe für solches Nicht-Miteinander-Sprechen,
Nicht-Begleiten aus dem Blick geraten und ein Ideal konstruiert
wird, dem kaum jemand entsprechen kann. (..............)
(Ende
der Leseprobe)
Haben
wir Ihr Interesse für die
Zeitschrift Nr. 28 geweckt?

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Leseprobe
aus
der Lachesis-Zeitschrift Nr. 28
zum Thema "Sterben und Tod"
Autorin:
Prof. Dr. med. Helga Schwenke; Leipzig,
Fachärztin für Innere Medizin, Spezialisierung Hämatologie,
Onkologie,
Dozentin, Mitbegründerin und Vorsitzende des Hospizvereins Leipzig
e.V.
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Ein erfülltes Leben bis zum letzten Augenblick
Die Hospizbewegung
In zunehmendem Umfang verbringen Menschen in unserer Gesellschaft
ihre letze Lebensphase in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Die
Pflegenden sind häufig aus Personal- und Zeitmangel überfordert,
die Betreuten fühlen sich oft hilflos der Furcht vor einem schmerzerfüllten
und würdelosen Lebensende ausgeliefert.
In diesem Sinne kann man die Hospizinitiativen, die sich seit 80er
und besonders 90er Jahren entwickeln, als eine neue soziale Bewegung
betrachten, die die Kranken als individuelle Persönlichkeiten respektiert.
Die Gründerinnen der heutigen Hospizbewegung waren Cicely Saunders
in England und Elisabeth Kübler-Ross in den USA.
Cicely Saunders – Initiatorin der modernen Hospizbewegung
In erster Linie hat Cicely Saunders, Krankenschwester, Sozialarbeiterin
und Ärztin durch die Gründung des St. Christopher’s Hospice in London
1967 die Entwicklung der modernen Hospizbewegung initiiert. Nach
ihrem Medizinstudium arbeitete sie wissenschaftlich an der Verbesserung
der Schmerzbehandlung und inaugurierte und praktizierte die heute
noch gültigen Regeln der modernen Schmerztherapie. Die kontinuierliche
Anwendung von Morphium stieß auf große Skepsis und Ablehnung, aber
die Ergebnisse überzeugten. Nach vielen Widerständen und mühsamer
Finanzierung eröffnete C. Saunders das erste Hospiz.
Der von ihr gewählte Begriff “Hospiz” stammt aus dem Mittelalter.
Entlang der Pilgerwege waren Hospize Stätten der Gastfreundschaft,
die Erschöpfte, Kranke und Sterbende aufnahmen. Sie bezeichnete
ihr Hospiz als “eine Wegstation von diesem Leben in eine uns unbekannte
Zukunft”. Den darin Betreuten wird eine ganzheitliche Betreuung
zuteil, die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse
schwerkranker und sterbender Menschen gleichermaßen einbezieht.
Der von Saunders geprägte Begriff “low tech – high touch” bringt
zum Ausdruck, dass in der letzten Lebensphase anstelle von hohem
medizinisch-technischem Aufwand vor allem qualifizierte menschliche
Zuwendung gefragt ist. Dazu gehört vor allem, den Kranken als Persönlichkeit
zu akzeptieren, die unterschiedliche Individualität eines jeden
Menschen zu respektieren (nicht der Betreuer/die Betreuerin weiß,
was für den Patienten/die Patientin gut ist, sondern diese(r) allein
bestimmt, was er/sie braucht), seine/ihre Nöte und Sorgen durch
mitfühlende Zuwendung zu teilen, Angehörige und FreundInnen einzubeziehen
sowie Aufrichtigkeit und Wahrheit gegenüber dem Patienten/der Patientin
in angemessenem Ausmaß. Alle MitarbeiterInnen arbeiten in einem
gut funktionierenden Team, in welches ehrenamtliche HelferInnen
einbezogen werden.
Elisabeth
Kübler-Ross - Sterbeforscherin
Die zweite Frau, die die Hospizbewegung maßgeblich beeinflusst hat,
ist die in der Schweiz als Drilling geborene Elisabeth Kübler-Ross,
die nach dem Medizinstudium in die USA ging und dort durch Gespräche
mit Sterbenden, ihre Forschungsergebnisse auf diesem unbearbeiteten
Gebiet und ihre Bücher weltweit bekannt wurde. Sie hat hinsichtlich
der psychischen Verarbeitung der Sterbegewissheit eines Menschen
5 Phasen herausgearbeitet, deren Kenntnis für die BegleiterInnen
von Todkranken unentbehrlich ist, auch wenn man sich heute einig
ist, dass diese Phasen keinesfalls immer so eintreten und nicht
in der angegebenen Reihenfolge bzw. auch rückwärtig durchlaufen
werden und überhaupt variieren können.(..............)
(Ende
der Leseprobe)
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