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Medizinrad des bewussten Gebärens

Über die lebenslange Fruchtbarkeit der Frau

Autorinnen:
Beatrixe Haußmann, Heilpraktikerin, Heilkunde-Coaching-Beratung,Lehrling der SweetMedicine-Sundance Tradition; Gabriela Schorr, Allgemenärztin, Homöopathin, Lehrling in der SweetMedicine-Sundance Tradition

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 43
mit dem Thema: "Kinder-Wunsch und Wirklichkeiten"

 

Weibliche Fruchtbarkeit existiert in der westlichen Welt eigentlich nur im Zusammenhang
mit einem leibhaftigen Kind. Wo sind andere Aspekte unseres weiblichen Fruchtbarseins
zu finden? Ausdrücke der Schaffenskraft von Frauen können wir auch in Selbstverwirklichungsschritten, Karriere-Erfolgen oder Kunstschaffen würdigen.
Wie wäre es, wenn wir dies als einen Akt des Gebärens verstehen? Weil Frau aus einem Potential schöpfen kann, das Teil urweiblicher Schöpfungskraft des Universums ist!

Medizinfrauen des alten Amerika haben das Wissen um die 9 verschiedenen Arten von „Kindern“ erhalten. Diese können wir Frauen lebenslang gebären, um unser volles schöpferisches Potential zu leben.
Von Diane Seadancer, einer Medizinfrau aus der Sweet Medicine Sundance Tradition, hörten wir erstmals, dass es aus Sicht der Twisted Hairs für uns Frauen neun verschiedene Arten von „Kindern“ zu gebären gäbe. Und damit stehe uns ein weitaus größeres fruchtbares Potential zur Verfügung, als wir Frauen gemeinhin annehmen.
Was zunächst eine fremdartige, aber interessante Vorstellung war, veränderte mit der Zeit unser Verständnis vom Frausein grundlegend. Dies möchten wir gerne mit Euch Leserinnen teilen - in Respekt und Dankbarkeit gegenüber den amerikanischen indigenen Frauen, von denen dieses Wissen zu uns kam.

Ursprung des „Rades des bewussten Gebärens“
In der stammesübergreifenden Tradition der „Twisted Hairs“ haben Medizinleute des amerikanischen Kontinents über Jahrhunderte hinweg ihre Weisheitslehren miteinander wie Haare zu einem gemeinsamen Zopf verflochten. So wurde auch in Frauen-Medizinkreisen matriarchales Wissen lebendig gehalten und an nachfolgende Generationen weitergegeben. Das „Rad des bewussten Gebärens“ stammt aus dieser Tradition.
Seit einigen Jahrzehnten werden Teile des spirituellen Wissens der „Twisted hairs“ auf verschiedenen Wegen mit uns weißen Menschen geteilt, um mehr Heilung auf Großmutter Erde zu bringen. Einer dieser Wege ist der „Sonnentanzweg der Süßen Medizin“ (Sweet Medicine Sundance Path), dem Diane Seadancer als Medizinfrau und Lehrerin angehört.
Das Wissen der Twisted Hairs wird weitgehend in mündlicher Tradition weitergeben, weshalb sich dieser Artikel auf grundlegende Aspekte eines weitaus größeren Zusammen-
hangs beschränkt. (...)

Ein Wissensrad
In der indigenen amerikanischen Tradition wird Wissen in Kreisform gelehrt.
Der Kreis kennt keinen Anfang oder Ende, kennt keine Dualismen oder hierarchische Denkmuster. Der Kreis als Rad ist drehbar, bleibt in Bewegung und repräsentiert damit lebendiges Wissen. Gleichzeitig ist im Kreis das gesamte Universum mit allen
Himmelsrichtungen abgebildet. Alle Wissensräder sind miteinander verbunden und werden dadurch mehrdimensional. Eines dieser Wissensräder ist das „Rad des bewussten Gebärens“.
Auch in unserer europäischen Kultur kennen wir den Kreis als archetypisches Symbol und Repräsentanz des heiligen Raumes, in dem das Ganze enthalten ist. Erinnern wir uns an Steinkreise, Sonnenräder, Rad des Schicksals und des Lebens, Rad der Wandlungsphasen – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Wenn Frauen zum Austausch zusammenkommen, sitzen sie im Kreis, weil es Verbindung schafft und darin die Erinnerung steckt, dass wir mit allem im Universum verbunden sind. Deshalb erleben wir auch die Lehre eines Wissensrades als zutiefst natürlich. (...)

In diesem Konzept endet weibliche Fruchtbarkeit nicht mit der Menopause
oder der Hysterektomie – sie ist sozusagen gar nicht zu beenden, außer frau würde dieses bewusst wählen.
Kommen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt: So wie die weisen indigenen amerikanischen Großmütter, wissen auch die weisen Großmütter unseres europäischen Kulturraums um die weibliche Gebärkraft, aus der alles geboren wird.
„In der Verehrung von Erdgöttinnen, Kornmüttern, Reisjungfrauen, Maisgöttinnen und vielen anderen werden die Themen von Leben schaffen – Leben geben – Leben erhalten – Leben zurücknehmen – Leben erneuern erkennbar. Seit der Jungsteinzeit haben Menschen die Schöpferinnenkraft symbolisch dargestellt und verehrt:
Sei es als Kugel (…), Schlange (…) oder Vulva mit ihrer 3fachen Bedeutung:
als Symbol für den kosmischen Schoß, aus dem die Wasser des Lebens entspringen, als Symbol für den Ort des keimenden Lebens und als Symbol für den Akt des Gebärens. (…)"

 

(Ende der Leseprobe)

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