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nur für Mitfrauen

Es ist die feministische Haltung, die Frauen gesunden lässt!

 

Frauen haben in unserer Gesellschaft aufgrund ihrer Stellung eine spezifische Gesundheitssituation.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass Frauen einen bewussteren Umgang mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit pflegen. Innerhalb der sozialen Gemeinschaften sind es in der Regel Frauen, denen die Gesundheitsfürsorge ihrer Angehörigen unterliegt.

Als Frauen wissen wir, dass die Pflege der Gesundheit selbstverantwortlich wahrgenommen werden muss. Als Heilpraktikerinnen geben wir die notwendige Unterstützung von außen – die Hilfe zur Selbsthilfe beruht auf der Anerkennung von Eigenmacht und Eigenverantwortung.
Individuelle als auch gesellschaftliche Heilungsprozesse entfalten sich dann, wenn wir nicht am Mangel/an der Krankheit ansetzen, sondern an den Potentialen und Stärken.

Frauen haben Wissen auf medizinischer und naturheilkundlicher Ebene bewahrt und entdecken es täglich neu. Versuche dieses Wissen zu unterdrücken fanden in den Hexenverbrennungen ihren Höhepunkt – und auch noch heute – im 21.Jahrhundert - erleben Frauen strukturelle Gewalt und Diskriminierung, die sie krank machen.

Eine feministische Haltung achtet das Recht auf Krankheit: Krankheit ist ein individueller Ausdruck einer Person und muss nicht mit allen Mitteln bekämpft oder weggeheilt werden. Krankheit kann Menschen auf ihrem Entwicklungsweg begleiten und so heilsam wirken.

Auch die Zeit des Sterbens findet mitten im Leben statt und gerade die Naturheilkunde hat hier vielfältigste Möglichkeiten, diese Zeit heilsam zu begleiten. Unsere Fachtagung Tod-Sterben-Sterbebegleitung im Mai 2001 ist als Beitrag zu verstehen, das Thema stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen . Die Diagnose „unheilbar krank" bedeutet keineswegs das Ende der Behandlung. 

Normalität und Gesundheit sind definiert von dieser Leistungsgesellschaft. Sie bemüht sich, alles sogenannte Unvollständige zu korrigieren und Risiken auszuschließen. Unsere Fachtagungen zu Themen wie Gen- und Reproduktionstechnologie oder Verrückt waren somit auch politisch orientierte Fortbildungen und geprägt von der Achtung gegenüber dem Leben in seiner Vielfältigkeit.

Eine feministische Haltung achtet die unterschiedlichen Lebensformen von Menschen. So treffen z.B. lesbisch lebende Frauen innerhalb medizinischer Institutionen selten auf Verständnis ihrer spezifischen Lebenssituation. Wir fordern eine entsprechende Aufklärung des medizinischen Personals.
Es gibt so viele Wege der Heilung wie es Frauen gibt.

Maria Zemp, Renate Lodtka
aus: Selbstdarstellungsbroschüre Lachesis e.V.

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